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Hobart bis Hobhouse (Bd. 6, Sp. 390 bis 393)
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Artikelverweis Hobart, 1) Augustus Charles H. (Hobart Pascha), geb. 1. April 1822, gest. 19. Juni 1886 in Mailand, dritter Sohn des sechsten Grafen von Buckinghamshire, trat 1836 in die englische Marine ein und zeichnete sich 1854 und 1855 während des Krieges gegen Rußland in der Ostsee aus. 18611865 befehligte er einen Blockadebrecher im Dienste der amerikanischen Südstaaten. 1867 trat er als Konteradmiral in den Dienst der Türkei und befehligte die Flotte, welche die Blockade Kretas gegen die griechischen Unterstützungsversuche aufrecht erhalten sollte. Nachdem er die griechische Regierung zur Auslieferung des Transportschiffs Enosis, das neue Freischaren nach Kreta übergeführt hatte, genötigt hatte, wurde er zum Pascha und Admiral sowie zum Generalinspektor der türkischen Marine ernannt. Während des russisch-türkischen Krieges 1877 befehligte er die türkische Flotte im Schwarzen Meer, richtete aber nur wenig aus. Er hinterließ »Sketches of my life« (hrsg. von seiner Witwe, Lond. 1886).
   2) Garrett A., nordamerikan. Politiker, geb. 3. Juni 1844 in Monmouth (New Jersey), gest. 21. Nov. 1899 in Paterson, war erst Dorfschullehrer, studierte dann die Rechte und wurde 1872 in das Repräsentantenhaus des Staates New Jersey und 1873 zum Sprecher desselben gewählt. Seit 1876 Mitglied des Staatssenats, war er 188182 Präsident desselben und schied dann aus. 1896 wurde er zum Vizepräsidenten der Union und Präsidenten des Senats gewählt.
 
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Hobbĕma, Meindert, niederländ. Maler, geb. 1638 in Amsterdam, verheiratete sich 2. Okt. 1668 in Amsterdam, wobei Jacob van Ruisdael Zeuge war, und starb daselbst 7. Dez. 1709 in ärmlichen Verhältnissen. Seit 1668, wo er städtischer Steuerbeamter (Eichmeister) wurde, scheint er nur noch selten gemalt zu haben. Wahrscheinlich war H. Ruisdaels Schüler; jedenfalls hat er sich unter dessen Einfluß ausgebildet. Nächst Ruisdael ist H. der größte holländische Landschaftsmaler, dessen Bilder mit den höchsten Preisen bezahlt werden. Seine fesselnde Eigentümlichkeit liegt in dem Zauber der Farbe, in der Sonnenbeleuchtung und der großen Naturwahrheit. Leider sind manche seiner Bilder stark nachgedunkelt. Seine Hauptwerke befinden sich meist in England, so in der Nationalgalerie in London die Ruine von Schloß Brederode und die Allee bei Middelharnis, in der Wallace-Kollektion (fünf), in der College Gallery in Dulwich, im Besitz des Earl of Northbrook in London, Holfords, Th. Barings, Fields, des Herzogs von Westminster. Ein meisterhaftes Bild, eine Wassermühle, besitzt das Rijksmuseum in Amsterdam nebst zwei andern, ferner das Louvre (eine Wassermühle) und der Herzog von Arenberg in Brüssel. In Deutschland kommen Hobbemas Bilder sehr selten vor: drei besitzt das Städelsche Institut in Frankfurt, je eins die Münchener Pinakothek, das Berliner Museum, die Dresdener Galerie, das Hofmuseum in Wien etc. Adrian van de Velde und Lingelbach pflegten seine Landschaften mit Figuren zu versehen. Wegen der Seltenheit und Kostbarkeit seiner Bilder wird der Name H. vielfach von Fälschern ausgebeutet. Vgl. E. Michel, H. et les paysagistes de son tempsen Hollande (Par. 1890).
 
