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Hödel bis Hodgson (Bd. 6, Sp. 408 bis 410)
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Artikelverweis Hödel, Max, geb. 27. Mai 1857 in Leipzig, Klempnergeselle, beging 11. Mai 1878 ein Attentat auf Kaiser Wilhelm I., indem er Unter den Linden zwei Revolverschüsse, von denen keiner traf, auf den Kaiser abfeuerte. Sofort ergriffen und 10. Juli 1878 zum Tode verurteilt, wurde er 16. Aug. d. J. in Moabit hingerichtet.
 
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Hoden (Hode, Testikel, Testis, Orchis, Testiculus), die männliche Keimdrüse, das Samen bereitende Organ, in der einfachsten Form ein Schlauch, von dessen Wandungen sich Zellen loslösen und entweder direkt oder nach Umformungen zu Samenzellen werden. Anzahl, Gestalt, Lage etc. des Hodens bei den Tieren sind sehr verschieden (Näheres s. bei den einzelnen Tierklassen). Bei den Wirbeltieren liegt der H. in der Bauchhöhle, aus der er aber in einen äußern Anhang wandern kann, so bei den Säugetieren, bei deren Embryonen die H. erst am innern Rande der Urniere liegen, jedoch während der Entwickelung weiter nach abwärts rücken bis in die Leistengegend oder sogar, indem sie Teile der Bauchwand vor sich her drängen, durch den Leistenkanal hindurch in die (Hodensack) Aussackung der äußern Haut. Dabei kann die Verbindung mit der Bauchhöhle offen bleiben, so daß der H., wie es bei vielen Säugetieren zur Brunstzeit die Regel ist, in sie zurücktreten kann. Beim Menschen erfolgt die Wanderung des Hodens in den Sack im achten Monat der Schwangerschaft, selten erst in der Pubertätszeit oder nur unvollkommen, bezw. auch gar nicht, so daß die H., bezw. einer, zu fehlen scheinen (sogen. Kryptorchismus); gewöhnlich verwächst die Öffnung und macht den Rücktritt unmöglich. Der Nebenhoden (s. unten) ist ein umgewandelter Teil der Urniere. Beim Menschen (s. Tafel Meyers »Eingeweide II«, Fig. 4, und IV, Fig. 3) ist der Hodensack (scrotum) eine zweiteilige Hauttasche mit einer Wandung aus glatten Muskelfasern (tunica dartos), deren Zusammenziehung den Sack in Runzeln legt. In ihm liegen die beiden H., Nebenhoden und Samenstränge (s. Meyers Samenleiter). Jeder H., von Pflaumengröße und 1525 g Gewicht, wird von einer glatten Faserhaut umschlossen und

[Bd. 6, Sp. 409]


besteht zu etwa drei Viertel aus Samenkanälchen, der Rest aus Blut- und Lymphgefäßen sowie aus Nerven und Bindegewebe. Letzteres strahlt von einem dicken Wulste der Faserhaut, dem sogen. corpus Highmori, fächerartig aus und teilt so den Inhalt des Hodens in 100200 pyramidenförmige Läppchen, die aus 26 Samenröhrchen oder -Kanälchen bestehen, aus deren Wandzellen der Same hervorgeht. Ihre Gesamtlänge beträgt 270340 m; sie vereinigen sich aber zu 917 weitern Kanälen, die erst unter sich ein Netzwerk (rete Halleri) bilden, dann nach Durchbohrung der Faserhaut den H. verlassen und in den Nebenhoden (epididymis) eintreten. Dieser bildet ein gekräuseltes, 61/2-10 m langes Rohr, das sämtliche Hodenkanäle aufnimmt und in den Meyers Samenleiter (s. d.) übergeht. Jeder H. ist mit einem Teil des Nebenhodens von der doppelten Hülle des aus der Bauchhöhle in den Hodensack mit einbezogenen Bauchfelles umgeben. Dazwischen auftretende Wasseransammlungen werden als Wasserbruch (Hydrocele) bezeichnet. Tafel Meyers »Eingeweide IV«, Fig. 3, zeigt den H. H samt dem Nebenhoden N in einer Höhle eingeschlossen, deren Wand sich als derbe, weiße Haut auf beide selbst fortsetzt. Durch Präparation ist der wegen seiner Härte auch am Lebenden leicht durchzufühlende Samenleiter d mit einer Begleitvene v freigelegt, ferner sind die Venen v, die mit mächtigem Geflecht die lange Arterie a begleiten, bis zum Körper und Schwanz des Nebenhodens d, und die Arterie a ist bis in den H. verfolgt. Dessen derbe Hülle ist bis auf einen kleinen Rest unten h weggenommen, so daß man die durch bindegewebige Scheidewände s getrennten keilförmigen Fächer erkennen kann. Bei k sind zwei samenbereitende Kanälchen herausgezogen, deren Gesamtheit vielfach zusammenhängend schließlich mittels je eines Kanals in das corpus Highmori c eintritt. Nun leiten 1012 Kanäle mit korkzieherartigen Windungen den fertigen Samen im Nebenhoden zum Samenleiter. Absteigend nimmt dieser sämtliche Kanäle auf, bei e noch einen abirrenden Kanal, und steigt nach zahllosen Windungen als glatter, dickwandiger Strang empor. Neben dem H. befinden sich noch einige Gebilde ohne erkennbare Funktion, die wohl als rudimentäre Organe anzusehen sind: ein 57 mm großer, kolbiger oder warziger Körper (als ovarium masculinum oder männlicher Eierstock angesprochen), ferner häufig in seiner Nähe ein gestieltes Bläschen voll Flüssigkeit, die sogen. Morgagnische Hydatide, endlich das im Samenstrang liegende Giraldèssche Organ (paradidymis), Rudimente der Eileiterenden des Weibes und Reste der Urniere.
 
