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Hoffmannscher Bund bis Hoffsg (Bd. 6, Sp. 427 bis 428)
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Artikelverweis Hoffmannscher Bund, genannt nach dem Justizrat Karl Hoffmann in Rödelheim bei Frankfurt, entstand als eine geheime Organisation national gesinnter Deutscher Südwestdeutschlands zur Erweckung nationalen Lebens, nachdem die an verschiedenen Orten gegründeten Deutschen Meyers Gesellschaften (s. d., Bd. 4, S. 691), für die E. M. Arndt besonders wirkte, versagt hatten. Der Gedanke ist zuerst niedergelegt in einem Briefe des Nassauers Wilhelm Snell an Hoffmann vom 30. Juli 1814; das Ziel war anfangs die Oberherrschaft Preußens über Deutschland und besonders die Gründung einer keinem Einzelstaat angehörigen »Deutschen Freischar«. Männer wie Hardenberg und Gneisenau wußten um die Bewegung; ihre Verbreitung und Wirksamkeit bis 1816 ist im ganzen wenig bekannt, manche Teilnehmer zogen sich nach dem zweiten Pariser Frieden zurück, während namentlich Wilhelm Snell seine Idee immer mehr im Sinn eines kosmopolitischen Liberalismus ausgestaltete. Die Attentate von Meyers Sand (s. d.) und 1. Juli 1819 von Karl Meyers Löning (s. d.) auf den nassauischen Präsidenten Meyers Ibell (s. d.) wurden allgemein als Ausfluß der im Hoffmannschen Bund verkörperten Bestrebungen angesehen; gegen diese sind vornehmlich die Karlsbader Meyers Beschlüsse (s. d.) gerichtet, und die Akten der Mainzer Zentraluntersuchungskommission sind heute die wesentlichste Quelle für die Geschichte des Geheimbundes. Vgl. Meinecke, Die deutschen Gesellschaften und der Hoffmannsche Bund (Stuttg. 1891).
 
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Hoffmannscher Lebensbalsam, s. Lebensbalsam.
 
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Hoffmannsche Tropfen (Spiritus aetherěus, Liquor anodynus mineralis Hoffmanni, Ätherweingeist), von Fr. Meyers Hoffmann (s. d. 6) eingeführte Mischung von 1 Teil Äther und 3 Teilen Alkohol, wird (1025 Tropfen auf Zucker) bei Ohnmachten, hysterischen Anfällen etc. angewendet.
 
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Hoffmann u. Campe, Buchhandlung, s. Meyers Campe 2).
 
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Hoffmansegg, Johann Centurius, Graf von, Entomolog und Botaniker, geb. 23. Aug. 1766 in Dresden, gest. 13. Dez. 1849, studierte in Leipzig und Göttingen, bereiste mit Tilesius und Link Portugal, ging 1801 mit seinen Sammlungen nach Braunschweig, um sie mit Hellwig und Illiger zu bearbeiten, und schickte zu ihrer Vervollständigung Sievers nach Brasilien. Die Herausgabe der »Flore portugaise« (Berl. 180940, 22 Hefte) leitete er selbst mit einem Aufwand von 50,000 Tlr., bis vom 19. Heft an die preußische Regierung die Fortsetzung übernahm. Die von Sievers eingesendeten Naturalien bildeten mit dem bereits Vorhandenen die Grundlage des Hellwig-Hoffmanseggschen entomologischen Kabinetts. Seit 1816 lebte H. meist in Dresden.
 
