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Hofeinspanĭer bis Hoffart (Bd. 6, Sp. 415 bis 420)
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Artikelverweis Hofeinspanĭer (Einspanier), Bezeichnung der Hofbediensteten, die bei Feierlichkeiten am Wiener Hofe den Zug eröffnen. Das Wort (ursprünglich »ein Spanier«) stammt aus dem z. T. spanischen Zeremoniell zur Zeit Karls VI. her.
 
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Hofen, ehemaliges Benediktiner-Nonnenkloster, s. Meyers Friedrichshafen.
 
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Hofer, 1) Andreas, der heldenmütige Führer der Tiroler im Volkskampf von 1809, geb. 22. Nov. 1767 im Gasthaus »Am Sand« bei St. Leonhard im Passeiertal. Hier hatten seine von Magfeld, Gemeinde Platt, stammenden Vorfahren seit dem Anfang des 17. Jahrh. als »Sandwirte« gewohnt, und auch H. übernahm die Wirtschaft und trieb daneben mit Wein und Pferden Handel nach Italien. Er war von untersetzter Gestalt, breiter Brust, vollen roten Wangen und trug einen schwarzen, breit und dicht auf die Brust herabfallenden Bart. Er war nicht unbegabt, aber unklar, leicht vertrauend und leicht argwöhnisch, mutig, aber nicht löwenkühn, dem Kaiser treu und seiner Kirche schwärmerisch zugetan. 1790 beteiligte er sich an dem stürmischen Landtag zu Innsbruck als Abgeordneter des Tals Passeier. Im Kriege von 1796 ward er als Führer einer Schützenkompagnie bekannt, und 1808 begab er sich mit einigen Landsleuten nach Wien, wo ihnen der vom Freiherrn v. Hormayr ausgearbeitete Plan zur Insurrektion Tirols vorgelegt wurde, den sie dann in ganz Tirol durch mündliche Mitteilung bekannt machten. Am 8. April 1809 erließ H. in seinem Tal den Ausruf zum Aufstand und griff 11. April bei Sterzing mit dem Landsturm der Gerichte Sarentheim und Passeier die auf dem Rückzug befindlichen Bayern an, von denen sich ein Teil am 13. kriegsgefangen ergeben mußte. Am 14. zogen die österreichischen Truppen, umgeben von den Scharen der Landesverteidiger, in die alte Landeshauptstadt wieder ein. Aber nach dem unglücklichen Feldzug Erzherzog Karls in Bayern und bei Napoleons raschem Vordringen gegen Wien fiel Tirol sofort wieder in die Gewalt Lefebvres und Wredes. Da lieferte H. am Berg Isel 25. und 29. Mai den Bayern zwei Treffen, durch welche die letztern genötigt wurden, Tirol abermals zu räumen. Innsbruck ward 30. Mai wiedergewonnen und H., der von den Bauern zum Führer erhoben wurde, bei dem Einzug mit stürmischem Jubel begrüßt. Als nach der Schlacht bei Wagram 12. Juli in Znaim ein Waffenstillstand zwischen Napoleon und Österreich geschlossen ward, kraft dessen Tirol und Voralberg von Österreich preisgegeben wurden und nun gegen 40,000 Franzosen, Bayern und Sachsen von drei Seiten zugleich in Tirol einrückten, ließ H. in allen Tälern das Aufgebot zum Schutz des Vaterlandes und der heiligen Religion verkündigen. Am 7. Aug. zog er mit ein paar Tausend Bewaffneten aus Passeier, Meran und Algund über den Jaufen und stieß zu seinem Freund Speckbacher. Ihr wiederum am Berg Isel 13. Aug. erfochtener Sieg zwang Lefebvre zur Flucht aus dem Lande. Zwei Tage nachher (15. Aug.) war Innsbruck wieder vom Feinde befreit. H. ward zum Oberkommandanten von Tirol gewählt u. stellte diesem Titel zum Wahrzeichen

