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Hofmann von Wellenhof bis Hofmusikgraf (Bd. 6, Sp. 432 bis 434)
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Artikelverweis Hofmann von Wellenhof, Paul, österreich. Politiker, geb. 1. Sept. 1858 in Ober-Döbling bei Wien, studierte an der Wiener Universität und wurde 1884 Professor an der Oberrealschule in Graz. H., der seit 1891 dem Reichsrat angehört, ist einer der Führer der deutschen Volkspartei in Steiermark und Obmann des Vereins »Südmark«. In dem Sammelwerk »Der Kampf um das Deutschtum« verfaßte er: »Steiermark, Kärnten, Krain und Küstenland« (Münch. 1899).
 
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Hofmanns Violett (Jodviolett), Teerfarbstoff, besteht aus Salzen des Triäthyl- und Trimethylrosanilins C20H15(CH3)3N3O und wird erhalten.

[Bd. 6, Sp. 433]


indem man Rosanilin mit Jodmethyl oder Jodäthyl und Alkohol erhitzt. Die Methylverbindung ist rötlicher als die Äthylverbindung. H. V. bildet metallischgrün glänzende Kristalle, die in Alkohol, nicht in Wasser löslich sind. Bläuliche Präparate wurden als Dahlia, rötliche als Primula in den Handel gebracht. Jetzt sind sie durch das billigere Methylviolett z. T. verdrängt.
 
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Hofmannsthal, Hugo von, Dichter, geb. 1. Febr. 1874 in Wien, studierte daselbst erst die Rechte, dann neuere Literaturgeschichte und Sprachen und widmete sich bald ausschließlich der Schriftstellerei. Schon im Alter von 18 Jahren veröffentlichte er unter dem Pseudonym Theophil Morren die feinsinnige dramatisch-lyrisch-reflektierende Studie »Gestern« (Leipz. 1892; 2. Aufl., Berl. 1904). Im selben Jahre gelang ihm das kleine Drama »Der Tod des Tizian« (gedruckt Berl. 1901), voll ergreifender Betrachtungen über die Schönheits- und Lebensfülle der Werke Tizians. In der kleinen dramatischen Dichtung »Der Tor und der Tod« (2. Aufl., Berl. 1900) ist die Gefühlsverkümmerung eines Décadents in hinreißender Sprache geschildert. In dem »Theater in Versen« (Berl. 1899) vereinigte H. das einaktige Drama »Die Frau im Fenster«, die Erdrosselung einer treulosen Frau durch ihren Ehemann darstellend und durch magische Traumstimmung fesselnd, ferner »Die Hochzeit der Sobeide«, worin der tragische Untergang einer Frau geschildert wird, die den gediegenen Ehegatten verschmäht und sich einem nichtswürdigen Gecken hingibt, endlich »Der Abenteurer und die Sängerin«, das, wie mehrere Stücke Hofmannsthals, in Venedig spielt und den Bankrott ästhetisch-genußsüchtiger Lebensführung schildert. Außer dem weniger bedeutenden Drama »Der Kaiser und die Hexe« (Berl. 1900) verfaßte H. noch eine grell übertreibende Bearbeitung der »Elektra« des Sophokles (2. Aufl., das. 1904). H. ist ausgezeichnet durch lyrische Gefühlsverfeinerung und symbolisch ausdrucksvollen Stil und entfernt sich weit von der naturalistischen Technik der Neuzeit.
 
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Hofmannswaldau, Ch ri stian Hofmann von, einer der Führer der sogen. zweiten schlesischen Dichterschule, geb. 25. Dez. 1617 in Breslau, wo sein Vater kaiserlicher Kammerrat war, gest. daselbst 18. April 1679, erhielt in seiner Vaterstadt und auf dem Gymnasium zu Danzig seine Schulbildung und studierte dann in Leiden die Rechte. Nach Vollendung seiner Studien bereiste er mit dem Fürsten von Fremonville die Niederlande, England, Frankreich und Italien und erhielt nach seiner Rückkehr, noch ohne das erforderliche Alter erreicht zu haben, eine Ratsherrnstelle in Breslau. Mehrere Reisen nach Wien in städtischen Angelegenheiten veranlaßten seine Ernennung zum kaiserlichen Rat; später wurde er zum Präsidenten des Ratskollegiums ernannt. H., der sich persönlich durch große Geschäftsgewandtheit und einen unbescholtenen Lebenswandel auszeichnete, führte als Dichter den schwülstigen Stil, der damals Dichtung und bildende Kunst aller Kulturländer beherrschte, bis zum äußersten fort und verkündete sein sinnlich-epikureisches Ideal in gekünstelten Versen von allzu galanter Zierlichkeit. Dies erweisen besonders seine »Gelegenheitsgedichte« und seine »Heldenbriefe«, in denen sich der Einfluß des Engländers Drayton zeigt. Er übersetzte auch des Franzosen Théophile »Sterbenden Sokrates« und Guarinis »Getreuen Schäfer«. Seine »Deutschen Übersetzungen und Gedichte« erschienen 1679 (mit Lohensteins Leichenrede auf den Verfasser und dann bis 1730 in 11 weitern Auflagen). In der von Neukirch veranstalteten Sammlung »Herrn von H. und anderer Deutschen auserlesene und bisher ungedruckte Gedichte« (Frankf. u. Leipz. 16951727, 7 Bde.) rührt nur ein kleiner Teil von H. selber her. Eine Auswahl erschien in der »Bibliothek deutscher Dichter des 17. Jahrhunderts«, Bd. 14 (Leipz. 1838), und, von Bobertag besorgt, in Kürschners »Deutscher Nationalliteratur«, Bd. 36 (Stuttg. 1885). Vgl. Ettlinger, Christian Hofmann von H. (Halle 1891); Brossmann, Hofmann von H. (Liegn. 1900).
 