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Hobbes, Thomas, Philosoph, geb. 5. April 1588 in Malmesbury, gest. 4. Dez. 1679 in Hardwick, studierte seit seinem 14. Jahr in Oxford Mathematik und Aristotelische Philosophie, siedelte aus Haß gegen die 1641 ausgebrochene Revolution nach Paris über, wurde Lehrer des Prinzen von Wales (des nachherigen Königs Karl II.) und schrieb, nachdem er die Übersetzung des Thukydides (Lond. 1628) schon veröffentlicht hatte, die Werke: »De cive« (Par. 1642, Amsterd. 1647; deutsch von J. H. v. Kirchmann, Leipz. 1873), »Human nature, or the fundamental elements of policy« (Lond. 1650), »Leviathan, seu de materia, forma et potestate civitatis ecclesiasticae et civilis« (engl., das. 1651; hrsg. von Waller, Cambr. 1904; lat., Amsterd. 1668; deutsch, Halle 1794, 2 Bde.), denen nach seiner 1655 erfolgten Rückkehr nach England die weitern philosophischen Schriften: »Elementorum philosophiae sect. I.; De corpore« (engl., Lond. 1655), »Sect. II.: De homine« (engl., das. 1659; beide lat., Amsterd. 1668), »Human nature« und »De corpore politico« (zusammen Lond. 1650), beide u. d. T.: »The elements of law, natural and politic« (hrsg. von Tönnies, das. 1888) und »Quaestiones de libertate, necessitate et casu, contra D. Bramhallum« (verfaßt 1646; engl., das. 1659) folgten. Außer diesen hat er noch historische (z. B. »Dialogue of the civil wars of England«, zuletzt u. d. T.: »Behemoth, or the Long Parliament«, hrsg. von Tönnies, das. 1889) und physikalisch-mathematische (z. B. ein »Decameron physiologicum«) verfaßt, auch im hohen Alter den Homer übersetzt. Karl II. setzte ihm nach seiner Thronbesteigung (1660) eine Pension von 100 Pfd. Sterl. aus, die er auf dem

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Landsitz seines ehemaligen Zöglings, des Grafen von Devonshire, Hardwick, genoß. H.' Philosophie hängt mehr mit Galileis Physik als mit Bacons Lehre zusammen. Einzige Erkenntnisquelle ist nach ihm der äußere Sinn (Sensualismus), einziger Gegenstand der Erkenntnis die Körperwelt (Materialismus). Doch unterscheidet H. zweierlei Arten von Körpern, natürliche und künstliche, unter welch letztern der Staat der wichtigste ist. Jene machen den Gegenstand der Natur- oder theoretischen Philosophie (philosophia naturalis), diese den Gegenstand der Staats- oder praktischen Philosophie (philosophia civilis) aus. Bewegungen von außen affizieren die Sinne und pflanzen sich zum Gehirn und weiter zum Herzen fort, von dem eine Rückbewegung ausgeht, die Empfindung ist; die Farben- und Tonempfindungen, überhaupt die Empfindungsqualitäten, sind als solche nur subjektiv. Mit ihnen ist Lust oder Unlust verbunden, aus denen, wenn sie auf Zukünftiges gehen, Begehren oder Abscheu entsteht. Erinnerung wird dadurch möglich, daß die Affektion des Sinnesorgans noch fortdauert, wenn auch keine Einwirkung von außen mehr stattfindet. Alle innern Prozesse, auch die Ideenassoziation, gehen auf rein mechanische Weise vor sich. Wie der natürliche Körper durch Zusammenwirken physischer Naturkräfte zustande kommt, so der Staat durch das menschlicher Willenskräfte. Wie die Naturordnung eine natürliche, so ist der Staat eine künstliche Sicherheitsanstalt, durch welche dem Kampf dort der Natur, hier der einzelnen Willenskräfte, dem »Krieg aller gegen alle«, ein Ende gemacht wird. Da für die menschlichen Willen eine überlegene Obergewalt, wie sie für die Naturkräfte in der Natur selbst besteht, nicht vorhanden ist, so muß eine solche durch die Menschen, um ihrer eignen Selbsterhaltung willen, mittels Übereinkunft geschaffen und ihr (dem Herrscher) die nämliche unbedingte Zwangsbefugnis gegenüber den Einzelnen (den Untertanen) eingeräumt werden, welche die Naturordnung faktisch gegen die einzelnen Kräfte in der Natur ausübt. Die Gewalt des Herrschers (der übrigens ebensogut ein Einzelner wie eine ganze Versammlung sein kann, H. hält aber erstere Form für die vorteilhaftere), obwohl ursprünglich durch Vertrag auf diesen übertragen, ist absolut und unwiderruflich (gegen die Lehre des Grotius), die durch sie festgesetzte Ordnung (Staatsgesetzgebung) einzige Norm sowie der Staatswille selbst einzige Quelle des Rechts, jede Auflehnung gegen sie ist Revolution und als solche verbrecherisch. Auch die Religion ist dem Staatswillen durchaus unterworfen, da ihre Bekenner nicht das Recht haben können, einen Staat im Staate zu bilden. Letzteres zog ihm besonders die Feindschaft der Geistlichkeit zu, deren Folge sogar eine Anklage wegen Gottlosigkeit im Parlament war, gegen die er eine scharfsinnige Verteidigungsschrift: »Historical narration concerning heresy and the punishment thereof«, verfaßte. H. hat insbes. den französischen Enzyklopädisten und spätern Positivisten vorgearbeitet, dagegen unter seinen dem Absolutismus und Materialismus abgeneigten Landsleuten wenig Anklang gefunden. Zu seinen Gegnern gehörten Sharrock, Clarke und Cumberland, unter den Deutschen Mendelssohn (in seinem »Jerusalem«) und Anselm Feuerbach (»Anti-Hobbes«, Gieß. 1798). Seine sämtlichen Werke erschienen Amsterdam 1668 in 4 Bänden, seine »Moral and political works« London 1750 (deutsch, Halle 1793 ff.). Molesworth gab seine »Complete works, with life, Latin and English« (Lond. 1839 bis 1845, 11 Bde.) und »Opera latina« (das. 1844 bis 1845, 5 Bde.) heraus. H. selbst verfaßte noch als 84jähriger Greis seine Selbstbiographie in Versen; nach seinem Tod erschien seine Lebensbeschreibung von John Aubrey (Charlestown; lat. von Rich. Blackburn, das. 1681). Vgl. V. Mayer, Thomas H., Darstellung und Kritik seiner Lehren (Freiburg 1884); Robertson, Thomas H. (Lond. 1886, neue Ausg. 1901); Tönnies, H. ' Leben und Lehre (Stuttgart 1896); Lyon, La philosophie de H. (Par. 1893); L. Stephen, H. (Lond. 1904).
 
