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Hohensteĭn-Ernstthal bis Hohenzollern (Bd. 6, Sp. 451 bis 452)
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Artikelverweis Hohensteĭn-Ernstthal, früher 2 Städte, 1898 zu einer Stadt vereinigt, in der sächs. Kreish. Chemnitz, Amtsh. Glauchau, am Abhang des Pfaffenbergs und an der Staatsbahnlinie Reichenbach i. V.-Chemnitz, 340440 m ü. M., hat 2 evang. Kirchen, Denkmäler Kaiser Wilhelms I., des Königs Albert und des Philosophen v. Schubert, Straßenbahn, Mineralquelle mit Bad, Rettungsanstalt, Waisenhaus, Kinder- und Frauen-Genesungsheim, Kaltwasserheilanstalt, Amtsgericht, Decken-, Strumpf-, Trikotagen-, Handschuh-, Maschinen- und Wirknadelfabrikation, Woll- und Baumwollfärberei, Bergbau auf Kupfer und Arsen und (1900) 13,397 Einw., davon 159 Katholiken und 10 Juden. Hohenstein erhielt um [1500 Stadtrechte; Ernstthal wurde nach 1680 durch die Grafen von Schönburg gegründet.
 
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Hohenstoffeln, Basaltkegel des Schwäbischen Jura, im Hegau, 846 m hoch, mit Burgruine.
 
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Hohensyburg, Ruine, s. Meyers Herdecke.
 
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Höhentafel, s. Meyers Aufnahme, topographische (S. 95), und Höhenmessung, S. 449.
 
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Hohenthal, Karl Adolf Philipp Wilhelm, Graf von H. und Bergen, sächs. Diplomat, geb. 4. Febr. 1853 in Berlin, wo sein Vater 185266 sächsischer Gesandter war, studierte die Rechte, bereiste 1881 Nord- und Mittelamerika, trat als Legationssekretär in das Ministerium des Äußern ein und ist seit 1885 Gesandter in Berlin sowie stimmführender Bevollmächtigter Sachsens im Bundesrat. Er besitzt die Güter Knauthain, Knautnaundorf und Lauer in der Nähe Leipzigs.
 
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Hohentwiel, isoliert stehender, 689 m hoher Phonolithkegel, eine württemberg. Enklave (Domäne) im badischen Hegau bei Singen, mit herrlicher Aussicht auf den Bodensee und die Alpen und umfänglichen Ruinen einer alten, einst berühmten Bergfeste. Der H. (ursprünglich Duellium, dann Twiel) war um 980 Wohnsitz der gelehrten Herzogin Hadwig von Alemannien (s. Meyers Hedwig 1), deren Leben dem Dichter Scheffel Stoff zu seinem bekannten Roman »Ekkehard« bot, und kam 1538 in Württembergs Besitz. Unter der Festung liegt der »Vorhoff«, eine Vorbefestigung. 163450 hielt sich hier der Oberst Konr. Wiederhold gegen alle Feinde; 1800 übergab der Kommandant die Feste an den französischen General Vandamme, der die Werke sprengen ließ. Die Feste diente längere Zeit auch als Staatsgefängnis, in dem unter andern J. J. Meyers Moser (s. d.) fünf Jahre lang schmachtete. Das dortige Benediktinerkloster ward um 970 vom Herzog Burkard II. von Schwaben gegründet und um 1005 von Kaiser Heinrich II. nach Stein am Rhein verlegt. In der Nähe liegen die ähnlichen ehemaligen Bergfesten Hohenkrähen und Hohenstoffeln. Vgl. v. Martens, Geschichte von H. (Stuttg. 1857); »H., Beschreibung und Geschichte« (von O. Fraas u. a., 2. Aufl., das. 1882); Frölich, Die Festungsruinen H. (2. Aufl., das. 1887); Weiß, H. und Ekkehard in Geschichte, Sage und Dichtung (St. Gallen 1901).
 
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Hohenwart, Karl Siegmund, Graf von, österreich. Staatsmann, geb. 12. Febr. 1824, gest. 26. April 1899 in Wien, Sohn des Grafen Andreas von H., Neffe und Erbe des um Krain hochverdienten Grafen Franz Joseph Hannibal von H. (17711844), ist als Führer der föderalistischen Partei in Österreich zu Bedeutung gelangt. Auf der gewöhnlichen Stufenleiter der Beamtenlaufbahn wurde H. Landeschef in Kärnten, Statthalter in Oberösterreich. Vom 4. Febr. bis 25. Okt. 1871 Ministerpräsident, versuchte er einen Ausgleich mit den staatsrechtlichen Bestrebungen der Slawen auf föderalistischer Grundlage, die in den sogen. Fundamentalartikeln, die zwischen ihm und den tschechischen Führern bereits vereinbart waren, ihren Ausdruck fanden, gegen die aber neben Beust insbes. der ungarische Ministerpräsident Graf Andrassy Verwahrung einlegte. Nach seinem Sturz war H. im österreichischen Reichsrat Führer der sogen. Rechtspartei, die unter dem Ministerium Taaffe von 187991 durch ihre Koalition mit den Tschechen und Polen die Majorität im Reichsrat besaß. Nach der Zersetzung dieser Majorität durch das Emporkommen des radikalen jungtschechischen Elements bildete H. den sogen. Hohenwartklub im Reichsrat, eine streng konservative Fraktion, bestehend aus dem böhmischen Feudaladel, den Slowenen, Rumänen, Deutschklerikalen und Kroaten. In der Krisis, die 1893 den Sturz des Grafen Taaffe und die Bildung einer aus Polen, Konservativen und der vereinigten Linken koalierten Parlamentsmehrheit herbeiführte, hatte H. eine entscheidende Rolle gespielt, nahm aber wegen des Abfalls der Strengklerikalen von seinem Klub bei den Neuwahlen 1897 kein Mandat mehr an und wurde im März d. J. zum Mitgliede des Herrenhauses ernannt. Seit 1885 war H. Präsident des österreichischen obersten Rechnungshofs.
 