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Hofmark, zunächst (wie Hantgemal, s. d.) die Meyers Hausmarke (s. d.), dann das geschlossene Gut, Gehöft selbst. Hofmarksgerichte, s. Meyers Hofrecht.
 
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Hofmarschall, Hofbeamter für die Verwaltung des fürstlichen Haushalts, dem regelmäßig ein Hofmarschallamt oder Hofamt unterstellt ist. Bei größern Hofhaltungen steht ein Oberhofmarschall an der Spitze des Hauswesens, und verschiedene Hofmarschälle teilen sich in die Verwaltung; auch kommt wohl noch ein besonderer Hausmarschall hinzu. Bei kleinern Hofhaltungen liegt dem H. auch das Zeremonialwesen ob (s. Meyers Hof, s. 413).
 
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Hofmeister (lat. Magister, Praefectus curiae), im Mittelalter einer der ersten Hofbeamten der deutschen Kaiser und Könige. Er hatte die Leitung der königlichen Hauswirtschaft und den Dienst um die Person des Monarchen. Derartige Beamte kamen auch an andern Fürstenhöfen und bei kleinern Dynasten vor. Das Hofmeisteramt gewann im 15. Jahrh. nach und nach die Bedeutung eines Staatsamtes, und der H. entfaltete schließlich an den deutschen Fürstenhöfen nahezu die Wirksamkeit eines Haus- und Kabinettsministers. Die ältesten H. in Deutschland waren klösterliche Wirtschaftsbeamte, die als Adlaten der Äbte die weltliche Geschäftsführung besorgten. In manchen Gegenden wird der Verwalter eines größern Gutes H. genannt; außerdem ist die Bezeichnung für Meyers Hauslehrer (s. d.) üblich. Vgl. Seeliger, Das deutsche Hofmeisteramt (Innsbr. 1885).
 
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Hofmeister, Wilhelm, Botaniker, geb. 18. Mai 1824 in Leipzig, gest. 12. Jan. 1877 in Lindenau bei Leipzig, ward Musikalienhändler, beschäftigte sich mit physiologischer Botanik und wurde 1863 Professor in Heidelberg, 1872 in Tübingen. Er arbeitete über die Befruchtung des Keimbläschens durch den Pollenschlauch, über den genetischen Zusammenhang der Kryptogamen und Phanerogamen, über das Saftsteigen in den Pflanzen, über Bewegungserscheinungen und Richtungsänderungen von Pflanzenteilen, über die Gewebespannung, über die Wachstumsgesetze der Stämme und Blätter der höhern Kryptogamen mittels gesetzmäßig sich teilender Scheitelzellen, über die Blattstellung und über die Entwickelungsgeschichte der Blüten. Er schrieb: »Über den Vorgang der geschlechtlichen Befruchtung der Phanerogamen« (1847); »Die Entstehung des Embryos der Phanerogamen« (Leipz. 1849); »Vergleichende Untersuchungen höherer Kryptogamen und der Koniferen« (das. 1851). Seit 1865 gab H. mit de Bary, Irmisch und Sachs ein »Handbuch der physiologischen Botanik« heraus, zu dem er selbst die »Lehre von der Pflanzenzelle« und die »Allgemeine Morphologie der Gewächse« (Leipz. 186768) schrieb. Vgl. Pfitzer, Wilhelm H. (im 2. Band der Festschrift »Heidelberger Professoren«, Heidelb. 1903).
 
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Hofmetzgerei, gewerbsmäßige Zerschlagung von Bauerngütern; vgl. Dismembration, S. 48, und Güterschlächterei.

[Bd. 6, Sp. 434]



 
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Hofmeyr, Jan H., südafrikan. Politiker, geb. 4. Juli 1845, von holländischer Abstammung, wurde in der Kapstadt erzogen, gab dort den »Zuid Africaan Volksvriend« und die »Zuid Africaan Tydschrift« heraus und ward einer der Führer des Afrikanderbonds. In das Kapparlament gewählt, ging er auf die Pläne Cecil Rhodes' ein, indem er auf Gleichberechtigung von Engländern und Holländern im südafrikanischen Bunde rechnete. Nach dem Jameson-Einfall in Transvaal (Ende 1895) trennte er sich aber von Rhodes und siegte bei den Parlamentswahlen 1898 mit der Opposition. 1899 war er an den (vergeblichen) Verhandlungen zwischen England und der Südafrikanischen Republik als Vermittler beteiligt. S. auch Meyers Kapkolonie (Geschichte).
 
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Hofmusikgraf heißt in Österreich derjenige (gewöhnlich ein Kammerherr), dem die Oberleitung der Hofkapelle übertragen ist.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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