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Hobby-horse (engl., spr. hóbbĭ-hors), Steckenpferd, besonders das im englischen Maispiel (s. Meyers Morris-dance) vorkommende.
 
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Hobel, Werkzeug zum Formen und Glätten ebener oder gekrümmter Flächen durch Abnahme von Spänen (Hobeln), wird auf Holz, Metall etc. angewendet.
   Der H. besteht (Fig. 1) aus dem Hobelkasten k mit dem Griff r und dem Hobeleisen m. Ersterer ist ein massives Stück hartes Holz, dessen Sohle a b auf dem Arbeitsstück hingleitet und verschieden gestaltet, auch wohl mit einer Metallplatte belegt ist. Das aus Stahl oder aus mit Stahl belegtem Schmiedeeisen hergestellte, einseitig angeschliffene Hobeleisen steckt in der Mitte des Kastens, in dem Keilloch s, und ragt mit dem scharf geschliffenen untern Ende ein wenig über die Sohle hervor, so daß es bei der Bewegung des Hobels von der Holzfläche einen dünnen, langen Hobelspan abschneidet. Es liegt so in dem Kasten durch den Keil i fest, daß die Zuschärfungsfläche nach hinten gekehrt, und daß es gegen die Sohle unter einem Winkel von 45° geneigt ist. Der Schrobhobel (Schropp-, Schrupp-, Schrot-, Schärf-, Schurfhobel) soll durch Abnahme dicker Späne die Arbeit schneller fördern und hat demgemäß nur ein 24 bis 36 mm breites Eisen mit krummer Schneide. Der Schlichthobel mit etwa 50 mm breiter, geradliniger Schneide dient zum Ebnen (Schlichten); damit das Holz nicht einreißt, befestigt man auf der gewöhnlichen, von der Rückseite zugeschärften Klinge m (Fig. 2) mittels einer Schraube 8´ mit Mutter e noch eine Stahlplatte (Deckel, Deckplatte, Klappe) s d, gegen die der Hobelspan im Augenblick des Entstehens stößt, so daß er zerknickt (Doppelhobel, Doppeleisen). Je länger der H. ist, um so sicherer erhält man damit eine ebene Fläche. Daher benutzt man oft die 6075 cm lange und 75 mm breite Rauhbank. Mit der Fügebank oder Fugbank werden lange Bretter an den Kanten gerade gehobelt (gefügt), zu deren sicherer Führung an den beiden Rändern ihrer Sohle niedrige, schmale Leisten hinlaufen. Zum Einhobeln von Vertiefungen dient der Simshobel (Gesimshobel), dessen Eisen die ganze Sohlenbreite