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Hoffmeister, 1) Franz Anton, Komponist, geb. 1754 in Rothenburg am Neckar, gest. 9. Febr. 1812 in Wien, studierte in Wien die Rechte und die Tonkunst, gründete dann daselbst eine Musikalienhandlung und wirkte gleichzeitig als Kapellmeister an einer Kirche bis 1798, wo er eine größere Kunstreise unternahm. Ende 1800 gründete er in Leipzig mit Kühnel die Musikalienhandlung »Bureau de Musique«, die später an C. F. Peters überging, und nahm 1805 seinen Wohnsitz wieder in Wien. H. war ein äußerst fruchtbarer und beliebter Komponist; indessen sind fast alle seine Werke, bestehend in neun Opern (darunter der mit Beifall ausgeführte »Telemach, Prinz von Ithaka«), Symphonien, Sonaten, zahlreichen Flötenkonzerten, Quartetten, Trios etc., der Vergessenheit anheimgefallen; nur einige Gesänge von ihm haben sich erhalten.
   2) Karl, Philolog, geb. 15. Aug. 1796 in Billigheim bei Landau, gest. 14. Juli 1844 in Köln, studierte in Straßburg und Heidelberg Theologie, folgte 1816 seinem Lehrer Fries nach Jena, ward 1821 Rektor des Progymnasiums in Mörs, 1832 Oberlehrer am Friedrich Wilhelms-Gymnasium in Köln und 1834 Direktor des Gymnasiums in Kreuznach, von wo er 1842 nach Köln zurückkehrte, um das Direktorium des erwähnten Gymnasiums zu übernehmen. H. verfaßte eine »Beschreibung des Festes auf der Wartburg 1818«, an dem er selber teilgenommen hatte, und schrieb ferner: »Erörterung der Grundsätze der Sprachlehre« (Essen 1830, 2 Bdchn.); »Die Weltanschauung des Tacitus« (das. 1831); »Sittlich-religiöse Lebensansicht des Herodotos« (das. 1832); »Romeo, oder Erziehung und Gemeingeist« (das. 18311834, 3 Bde.). Besonders verdient aber machte er sich durch das von warmer Begeisterung getragene Werk »Schillers Leben, Geistesentwickelung und Werke im Zusammenhang« (Stuttg. 183842, 5 Tle.), die erste größere Biographie Schillers aus den Quellen, mit welcher der Verfasser auch eine eingehende ästhetische Beurteilung der Schillerschen Werke verband, und die nachfolgenden »Supplemente zu Schillers Werken; aus seinem Nachlaß im Einverständnis und unter Mitwirkung der Familie Schiller herausgegeben« (das 184041, 4 Bde.). Aus dem erstern Werke lieferte Viehoff einen Auszug (mit Ergänzungen) u. d. T.: »Schillers Leben für den weitern Kreis seiner Leser« (Stuttg. 1846; neue Bearbeitung 1875, 3 Tle.; 2. Aufl. 1888).
   3) Heinz, Bildhauer, geb. 24. Juni 1851 in Saarlouis, gest. 4. März 1894 in Kolonie Grunewald bei Berlin, bildete sich zuerst im Atelier der Bildhauer Gebrüder Cauer in Kreuznach und später auf der Akademie in Düsseldorf. Doch wurden seine Studien durch den Krieg unterbrochen, aus dem er als Offizier mit dem Eisernen Kreuz zurückkehrte. Später nahm er seinen Wohnsitz in Berlin. Nachdem er sich zuerst durch Bildnisse bekannt gemacht, schuf er eine Reihe von Figuren und Gruppen, in denen sich ideale Auffassung mit einer sich treu an die Natur anschließenden Formenbehandlung verbindet. Von seinen an öffentlichen Orten aufgestellten Schöpfungen sind die hervorragendsten: das Marmorstandbild des Generals v. Frankenberg in Köln, das David Hansemann-Denkmal in Aachen, die Statuen für einen monumentalen Brunnen in Erfurt, das Moses Mendelssohn-Denkmal in Dessau und die Kolossalbüsten Wrangels und v. Goebens in der Feldherrenhalle des Zeughauses zu Berlin. Auch hat er die Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. wiederholt nach dem Leben modelliert. Von seinen Gruppen und Figuren idealen und genrehaften Inhalts sind hervorzuheben: Neckerei (1886), Ganymed auf dem Adler des Zeus (1889), Marmorbüste einer Capreserin (Berliner Nationalgalerie), Zaun mit Panther, Caritas und Hofnarr. Er schrieb: »Kriegsskizzenbuch 1870/71«; »Von Capri nach Jerusalem« (Berl. 1887); »Durch Südspanien nach Marokko« (das. 1888); »Der alte Rabe, Stimmungsbilder« (das. 1891). Auch als Maler hat

[Bd. 6, Sp. 428]


sich H. in den Wandgemälden im Albergo Pagano auf Capri bewährt.
   4) Werner Friedrich, Zoolog, s. Hoffm.
 
