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Hispalis bis Histidīn (Bd. 6, Sp. 377 bis 378)
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Artikelverweis Hispalis (Hispal), im Altertum Stadt in Bätica (Hispanien), am Bätis (Guadalquivir) und für kleine Seeschiffe noch erreichbar, war ein bedeutender Handelsplatz der Turdetaner, unter Cäsar römische Kolonie (Julia Romula) und Sitz eines Obergerichtshofs, dann unter den Goten und Wandalen Hauptstadt des südlichen Spanien. Jetzt Sevilla.
 
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Hispanĭen, wahrscheinlich der älteste Name der Pyrenäischen Halbinsel, wurde von Wilh. v. Humboldt aus dem Baskischen (ezpaña, »Rand, Uferland«) erklärt. Das römische H. umfaßte das ganze heutige Spanien nebst Portugal und wurde durch die Pyrenäen von Gallien geschieden. An diese schließt sich gegen W. das Kantabrische Gebirge (bei Strabon und Florus Vindius oder Vinnius »weißes Gebirge«, wegen der weißen Kalkfelsen), mit dem vier Ketten in westöstlicher Richtung parallel laufen, deren je zwei immer ein mächtiges Flußtal einschließen. Nur von wenigen Gebirgsgruppen ist uns der alte Name erhalten: Solorius, heute Sierra Nevada; Orospeda, heute Sagra Sierra; Herminius, heute Serra da Estrella. Die Stromtäler waren, wie noch heute, von sehr verschiedener Natur: das Gebiet des Iberus (Ebro) öde, wüst und fast steppenhaft. Weit fruchtbarer war die Westhälfte, deren Flußtälern an der Mündung meist Ebenen vorgelagert sind, wie dem des Durius (Duero), des Tagus (Tajo) und namentlich des Bätis (Guadalquivir), dessen Tal bei weitem das gesegnetste der Halbinsel war. Zu nennen sind außerdem der Anas (Guadiana), Bätica von Lusitania scheidend, und in Galläcien der Minius (Mimho). Das alte H., besonders Lusitanien und das Land der Turdetaner (Provinz Bätica), war durch Reichtum an Früchten, edlem Vieh (besonders Wollschafen), Fischen, die millionenweise nach Italien ausgeführt wurden, wie auch an Silber, Zinn, Blei und Eisen berühmt. Der regenreiche Norden war gut bewaldet und ebenfalls fruchtbar. Nur die innern, von den Keltiberern bewohnten Teile waren rauher und zum Anbau weniger geeignet. Den größten Teil des Landes hatten die Iberer inne, als deren Nachkommen die Basken gelten. Schon im 12. Jahrh. v. Chr. besuchten Phöniker aus Tyros den Süden des Landes, den die Turdetaner innehatten, deren Namen die Semiten in Tartisch (das Silberland »Tarschisch« der Bibel) verdrehten. Die Küste bedeckte sich mit phönikischen Kolonien: Abdara, Sexi, Malaca (»Ort des Einsalzens«), Carteja (»Doppelstadt«), Bäsippo, die älteste von allen, Gades (»Umzäunung«), Olisipo. Als Hamilkar 235 v. Chr. Südspanien eroberte, diente das Land zum zweitenmal semitischen Herren und romanisierte sich später in kurzer Zeit. An der Ostküste Hispaniens finden sich einige griechische Niederlassungen (Alonä, Dianium, Emporiä, Rhodä etc.), und das unfruchtbare Innere hatten die Keltiberer (s. d.) inne. Sie scheinen als Eroberer aus Gallien eingewandert, aber von den Iberern auf die unfruchtbarsten Striche zurückgedrängt worden zu sein. Sonst finden sich noch an Kelten die Keltiker in Lusitanien und die vielleicht über See eingewanderten Artabrer (Arotrebae) in Galläcien. Während die Iberer klein waren, von dunklem Haar und brauner Hautfarbe, waren die Kelten groß, von hellem Haar und Teint; sie trugen mannshohe Schilde und lange Schwerter für den Nahkampf, die aus der Ferne kämpfenden Iberer Wurfspieße und Schleudern, mit denen sie ihre Bergfesten aufs hartnäckigste verteidigten. Die kriegerischsten unter ihnen waren die Karpetaner im heutigen Neukastilien, die Hannibal erst nach langen Kämpfen unterwarf. Man rühmte ihre Mäßigkeit, tadelte aber ihre Neigung zu Kleiderputz, Tanz, Raub und Krieg. Neben Freiheitsliebe wurden ihnen auch Stolz, Verschlagenheit und unbeugsame Hartnäckigkeit beigelegt. Als die gebildetsten unter allen alten Volksstämmen Hispaniens galten die Turdetaner und Turduler (in der Provinz Bätica). Nachdem die Römer 19 v. Chr. zum ruhigen Besitz des ganzen Landes gelangt waren, von dem sie schon 218205 den Osten und Süden erobert hatten, wußten sie sich ihn durch Anlegung großer Heerstraßen und vieler Kolonien zu sichern, so daß schon unter Augustus das Land mehr und mehr ein römisches Ansehen gewann und zwar in weit höherm Grad als andre von den Römern ungleich früher eroberte Länder. Seit 205 v. Chr. zerfiel die Halbinsel in Hispania citerior im NO. und O. und Hispania ulterior im S., seit Augustus in die Provinzen Lusitania, Bätica und Tarraconensis. Im 3. nachchristlichen Jahrh. wurde von Tarraconensis die neue Provinz Galläcia und Asturia abgezweigt, während Diokletian die spanische Diözese in sieben Provinzen teilte: Bätica, Lusitania, Asturia und Galläcia, Tarraconensis, Carthaginensis und Baleares (außerdem Tingitana in Afrika). Zu Gerichtszwecken zerfiel das Land in 14 Sprengel. S. Karte »Römisches Reich«; über die Geschichte des alten H. s. Spanien.
 