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einnimmt. Mit dem Falzhobel hobelt man an der Kante eines Arbeitsstückes einen rechten Winkel vertieft aus. Der Falzhobel hat eine nach unten vorstehende Leiste (Anschlag), die längs der einen Kante der Sohle hinläuft und beim stellbaren Falzhobel verstellbar ist, so daß breitere und schmälere Falze ausgehobelt werden können. Um einen schon vorhandenen Falz zu verbreitern, benutzt man den seitwärts schneidenden Sim s- oder Falzhobel, auch den Wangen- oder Wandhobet, bei dem der Querschnitt des Kastens und die Fläche des Eisens die Gestalt eines liegenden T (-) haben. Der Zahnhobel, dessen beinahe rechtwinklig zur Sohle stehendes Eisen statt der Schneide eine Reihe seiner, spitziger Zähne besitzt, dient statt des Schrobhobels zur Bearbeitung harter und unregelmäßig gewachsener Hölzer (Maserholz) sowie zum Rauhen von Holzflächen, die zusammengeleimt oder furniert werden sollen. Rundhobel haben Eisen mit konkaver Schneide. Für konkave Flächen dienen die Schiffshobel, deren Sohle der Länge nach konvex gerundet, der Breite nach gerade ist, und der runde H. mit gerader, der Breite nach zylindrisch gewölbter Sohle und Eisen mit bogenförmiger Schneide zur Ausarbeitung langer, rinnenartiger Höhlungen.
   Zur Ausarbeitung von Gesims- und Leistenwerk dient eine größere Sammlung von Hobeln (Kehl-, Karnies-, Stab-, Hohlkehl-, Fenstersprossen-, Profilhobel), die zusammen das Kehlzeug genannt werden, profilierte Eisen besitzen und zum Arbeiten auf Querholz mit Vorschneidzahn versehen sind. Die Plattbank (Plattenhobel) erzeugt die rings um die Füllung von Türen angebrachten Platten.
   Bei Holzverbindungen werden vielfach besondere H. benutzt: Spundhobel für Verbindung auf Nute und Feder, paarweise zusammengehörend, nämlich ein Nuthobel und ein Federhobel. Bei ersterm ist das Eisen nur so breit wie die Nute, an dem Federhobel ist das Eisen gabelartig in zwei gerade Schneiden geteilt, die zwischen sich den Spund stehen lassen. Der Grundhobel ebnet bei Verbindungen auf den Grat mit dem Grundeisen das Innere der mit der Gratsäge gebildeten Vertiefung; das Eisen ist L-förmig, mit der Schneide an der wagerechten Seite. Grathobel zur Herstellung einer dreiseitigen, spitzwinkligen Furche. Die Sohle dieses Hobels ist der Breite nach abgedacht und mit einem Vorschneidzahn versehen, der die Fasern quer durchschneidet.
   Bei den amerikanischen Hobeln besteht auch der Kasten aus Eisen und trägt inwendig eine Einrichtung, die eine sehr seine und feste Einstellung des Eisens gestattet und als Grundlage die durch Fig. 3 vor Augen geführte Konstruktion hat. Auf der eisernen Sohle s s sitzen nebst den Griffen a und b das eiserne Winkelstück c zur Aufnahme des Doppeleisens 4 und verschiebbar festgestellt durch Schrauben e. Zum Festhalten des Eisens dient die um die Schraube t drehbare und abnehmbare Klappe g g, die durch einen Exzenter i mit Griff h gegen den untern Teil des Eisens gedrückt wird. Die Einstellung des Eisens erfolgt von einem Hebel n, der mit einem Ende in einen Schlitz des Eisens greift und mit dem andern Ende durch die Mutter m angezogen wird.
   Der H. findet bei Metallen namentlich Anwendung zum Abhobeln der Zinntafeln, aus denen die Orgelpfeifen erzeugt werden, und zum Bestoßen und Facettieren der Stereotypplatten und Galvanos und hat hier die Form des Schlichthobels mit schwerem, eisernem Kasten. Vgl. Hobelmaschinen.
 
