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Hît bis Hittorff (Bd. 6, Sp. 385)
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Artikelverweis Hît (das alte Is), Stadt im asiatisch-türk. Wilajet Bagdad, am rechten Ufer des Euphrat, mit reichen Naphthaquellen und 23000 Einw., die vom Kalkbrennen, Schiffbau, Wollspinnerei und namentlich, wie schon im Altertum, von der Gewinnung von Salz und Erdpech leben.
 
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Hita, 1) Gines Pérez de, span. Schriftsteller des 16. Jahrh., Verfasser der berühmten »Historia de las guerras civiles de Granada«, stammte aus Murcia und kämpfte bei der Unterwerfung der aufständischen Morisken in den Alpujarras (156870) tapfer mit. Das erwähnte Buch, gleichsam der erste historische Roman der Spanier, erzählt in anziehender und malerischer Schreibart von musterhafter Reinheit den Untergang des Königreichs Granada, indem es geschichtliche Tatsachen mit Schöpfungen der Phantasie dichterisch vermengt, dabei aber Sitten und Färbung der Zeit treu wiedergibt. Zahlreich eingestreute, z. T. alte Romanzen beleben das Ganze. Der erste, wertvollere Teil des Buches erschien Alcala 1588, dann Saragossa 1595 (seitdem sehr oft, auch Gotha 1805); der zweite Alcala 1604 u. ö.; beide zusammen Madrid 1833 sowie in der »Biblioteca de autores españoles« (Bd. 3, das. 1849). Eine französische Übersetzung lieferte Sané: »Histoire chevaleresque des Mauresen Espagne« (Par. 1809, 2 Bde.).
   2) Juan Ruiz, Erzpriester von, s. Meyers Ruiz.
 
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Hitchin (spr. hittschĭn), Stadt im nördlichen Teil von Hertfordshire (England), anmutig in fruchtbarem Tal gelegen, mit der gotischen Marienkirche, Lateinschule, Korn- und Viehhandel, Strohflechterei und (1901) 10,072 Einw.
 
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Hitdorf (Hittorf), Stadt im preuß. Regbez. Düsseldorf, Landkreis Solingen, am rechten Rheinufer, hat eine schöne kath. Kirche im romanischen Stil, Tabak- und Zigarrenfabrikation, Zündholzfabriken, Dampfsägewerk, Bierbrauerei, Schiffahrt und (1900) 1810 Einw. H. wurde 1857 zur Stadt erhoben.
 
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Hiterö, Insel, s. Meyers Lister und Mandal.
 
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Hitlandinseln, s. Meyers Shetlandinseln.
 
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Hitopadēsa (Hitopadeça, d. h. »freundliche Unterweisung«), indische Sammlung von Erzählungen, dem Meyers Pantschatantra (s. d.) ähnlich und großenteils auf diesem beruhend. Sie wurde herausgegeben von Schlegel und Lassen (Bonn 182931, 2 Bde.) und sonst; übersetzt von Max Müller (Leipz. 1844), Schönberg (Wien 1884) und Hertel (Leipz. 1895).
 
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Hitteren, Insel an der Westküste Norwegens, Amt Süd-Drontheim, umfaßt mit mehreren umliegenden kleinern Inseln 526 qkm (9,5 QM.).
 
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Hittorf, Stadt, s. Meyers Hitdorf.
 
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Hittorf, Johann Wilhelm, Physiker, geb. 27. März 1824 in Bonn, habilitierte sich in Münster als Privatdozent und erhielt daselbst 1852 die Professur für Chemie und Physik. H. arbeitete über die Allotropie des Selens und Phosphors und stellte 1865 gemeinsam mit Plücker fest, daß die gleichen Stoffe bisweilen verschiedene Spektra aufweisen können. Er untersuchte 1869 den Durchgang der Elektrizität durch sehr stark verdünnte Gase und fand viele jener merkwürdigen Erscheinungen, die 1879 durch Crookes unter der Bezeichnung »Strahlende Materie« bekannt und effektvoll gemacht wurden. Am bedeutendsten sind Hittorfs Untersuchungen über die Elektrolyse, die er seit 1853 bis in die neueste Zeit fortgeführt hat. Die Abhandlungen von 185359 erschienen in Ostwalds Klassikern (»Über die Wanderung der Ionen während der Elektrolyse«, 2. Aufl., Leipz. 190304). H. entdeckte u. deutete richtig die fundamentalen Erscheinungen der »Überführung« oder »Jonenwanderung«; er erkannte bereits, was neuerdings so wichtig wurde, daß elektrische Leitfähigkeit in engem Zusammenhang mit der chemischen Wirksamkeit steht, charakterisierte die Elektrolyte als Salze und bestimmte die Spaltung der komplexen Salze durch den Strom. 1898 beschrieb er das elektromotorische Verhalten des Chroms und fand eine neue Erklärung für die Passivität der Metalle.
 
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Hittorff, Jakob Ignaz, Architekt, geb. 20. Aug. 1792 in Köln, gest. 25. März 1867 in Paris, empfing seine Vorbildung in Köln und ging sodann nach Paris, wo Percier sein Lehrer war. Er wurde 1814 Inspektor und später königlicher Architekt. Neben Privatbauten in Paris und im südlichen Frankreich leitete er, gemeinschaftlich mit Lecointe, den Wiederaufbau des italienischen Theaters Favart, den Neubau des Théâtre del'Ambigu comique und besorgte unter anderm die Entwürfe zur Wiederherstellung der Kirche St.-Remy in Reims und zu dem Springbrunnen der Place de la Concorde in Paris, ferner die Herausgabe des »Recueil des décorations et descriptions du baptême du duc de Bordeaux« (Par. 1827). Früher hatte H. Deutschland, England und 182224 mit seinem Schüler L. Zanth Italien und Sizilien bereist. Letzteres gewährte ihm die reichste Ausbeute, die er in seiner »Architecture antique de la Sicile« (Par. 182630, 3 Bde.; neue Bearbeitung 186667) und in der »Architecture moderne de la Sicile« (18261830) niederlegte. Seine epochemachende, später noch weiter bestätigte Entdeckung, daß die hellenischen Bauten bemalt gewesen seien, legte er in seiner »Architecture polychrome chez les Grecs« (1830) und in »Restitution du temple d'Empédocle à Selinunte« (1851) dar. 1832 wurde H. zum Regierungs- und Stadtamtsarchitekten ernannt. Seitdem waren seine wichtigsten Werke: die Entwürfe zur Verschönerung des Konkordienplatzes, der Elysäischen Felder, des Bois de Boulogne, das Panorama der Champs Elysées, die gotische Mairie neben der Kirche St.-Germain l'Auxerrois und (186165) der Nordbahnhof.

[Bd. 6, Sp. 386]


 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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