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Hoffnung (Spes), derjenige Affekt, der aus der Vorstellung eines zukünftigen Angenehmen, wie die Meyers Furcht (s. d.) aus jener eines zukünftigen Unangenehmen, entspringt. Die H. ist durch die Annehmlichkeit des Gehofften der Freude, durch dessen Abwesenheit der elegischen Gemütsstimmung (Wehmut) verwandt, von jener durch die Beimengung der Trauer über die Abwesenheit des Erfreulichen, von dieser als rückwärts gekehrtem Affekt durch den Umstand unterschieden, daß das Erfreuliche nicht hinter, sondern vor dem Hoffenden liegt. Da die Vorstellung eines Angenehmen den Wunsch danach erzeugt, so kommt der Affekt, der dessen Erreichung voraussieht, dem letztern entgegen; auf den Fittichen der Phantasie schwebt die H. dem Wunsche voraus, spornt den Geist zur Tätigkeit und erwärmt die sehnende Brust zu mutigem Aufschwung. Wird die H. von der (wenn auch nur subjektiv) sichern Überzeugung begleitet und getragen, daß das erhoffte Angenehme sich verwirklichen wird, so geht sie in Zuversicht über, wie die Furcht unter gleichen Umständen in Trostlosigkeit. Während H. und Furcht als reine Affekte der logischen Begründung entbehren und sich deshalb auch sehr häufig als töricht erweisen (wenn auch eingeräumt werden muß, daß ohne die Gabe der H. manches Gute und Große nicht unternommen werden würde, und durch die Gabe der Furcht manches Schlimme und Böse im Keim unterdrückt wird), so haben im Gegensatz dazu Zuversicht und Trostlosigkeit einen logischen (verständigen) Charakter. H. tröstet zwar, aber nur für den Augenblick und nur wie ein willkommener Rausch, der schmeichelhafte Traumbilder heraufführt; nur die auf Gründe (philosophische, religiöse, empirische) bauende Zuversicht gewährt nachhaltigen Trost. Jene ward daher wohl als beflügelten Schrittes einhereilende Göttin mit leichtem, durchsichtigem Gewande, diese dagegen, die als »göttliche Tugend«, mit Glauben und Liebe vereinigt, auch H. heißt, wird als ruhende Gestalt, auf einen ehernen Anker gestützt, dargestellt. Vgl. Spes.
 
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Hoffnung, mathematische, in der Wahrscheinlichkeitsrechnung der Einsatz, den man bei einem Spiel, einem Unternehmen oder einer Wette nicht überschreiten darf, wenn die Aussicht auf Gewinn und die Aussicht auf Verlust einander die Wage halten sollen; sie ist gleich dem Produkt aus dem etwaigen Gewinn und der mathematischen Meyers Wahrscheinlichkeit (s. d.) dieses Gewinnes. Hat man z. B. einen Gewinn von 10 Mk. zu erwarten, wenn man mit einem Würfel 6 Augen wirft, so sind im ganzen 6 Würfe möglich, von denen nur einer 6 Augen ergibt, die mathematische Wahrscheinlichkeit des Gewinnes ist daher 1/3, und die m. H. beträgt 10. 1/3 = 1,67 Mk. Setzt man jedesmal diese Summe ein, so werden sich bei sehr oft wiederholten Würfen Gewinn und Verlust annähernd ausgleichen. Als moralische Hoffnung bezeichnet man das Verhältnis der mathematischen Hoffnung zum Vermögen des Spielers, sie ist bei gleicher mathematischen Hoffnung für den Armen groß, für den Reichen klein.
 
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Hoffnungshöhe, evang. Mission in Deutsch-Ostafrika, s. Dar es Salam 2).
 
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Hoffnungskauf (Emtio speï) bezeichnet den Kauf einer Sache, von der man hofft, daß sie entstehen werde, wie z. B. Kauf künftiger Ausbeute eines Bergwerkes oder künftiger Jagdbeute. Der Kaufpreis muß bezahlt werden, auch ' wenn die gehoffte Sache nicht zur Entstehung kommt, also z. B., wenn das fragliche Bergwerk keine Ausbeute liefert. Verschieden davon ist der sogen. Kauf einer gehofften Sache (emtio rei speratae) in der Weise, daß der Kauf dadurch bedingt sein soll, daß die Sache entsteht. Die aus dem Kaufvertrag entstehenden Rechte und Pflichten treten hier erst dann und auch nur dann in Geltung, wenn die Sache auch wirklich entstanden ist. Über H. (Promessengeschäft) im Börsenverkehr s. Meyers Heuergeschäft.
 
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Hoffsg., bei Pflanzennamen Abkürzung für J. C. Graf von Meyers Hoffmansegg (s. d.).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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