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Hispaniōla (Española), Insel, s. Meyers Haïti, S. 636.
 
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Hispīd (lat. hispĭdus), rauh, borstig.
 
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Hissar (türk.), soviel wie festes Schloß, kommt in zusammengesetzten Ortsnamen oft vor.
 
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Hissar, Landschaft in Bochara, im N. begrenzt von der Hissarkette, im O. von Karategin und Darwas, im S. von Kulab und Kabadian, im W. von der Landschaft Schehrisebz. Die Flüsse Surchab, Kafirnahan und Surchan, Nebenflüsse des Amu Darja, durchziehen das ziemlich fruchtbare Gebiet, das von Uzbeken, Tadschik, Juden, Hindu u. a. bewohnt wird. Produkte sind Getreide, Reis, Baumwolle, Flachs, Schafe, Salz, Kupfererz, Marmor. Die Stadt H., in einem Nebental des obern Kafirnahan, 675 m ü. M., am Fuß schneebedeckter Berge, hat eine Zitadelle mit russischer Garnison, ist Sitz eines Beys und hat 15,000 Einw. und berühmte Werkstätten für damaszierte Klingen, seidene und halbseidene Waren. H., früher selbständiges Fürstentum, wird jetzt von einem bocharischen Statthalter (Bey) verwaltet. S. Karte »Zentralasien«.

[Bd. 6, Sp. 378]



 
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Hissarlyk (»Schloßberg«), ein Hügel im Liwa Bigha, der alten Landschaft Troas in Kleinasien, am Rande der Menderes- (Skamander-) Ebene, ist nach der Tradition des Altertums die Stätte des Homerischen Troja, wo H. Meyers Schliemann (s. d.) 187082 erfolgreiche Ausgrabungen veranstaltete; s. Meyers Troja.
 
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Hissen, s. Meyers Heißen.
 
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Histiäa, Stadt der Histiäer im nördlichen Euböa, wurde 446 v. Chr. von Perikles erobert und ebenso wie das nahe Oreos, dessen Name auf H. überging, mit athenischen Kolonisten besetzt. Später spartanisch und dann mazedonisch gesinnt, wurde es erst auf Demosthenes' Betreiben wieder athenisch. Heute Oreï.
 
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Histĭäos (Ἱστιαῖος), Statthalter von Milet unter persischer Oberhoheit, leistete dem Perserkönig Dareios Hystaspis dadurch einen großen Dienst, daß er sich beim Skythenzug (515 v. Chr.) dem Rate des Miltiades, die Brücke über die Donau abzubrechen, widersetzte und dadurch das zurückkehrende persische Heer vom Untergang rettete, wofür ihm Dareios Myrkinos am Strymon in Thrakien überließ. Durch den hier zurückgelassenen persischen Feldherrn Megabazos über die ehrgeizigen Pläne des H. unterrichtet, rief ihn indes der Perserkönig an seinen Hof, um ihn unschädlich zu machen. Doch verstand es H., durchzusetzen, daß ihm Dareios den Oberbefehl in der Bekämpfung des ionischen Aufstandes übertrug, wurde aber in Sardes von den Persern seiner Verräterei überführt, floh und führte im Bosporos ein unstetes Seeräuberleben. Hierbei fiel er den Persern in die Hände und wurde von Artaphernes hingerichtet (493).
 
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Histidīn C6H9N3O2 entsteht aus Hämoglobin bei Behandlung mit rauchender Salzsäure und tritt als Zersetzungsprodukt von Eiweißkörpern auch im Darm auf, es ist als Aminomethyldihydropyrimidinkarbonsäure aufzufassen und steht in naher Beziehung zu den Purinderivaten, besonders der Harnsäure. Es bildet farblose Kristalle, deren Lösung nach links polarisiert, während seine kristallisierbaren Salze nach rechts polarisieren. Die schwach ammoniakalische Lösung wird durch Silbernitrat gefällt.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
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