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Hohenwestedt, Dorf im preuß. Regbez. Schleswig Kreis Rendsburg, Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Neumünster-Tönning und der Kreisbahn H.-Rendsburg, hat 2 evang. Kirchen, Denkmäler der Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III., Bismarcks und Moltkes, landwirtschaftliche Winterschule, Amtsgericht, Gerberei, Holzsägerei, Ziegeleien, Muschelbearbeitungsanstalt, Fischzuchtanstalten und (1900) 2158 Einw.

[Bd. 6, Sp. 452]



 
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Hohenzieritz, großherzogl. Lustschloß in Mecklenburg-Strelitz, nordwestlich von Neustrelitz; daselbst starb 19. Juli 1810 die Königin Luise von Preußen.
 
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Hohenzollerischer Hausorden, Zivil- und Militärverdienstorden des fürstlichen Hauses von Hohenzollern und des Königreichs Preußen, gestiftet 5. Dez. 1841 von den Fürsten Fr. W. Konstantin von Hohenzollern-Hechingen und Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen für Verdienste im Krieg und Frieden, stand von jeher unter preußischer Protektion, wurde aber nach der Vereinigung Hohenzollerns mit Preußen 23. Aug. 1851 bei der Huldigung auf der Stammburg zu einem »königlichen Hausorden« erhoben und nach den Statuten in den Orden des königlichen Hauses von Preußen und den Orden des fürstlichen Hauses von Hohenzollern getrennt. Der preußische Orden hat ein Kreuz und einen Adler als Insignien: das Kreuz für die, die im Kampf gegen äußere und innere Feinde sich aufopfernd, mannhaft und anhänglich an den Thron erwiesen; den Adler für die, die durch Lehre, Wort und Tat für treue Gesinnung ge wirkt. Das Kreuz ist von Gold und schwarz und weiß emailliert, ebenso der Adler. In der Mitte des Kreuzes befindet sich ein Rundschild mit dem Wappenadler; auf dem azurblauen Ring steht vorn die Devise: »Vom Fels zum Meer«, hinten: »18. Januar 1851« und der Namenszug. Zwischen den Armen des Kreuzes schlingt sich ein Kranz von Eichen und Lorbeer durch. Der Adler trägt ebenfalls die Devise in dem blauen, seinen Kopf umgebenden Bande. Der Orden zählt vier Grade in zehn Abstufungen; die erstern sind Großkomture, Komture, Ritter und Inhaber. Der Stern von Silber, der Großkomturen und Komturen in erster Klasse verliehen wird, ist bei den ersten achtspitzig, bei den letzten sechsspitzig; auf dem Stern liegt das Kreuz ohne Krone. Als besondere Auszeichnung werden zu diesem Orden die Schwerter, die Schwerter am Ringe, die Jahreszahl 50 und das Johanniterkreuz verliehen. Die Großkomture tragen Adler oder Kreuz an einer Kette um den Hals, die abwechselnd aus dem Wappenschilde von Nürnberg, Zollern und dem Erzkämmererzepter zusammengesetzt ist. Der fürstliche hohenzollerische Hausorden hat sechs Klassen, Ehrenkreuze erster Klasse, Ehrenkomturkreuze, Ehrenkreuze zweiter und dritter Klasse und goldene Ehren- und silberne Verdienstmedaillen. Die Dekoration ist ein goldenes, weiß emailliertes, schwarz gerändertes achteckiges Kreuz mit goldener Fürstenkrone für erste und zweite Klasse, im blauen Ring: »Für Treue und Verdienst« und zwischen den Armen einen Lorbeer- und Eichenkranz. Das Ehrenkreuz dritter Klasse ist von Silber. Das Band ist weiß und dreimal schwarz gestreift. Die Fürsten von Hohenzollern verleihen den Orden nach Einholung der königlichen Zustimmung. Vgl. L. Schneider, Der königliche Hausorden von Hohenzollern etc. (Berl. 1869) und Tafel Meyers »Orden I«, Fig. 24.
 
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Hohenzollern, Bergschloß im ehemaligen Fürstentum Hohenzollern-Hechingen, auf dem 855 m hohen, kegelförmigen Berg H., südlich von Hechingen. die Stammburg des hohenzollerischen Fürstenhauses, urkundlich bezeugt bereits zu Ende des 9. Jahrh., wurde 15. Mai 1423 von den schwäbischen Reichsstädten zerstört, seit 1454 aber unter Mithilfe des Markgrafen Albrecht Achilles von Brandenburg neu aufgebaut; von dem alten Bau blieb nur die (noch heute vorhandene) St. Michaeliskapelle übrig. 1634 wurde H. von den Württembergern erobert, aber schon 1635 von den Bayern genommen und 1650 von den Kaiserlichen besetzt. Österreich besaß bis 1798 gegen eine Zahlung von jährlich 5000 Gulden das Recht, nach Bedürfnis eine Besatzung in das Schloß zu legen. Seit 1850 wurde die ziemlich verfallene Burg durch König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen in prächtiger Weise neu aufgebaut. König Wilhelm I. nahm 3. Okt. 1867 hier die Glückwunschadresse des norddeutschen Reichstags entgegen. Im Burggarten steht eine Erzstatue Friedrich Wilhelms IV. (von Bläser). Vgl. »Nachrichten über die Stammburg H.« (Berl. 1863); Graf Stillfried, H., Beschreibung und Geschichte der Burg (Nürnb. 1871).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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