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seiner Treue für das Haus Österreich das »k. k.« (kaiserlich königlicher) voran.
   H. führte nun, von Hormayr unterstützt, die oberste Leitung der Militär- und Zivilverwaltung unter den sonderbarsten Anomalien, in denen aber sein schlichter Bauernverstand nicht selten den Nagel auf den Kopf traf. Seine erste Verordnung betraf die Herausgabe aller von den Feinden geraubten und wieder verkauften oder zurückgebliebenen Effekten. Dann erließ er einen Ausruf an die Seelsorger, dem höchsten Helfer in der Not Lob- und Dankopfer für den Sieg darzubringen und für die Aufnahme der Religion Sorge zu tragen. Mit großem Eifer bekümmerte er sich auch um den Ehefrieden; den Frauenzimmern verbot er, »ihre Brust und Armfleisch zu wenig oder nur mit durchsichtigen Hadern zu bedecken«. Im übrigen bestätigte H. durchaus die Verfügungen der frühern österreichischen Verwaltung. Vom Kaiser durch die große goldene Gnadenkette mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet, führte er die Verwaltung fort bis zum Frieden von Wien 14. Okt., nach dem Tirol und Vorarlberg, wenngleich mit Vorbehalt einer allgemeinen Amnestie, der Gewalt des Feindes überlassen werden mußten. Auf die Kunde hiervon waren H. und dessen Genossen im ersten Augenblick betäubt, ratlos, unentschlossen, und da die Feinde rasch den Isel und die Scharnitz besetzten und Speckbacher 16. Okt. im Salachtal nach blutigem Kampf besiegt worden war, unterwarf sich auch H. zu Steinach 2. Nov. und erließ am 7. ein die Friedensbotschaft bestätigendes Schreiben an das Volk. Allein durch falsche Nachrichten von österreichischen Siegen getäuscht, gedrängt von Männern, die, wie Meyers Haspinger (s. d.), immer von neuem Kampf verlangten, rief H. 12. Nov. vom Sand aus die Bewohner des Vintschgaues und des Oberinntals nochmals zu den Waffen. Unaufhaltsam drangen indes die Feinde vor, so daß H. mit Weib und Kind in die winterliche Einsamkeit der Berge flüchten mußte, weil er Tirol nicht verlassen wollte. Von November 1809 bis Januar 1810 hielt er sich in einer Alpenhütte beim Eingang ins Farteis verborgen. Hier verriet ihn ein übel berüchtigter Landsmann, namens Raffl, den Franzosen. Am 27. Jan. 1810 von italienischen Truppen gefangen genommen und nach Mantua gebracht, wurde er vor ein Kriegsgericht gestellt und auf Napoleons direkten Befehl zum Tode durch Erschießung binnen 24 Stunden verurteilt. Er trat am Morgen des 20. Febr. 1810 seinen letzten Gang an; auf dem Exekutionsplatz, einem breiten Bastion der Porta Ceresa, angelangt, weigerte er sich, die Augen sich verbinden zu lassen und niederzuknieen, und kommandierte dann selbst »Feuer!« Erst der 13. Schuß machte seinem Leben ein Ende. Seine Leiche ward im Gärtchen des Pfarrers der Zitadelle beerdigt; von dort brachte man sie 21. Febr. 1823 feierlich in das für H. bestimmte Grabmal in der Hofkirche zu Innsbruck. Dort, dem Denkmal des Kaisers Maximilian I. gegenüber, steht seit 1834 sein Standbild, aus Goflaner Marmor von Schaller gefertigt. Eine Erzstatue Hofers von Natter wurde 28. Sept. 1893 auf dem Berge Isel errichtet. In Meran werden seine Befreiungstaten in einem im Freien aufgeführten Festspiel alljährlich dargestellt. Hofers Familie wurde für den Verlust ihres Vermögens 1819 vom Kaiser entschädigt, auch des bereits 1809 geadelten H. Adelsdiplom 26. Jan. 1818 in Wien ausgefertigt. Vgl. Weidinger, A. H. und seine Kampfgenossen (3. Aufl., Leipz. 1861); Heigel, Andreas H. (Vortrag, Münch. 1874); Stampfer, Sandwirt A. H. (Freiburg 1874); Egger, Geschichte Tirols, Bd. 3 (Innsbr. 1880); Schmölzer, Andreas H. und seine Kampfgenossen (das. 1900). Immermann und B. Auerbach behandelten die Geschichte Hofers in Dramen. Vgl. auch Frankl, Andreas H. im Liede (Innsbr. 1884).
   2) Ludwig, Bildhauer, geb. 20. Juni 1801 zu Ludwigsburg in Württemberg, gest. 8. März 1887 in Stuttgart, erhielt seine erste Ausbildung in Stuttgart und ging 1819 nach München, wo er anfangs als Stuckateur, später als Steinhauer am Bau der Glyptothek Beschäftigung fand. Nach vierjähriger Tätigkeit daselbst ging er nach Rom, wo er 15 Jahre blieb. In Thorwaldsens Werkstatt, in der er die ersten fünf Jahre arbeitete, führte er den von jenem entworfenen knieenden Engel mit dem Taufbecken aus. 1838 nach Stuttgart zurückgekehrt, brachte er als eignes Werk eine Psyche mit, die von dem König von Württemberg gekauft wurde. Mit Aufträgen des letztern ging er wiederholt nach Italien, hauptsächlich zur Ausführung von drei kolossalen Marmorgruppen, zwei Rossebändigern (s. Tafel Meyers »Bildhauerkunst XV«, Fig. 6) und dem Raub des Hylas, für die Stuttgarter königlichen Anlagen. Teils aus eignem Entschluß, teils im Auftrag des Königs begann er sodann die Nachbildung einer Anzahl der berühmtesten antiken und modernen Statuen, die fast sämtlich zur Ausschmückung der Stuttgarter Anlagen und des königlichen Landhauses Rosenstein verwendet wurden. An letzterm Orte befindet sich auch ein treffliches Originalwerk von H., ein zorniger Armor. 185759 schuf er das 4 m hohe eherne Reiterstandbild des Herzogs Eberhard im Bart, im Hofe des Alten Schlosses in Stuttgart. Andre monumentale Werke von ihm sind die eherne Concordia auf der Jubiläumssäule König Wilhelms und das bronzene Reiterstandbild des Königs Wilhelm daselbst sowie das Marmorstandbild Schillers in Ludwigsburg. 1880 fertigte er noch eine Marmorgruppe, Raub der Proserpina (Museum in Stuttgart).
 