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Hodenatrophie (Hodenschwund), s. Meyers Hodenkrankheiten.
 
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Hodenbruch (Hernia scrotalis), ein Eingeweidebruch, bei dem der Bruchinhalt bis hinab in den Hodensack getreten ist.
 
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Hodenentzündung, s. Meyers Hodenkrankheiten.
 
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Hodenkrankheiten werden, abgesehen von Entwickelungsfehlern und falscher Lage des Hodens (s. Kryptorchismus), in den folgenden hauptsächlichsten Formen beobachtet: 1) die Hodenentzündung (Orchitis) ist bald mit Nebenhodenentzündung (Epididymitis) verbunden, bald tritt sie für sich auf. Sie kann entstehen durch eine Quetschung oder anderweitige Verletzung der Hoden, durch Infektion auf dem Blutwege bei akuten Erkrankungen, ferner durch Fortleitung einer Entzündung benachbarter Organe. Die zweitgenannte Entstehungsweise führt zu Hodenentzündung, namentlich bei epidemischer Ohrspeicheldrüsenentzündung (Mumps), ferner bei Pyämie, Pocken, Rheumatismus, Scharlach, Typhus und Gicht. Fortleitung von Entzündung der Nachbarorgane ist vorhanden bei der sehr häufigen Nebenhoden- und Hodenentzündung, bei dem Tripper der Blase und der Harnröhre und bei andern (eiterigen, krupösen, tuberkulösen) Erkrankungen dieser Organe. Die Hodenentzündung äußert sich durch schnelle Anschwellung und meistens starke Schmerzhaftigkeit des befallenen Hodens und Nebenhodens, womit Fieber, ausstrahlende Schmerzen in der innern Schenkelfläche etc. verbunden sein können. Die Entzündung verläuft bald schnell und bildet sich entweder ohne weiteres zurück und geht in Heilung über, oder es kommt zur Eiterung oder Abszeßbildung im Hoden und Nebenhoden, nicht selten mit später folgenden Fistelbildungen; bald ist der Verlauf schleichend, es kommt zur Wucherung des Bindegewebes und zum teilweisen oder vollständigen Untergang des eigentlichen Drüsengewebes im Hoden. Damit ist narbige Schrumpfung der Hoden (Hodenatrophie) und, wenn die Krankheit beide Hoden betraf, Verlust des Zeugungsvermögens verbunden. Die Behandlung besteht in Bettruhe, Hochlagerung des Hodens, Applizierung von Eisbeuteln oder Eisumschlägen auf die Geschwulst. In manchen Fällen werden warme Umschläge besser vertragen. Eine zurückbleibende Verhärtung des Nebenhodens weicht meist der Anwendung der Quecksilber- oder Jodkaliumsalben. Resorptionsbefördernd wirkt auch dauernder mäßiger Druck durch ein geeignetes Suspensorium oder einen Heftpflasterverband. Eiterung erfordert operative Behandlung. Lange nach Überstehen der Entzündung muß man noch ein passendes Suspensorium tragen lassen. 2) Die tuberkulöse Entzündung des Hodens und Nebenhodens betrifft bald nur einen, bald beide Hoden. Sie befällt vorzugsweise das mittlere Lebensalter und beginnt meist mit schmerzloser Schwellung und knotiger Verdickung; die Knoten brechen auf und entleeren käsigen, bazillenhaltigen Eiter. Sobald die Diagnose feststeht, schreitet man zur Kastration, besonders wenn es sich um rein örtliche Tuberkulose handelt, und solange die Inguinaldrüsen noch nicht geschwollen sind, was freilich sehr früh eintritt. Nur durch die Kastration kann man der Ausbreitung der Tuberkulose auf andre Organe zuvorkommen. 3) Die syphilitische Orchitis besteht in harter, schmerzloser Anschwellung des ganzen Hodens, oder in knotiger (gummöser) teilweiser Anschwellung des Organs. Die Behandlung ist eine allgemeine antisyphilitische. 4) Eine cystische Entartung befällt den Hoden ganz oder teilweise, indem sich mikroskopisch kleine bis gänseeigroße Cysten im Gewebe des Hodens entwickeln, die serösen oder breiigatheromatösen Inhalt haben. Neben der Cyste erhaltenes Parenchym ist normal. Von dem Wasserbruch unterscheidet sich die Cyste dadurch, daß sie nicht durchscheinend ist und man neben ihr nicht, wie beim Wasserbruch, den Hoden abtasten kann. 5) Eine Neuralgie des Hodens, zuweilen beobachtet, tritt bald andauernd, bald intermittierend (anfallsweise) auf, häufig ohne daß eine Ursache erkennbar ist, in andern Fällen liegen ihr Narben, chronische Entzündungen der Geschlechtsorgange zugrunde. Wenn anderweitige Behandlung erfolglos bleibt, können die heftigen Schmerzen zur Kastration veranlassen. Sind die Hoden nur auf Druck abnorm schmerzhaft, so liegt eine Hyperästhesie der Hoden vor. 6) Über die Scheidenhautwassersucht der Hoden oder den Wasserbruch s. d. 7) Als Geschwülste der Hoden (Sarkocelen) beobachtet

