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Historische Zeitschriften bis Hitteren (Bd. 6, Sp. 383 bis 385)
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Artikelverweis Historische Zeitschriften allgemeinen Inhalts sind in der letzten Zeit in allen Ländern in großer Zahl entstanden (über die provinzialen und lokalen s. Meyers Historische Vereine). In Deutschland haben die ältern Unternehmungen der Art, das »Archiv für Geschichte und Literatur« von Schlosser und Bercht (Frankf. 183035, 6 Bde.), die »Historisch-politische Zeitschrift« von L. Ranke (Hamb. u. Berl. 18321836, 2 Bde.) und die »Zeitschrift für Geschichtswissenschaft« von A. Schmidt (Berl. 184448, 9 Bde.), nur eine kurze Lebensdauer gehabt; erst die von H. v. Sybel 1859 begründete, seit Band 62 von ihm und M. Lehmann, seit Band 73 von Sybel und F. Meinecke, seit Band 76 von H. v. Treitschke und Meinecke, seit Band 77 von letzterm allein herausgegebene

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»Historische Zeitschrift« hat sich dauernden Bestandes zu erfreuen gehabt (Münch. 18591904, 93 Bde.). Ihr zur Seite stand das »Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde«, dessen erste 12 Bände in zwangloser Folge erschienen (Bd. 13 von Büchler und Dümge, Bd. 4 ff. von G. H. Pertz, Hannov. 182474) und das dann in dem als Organ der Zentraldirektion der »Monumenta Germaniae historica« regelmäßig fortgeführten »Neuen Archiv der Gesellschaft« etc. eine Fortsetzung erhielt (Bd. 113 von W. Wattenbach, Bd. 1428 von H. Breßlau, Bd. 29 u. 30 von E. Steinmeyer, Hannov. 18741904), deren Inhalt aber auf das Mittelalter beschränkt blieb. Für die Geschichte des Altertums sind erst neuerdings die »Beiträge zur alten Geschichte« von C. F. Lehmann (Leipz. 190104, 4 Bde.) geschaffen. Als Organ der Historischen Kommission bei der Münchener Akademie der Wissenschaften wurden die »Forschungen zur deutschen Geschichte« begründet, die nach dem Tode ihres Herausgebers G. Waitz eingingen (Götting. 186286, 26 Bde.). Auf katholischem Standpunkte steht das »Historische Jahrbuch« der Görres-Gesellschaft (Bd. 13 von G. Hüffer, Bd. 45 von Gramich, Bd. 611 von H. Grauert, Bd. 12 ff. von Grauert, L. Pastor und G. Schnürer, jetzt von Weiß, Münster 188082, Münch. 18831904, 25 Bde.). Neben die Historische Zeitschrift trat die »Deutsche Zeitschrift für Geschichtswissenschaft« von L. Quidde, seit Band 13 fortgesetzt von G. Seeliger (Freiburg 188998, 14 Bde.), deren Neue Folge die »Historische Vierteljahrschrift« von Seeliger (Leipz. 18981904, 7 Bde.) bildet. Eine besondere, durch ihren Titel angezeigte Richtung verfolgten die »Zeitschrift für allgemeine Geschichte, Kultur-, Literatur- und Kunstgeschichte« von H. v. Zwiedineck-Südenhorst (Stuttg. 188488, 5 Bde.) und die »Zeitschrift für deutsche Kulturgeschichte« von J. H. Müller und J. Falke (Nürnb. 185659, 4 Bde.; neue Folge von Müller allein, Hannov. 187275, 4 Bde.), die unter gleichem Titel 1890 von Chr. Meyer wieder aufgenommen wurde (Berl. 189093, 3 Bde.) und seit 1893 unter Leitung von G. Steinhaufen erschien, der statt ihrer seit 1903 ein »Archiv für Kulturgeschichte« herausgibt. Lediglich Anzeigen neu erschienener Schriften enthalten die seit 1873 von der Historischen Gesellschaft in Berlin herausgegebenen »Mitteilungen aus der historischen Literatur«, redigiert von F. Hirsch.
   Österreich hat nur wenige h. Z. von allgemeiner und zugleich größerer Bedeutung, die »Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung«, die E. Mühlbacher redigierte und seit seinem Tode O. Redlich herausgibt (Innsbr. 18801904, 25 Bde. und 6 Ergänzungsbände) und das von der Wiener Akademie herausgegebene »Archiv für Kunde österreichischer Geschichtsquellen«, jetzt »Archiv für österreichische Geschichte« (Wien 18481904, 92 Bde.). Für Ungarn sind »Századok« (»Jahrhunderte«) und »Történelmi Tár« (»Historisches Magazin«), die Organe der Historischen Gesellschaft in Budapest, zu erwähnen.