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Hobel, Köpfmaschine, s. Meyers Guillotine.
 
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Hobelbank, ein Werktisch zum Festhalten des Holzes beim Sägen, Hobeln, Bohren etc., besteht (s. Abbildung) aus einer 29 m langen, 4590 cm breiten Platte B aus hartem Holz, die auf einem 7080 cm hohen Gestell ruht, mit schraubstockartigen Vorrichtungen (Zangen) zum Befestigen (Einspannen) der Arbeitsstücke. Für kleinere einfache Gegenstände benutzt man die Stützen, Pflöcke, die in zwei Löchern der Platte der H. durch Hammerschläge auf und nieder gestellt werden können. Zum wirklichen Einspannen dienen die beiden Zangen K und F. Die vorn zur rechten Seite des Arbeiters liegende Ecke f des Blattes ist auf etwa 45 cm in der Länge und 15 cm in der Breite rechtwinklig ausgeschnitten zur Aufnahme eines verschiebbaren Holzstückes C, das mit der Schraube E die Hinterzange bildet. Durch das Holzstück C derselben geht, von oben eingesenkt, ein eiserner Pflock (Bankeisen) n, und in der Länge der Platte ist eine Reihe Löcher angebracht, in denen ähnliche Bankhaken u befestigt werden, so daß das Arbeitsstück zwischen diesen Bankhaken eingespannt wird. Um ein Brett auf der Kante stehend einspannen zu können, besitzt die H. auch wagerechte Bankhaken m und a, zwischen denen das Brett auf dieselbe Weise befestigt wird. Die Vorderzange D F an der linken Ecke mit dem senkrechten, verschiebbaren Brettchen d (Zangenbrett) und der Schraube F dient zum Festhalten eines Arbeitsstückes zwischen B und d. Zum Aufbewahren von Werkzeug ist auf der Oberfläche der Platte eine Vertiefung M (Beilade) und vorn eine Schublade S angebracht.

