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Hŏc est bis Hochbau (Bd. 6, Sp. 394 bis 395)
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Artikelverweis Hŏc est (lat., abgekürzt h. e.), das ist, das heißt.
 
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Hŏc habet (lat.), »der hat's«, Ruf des Volkes bei den römischen Gladiatorenkämpfen, wenn ein Gladiator

[Bd. 6, Sp. 395]


verwundet war; auch jetzt noch zuweilen sprichwörtlich soviel wie: der hat genug, mit dem ist's aus.
 
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Hochäcker (Heidenäcker, Heidenbeete, Heidenstränge, Bifange, Hochbifange), die in tiefen Furchen und dazwischen liegenden hohen, 35, manchmal sogar bis 20 m breiten Ackerstreifen bestehenden Spuren des Ackerbaues vor- und frühgeschichtlicher, aber auch geschichtlicher Völker, die man auf Bergabhängen und Ebenen, oft von tausendjährigen Urwäldern oder am Meeresufer von der Flut bedeckt, antrifft. Sie sind besonders in Skandinavien, England, Deutschland und Nordamerika untersucht worden; überall gibt sich die Bedeutung der Furchen als Ackerfurchen dadurch zu erkennen, daß sie an geneigten Flächen so angelegt sind, um das überflüssige Regenwasser abzuleiten. In Schottland nennt man sie Elfenfurchen, und die Volkssage erklärt ihr Vorkommen an heute nur noch zur Viehweide dienenden Bergen durch ein päpstliches Interdikt, das die Felder der Ebene getroffen und die Leute gezwungen habe, die Höhen zu beackern; in Südschweden schreibt man sie einer längst ausgestorbenen Urbevölkerung zu, den sogen. Hackern, die sich zur Bodenbearbeitung eines Fichtenstammes mit zugespitztem Astansatz bedient haben sollen. Anscheinend wurden vor Erfindung des Pfluges auch Hirschgeweihe, denen alle Zinken bis auf eine genommen waren, und Steinhacken zur Lockerung des Bodens benutzt. In Deutschland erregte das Vorhandensein solcher seit Menschengedenken nicht mehr beackerten Felder bereits um 1172 die Aufmerksamkeit des Geschichtsforschers Helmold. In Nordamerika findet man Ackerstreifen, die ca. 1,25 m breite Beete zwischen den Furchen bilden und eine höhere Stufe des Ackerbaues in vorgeschichtlichen Zeiten bezeugen, als sie die jetzigen Indianer mit ihren »Kornhügeln« besaßen. Bei der Beurteilung derartiger alter Ackerspuren ist indessen Vorsicht nötig, da aus frühern Kriegen, namentlich aus dem Dreißigjährigen, zahlreiche Dorfstätten verwüstet liegen geblieben sind und sich zum Teil neu bewaldet haben, was zu Verwechselungen mit echt vorgeschichtlichen Hochäckern führt. Nach neuern Untersuchungen sind viele der süddeutschen H. mindestens nachrömisch, nach Kurtz gehören manche als Ackerland sogar noch dem 18. Jahrh. an. Vgl. J. Ranke, Über H. (Münch. 1893); Wetzel in den »Württembergischen Vierteljahrsheften für Landesgeschichte«, 1897; Kurtz in den »Blättern des Schwäbischen Albvereins«, 1899.
 
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Hochalmspitze, s. Meyers Ankogel.
 
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Hochaltar, s. Meyers Altar.
 
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Hochamt, in der kath. Kirche die mit Musik verbundene Meyers Messe (s. d.).
 
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Hochasien, früher Bezeichnung für den vom Himalaja, Karakorum und Kwenlun begrenzten Teil Asiens, die größere, westliche Hälfte von Tibet nebst Kaschmir, Nepal u. a.
 
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Hochätzung (Akrographie, Ektypographie, Hochlithographie), die Kunst, mittels des Meyers Ätzens (s. d.) erhabene Schriftzeichen oder Zeichnungen auf Metall oder Stein als Verzierungen oder für den Druck auf der Buchdruckpresse herzustellen. Die H. wurde schon im Altertum und im Mittelalter geübt zur Ausschmückung von Gefäßen, Waffen etc., ihre praktische Verwendung für den Druck datiert jedoch aus der neuesten Zeit, obgleich Eberhard schon 1823 dahin zielende Versuche gemacht hatte. Senefelders H. lithographischer Steine fand Nachahmung durch André in Offenbach und Vervollkommnung durch Duplat in Paris; auch sind hier zu nennen L. Tessier in Paris, Bauerkeller in Wertheim und Baumgärtner in Leipzig. Duplat folgte 1823 Carré in Toul, der zuerst Hochätzungen auf Kupfer herstellte; Didot Vater und Sohn, in Vereinigung mit Motte in Paris, versuchten lithographische Hochätzungen gleichzeitig mit Typensatz auf der Buchdruckpresse zu drucken; Dembour in Metz begann 1834 Carrés Verfahren derart zu vervollkommnen, daß er es als eigne Erfindung in Anspruch nahm; doch erst Gillot in Paris brachte 1850 die chemische Hochätzung, die er Meyers Panikonographie (s. d.) nannte, die jedoch gewöhnlich Gillotage genannt wird, auf eine den heutigen Standpunkt der H. vorbereitende Höhe. Er benutzte ausschließlich Zinkplatten; doch werden jetzt auch gute Hochätzungen auf Kupfer, Messing und Stahl erzeugt, bei deren Herstellung man auf die best gereinigte und polierte Platte die mit Fettfarbe auf Umdruckpapier hergestellte Zeichnung oder auch Umdrucke vom lithographischen Stein, von der Kupfer- oder Stahlstichplatte überdruckt und in gewöhnlicher Weise ätzt; oder man zeichnet mit chemischer Fettfarbe mittels Gänsefeder oder Pinsel auf die polierte Platte und ätzt diese dann so lange, bis die Schrift etc. das für den Druck erforderliche Relief erlangt hat. In der Photographie bedient man sich der H. namentlich zu Vergrößerungen und Verkleinerungen, doch kann man für diese auch den Gummihaut-Pantographen anwenden. Schlechthin bezeichnet man jetzt mit H. die auf chemischem Wege für die Buchdruckpresse (Hochdruck) mittels der Autotypie, Phototypie, Zinkographie hergestellten Platten; auch die Chemitypie gehört in das Gebiet der H.; Näheres s. in den betreffenden Artikeln.
 
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Hochbahnen nennt man Eisenbahnen, deren Gleise auf Hochbauten (Mauerwerk, eisernen Gerüsten) liegen; sie sind als Meyers Stadtbahnen (s. d.) besonders ausgebildet in New York, Chicago, Berlin, Wien, Liverpool etc.
 
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Hoch-Barr, Burgruine, s. Meyers Zabern.
 
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Hochbau, der Teil des Bauwesens, der sich mit der Erbauung und Einrichtung von Gebäuden im engern Sinne (Hochbauten) beschäftigt, im Gegensatze zu Meyers Tiefbau (s. d.). S. Meyers Baukunst.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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