   Für die Schweiz nennen wir nur die von der Allgemeinen geschichtsforschenden Gesellschaft dieses Landes herausgegebenen historischen Zeitschriften: den »Anzeiger für schweizerische Geschichte« (Bern 18701904, 14 Bde.; jetzt hrsg. von W. v. Mülinen, das »Archiv für schweizerische Geschichte«, Zürich 18431876, 20 Bde.) und dessen Fortsetzung, das von G. Meyer von Knonau herausgegebene »Jahrbuch für schweizerische Geschichte« (das. 18761904, 29 Bde.). In den Niederlanden sind die »Bijdragen veer vaderlandsche geschiedenisen oudheidkunde«, hrsg. zuerst von J. A. Nijhoff, jetzt von P. J. Blok und P. L. Muller (Arnhem 183668; 's Graven haage 18694904, 34 Bde.), die wichtigste Zeitschrift. Für Belgien erwähnen wir den seit 1839 in Gent erscheinenden »Messager des sciences historiques«, die 1834 begonnene »Comptes rendus des séances de la commission royales d'histoire« und die von H. Kurth redigierten, nur Rezensionen enthaltenden »Archives belges« (Namur 1899, Lüttich 190004, 6 Bde.). Reicher ist die Zeitschriftenliteratur Frankreichs. Zu dem »Cabinet historique« (Par. 1855 ff., Bd. 122 von L. Paris, Bd. 23 ff. von U. Robert) und dem »Investigateur« (das. 18341904, 70 Bde.), dessen Fortsetzung seit 1865 »Revue de la Société des études historiques« und jetzt »Revue des études historiques« heißt, kamen die auf katholischem Standpunkte stehende »Revue des questions historiques« (das. 18661904, 76 Bde.), die bis 1902 von G. du Fresne de Beaucourt und seit dessen Tode von P. Allard herausgegeben wird, und die von G. Monod herausgegebene liberale »Revue historique« (das. 18761904, 85 Bde.), ferner neuerdings die »Revue d'histoire diplomatique« (das. 1887 ff.), die »Revue d'histoire moderne et contemporaine« (das. 1899 ff.) und die »Revue de synthèse historique« (das. 1900 ff., von H. Berr). Spezieller der Geschichte des Mittelalters zugewendet sind die »Bibliothèque de l'école des chartes« (Par. 18391904, 64 Bde.) und »Le moyen-âge« (das. 18881904, jetzt hrsg. von Marignan, Prou, Wilmotte und Vidier). Eine sehr große Zahl von historischen Zeitschriften wird in Italien herausgegeben, aber die meisten mit provinzialer Beschränkung; einen allgemeinen Charakter haben nur das hauptsächlich von G. Capponi begründete »Archivio storico italiano«, das seit dem Tode C. Paolis (s. d.) von A. del Vecchio redigiert wird (Flor. 1842) und 1904 beim 34. Bande der 5. Serie steht, ferner die seit 1892 in Pisa erscheinenden »Studi storici« von A. Crivellucci und E. Pais, das »Bullettino dell' Istituto storico italiano« (Rom 1886 bis 1904, 24 Hefte) und die »Rivista storica italiana« (Turin 1881 ff., Rom 1884 ff., von C. Rinaudo), die aber jetzt nur Rezensionen bringt. Hierzu kommt noch die von Tropea begründete, dann von ihm, Beloch und Pais herausgegebene »Rivista di storia antica« (Messina 18951900, 5 Bde.). Schließlich sei für Südeuropa noch das »Memorial historico español«, herausgegeben von der Academia de la historia (Madr 18511904, 43 Bde.) und das seit 1877 erscheinende »Boletin« dieser Akademie genannt.
   Unter den englischen historischen Zeitschriften hat nur die »English historical review«, begründet von M. Creighton, seit 1891 herausgegeben von S. R. Gardiner und R. Poole, seit Gardiners Tode von dem letztern allein (Lond. 18861904, 19 Bde.) eine größere allgemeine Bedeutung; an sie schließen wir gleich die »American historical review« von R. F. Jameson (New York 18951904, 9 Bde.) an. Für Dänemark sind zu erwähnen die »Annaler (seit 1866 »Aarboger«) for nordisk oldkyndighet og historie« (Kopenh. 18511904, 52 Bde.), die seit 1836 in französischer Sprache erscheinenden »Mémoires de la société des antiquaires du Nord« (bis 1902, 10 Bde.) und die »Historisk Tidsskrift«, herausgegeben von dem jeweiligen Schriftführer der Danske historisk forening (Kopenh. 18401904, 41 Bde.); für

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Schweden die »Antiqvarisk Tidsskrift for Sverige«. bis 1880 herausgegeben von Bror Emil Hildebrand, seitdem von dessen Sohn Hans Hildebrand (Stockh. 1864 ff., 16 Bde.), sowie die seit 1875 erscheinenden »Meddelanden frå Svenska riksarchivet«; für Norwegen die von der Norske historiske forening herausgegebene »Historisk Tidsskrift« (Christiania 1871 ff.); für Rußland endlich das »Magazin der kaiserlich russischen historischen Gesellschaft« (»Sbornik imperatorskawo Russkawo istoritscheskawo obschtschestwa«, St. Petersb. 1867 bis 1904, 117 Bde.).
 