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Hobelmaschinen (hierzu Tafel Meyers »Hobelmaschinen« mit Text), Werkzeugmaschinen zum Bearbeiten von Metall und Holz. Bei den Metallhobelmaschinen (Tafel, Fig. 16) hebt der Stahl in geraden Zügen von der Metalloberfläche Späne, gewöhnlich von 12 mm Dicke, streifenweise ab, indem sich entweder das Arbeitsstück unter dem Stahl her oder der Stahl über das Arbeitsstück hinweg bewegt. Bei den gewöhnlichen H. (Tischhobelmaschinen) bewegt sich das auf einem Schlitten (Tisch) befestigte Arbeitsstück unter dem darüber festgehaltenen Stahl hinweg, während der Stahl nach jedem Zug um eine Spanbreite seitwärts rückt. Die Befestigung des Arbeitsstückes auf dem Tisch erfolgt durch besondere Aufspannvorrichtungen (Klammern, Schraubenhaken, Keile etc.), die Hin- und Herbewegung des Tisches auf einem festen Untergestell (Bett) mittels Rädervorgelege nebst Zahnstange oder Leitspindel (s. Meyers Drehbank), mittels Kette oder Drahtseil oder einem Elektromotor, von einer Transmission, in kleinen Werkstätten von einem Hebel mit der Hand oder einem Schwungrad mit Kurbel und Schubstange. Über dem Tisch schwebt der Stahl, von einem horizontalen Balken getragen und von einem Meißelträger (Support) festgehalten, der eine genaue Einstellung des Stahles zu dem Arbeitsstück sowie eine entsprechende Verschiebung (Schaltung) nach jedem Schnitt um die Breite des Spanes ermöglicht.
   Der Schnitt erfolgt gewöhnlich nur während Einer Bewegungsrichtung. Um nun den während der andern Bewegungsrichtung (Leerlauf) entstehenden Zeitverlust zu vermindern oder zu vermeiden, findet der Leerlauf meistens schneller statt, oder man bringt Vorrichtungen an, die den Stahl nach beiden Bewegungsrichtungen des Arbeitsstückes zum Schnitt bringen, indem man entweder nach jedem Schnitte den Stahl um 180° dreht (springen der Stahl), oder zwei Meißel in den Support spannt, wovon einer bei der einen, der andre bei der zweiten Bewegung schneidet (Duplex-Hobelmaschinen), oder den Stahl mit zwei Schneiden ausstattet, die mit den Rücken einander zugekehrt sind und dadurch abwechselnd zur Wirkung gelangen, daß der Meißelhalter am Support um eine horizontale Achse um etwa 30° schwingt (schwingen der Stahl). Für sehr schwere und hohe Arbeitsstücke, deren Bewegung große Kraft fordert, hat man die Grubenhobelmaschinen gebaut, bei denen an Stelle des Tisches und des Bettes eine Grube vorhanden ist, deren obere Ränder Führungen tragen, auf denen der Querbalken mit kurzen Ständern sich hin und her bewegt, so daß das Werkzeug Arbeits- und Schaltbewegung ausführt. Zum Hobeln kleiner Arbeitsstücke dienen die Feil- oder Shapingmaschinen, bei denen nur kleine, aber vertikal verstellbare und horizontal verschiebbare Aufspanntische unter dem Werkzeug vor dem Gestell vorhanden sind. Besondere Formen der H. sind die Riffelmaschine, mit der auf den eisernen Riffelwalzen der Spinnmaschinen Furchen eingearbeitet werden, die Blechkantenhobelmaschine, mittels der die Blechkanten abgehobelt werden, und die Stoßmaschine (Stanzmaschine, Vertikalhobelmaschine, Nutstoßmaschine). Die erste Feilmaschine mit Meißel wurde von Reichenbach in München schon vor 1818 gebaut und 1831 von Oberhäuser in Paris nachgebildet, darauf in England vielfach verbessert. Die größern H. mit beweglichen Tischen sind von England ausgegangen (englische H.); die erste wurde vor 1814 von Murray in Leeds gebaut; unabhängig davon konstruierten Fox in Derby und Roberts in Manchester (1817) zwei andre Maschinen. Die Grubenhobelmaschine ist hauptsächlich in Frankreich von Cavé, Decoster, Bourdon von 1840 an konstruiert worden (französische Hobelmaschine). In Amerika ist Sellers (Philadelphia) im Bau von H. berühmt. In Deutschland befassen sich alle Werkzeugmaschinenfabriken mit der Herstellung von H., die in keiner Beziehung hinter den ausländischen zurückstehen.
   Die Holzhobelmaschinen (s. Tafel mit Text) wirken im Gegensatz zu den Metallhobelmaschinen, wenige Spezialmaschinen ausgenommen, bei denen Hobelmesser mit Zugbewegung zur Anwendung kommen, mit Werkzeugen, die auf der Oberfläche eines sich um die Achse drehenden Prismas (Schneidkopf, Messerkopf, Messerwalze) eine Bewegung in einer Zylinderfläche ausführen, oder auf der ebenen Fläche einer rotierenden Scheibe, oder auf Armen sitzen und sich demnach in einer Ebene bewegen. Da im ersten Falle die Arbeitsfläche des Holzes tangential an der Zylinderfläche den Messern dargeboten und in der Faserrichtung bearbeitet wird, so heißt diese Maschine Lang- oder Tangentialhobelmaschine, auch Walzenhobelmaschine gegenüber der Que r- oder Parallelhobelmaschine, deren Messer sich parallel zur Arbeitsfläche quer gegen die Fasern bewegen. In allen Fällen erhält das Arbeitsstück die Vorschubbewegung, und zwar bei kleinen Arbeitsstücken mit der Hand, bei großen selbsttätig mit einem Tisch, wie bei den Metallhobelmaschinen, oder unmittelbar durch Walzenpaare.
   Der Messerkopf der Langhobelmaschine hat eine Arbeitslänge zwischen 20 und 60 cm und mehr, gewöhnlich 2, mitunter 3 und 4 Messer und macht je nach der Größe 20004000 Umdrehungen in der Minute, wobei der Vorschub des Holzes so bemessen wird, daß auf ein Längenmeter Arbeitsfläche 6503000 Schnitte erfolgen. Je glatter die Fläche werden soll, desto mehr Schnitte müssen auf die Längeneinheit geführt werden. Zum Behobeln auf beiden Seiten bringt man einen zweiten Messerkopf unter dem Arbeitsstück an (zweiseitige Hobelmaschine). Zum Abhobeln des Stückes an den Kanten (Fügen) sowie zur Herstellung von Nuten und Federn dienen H. mit zwei vertikalen, das Brett zwischen sich nehmenden Messerköpfen (Fügemaschine, Nuthobelmaschine), oft mit zwei horizontalen Walzen zusammen (vierseitige Holzhobelmaschine). Ferner gehören hierher die Zapfenschneidmaschinen zum Anhobeln von Zapfen mittels zweier schmaler Messer und die Kehlmaschinen mit profilierten Messern zur Herstellung von Leisten, Fenstersprossen u. dgl. Vgl. Exner, Holzverarbeitungsmaschinen (Weim. 1883); Fischer, Werkzeugmaschinen der Holzbearbeitung (Berl. 1902).
 