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Höfer, 1) Ferdinand, Schriftsteller, geb. 21. April 1811 zu Döschnitz in Schwarzburg-Rudolstadt, gest. im Mai 1878 in Brunoy, schloß sich 1830 in Marseille als Freiwilliger der Expedition zur Besetzung der Halbinsel Morea an, ward 1831 in Frankreich Lehrer, studierte Medizin, praktizierte in Paris als Arzt und übernahm 1851 die Leitung der »Nouvelle Biographie générale« (185166, 46 Bde.), für die er selbst zahlreiche Artikel schrieb. Außerdem veröffentlichte H. die in mehrere Sprachen übersetzte »Histoire de la chimie« (184243, 2 Bde.; 2. Aufl. 1869); »Dictionnaire de chimie et de physique« (1846, 3. Ausg. 1857); »Dictionnaire de médecine pratique« (1847); »Dictionnaire de botanique« (1850); »La Chaldée, Afrique australe etc.« (1848); »L'homme devant ses œuvres« (unter dem Pseudonym Jean l'Ermite, 1872; neue Ausg. 1890) und die Geschichte der Astronomie, Botanik, Zoologie etc.
   2) Edmund, Schriftsteller, geb. 15. Okt. 1819 in Greifswald, gest. 23. Mai 1882 in Kannstatt, studierte in seiner Vaterstadt sowie später in Berlin und Heidelberg Philologie und Geschichte und begann bald nach seiner Rückkehr in die Heimat (1842) zu schriftstellern. 1854 ließ er sich dauernd in Stuttgart nie der, wo er mit Hackländer die »Hausblätter« begründete. Seine ersten Erzählungen gab er später vereinigt unter dem Titel: »Aus dem Volk« (Stuttg. 1852) heraus, aus welcher Sammlung eine Anzahl Novellen als »Erzählungen eines alten Tambours«

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(das. 1855) wieder besonders erschien. Dann folgten »Gedichte« (Berl. 1853; 2. Aufl., Leipz. 1856); »Aus alter und neuer Zeit« (Stuttg. 1854); »Schwanwiek, ein Skizzenbuch aus Norddeutschland« (das. 1856); »Bewegtes Leben« (das. 1856); »Wie das Volk spricht«, eine Sammlung von Sprichwörtern (10. Aufl., das. 1898) und »Vergangene Tage« (Prag 1859). Mit seinem Roman »Norien, Erinnerungen einer alten Frau« (Stuttg. 1858, 2 Bde.) widerlegte er entschieden die Meinung, daß seine Begabung bloß für den kleinen Raum der Novelle ausreiche. Leider blieb ihm aber nicht erspart, sein Talent in einer zu schnellen Folge von Produktionen einigermaßen verflüchtigen zu müssen; wir nennen nur: »Deutsche Herzen« (Prag 1860); »Auf deutscher Erde« (Stuttg. 1860, 2 Bde.); »Die Honoratiorentochter« (das. 1861); »Die Alten von Ruhneck« (das. 1862); »Altermann Ryke« (Berlin 1865, 4 Bde.); »Unter der Fremdherrschaft« (Stuttg. 1863, 3 Bde.); »Neue Geschichten« (Bresl. 1867, 2 Bde.); »Die gute alte Zeit« (das. 1867, 3 Bde.); »Ein Findling« (Schwer. 1868, 4 Bde.); »Der verlorne Sohn« (Stuttg. 1869); »In der Welt verloren« (Leipz. 1869, 4 Bde.); »Unter fliegenden Fahnen« (Bresl. 1872, 2 Bde.); »Der Demagoge« (Jena 1872, 3 Bde.); »Kleines Leben« (das. 1873, 3 Bde.); »Erzählungen aus der Heimat« (das. 1874, 2 Bde.); »Dunkle Fenster« (Stuttg. 1877); »Der Junker« (das. 1878, 3 Bde.); die plattdeutsche Erzählung »Pap Kuhn« (das. 1878); »In der letzten Stunde« (das. 1881, 2 Bde.). Höfers Vorzüge sind energische und lebendige Charakteristik und stimmungsvolle Schilderung von Landschaften und häuslichen Umgebungen seiner Gestalten. Eine wahrhaft dichterische Ader offenbart sich namentlich in der Darstellung trotziger, spröder, verschlossener, aber echter und herzenswarmer norddeutscher Naturen. H. schrieb außerdem: »Deutsche Literaturgeschichte für Frauen« (Stuttg. 1876) und »Goethe und Charlotte v. Stein« (das. 1878). Gesammelt erschienen von ihm: »Erzählende Schriften« (Stuttg. 1865, 12 Bde.) und »Ausgewählte Schriften« (Jena 1882, 14 Bde.).
   3) Hans, Geolog, geb. 17. Mai 1843 zu Elbogen in Böhmen, studierte in Leoben und Wien, wurde 1868 Professor an der Bergschule in Klagenfurt, 1879 an der Bergakademie in Přibram, 1882 in Leoben, bereiste 1871 Montenegro, 1872 mit dem Grafen Wilczek Spitzbergen, Nowaja Semlja und das Petschoragebiet, im Regierungsauftrag 1876 die Vereinigten Staaten und fast alle Bergbaugebiete Mitteleuropas. Er schrieb: »Die Mineralien Kärntens« (Klagenfurt 1870); »Die Petroleumindustrie Nordamerikas« (Wien 1877); »Die Kohlen- und Eisenerzlagerstätten Nordamerikas« (das. 1877); »Die Erdbeben Kärntens« (das. 1880); »Beiträge zur Spren g- oder Minentheorie« (das. 1880); »Das Erdöl und seine Verwandten« (Braunschw. 1888). Auch redigierte er 186976 die »Zeitschrift des Berg- und hüttenmännischen Vereins für Steiermark und Kärnten«, 18811902 die »Österreichische Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen«, seit 1889 das »Jahrbuch für die Bergakademien Leoben, Přibram und Schemnitz« und gab 1897 mit Fachgenossen das »Taschenbuch für Bergmänner« (2. Aufl., Leoben 1904) heraus.
 
