Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Hofgericht bis Höfler (Bd. 6, Sp. 428 bis 429)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Hofgericht war ehedem Bezeichnung für ein Obergericht, namentlich für das ehemalige Reichskammergericht und den Reichshofrat. In Baden bestanden noch in neuester Zeit Hofgerichte und als höchste Instanz das Oberhofgericht in Mannheim; mit der allgemeinen deutschen Gerichtsorganisation ist diese Bezeichnung in Wegfall gekommen.
 
Artikelverweis 
Hofgesinde, das zu einer fürstlichen Hofhaltung gehörige Dienstpersonal; auch die zu landwirtschaftlichen Dienstleistungen verpflichteten Dienstboten (Knechte und Mägde, im Gegensatz zum Hausgesinde).
 
Artikelverweis 
Hofgestüte, s. Meyers Gestüte.
 
Artikelverweis 
Hofhaimer, Paulus, ausgezeichneter Organist und Komponist, geb. 25. Jan. 1459 zu Radstadt im Salzburgischen, gest. 1537 in Salzburg, wurde 1480 Hoforganist des Erzherzogs Siegmund in Innsbruck und daselbst (nicht in Wien) Hoforganist Kaiser Maximilians und, als dieser 1490 das Land übernahm, von letzterm geadelt. H. war der berühmteste Orgelmeister seiner Zeit, zu dem die Schüler aus fernen Gegenden zogen, aber auch als Komponist mehrstimmiger Lieder hochbedeutend. Orgelsätze von ihm sind nur handschriftlich erhalten. Nur Kompositionen von H. und L. Senffl enthalten die »Harmoniae poeticae«, vierstimmige Sätze zu Horazischen und andern Odenmaßen. (1539; neu hrsg. von Achleitner, Salzb. 1868).

[Bd. 6, Sp. 429]



 
Artikelverweis 
Hofheim, 1) Stadt und Luftkurort im preuß. Regbez. Wiesbaden, Kreis Höchst, am Südfuß des Taunus, am Eingang in das schöne Lorsbacher Tal, am Goldbach und an der Staatsbahnlinie Frankfurt a. M.-Limburg, 136 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath. Kirche mit Glockenspiel auf dem Turm, eine Wallfahrtskapelle, Synagoge, Kaltwasserheilanstalt, Oberförsterei, Staniolkapsel-, Kellereihilfsmaschinen-, Leder-, Zwieback-, Käse- und Holzwarenfabrikation, Bürstenbinderei, eine große Baumschule, Kunstmühlen und (1900) 2392 meist kath. Einwohner. In der Nähe sind römische Befestigungen im Zuge des germanischen Limes aufgedeckt (vgl. G. Wolff, Kastell H., in »Der obergermanisch-rätische Limes des Römerreiches«, Heidelb. 1897). 2) (H. in Bayern) Bezirksamtsstadt im bayr. Regbez. Unterfranken, am Fuße der Haßberge, an der Aurach und der Staatsbahnlinie Haßfurt-H., 251 m ü. M., hat eine kath. Kirche, ein Amtsgericht, Fabrikation landwirtschaftlicher Maschinen und von Schleifpolierwerkzeugen und (1900) 939 Einw.
 
Artikelverweis 
Hofherr und Hofhörige, s. Meyers Bauer, S. 458.
 
Artikelverweis 
Höfische Kunstdichtung, im Gegensatz zur Volksdichtung die kunstmäßige epische und lyrische Dichtung des Mittelalters, wie sie in Nordfrankreich, in der Provence und in Deutschland vorzugsweise an den Höfen blühte. Vgl. Deutsche Literatur, S. 694 f.
 
Artikelverweis 
Hofkammer, s. Meyers Kammer.
 
Artikelverweis 
Hofkriegsrat, bis 1848 oberste Behörde für das gesamte österreichische Heerwesen, leitete die Verwaltung, aber auch die Tätigkeit des Heeres, was namentlich im Felde durch die Abhängigkeit, in der die Befehlshaber vom H. standen, sich oft auf nachteilige Weise fühlbar machte. Der H. wurde 1556, als Österreich noch kein stehendes Heer besaß, von Ferdinand I. eingesetzt und stand mit »Hofkammer« und »Hofkanzlei« als Zentralstelle in Verbindung. Nach mehrfachen Veränderungen brachte ihn Erzherzog Karl, von 180105 Präsident, in eine der damaligen Zeit entsprechende Verfassung, in der er bis 1848 verblieb, wo die allgemein unbeliebte Behörde in das Kriegsministerium übergeführt wurde.
 
Artikelverweis 
Hoflager heißt der Ort, wo ein Fürst mit seinem Hofstaat vorübergehenden Aufenthalt nimmt.
 