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Historisch-politische Blätter für das katholische Deutschland, eine in München monatlich zweimal erscheinende, in ultramontanem Geist geleitete Zeitschrift, die 1838 von Guido Meyers Görres (s. d.), Georg Philips und Ernst Jarcke begründet und von den beiden erstern bis zu Görres Tode (1852) redigiert wurde. Dann wurde Joseph Edmund Meyers Jörg (s. d.) Leiter der Zeitschrift, dem sich 1858 Franz Binder zugesellte; seit Jörgs Tod ist Binder der alleinige Herausgeber. Die »Historisch-politischen Blätter«, die politische, geschichtliche, sozialwissenschaftliche und literarische Abhandlungen veröffentlichen, sind Eigentum der Familie Görres.
 
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Histrĭonen, bei den Römern ursprünglich etruskische Tänzer, die unter Flötenbegleitung mimische Tänze ausführten; später ging der Name auf die dramatischen Schauspieler über.
 
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Hît (das alte Is), Stadt im asiatisch-türk. Wilajet Bagdad, am rechten Ufer des Euphrat, mit reichen Naphthaquellen und 23000 Einw., die vom Kalkbrennen, Schiffbau, Wollspinnerei und namentlich, wie schon im Altertum, von der Gewinnung von Salz und Erdpech leben.
 
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Hita, 1) Gines Pérez de, span. Schriftsteller des 16. Jahrh., Verfasser der berühmten »Historia de las guerras civiles de Granada«, stammte aus Murcia und kämpfte bei der Unterwerfung der aufständischen Morisken in den Alpujarras (156870) tapfer mit. Das erwähnte Buch, gleichsam der erste historische Roman der Spanier, erzählt in anziehender und malerischer Schreibart von musterhafter Reinheit den Untergang des Königreichs Granada, indem es geschichtliche Tatsachen mit Schöpfungen der Phantasie dichterisch vermengt, dabei aber Sitten und Färbung der Zeit treu wiedergibt. Zahlreich eingestreute, z. T. alte Romanzen beleben das Ganze. Der erste, wertvollere Teil des Buches erschien Alcala 1588, dann Saragossa 1595 (seitdem sehr oft, auch Gotha 1805); der zweite Alcala 1604 u. ö.; beide zusammen Madrid 1833 sowie in der »Biblioteca de autores españoles« (Bd. 3, das. 1849). Eine französische Übersetzung lieferte Sané: »Histoire chevaleresque des Mauresen Espagne« (Par. 1809, 2 Bde.).
   2) Juan Ruiz, Erzpriester von, s. Meyers Ruiz.
 
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Hitchin (spr. hittschĭn), Stadt im nördlichen Teil von Hertfordshire (England), anmutig in fruchtbarem Tal gelegen, mit der gotischen Marienkirche, Lateinschule, Korn- und Viehhandel, Strohflechterei und (1901) 10,072 Einw.
 
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Hitdorf (Hittorf), Stadt im preuß. Regbez. Düsseldorf, Landkreis Solingen, am rechten Rheinufer, hat eine schöne kath. Kirche im romanischen Stil, Tabak- und Zigarrenfabrikation, Zündholzfabriken, Dampfsägewerk, Bierbrauerei, Schiffahrt und (1900) 1810 Einw. H. wurde 1857 zur Stadt erhoben.
 
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Hiterö, Insel, s. Meyers Lister und Mandal.
 
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Hitlandinseln, s. Meyers Shetlandinseln.
 
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Hitopadēsa (Hitopadeça, d. h. »freundliche Unterweisung«), indische Sammlung von Erzählungen, dem Meyers Pantschatantra (s. d.) ähnlich und großenteils auf diesem beruhend. Sie wurde herausgegeben von Schlegel und Lassen (Bonn 182931, 2 Bde.) und sonst; übersetzt von Max Müller (Leipz. 1844), Schönberg (Wien 1884) und Hertel (Leipz. 1895).
 
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Hitteren, Insel an der Westküste Norwegens, Amt Süd-Drontheim, umfaßt mit mehreren umliegenden kleinern Inseln 526 qkm (9,5 QM.).

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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