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Höferecht (nicht zu verwechseln mit »Hofrecht«, s. d.), eine solche Ordnung des Erbrechts an Grundbesitz, nach der dieser auf einen unter mehreren gleichnahen Miterben (den Anerben, Grunderben) ungeteilt übergeht, sofern der Eigentümer nicht eine gegenteilige Bestimmung trifft. Ein solches H. hatte sich in einigen Gegenden Deutschlands (Teile von Schleswig-Holstein, Kurhessen, Waldeck, Mecklenburg, Bayern etc.), wo das Meyers Hofsystem (s. d.) besteht, auch nach Beseitigung des ältern, den Interessen des Gutsherrn dienenden Meyers Anerbenrechts (s. d.) gewohnheitsrechtlich erhalten. In der neuern Zeit ist es in vielen Ländern, um die Bauerngüter und einen gut gestellten Bauernstand zu erhalten, gesetzlich geregelt oder neu eingeführt worden (Höfegesetze). Solche Gesetze wurden erlassen in Baden (für Bezirke des Schwarzwaldes, 28. März 1808, 23. Mai 1888), Braunschweig (Gesetze über Vererbung und Unteilbarkeit der Rittergüter vom 20. Mai 1858, den bäuerlichen Grundbesitz vom 28. März 1874), Mecklenburg-Schwerin (Verordnungen von 1869 und 1872, betreffend die Intestaterbfolge in die bäuerlichen Erbpachtgüter der Domänen), Schaumburg-Lippe (11. April 1870), Herzogtum Oldenburg (24. April 1873), Fürstentum Lübeck (16. Jan. 1879), Bremen (14. Jan. 1876, für das Landgebiet), tür die Provinzen und Landesteile Hannover (2. Juni 1874 mit Novellen von 1880 und 1884), Lauenburg (21. Febr. 1881), ferner unter dem Titel Landgüterordnungen: für Westfalen, einschließlich der Kreise Rees, Essen, Duisburg und Mülheim a. Rh. (30. April 1882), Brandenburg (11. Juli 1883), Schlesien (24. April 1884), Schleswig-Holstein mit Ausschluß von Lauenburg (2. April 1886), Regbez. Kassel mit Ausschluß des Kreises Rinteln (1. Juli 1887); ferner in Österreich (Gesetz vom 1. Febr. 1889 für die im Staatsrat vertretenen Länder, betreffend die Einführung besonderer Erbteilungsvorschriften etc.). Das H. gilt kraft Gesetzes als allgemeines Intestaterbrecht, sofern der Eigentümer nicht eine anderweite Verfügung trifft, in Baden, Mecklenburg-Schwerin, Schaumburg-Lippe, Braunschweig, Österreich; dagegen ist seine Anwendung von der in das freie Belieben der Eigentümer gestellten Eintragung des Geländes in eine amtliche Rolle (Höfe-, Landgüter-, Erbgüterrolle) abhängig nach den preußischen Provinzialgesetzen, in Bremen und in Oldenburg. Diese Eintragung ist im Interesse der Sache sehr erleichtert, sie kann auf Antrag des Eigentümers jederzeit wieder gelöscht werden, so daß dann in Ermangelung einer letztwilligen Verfügung das gemeine Erbrecht in Kraft tritt. Demnach ist der Eigentümer in allen Fällen in seinen freien Entschließungen nicht gehindert, nur bildet hier das Anerbenrecht die Ausnahme als Folge einer ausdrücklichen Willenserklärung, dort die Regel als Folge des Mangels einer solchen Erklärung. Das Recht der freien Verfügung des Eigentümers über das Anerbengut bleibt auch im übrigen (Veräußerung, Zerteilung, Belastung) allgemein bestehen. Eine Ausnahme machen Baden, Mecklenburg-Schwerin und Schaumburg-Lippe, wo die relative Gebundenheit der Anerbengüter beibehalten wurde, und Österreich, wo sie durch Landesgesetz wieder eingeführt werden kann. Das moderne H. erkennt ferner die Gleichberechtigung der Erben an, nur hat es das Verhältnis der Erbbeteiligten untereinander modifiziert. Der Anerbe hat entweder das Recht, von den Miterben die Übertragung der auf sie angefallenen Gutsteile gegen Wertersatz zu verlangen (Westfalen, Brandenburg, Schlesien, Schleswig-Holstein, Kassel), oder er erhält kraft Gesetzes das Ganze und muß den Überschuß des Gesamtwertes über den ihm zukommenden Anteil herauszahlen (Hannover, Lauenburg, Bremen, Österreich). Dann wird durch das neue Recht die Stellung der Nachlaßgläubiger möglichst wenig beeinträchtigt. Voraussetzung für Anwendung des Anerbenrechts

