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Hirschwurz bis Hirsingen (Bd. 6, Sp. 373 bis 374)
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Artikelverweis Hirschwurz, s. Peucedanum.
 
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Hirschziegenantilope (Sassi), s. Meyers Antilopen, S. 577.
 
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Hirschzunge, Pilz, s. Meyers Hydnum; kleine H. (Milzfarn), s. Meyers Ceterach; auch soviel wie Zungenfarn, s. Meyers Scolopendrium.
 
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Hirse (Panicum L.), Gattung der Gramineen, Gräser mit in Ähren, Trauben oder Rispen gestellten, ein- bis zweiblütigen Ährchen (die erste Hüllspelze meist kleiner als die gleichgroßen zweite und dritte), verhärten den, wehrlosen oder mit Spitzchen versehenen Deckspelzen und Vorspelzen. Die Körner sind durch die verhärteten Deckspelzen beschalt und glänzend. Gegen 300 Arten in allen wärmern, wenige in gemäßigten Ländern. Die gemeine H. (Rispenhirse, P. miliaceum L., s. Tafel Meyers »Getreide III«, Fig. 3), mit 6090 cm hohem Halm, breit-lanzettlichen, am Rand und auf der Unterfläche behaarten Blättern, lockerer, überhängender Rispe und eiförmigen Ährchen, wird in mehreren Varietäten mit weiß, gelb, rotgrau und schwarz beschalten Körnern kultiviert. Sie verlangt ein kräftiges Land der Sandkonstitution und durchlassenden Untergrund. Die Kultur ist umständlich und eignet sich mehr für Kleinbesitzer; man sät Ende Mai, jätet nach dem Erscheinen des zweiten Blattes, behackt vor dem Schossen abermals und entfernt überflüssige Pflanzen. Zur Ernte schneidet man die Rispen, sobald sich in den Spitzen derselben reife Körner zeigen, und bringt sie zur Nachreife unter Dach. Das grüne Stroh wird zur Fütterung gelegentlich eingebracht, es ist besser als Gerstenstroh. Über Saat- und Erntemenge s. Meyers Getreidebau, S. 761. Die Vegetationszeit dauert 1316 Wochen, die Keimfähigkeit zwei Jahre. Die H. stammt wahrscheinlich aus Ostindien und hat weite Verbreitung gefunden. Sie wurde schon in vorgeschichtlicher Zeit kultiviert, war Griechen und Römern seit Julius Cäsar bekannt, und Strabon gibt an, daß sie in Gallien vortrefflich gedeihe und die stärkste Schutzwehr gegen Hungersnot sei. Auch die slawischen Völker lieben die H. sehr. Jetzt wird H. besonders in Südrußland und Rumänien, auch in Schlesien, Mähren, Polen, Böhmen, Ungarn, Innerösterreich, Frankreich gebaut, und in Kärnten bildet sie die tägliche Speise des gemeinen Mannes. Sehr stark wird sie in Ostindien, China und Japan gebaut. Die H. enthält geschält 11,79 Wasser, 10,51 Stickstoffsubstanz, 4,26 Fett, 0,57 Zucker, 1,16 Dextrin und Gummi, 66,43 Stärke, 2,48 Rohfaser, 2,8 Asche. Sie ist sehr nahrhaft, jedoch etwas schwerverdaulich, und wird besonders zu Grütze und Graupen verarbeitet; auch soll sie, mit gleich viel Weizenmehl vermengt, gutes Brot geben. Sie wird viel zur Verproviantierung der Schiffe benutzt. Früher gebrauchte man H. in der Medizin als schleimiges Mittel bei Durchfällen und äußerlich zu Umschlägen. Als Mastfutter für Geflügel wird H. in Wasser oder Milch gekocht und ist dann sehr wertvoll. Hirsespreu liefert gute Kissen für Kranke zum Schutz vor dem Aufliegen. Vgl. auch Futter und Fütterung. Die Bluthirse (Blutfennich, rotes Fingergras, Schwaden, Himmelstau, P. [Digitaria] sanguinale L., s. Tafel Meyers »Getreide III«, Fig. 4), mit violetten, einfachen, einseitswendigen Trauben (Scheinähren), diese gefingert, selten zerstreut, wächst auf Gartenland als Unkraut, wird in Böhmen, Kärnten, Slawonien auf Sandboden gebaut, um die Früchte zu Grütze und Suppen zu benutzen. In den Vereinigten Staaten baut man die Bluthirse als Futterpflanze (crab grass). Sie kommt in Indien wild und angebaut vor und ist wahrscheinlich von dort nach Europa gelangt. Auf für H. geeignetem Boden steht sie der Rispenhirse im Ertrag weit nach. P. crus galli L., Ährchen in drei- bis vierzeiligen Trauben, diese wieder traubig oder rispig gestellt, zweite und dritte Spelze mehr oder weniger begrannt, kosmopolitisch, wird auch als Futtergras, eine Varietät (P. frumentaceum Roxb.) in Ostindien der Körner halber gebaut. P. plicatum Lam. (s. Tafel Meyers »Gräser V«, Fig. 13), mit sehr ansehnlichen, zwischen den Rippen gefältelten Blättern, die Ährchen in Scheinähren und diese in Rispen gestellt, die Zweiglein über die Ährchen verlängert, stammt aus den Tropen der Alten Welt und wird in Warmhäusern als Ziergras kultiviert. P. altissimum Jacq. (P. jumentorum Pers., Guineagras, Moha), 23 m hoch, mit lockerer, aufrechter Rispe und lanzettlichen Ährchen, im tropischen Afrika heimisch, wird in tropischen Ländern, besonders Amerikas, auch in Frankreich wegen des reichen Ertrags als Futtergras kultiviert. Kolbenhirse (P. italicum L.), s. Setaria. Mohrhirse, s. Meyers Sorghum. Negerhirse, s. Pennisetum.
 
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Hirsebrand, s. Meyers Brandpilze.
 
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Hirsefink, soviel wie Grünsink (s. d.).
 
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Hirsegras, Grasgattung, s. Milium.

[Bd. 6, Sp. 374]



 
Artikelverweis 
Hirsemenzel, Pseudonym für Meyers Raupach (s. d.).
 
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Hirsemontag, s. Meyers Blauer Montag.
 
Artikelverweis 
Hirsesucht, soviel wie Meyers Tuberkulose (s. d.) des Rindes und Finnigkeit der Schweine (s. Meyers Finne).
 
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Hirsingen, Dorf und Kantonshauptort im deutschen Bezirk Oberelsaß, Kreis Altkirch, an der Eisenbahnlinie Altkirch-Pfirt, hat eine kath. Kirche, Amtsgericht und (1900) 1177 Einw.

 

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 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
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90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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