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man die syphilitischen oder Gummigeschwülste, die Sarkome, Carcinome u. Chondrome. Die Gummiknoten sind Teilerscheinung einer allgemeinen Syphilis und als solche zu behandeln. Die bösartigen Neubildungen kommen manchmal schon bei Kindern vor, sie wachsen meist schnell, sind oft sehr schmerzhaft und erfordern insgesamt eine möglichst frühzeitige Entfernung durch Kastration. Eine krebsartige Erkrankung der Haut (Kaukroid) des Hodensackes hat man als Meyers Schornsteinfegerkrebs (s. d.) bezeichnet, da man dieselbe vorzugsweise bei Schornsteinfegern (begünstigt durch Verunreinigung und Reizung der Haut) beobachtet haben will. Auch bei diesem Übel ist die frühzeitige Ausrottung das einzige Erfolg versprechende Mittel.
 
Artikelverweis 
Hodensack, s. Meyers Hoden.
 
Artikelverweis 
Hodenwassersucht, s. Meyers Wasserbruch.
 
Artikelverweis 
Hodgkinssche Krankheit (spr. hódschkĭns-), s. Pseudoleukämie.
 
Artikelverweis 
Hodgs., bei Tiernamen Abkürzung für Bryan Houghton Hodgson (spr. hóddschßön), geb. 1. Febr. 1800, gest. 28. Mai 1894, Orientalist und Altertumsforscher, lange Zeit britischer Resident in Nepal. Wirbeltiere. Vgl. W. W. Hunter, The life of B. H. H. (Lond. 1896).
 
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Hodgson (spr. hóddschßön), John Evan, engl. Maler, geb. 1. März 1831 in London, gest. daselbst 19. Juni 1895, verlebte seine Jugendzeit in Rußland, kehrte 1853 nach England zurück, wurde Schüler der Akademie in London und stellte schon 1854 sein erstes Bild aus. Zuerst entlehnte er seine Stoffe dem Volksleben oder dem historischen Genre, widmete sich aber, nachdem er 1868 Nordafrika bereist hatte, fortan der Schilderung der dortigen Völker und ihrer Sitten, die er in geistreicher, oft humoristischer Weise und kräftigem Kolorit darzustellen wußte. Von seinen Bildern dieser Art sind zu nennen: ein arabischer Märchenerzähler, die schwarze Wache des Paschas, die Reorganisation der Armee in Marokko, ein Vogelhändler in Tunis, eine Barbierstube in Tunis, die Erwiderung des Salutschusses, die wohlgenährten Bedienten, der arabische Scherenschleifer und ein moderner Aktäon.

 

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82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
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 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
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 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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