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ist allgemein, daß die ihm zu unterwerfenden Grundstücke land- und forstwirtschaftlich benutzt werden oder hierfür geeignet sind; dabei sind verschiedene Bestimmungen über Beschaffenheit und Größe der Besitzungen getroffen. Meist müssen sie mit einem Wohnhaus versehen sein. In Braunschweig und Schaumburg-Lippe gilt das H. nur für Bauernhöfe, in Österreich nur für landwirtschaftliche Besitzungen mittlerer Größe, wobei es der Landesgesetzgebung überlassen ist, nähere Bestimmungen zu treffen. Dann sind in einigen Ländern Höchst- und Mindestbeträge für Fläche und Wert festgesetzt, so in Bremen mindestens 5 Hektar, in Brandenburg und Westfalen mindestens 75, in Schlesien mindestens 60 Mk. Katastralreinertrag; in Hannover, Schleswig-Holstein, Lauenburg, Kassel, Oldenburg sind in dieser Beziehung keine Bestimmungen getroffen. Ausgenommen sind aber auch hier wie überall die durch Lehen und Familienfideikommisse an eine singularrechtliche Erbfolge gebundenen Güter. Mannigfaltig sind die Bestimmungen über den Begriff Zubehör sowie darüber, ob der Anerbe ein solches mit übernehmen muß oder es ablehnen kann. Allgemein ist für Bemessung des Gutswertes der Ertrags-, nicht der Verkaufswert zu unterstellen. Derselbe wird in einigen Ländern (Hannover, Lauenburg, Oldenburg, Bremen, Braunschweig) in jedem Fall durch Gericht und Sachverständige festgestellt, in andern (Westfalen, Brandenburg, Schlesien) sind hierfür feste Normen, gewöhnlich ein Vielfaches des Grundsteuerreinertrags, festgesetzt. Dem Anerben wird ein Voraus (Präzipuum) gewährt, sei es, daß von vornherein zu seinen gunsten der Gutswert niedrig bemessen oder von dem ermittelten Ertragswert ein Bruchteil in Abzug gebracht wird, dann wird er auch noch hinsichtlich der Fälligkeit und der Verzinsung der den Miterben zustehenden Forderungen begünstigt. Alle Gesetze behalten dem Grundeigentümer die Wahl des Anerben vor. Erfolgt dieselbe nicht, so wird der durch das Gesetz Berufene Anerbe. Meist muß der Anerbe Abkömmling des Erblassers sein (so in Hannover, Lauenburg, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Kassel, Braunschweig, Bremen, Schaumburg-Lippe). Andre Gesetze gehen weiter (Westfalen und Schlesien allgemein, Oldenburg und Braunschweig für einzelne Güterarten), indem auch andre Verwandte einbezogen werden. Die meisten Gesetze haben bei der Erbfolgeordnung das Majorat eingeführt, einzelne (Westfalen, Oldenburg) lassen auch das Minorat zu. In Österreich wird der Übernehmer durch Landesgesetzgebung in der Weise bestimmt, daß die Gesetzgebung an das Recht und die Ordnung der gesetzlichen Erbfolge gebunden bleibt und innerhalb dieser Grenzen die Reihenfolge festsetzt, in der unter mehreren nach der gesetzlichen Erbfolge zugleich eintretenden Erben die einzelnen zur Übernahme des Hofes berufen sind. Die Landesgesetzgebung kann jedoch die Anordnung treffen, daß der überlebende Ehegatte unmittelbar nach den Nachkommen des Erblassers und vor den übrigen Verwandten (2.6. Linie) desselben als Übernehmer berufen werde (sogen. Angriffsrecht). Bei Erlaß des Bürgerlichen Gesetzbuches des Deutschen Reiches ist die Frage viel erörtert worden, ob das H. in dieses aufgenommen werden soll. Man sah aber wegen der großen örtlichen und wirtschaftlichen Verschiedenheit mit Recht davon ab. Der Art. 64 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch bestimmt nur, daß die landesgesetzlichen Vorschriften über das Anerbenrecht bei land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken und deren Zubehör unberührt bleiben, daß jedoch die Landesgesetzgebung das Recht des Erblassers über das dem Anerbenrecht unterliegende Grundstück von Todes wegen zu verfügen, nicht beschränken dürfe. Vgl. v. Miaskowski, Das Erbrecht und die Grundeigentumsverteilung im Deutschen Reich (Schriften des Vereins für Sozialpolitik, Bd. 20 u. 25; Leipz. 1882 u. 1884) und Agrarpolitische Zeit- und Streitfragen (das. 1889); »Schriften des Vereins für Sozialpolitik«, Bd. 21 (Verhandlungen in Frankfurt a. M., 1882); Frommhold, Die rechtliche Natur des Anerbenrechtes nach der neuesten Höfegesetzgebung etc. (Bresl. 1885) und Deutsches Anerbenrecht (Greifsw. 1896); Stengele, Die Bedeutung des Anerbenrechts für Süddeutschland (Stuttgart 1894); »Die Vererbung des ländlichen Grundbesitzes im Königreich Preußen«, im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft etc. herausgegeben von Sering (Berl. 18981901, 10 Tle.); Peltzer, Das Gesetz, betreffend das Anerbenrecht bei Renten- und Ansiedlungsgütern vom 9. Juni 1896 (das. 1896); Peltasohn, Rentenguts- und Anerbenrechts-Gesetzgebung in Preußen (das. 1903).
 
