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Hochstapler bis Hochsträß (Bd. 6, Sp. 400 bis 401)
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Artikelverweis Hochstapler nennt man Gauner, die durch seines Auftreten sich den Anschein vornehmer Leute zu geben wissen und meist auch nur in den Kreisen der gebildeten Gesellschaft ihr Wesen treiben. Das erst seit 1850 gebrauchte Wort (früher hatte man dafür die Ausdrücke Gaudieb und Industrieritter) gehört ursprünglich der Gaunersprache an und kommt als Stabuler (soviel wie Brotsammler, Bettler) schon im 16. Jahrh. vor. Neuerdings wird das Wort abgeleitet von Stapfe (Fußstapfe) und den davon gebildeten Worten Stapfen, Stappen, Staffen (gehen, wandern). So hießen früher Studenten, namentlich Theologen, junge Kleriker, die in den Ferien Fußwanderungen machten und in den Pfarrhöfen um Mittagmahl und Nachtlager vorsprachen, »Pfarrstaffler«.
 
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Hochstein, Aussichtspunkt des hohen Iserkammes, auf der Westseite des Hirschberger Tales und dem westlichen Ende des Riesengebirges gegenüber, 1058 m hoch.
 
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Höchster Porzellan, Erzeugnisse der 1746 von dem Frankfurter Handelsmann Göltz in Höchst gegründeten Porzellanfabrik, die 1756 in den Besitz einer Aktiengesellschaft überging und 1778 vom Kurfürsten von Mainz in staatlichen Betrieb übernommen wurde. Wegen schlechten Geschäftsganges und der kriegerischen Ereignisse wurde die Fabrikation 1798 eingestellt. Ihre Blütezeit erlebte die Fabrik unter dem dort 1766 bis 1779 tätigen Bildhauer und Modelleur Joh. Pet. Melchior. Neben Gefäßen und Tafelgeschirren erzeugte die Fabrik leicht getönte oder in Biskuitmasse hergestellte Figuren, die besonders geschätzt sind. Fabrikmarke war das sechsspeichige Rad des Mainzer Wappens (s. Abbildung).

Die alten Höchster Formen wurden seit 1840 in Damm bei Aschaffenburg wieder benutzt und in Pfeifenton ausgeformt. Vgl. Zais, Die Kurmainzische Porzellanmanufaktur zu Höchst (Mainz 1887).

[Bd. 6, Sp. 401]



 
Artikelverweis Höchstes Gut, s. Meyers Gut, S. 540.
 
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Hochstetter, 1) Ferdinand von, Geograph und Geolog, geb. 30. April 1829 in Eßlingen, gest. 18. Juli 1884 in Oberdöbling bei Wien, Sohn des um die Naturwissenschaft, besonders die Botanik, verdienten Stadtpfarrers Christian Friedrich H. (gest. 20. Febr. 1860), studierte in Maulbronn und Tübingen Theologie, namentlich aber Naturwissenschaft, beteiligte sich an den Arbeiten der Geologischen Reichsanstalt in Wien und habilitierte sich 1856 als Privatdozent an der dortigen Universität. 1857 schiffte er sich auf der Novara ein, verließ aber die Expedition in Neuseeland und widmete der Nord- und Südinsel ein eingehendes Studium. 1860 wurde er Professor der Mineralogie und Geologie am polytechnischen Institut in Wien und 1867 Präsident der Geographischen Gesellschaft daselbst. Er bereiste 1863 die Schweiz und Italien, 1869 die Türkei, 1872 Rußland und den Ural, wurde 1876 Intendant des naturhistorischen Hofmuseums, 1877 Direktor des Hofmineralienkabinetts und der anthropologisch-ethnographischen Hofsammlung, die als seine Schöpfung zu betrachten ist, 1878 Obmann der prähistorischen Kommission der Akademie der Wissenschaften. 1881 trat er von seinem Lehramt zurück. Er schrieb: »Karlsbad, seine geognostischen Verhältnisse und seine Quellen« (Karlsb. 1856); »Über die Lage der Karlsbader Thermen« (Wien 1856); »Madeira« (das. 1861); »Die ausgestorbenen Riesenvögel von Neuseeland« (das. 1862); »Neuseeland« (Stuttg. 1863; engl. von Sauter, mit Zusätzen vom Verfasser, das. 1867); »Topographisch-geologischer Atlas von Neuseeland« (mit Petermann, Gotha 1863); »Geologie von Neuseeland« (Wien 1864); »Paläontologie von Neuseeland« (das. 1865); »Geologische Beobachtungen auf der Novara-Reise 18571859« (das. 1866); »Die geologischen Verhältnisse des östlichen Teiles der europäischen Türkei« (das. 1870 u. 1873); »Über den Ural« (Berl. 1873); »Geologische Bilder der Vorwelt und der Jetztwelt« (Eßlingen 1873); »Die feste Erdrinde nach ihrer Zusammensetzung, ihrem Bau und ihrer Bildung« (in Hanns »Allgemeiner Erdkunde«, 4. Aufl., Prag 1884); »Asien, seine Zukunftsbahnen und seine Kohlenschätze« (Wien 1876); mit A. Bisching: »Leitfaden der Mineralogie« (15. Aufl. mit Toula, das. 1901). Zum zweiten Bande des Werkes »Die zweite deutsche Nordpolfahrt« (Leipz. 1875) lieferte H. die »geologische Übersichtskarte von Ostgrönland«. Hochstetters »Gesammelte Reiseberichte von der Erdumsegelung der Fregatte Novara« gab v. Haardt (Wien 1885) heraus. Vgl. Heger in den »Mitteilungen der k. k. Geographischen Gesellschaft in Wien« (1884, Heft 8, mit Bibliographie).
   2) W., Botaniker, s. Hochst.
 
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Höchstfreie, s. Semperfreie.
 
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Höchstgebot, s. Meyers Versteigerung.
 
Artikelverweis 
Hochstift, s. Meyers Stift.
 
Artikelverweis 
Höchstleistungen, leibliche, s. Meyers Leibesübungen.
 
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Höchstpersönliche Rechte sind Rechte, die an die Person des Berechtigten geknüpft sind, folglich auf andre nicht übertragen werden können noch sich vererben, z. B. das Recht auf Meyers Schmerzensgeld (s. d.), das Recht des Meyers Nießbrauchs (s. d.).
 
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Hochsträß, s. Meyers Jura, deutscher.

 

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