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Hobelspäne, von Buchenholz, werden in der Schnellessigfabrikation zum Füllen der Essigbildner angewendet; auch hat man H. zum Verpacken der Stopfbüchsen an Dampfmaschinen empfohlen.
 
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Hobgoblin, in Cornwallis Name des Kobolds.
 
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Hobhouse (spr. hóbb-haus), John Cam, Lord Broughton, brit. Staatsmann, geb. 27. Juni 1786 in London, gest. 3. Juni 1869, studierte in Cambridge gleichzeitig mit Lord Byron, den er 1809 nach dem Orient begleitete; eine Beschreibung seiner Reise gab er u. d. T.: »Journey into Albania and other provinces of the Turkish Empire« (Lond. 1812, neue Ausg. 1855) heraus. Den ihm gewidmeten

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vierten Gesang von Byrons »Childe Harold«, der die italienische Reise enthält, begleitete er mit Anmerkungen. Während der Hundert Tage war er in Frankreich, und nach der Schlacht bei Waterloo veröffentlichte er »Letters written by an Englishman during the last reign of Napoleon« (Lond. 1816), die offen für Napoleon Partei nahmen. Eine Stelle in einer von H. verfaßten Flugschrift, die vom Haus der Gemeinen als ein Bruch seiner Privilegien erklärt wurde, brachte ihn 1819 ins Gefängnis, 1820 aber für Westminster ins Unterhaus, wo er sich den Radikalen anschloß; bald darauf gründete er mit andern Führern dieser Partei die »Westminster Review«. Später schlug er eine gemäßigtere Richtung ein, trat 1832 als Kriegsminister in das Ministerium Grey und wurde 1833 Staatssekretär für Irland, trat aber bald nachher wegen des Antrages auf Aufhebung der Haus- und Fenstersteuer aus dem Ministerium sowie aus dem Parlament aus. Doch nahm er im Juli 1834 nach Greys Rücktritt wieder die Stelle eines Oberkommissars der Domänen und einen Sitz im Kabinett an und ließ sich auch wieder ins Unterhaus wählen. Von 183541 war er unter Melbourne Präsident des Kontrollamtes für Ostindien und erhielt das gleiche Amt 1846 unter Russell. Wegen der Verleugnung seiner frühern radikalen Grundsätze, aber auch wegen seiner Amtsführung hart angegriffen, ließ er sich im Februar 1851 bei der Auflösung des Russellschen Ministeriums zum Baron Broughton de Gyfford und zum Peer erheben, kehrte bei der Wiederberufung des Ministeriums Russell auf seinen alten Posten zurück, nahm aber im Januar 1852 endgültig seine Entlassung.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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