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Höferolle, s. Meyers Höferecht, S. 417.
 
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Hoff, 1) Karl Ernst Adolf von, Geolog, geb. 1. Nov. 1771 in Gotha, gest. 24. Mai 1837, studierte in Jena und Göttingen die Rechte und Naturwissenschaft, wurde in Gotha Beamter der Geheimen Kanzlei und des Hausarchivs und 1817 Kommissar der gothaischen Regierung für die Angelegenheiten der Universität. Später ward er Kurator der Sternwarte Seeberg, 1828 Direktor des Oberkonsistoriums ut Gotha und 1832 zugleich Direktor der wissenschaftlichen und Kunstsammlungen. Er schrieb: »Gemälde der physischen Beschaffenheit, besonders der Gebirgsformationen, von Thüringen« (Erfurt 1812); »Geognostische Bemerkungen über Karlsbad« (Gotha 1825); »Geschichte der natürlichen Veränderungen der Erdoberfläche« (das. 182241, 5 Bde.); »Höhenmessungen in und um Thüringen« (das. 1833). Er gab den gothaischen »Hofkalender« von 180116, das »Magazin für die gesamte Mineralogie« (Leipz. 1800) und mit Jacobs »Der Thüringer Wald« (Gotha 18071812) heraus.
   2) Konrad, Maler, geb. 19. Nov. 1816 in Schwerin, gest. 18. Febr. 1883 in München, erlernte die Stubenmalerei, ging von dieser zur Theatermalerei über und durchreiste, abwechselnd diese und jene betreibend, die größern Städte Deutschlands und später Italien. Er bildete sich dann eine Zeitlang an der Dresdener Akademie, mußte sie aber aus Mangel an Mitteln bald verlassen und ging, wieder in der frühern Weise gewerblich beschäftigt, auf die Wanderschaft. Endlich ließ er sich in München nieder, wo er bald einen geachteten Namen errang. Von seinen zahlreichen Architekturstücken, deren Motive er meist Rokokobauwerken und italienischen Städten entnahm, sind zu nennen: Inneres der Münchener Frauenkirche, Renaissancegemach mit einer schreibenden Dame (1860); Treppenhaus im Schloß zu Schleißheim, Zimmer eines Kardinals (1862); Partie aus San Zeno in Verona, Santa Maria Miracoli in Venedig bei Mondlicht (1864); in der Basilika auf der Insel Torcello bei Venedig (1865); Scuola San Rocco und Santa Maria della Salute in Venedig, Schlafgemach im Schloß zu Schleißheim (alle drei 1867). Hoffs Werke zeichnen sich durch genaue Kenntnis der Perspektive und harmonisches Kolorit aus.
   3) Karl, Maler, geb. 8. Sept. 1838 in Mannheim, gest. 13. Mai 1890 in Karlsruhe, studierte 185558

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auf der Kunstschule in Karlsruhe unter J. W. Schirmer und Descoudres und war dann bis 1861 in Düsseldorf Schüler Vautiers. 1862 brachte er ein halbes Jahr in Paris zu und ließ sich dann in Düsseldorf nieder, wo er Genrebilder mit Kostümfiguren malte, die sich durch glückliche Erfindung, gefälliges Kolorit, seine Charakteristik und elegante Behandlung auszeichnen. Von ihnen sind zu nennen: Zigeuner vor dem Ortsvogt (1860), der Winkeladvokat (1863), der kranke Gutsherr, der Epikureer, Sub rosa, besonders aber die größern Bilder: Rast auf der Flucht (1867), die Heimkehr (1869, in der Galerie zu Philadelphia), Tartüff und Elmire (1872), der liebe Onkel (1873) und die Taufe des Nachgebornen (1875, in der Nationalgalerie zu Berlin), ein figurenreiches Bild von ergreifender Stimmung. Seine folgenden Schöpfungen (des Sohnes letzter Gruß; vor dem Ausmarsch) zeigten ein Sinken seiner Kraft. Doch nahm er in dem figurenreichen Bild: zwischen Leben und Tod (1886, einer Szene aus dem Dreißigjährigen Krieg) wieder einen neuen Aufschwung. Seit 1878 war er Professor an der Kunstschule in Karlsruhe. Er war auch dichterisch tätig und verfaßte 1877 ein Festspiel zu Ehren der Anwesenheit des Kaisers in Düsseldorf, später ein komisches Epos: »Schein« (Stuttg. 1878), und die Broschüre »Künstler und Kunstschreiber« (Münch. 1384).
   4) Jacobus Hendrikus van't, Chemiker, geb. 30. Aug. 1852 in Rotterdam, wurde zunächst Ingenieur, studierte dann in Leiden, Bonn, Paris und Utrecht Naturwissenschaft und wurde 1876 Dozent der Physik an der Tierarzneischule in Utrecht, 1878 Professor der Chemie, Mineralogie und Geologie in Amsterdam, wo er das 1888 erbaute Institut für physikalische Chemie leitete. 1896 folgte er einem Ruf nach Berlin als ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften und ordentlicher Honorarprofessor an der Universität. H. wirkte durch seine Arbeiten bahnbrechend auf verschiedenen Gebieten der Physik und Chemie. Seine »Chimie dans l'espace« (Rotterd. (874; 2. Aufl. u. d. T.: »Dix années dans l'histoire d'une théorie«, 1887) legte das Fundament zu der in neuerer Zeit zur Blüte gelangten Stereochemie und erschien in deutscher Bearbeitung von Hermann u. d. T. »Die Lagerung der Atome im Raum« (Braunschw. 1877, 2. Aufl. 1894) und von Meyerhoffer als »Stereochemie« (Wien 1892). Nicht minder bedeutend ist seine Theorie des osmotischen Druckes, der eine Reihe von Abhandlungen seit 1885 gewidmet ist, und durch welche die neue Theorie der Lösungen (Identität des Gasdruckes und des osmotischen Druckes) begründet wurde; durch seine »Etudes de dynamique chimique« (Amsterd. 1884; deutsch von Cohen, Leipz. 1896) wurden unsre Kenntnisse vom Verlauf chemischer Vorgänge nach vielen Seiten erweitert und vertieft. Er schrieb noch. »Ansichten über die organische Chemie« (Braunschw. 187881); »Lois de l'équilibre chimique« (1885; deutsch von Bredig in Ostwalds Klassikern, Leipz. 1900); »Vorlesungen über Bildung und Spaltung von Doppelsalzen« (deutsch von Paul, Leipz. 1897); »Untersuchungen über die Bildungsverhältnisse der ozeanischen Salzablagerungen, insbesondere des Staßfurter Salzlagers« (Berl., seit 1897, bisher 33 Abhandlungen); »Vorlesungen über theoretische und physikalische Chemie« (2. Aufl., Braunschw. 1901 u. 1903, 3 Hefte); »Acht Vorlesungen über theoretische und physikalische Chemie, abgehalten in Chicago 1901« (das. 1902). Seit 1887 gibt er die »Zeitschrift für physikalische Chemie« (mit Ostwald, Leipz.) heraus. Sein Bildnis s. Tafel Meyers »Chemiker II«. Vgl. Cohen, Jacobus Hendrikus van't H. (Leipz. 1899).
 
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Hoffa, Albert, Mediziner, geb. 31. März 1859 in Richmond am Kap der Guten Hoffnung, studierte in Marburg und Freiburg, wurde 1883 Assistent an der chirurgischen Klinik in Würzburg, habilitierte sich daselbst 1886 und wurde 1897 außerordentlicher Professor. Seit 1886 leitete er eine Privatklinik für orthopädische Chirurgie, Heilgymnastik und Massage. 1902 folgte er einem Ruf als Professor der orthopädischen Chirurgie und Direktor der Universitätspoliklinik für orthopädische Chirurgie nach Berlin. H. arbeitete anfangs über Bakterienkunde und allgemeine Pathologie, besonders über die Natur des Milzbrandgiftes. Dann wandte er sich der orthopädischen Chirurgie zu und wurde durch seine zahlreichen einschlägigen Arbeiten und durch sein »Lehrbuch der orthopädischen Chirurgie« (4. Aufl., Stuttg. 1902) der Begründer der modernen wissenschaftlichen Orthopädie in Deutschland. Er erwarb sich besondere Verdienste um den Ausbau der Lehre von der Skoliose, der angebornen Hüftgelenksverrenkung und der Behandlung der Deformitäten mit Schienenhülsenapparaten, er baute die Hessingsche Apparatentherapie erfolgreich aus, richtete in seiner Anstalt eine eigne Werkstätte ein und beteiligte sich selbst sowie seine Assistenten an der Konstruktion von Apparaten. In den letzten Jahren widmete er sich hauptsächlich der Orthopädie im Dienste der Nervenheilkunde und der Lehre von den Gelenkerkrankungen. Namentlich zur Pathologie und Therapie der Kniegelenkserkrankungen hat er wesentliche Beiträge geliefert. H. legte stets großen Wert auf die Anwendung der Massage und schrieb: »Technik der Massage« (4. Aufl., Stuttg. 1903); außerdem: »Die moderne Behandlung der angebornen Hüftgelenksluxationen, des Klumpfußes und der Spondylitis« (Münch. 1900); »Der menschliche Fuß und seine Bekleidung« (Würzb. 1899); »Die Orthopädie im Dienst der Nervenheilkunde« (Jena 1900); »Lehrbuch der Frakturen und Luxationen« (4. Aufl., Stuttg. 1904). Für das »Handbuch der praktischen Chirurgie« bearbeitete er mit andern die Chirurgie der Extremitäten und für das »Handbuch der Prophylaxe« mit A. Lilienfeld die Prophylaxe in der Chirurgie (Münch. 1900), auch lieferte er einen »Atlas und Grundriß der Verbandlehre« (3. Aufl., das. 1904) und gibt seit 1892 die »Zeitschrift für orthopädische Chirurgie« heraus.
 
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Hoffacker, Karl, Architekt, geb. 1. Juli 1856 in Darmstadt, studierte auf der Technischen Hochschule in Karlsruhe das Ingenieurfach, war ein Jahr lang im Staatsdienst tätig, siedelte aber 1880 nach Berlin über, um sich dort kunstgewerblicher Tätigkeit zu widmen. 1881 wurde er Assistent am Kunstgewerbemuseum, war daneben bis 1886 Lehrer an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums, von 188697 Lehrer an der Kunstschule und zugleich von 188489 Direktor der Zeichenschule des Lette-Vereins. Mit eigner künstlerischer Tätigkeit errang er 1888 durch die dekorative Ausstattung der Kunstgewerbeausstellung in München seinen ersten Erfolg, und seitdem hat er bei allen vom Deutschen Reiche beschickten auswärtigen Kunst- und Industrieausstellungen als Leiter der künstlerischen Anordnung und Ausschmückung der deutschen Abteilungen mitgewirkt, hauptsächlich bei den Ausstellungen in Melbourne (1889) und Chicago (1893), wo das »deutsche Dorf« nach seinen Plänen geschaffen wurde, und bei der Pariser Weltausstellung von 1900. In Berlin hat er seit der internationalen Kunstausstellung von 1891 fast alle

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folgenden Kunstausstellungen bis 1900 baulich oder dekorativ neu gestaltet. Als Architekt bewährte er sich zuerst bei den Bauten für die Berliner Gewerbeausstellung von 1896. Sein Hauptwerk ist das von 1897 bis 1898 erbaute Haus des Vereins Berliner Künstler, in dessen Innerem er auch eine starke Begabung für monumentale Raumbildung gezeigt hat. 1901 wurde er als Direktor der Kunstgewerbeschule nach Zürich, in demselben Jahr in gleicher Eigenschaft nach Karlsruhe berufen, wo er zugleich Direktor des Kunstgewerbemuseums ist. Er ist Professor und seit 1895 Redakteur des »Kunstgewerbeblattes«.
 
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Hoffähigkeit, s. Meyers Hof, S. 413.
 
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Hoffart, soviel wie Hochmut (s. Meyers Achtung).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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