Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Himmelfahrtsfest bis Himmelsbriefe (Bd. 6, Sp. 347)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Himmelfahrtsfest (Ascensio Domini, daher franz. l'Ascension, engl. Ascension-day), bewegliches Fest der christlichen Kirche, fällt immer auf den 40. Tag nach Ostern (Apostelgesch. 1,3). Augustin kennt es bereits als lange eingebürgert; von Gregor von Nyssa, Chrysostomos, Epiphanius besitzen wir am H. gehaltene Homilien. Während des Mittelalters schlichen sich allerlei possenhafte Gebräuche ein, die der Würde des Festes Eintrag taten. In Venedig beging man an diesem Tag bis zum Jahr 1797 das Fest der Vermählung des Dogen mit dem Adriatischen Meer, und damit den Anfang der berühmten Sensa oder Messe, mit der eine Art Karneval verbunden war. In der katholischen Kirche wird bei dem Hochamt, das zur Feier dieses Tages zelebriert wird, nach dem Absingen des Evangeliums die Osterkerze ausgelöscht, weil der auferstandene Jesus an diesem Tage von der Erde schied. Bei den Protestanten wird das Fest als ein ganzer Feiertag angesehen. In Preußen ward es unter König Friedrich II. zwar abgeschafft, unter Friedrich Wilhelm II. aber wieder eingeführt. Die römisch-katholische Kirche feiert auch ein Fest der Himmelfahrt Mariä, am 15. Aug. (s. Maria und Meyers Himmelfahrt).
 
Artikelverweis 
Himmelfahrtsinsel, s. Meyers Ascension.
 
Artikelverweis 
Himmelgeist-Wersten, Gemeinde im preuß Regbez. und Landkreis Düsseldorf, am Rhein, hat eine kath. Kirche, Ziegeleien und (1900) 4270 Einw.
 
Artikelverweis 
Himmelkron, Dorf im bayr. Regbez. Oberfranken, Bezirksamt Berneck, am Weißen Main und an der Staatsbahnlinie Neuenmarkt-Bischofsgrün, 367 m ü. M., hat eine evang. Kirche mit Denkmälern der Grafen von Orlamünde (darunter die sogen. Weiße Frau) und der Familiengruft der Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth, einen schönen spätgotischen Kreuzgang, die sogen. Ritterkapelle (der ehemaligen Klosterkirche angebaut), ein ehemaliges Cisterzienser-Nonnenkloster (jetzt Pflegeanstalt für Idioten und Epileptische), ein ehemaliges Lustschloß (jetzt Industrieschule), Forstamt, Perlenfischerei, Dampfziegelei und (1900) 1023 Einw. Dabei die Schiefe Ebene, eine Eisenbahnstrecke mit starker Steigung der obengenannten Eisenbahnlinie.
 
Artikelverweis 
Himmelpfort, Dorf im preuß. Regbez. Potsdam, Kreis Templin, am Einfluß des Lychener Kanals in den Stolpsee (Havel) und an der Staatsbahnlinie Britz-Fürstenberg i. Mecklenb., hat eine evang. Kirche (Teil der verfallenen Klosterkirche), ein ehemaliges Cistercienserkloster (1299 gegründet, 1541 säkularisiert, seit 1727 königliche Domäne), Oberförsterei, Schiffahrt und (1900) 620 Einw. Dabei liegt die Glashütte Pian.
 
Artikelverweis 
Himmelreich, s. Meyers Reich Gottes.
 
Artikelverweis 
Himmelsachse (Weltachse), die Gerade, um die sich scheinbar der ganze Himmel im Lauf eines Sterntags einmal in der Richtung von O. nach W. dreht, in Wirklichkeit die Rotationsachse der Erde. Vgl. Himmel.
 
Artikelverweis 
Himmelsäquator, s. Äquator.
 
Artikelverweis 
Himmelsbedeckung, s. Meyers Bewölkung.
 
Artikelverweis 
Himmelsbläue, s. Meyers Himmel und Meyers Atmosphäre.
 
Artikelverweis 
Himmelsbriefe, Bezeichnung für Schutzbriefe, Amulette, angeblich von Jesus Christus verfaßt, die zur Bewahrung vor Hieb und Stich, vor Feuersgefahr

[Bd. 6, Sp. 348]


oder auch zur Beförderung des Kindersegens getragen werden. Die Idee des Himmelsbriefes als Form göttlicher Offenbarung ist uralt, bei Griechen, Römern wie Juden nachweisbar. Die gegenwärtig, gedruckt wie ungedruckt, umlaufenden, in Jerusalem z. B. am Heiligen Grab kaufbaren H. aller Sprachen gehen mehr oder minder deutlich auf eine um 580 in Spanien auftauchende Form zurück, die der Einschärfung der Sonntagsheiligung diente und weiterhin bei dem Gegner des Bonifatius, Aldebert, den Flagellanten und andern eine Rolle spielte. Das Gegenstück zu den Himmelsbriefen sind Höllenbriefe, von Luzifer verfaßt und als beißende Kritik den Erdbewohnern zusandt. Vgl. Zahn, Geschichte des Sonntags (Kiel 1878); Wattenbach, Über erfundene Briefe in Handschriften des Mittelalters, besonders Teufelsbriefe (in den Sitzungsberichten der Berliner Akademie, 1892); Delehaye, Note sur la légende de la lettre du Christ tombée du ciel (1899); A. Dieterich und W. Köhler in den »Hessischen Blättern für Volkskunde« (1902); »Archiv für Religionswissenschaft« (1902 u. 1903); »Der Pitaval der Gegenwart« (1903).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 81 bis 90 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
Artikel 81 bis 90 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer