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Hodenbruch bis Hoditz (Bd. 6, Sp. 409 bis 410)
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Artikelverweis Hodenbruch (Hernia scrotalis), ein Eingeweidebruch, bei dem der Bruchinhalt bis hinab in den Hodensack getreten ist.
 
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Hodenentzündung, s. Meyers Hodenkrankheiten.
 
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Hodenkrankheiten werden, abgesehen von Entwickelungsfehlern und falscher Lage des Hodens (s. Kryptorchismus), in den folgenden hauptsächlichsten Formen beobachtet: 1) die Hodenentzündung (Orchitis) ist bald mit Nebenhodenentzündung (Epididymitis) verbunden, bald tritt sie für sich auf. Sie kann entstehen durch eine Quetschung oder anderweitige Verletzung der Hoden, durch Infektion auf dem Blutwege bei akuten Erkrankungen, ferner durch Fortleitung einer Entzündung benachbarter Organe. Die zweitgenannte Entstehungsweise führt zu Hodenentzündung, namentlich bei epidemischer Ohrspeicheldrüsenentzündung (Mumps), ferner bei Pyämie, Pocken, Rheumatismus, Scharlach, Typhus und Gicht. Fortleitung von Entzündung der Nachbarorgane ist vorhanden bei der sehr häufigen Nebenhoden- und Hodenentzündung, bei dem Tripper der Blase und der Harnröhre und bei andern (eiterigen, krupösen, tuberkulösen) Erkrankungen dieser Organe. Die Hodenentzündung äußert sich durch schnelle Anschwellung und meistens starke Schmerzhaftigkeit des befallenen Hodens und Nebenhodens, womit Fieber, ausstrahlende Schmerzen in der innern Schenkelfläche etc. verbunden sein können. Die Entzündung verläuft bald schnell und bildet sich entweder ohne weiteres zurück und geht in Heilung über, oder es kommt zur Eiterung oder Abszeßbildung im Hoden und Nebenhoden, nicht selten mit später folgenden Fistelbildungen; bald ist der Verlauf schleichend, es kommt zur Wucherung des Bindegewebes und zum teilweisen oder vollständigen Untergang des eigentlichen Drüsengewebes im Hoden. Damit ist narbige Schrumpfung der Hoden (Hodenatrophie) und, wenn die Krankheit beide Hoden betraf, Verlust des Zeugungsvermögens verbunden. Die Behandlung besteht in Bettruhe, Hochlagerung des Hodens, Applizierung von Eisbeuteln oder Eisumschlägen auf die Geschwulst. In manchen Fällen werden warme Umschläge besser vertragen. Eine zurückbleibende Verhärtung des Nebenhodens weicht meist der Anwendung der Quecksilber- oder Jodkaliumsalben. Resorptionsbefördernd wirkt auch dauernder mäßiger Druck durch ein geeignetes Suspensorium oder einen Heftpflasterverband. Eiterung erfordert operative Behandlung. Lange nach Überstehen der Entzündung muß man noch ein passendes Suspensorium tragen lassen. 2) Die tuberkulöse Entzündung des Hodens und Nebenhodens betrifft bald nur einen, bald beide Hoden. Sie befällt vorzugsweise das mittlere Lebensalter und beginnt meist mit schmerzloser Schwellung und knotiger Verdickung; die Knoten brechen auf und entleeren käsigen, bazillenhaltigen Eiter. Sobald die Diagnose feststeht, schreitet man zur Kastration, besonders wenn es sich um rein örtliche Tuberkulose handelt, und solange die Inguinaldrüsen noch nicht geschwollen sind, was freilich sehr früh eintritt. Nur durch die Kastration kann man der Ausbreitung der Tuberkulose auf andre Organe zuvorkommen. 3) Die syphilitische Orchitis besteht in harter, schmerzloser Anschwellung des ganzen Hodens, oder in knotiger (gummöser) teilweiser Anschwellung des Organs. Die Behandlung ist eine allgemeine antisyphilitische. 4) Eine cystische Entartung befällt den Hoden ganz oder teilweise, indem sich mikroskopisch kleine bis gänseeigroße Cysten im Gewebe des Hodens entwickeln, die serösen oder breiigatheromatösen Inhalt haben. Neben der Cyste erhaltenes Parenchym ist normal. Von dem Wasserbruch unterscheidet sich die Cyste dadurch, daß sie nicht durchscheinend ist und man neben ihr nicht, wie beim Wasserbruch, den Hoden abtasten kann. 5) Eine Neuralgie des Hodens, zuweilen beobachtet, tritt bald andauernd, bald intermittierend (anfallsweise) auf, häufig ohne daß eine Ursache erkennbar ist, in andern Fällen liegen ihr Narben, chronische Entzündungen der Geschlechtsorgange zugrunde. Wenn anderweitige Behandlung erfolglos bleibt, können die heftigen Schmerzen zur Kastration veranlassen. Sind die Hoden nur auf Druck abnorm schmerzhaft, so liegt eine Hyperästhesie der Hoden vor. 6) Über die Scheidenhautwassersucht der Hoden oder den Wasserbruch s. d. 7) Als Geschwülste der Hoden (Sarkocelen) beobachtet

[Bd. 6, Sp. 410]


man die syphilitischen oder Gummigeschwülste, die Sarkome, Carcinome u. Chondrome. Die Gummiknoten sind Teilerscheinung einer allgemeinen Syphilis und als solche zu behandeln. Die bösartigen Neubildungen kommen manchmal schon bei Kindern vor, sie wachsen meist schnell, sind oft sehr schmerzhaft und erfordern insgesamt eine möglichst frühzeitige Entfernung durch Kastration. Eine krebsartige Erkrankung der Haut (Kaukroid) des Hodensackes hat man als Meyers Schornsteinfegerkrebs (s. d.) bezeichnet, da man dieselbe vorzugsweise bei Schornsteinfegern (begünstigt durch Verunreinigung und Reizung der Haut) beobachtet haben will. Auch bei diesem Übel ist die frühzeitige Ausrottung das einzige Erfolg versprechende Mittel.
 
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Hodensack, s. Meyers Hoden.
 
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Hodenwassersucht, s. Meyers Wasserbruch.
 
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Hodgkinssche Krankheit (spr. hódschkĭns-), s. Pseudoleukämie.
 
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Hodgs., bei Tiernamen Abkürzung für Bryan Houghton Hodgson (spr. hóddschßön), geb. 1. Febr. 1800, gest. 28. Mai 1894, Orientalist und Altertumsforscher, lange Zeit britischer Resident in Nepal. Wirbeltiere. Vgl. W. W. Hunter, The life of B. H. H. (Lond. 1896).
 
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Hodgson (spr. hóddschßön), John Evan, engl. Maler, geb. 1. März 1831 in London, gest. daselbst 19. Juni 1895, verlebte seine Jugendzeit in Rußland, kehrte 1853 nach England zurück, wurde Schüler der Akademie in London und stellte schon 1854 sein erstes Bild aus. Zuerst entlehnte er seine Stoffe dem Volksleben oder dem historischen Genre, widmete sich aber, nachdem er 1868 Nordafrika bereist hatte, fortan der Schilderung der dortigen Völker und ihrer Sitten, die er in geistreicher, oft humoristischer Weise und kräftigem Kolorit darzustellen wußte. Von seinen Bildern dieser Art sind zu nennen: ein arabischer Märchenerzähler, die schwarze Wache des Paschas, die Reorganisation der Armee in Marokko, ein Vogelhändler in Tunis, eine Barbierstube in Tunis, die Erwiderung des Salutschusses, die wohlgenährten Bedienten, der arabische Scherenschleifer und ein moderner Aktäon.
 
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Hodĭe mihi, cras tibi, neulat. Sprichwort: Heute mir, morgen dir.
 
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Hodĭernus (lat), heutig; ab oder de hodierno (die), vom heutigen Tag an.
 
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Hoditz, Albert Joseph, Graf von, geb. 16. Mai 1706 zu Roßwalde in Österreichisch-Schlesien, gest. 18. März 1778, in Wien erzogen, Kammerherr Kaiser Karls VI., verheiratete sich 1734 mit der schon 50jährigen Witwe des Markgrafen Georg Wilhelm von Bayreuth, Sophie von Sachsen-Weißenfels, trennte sich aber bald von ihr und erhielt 1742 von Friedrich d. Gr. das Kommando eines Husarenregiments. Doch nahm er schon 1743 seine Entlassung, um sein Gut Roßwalde in Schlesien zu einem Feensitz umzuschaffen. Der große Park des Schlosses ward mit Gebäuden, Tempeln, Bosketten, Statuen, Wasserkünsten etc. geschmückt, größtenteils Werke der von ihm aus seinen Untergebenen herangebildeten dilettantischen Künstler; selbst seine Schauspieler, Tänzerinnen, Sänger etc. waren fast sämtlich aus Roßwalde hervorgegangen. Seine phantastischen Schöpfungen erregten großes Aufsehen, und selbst Friedrich d. Gr. besuchte ihn 1765 und 1770 und bezeigte sein Wohlgefallen durch eine poetische Epistel und ein bedeutendes Geschenk. Nachdem H. sein Vermögen von 5 Millionen verschwendet hatte, lebte er, der letzte seines Geschlechts, seit 1776 in Potsdam von einer königlichen Pension. Die Anlagen in Roßwalde sind seitdem verschwunden. Auf Friedrichs d. Gr. Befehl wurde ein Teil der Jägerstraße in Potsdam, wo H. gewohnt hatte, Hoditzstraße genannt; sein schönes Palais war Nr. 9. Seine Korrespondenz mit Friedrich II. ist zum größten Teil in dessen »Œuvres« abgedruckt. Vgl. Drechsler, Albert v. H. (Leobschütz 1895).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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