Artikelverweis 
Höfler, 1) Karl Adolf Konstantin, Ritter von, Geschichtsforscher, geb. 27. März 1811 in Memmingen, gest. 29. Dez. 1897 in Prag, studierte in München die Rechte, Philosophie und Geschichte und machte in Göttingen, Florenz und Rom geschichtliche Quellenstudien. 1836 übernahm er die Redaktion der offiziellen »Münchener Zeitung«, habilitierte sich 1838 an der Universität, ward 1839 außerordentlicher, 1841 ordentlicher Professor und 1842 Mitglied der Münchener Akademie. Die 1846 in Bayern entstandenen politischen Zerwürfnisse veranlaßten H. zu der Denkschrift »Konkordat und Konstitutionseid der Katholiken in Bayern« (Münch. 1847). Wegen seiner Beteiligung an der Agitation gegen Lola Montez 1847 pensioniert, ward er alsbald als Archivar in Bamberg reaktiviert. 1851 erhielt H. einen Ruf als Professor der Geschichte nach Prag. Nach seiner religiösen Stellung entschiedener Katholik, vertrat H. in dem Kampf zwischen Deutschen und Tschechen mit voller Energie die deutschen Interessen. 1872 wurde er als lebenslängliches Mitglied in das österreichische Herrenhaus berufen. Ein großer Teil seiner zahlreichen Schriften erschien in den »Denkschriften der k. k. Akademie der Wissenschaften«, in den »Fontes rerum austriacarum« und in der »Zeitschrift des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen«. Wir erwähnen außerdem: »Die deutschen Päpste« (Regensb. 1839, 2 Bde.); »Kaiser Friedrich II.« (Münch. 1844); »Albert von Beham und Regesten Papst Innozenz'IV.« (Stuttg. 1847, Publikation des Literarischen Vereins); »Quellensammlung für fränkische Geschichte« (Bayr. 184952, Bd. 14); »Über die politische Reformbewegung in Deutschland im 15. Jahrhundert und den Anteil Bayerns an derselben« (Münch. 1850); »Fränkische Studien« (Wien 185253); »Die Geschichtschreiber der hussitischen Bewegung« (das. 185665, 2 Bde.); »Magister Joh. Hus und der Abzug der deutschen Professoren und Studenten aus Prag« (Prag 1864); »Der Aufstand der kastilianischen Städte gegen Kaiser Karl V.« (das. 1876); »Der deutsche Kaiser und der letzte deutsche Papst. Karl V. und Adrian VI.« (Wien 1876); »Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre Karls V.« (das. 187683, 3 Tle.); »Die romanische Welt und ihr Verhältnis zu den Reformideen des Mittelalters« (das. 1878); »Abhandlungen aus dem Gebiet der slawischen Geschichte« (das. 187983, 5 Tle.); »Papst Adrian VI.« (das. 1880); »Monumenta Hispanica« (Prag 188182, 2 Bde.); »Don Antonio de Acuña, genannt der Luther Spaniens« (Wien 1882); »Donna Juana, Königin von Leon, Kastilien und Granada« (das. 1885); »Don Rodrigo de Borja (Alexander VI.)« (das. 1888); »Die Ära der Bastarden am Schlusse des Mittelalters« (Prag 1891). H. verfaßte auch einige historische Dramen.
   2) Alois, Philosoph und Pädagog, geb. 6. April 1853 zu Kirchdorf in Oberösterreich, studierte in Wien, wirkte seit 1876 als Gymnasiallehrer, seit 1881 als Professor an der Theresianischen Akademie in Wien, habilitierte sich 1878 an der Wiener Universität für Philosophie und Pädagogik und wurde 1898 zum Schulrat befördert. 1903 folgte er einem Ruf als ordentlicher Professor der Philosophie nach Prag. Er hat sich bemüht und verdient gemacht um die Reform des philosophisch-propädeutischen Unterrichts, des mathematisch-physikalischen Gymnasialunterrichts, der philosophisch-pädagogischen Vorbildung der Mittelschullehrer, auch um das Zustandekommen und die Erhaltung der Bayreuther Bühnenfestspiele. Seine philosophische Richtung ist im ganzen die psychologische. Geschrieben hat er: »Logik« (Prag 1890); »Psychologie« (das. 1897); »Psychische Arbeit« (Hamb. 1894); ferner Lehrbücher zur Logik, zur Psychologie und zur Naturlehre sowie mancherlei Aufsätze in Zeitschriften. Herausgegeben hat er Kants »Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaften« (Wien 1900), auch in der Berliner Kant-Ausgabe (1903).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 81 bis 90 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
Artikel 81 bis 90 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer