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Hlubek bis Hobbes (Bd. 6, Sp. 389 bis 390)
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Artikelverweis Hlubek, Franz Xaver Wilhelm von, landwirtschaftl. Schriftsteller, geb. 11. Sept. 1802 zu Chatischau in Österreich. Schlesien, gest. 10. Febr. 1880 in Graz, studierte in Brünn und Wien und ward 1830 Professor der Landwirtschaft in Wien, 1832 in Lemberg, 1834 in Laibach und 1840 in Graz, wo er 1843 einen Seidenbauverein für Steiermark begründete. Er trat 1867 in den Ruhestand. H. zählt zu den Vorläufern der landwirtschaftlichen Naturforschung und zu den letzten Verteidigern und Läuterern der Humustheorie. Er schrieb: »Die Ernährung der Pflanzen und die Statik des Landbaues« (Prag 1841); »Beleuchtung der organischen Chemie des Herrn J. Liebig« (Graz 1842); »Versuch einer neuen Charakteristik und Klassifikation der Rebsorten« (das. 1841); »Die Landwirtschaftslehre in ihrem ganzen Umfang« (Wien 1846, 2 Bde.; 2. Aufl. 185153); »Die Betriebslehre der Landwirtschaft« (das. 1853); »Die Bepflanzung des Karstes« (Graz 1858); »Der Weinbau in Österreich« (das. 1864); »Die wichtigsten Lehren der Landwirtschaft« (das. 1867); »Maulbeerbaum und Seidenzucht« (das. 1880).
 
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Hluboká, Schloß, s. Meyers Frauenberg 4).
 
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H moll (ital. Si minore, franz. Si mineur, engl. B minor), soviel wie H mit kleiner (weicher) Terz

[Bd. 6, Sp. 390]


Der H moll-Akkord = h d fis. Über die H moll-Tonart, 2 § vorgezeichnet, s. Meyers Tonart.
 
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Ho (»Menschen«, auch Larkha Kol, »kämpfende Kol«), der körperlich begabteste Stamm der Kolarier im Distrikt Singhbum in Bengalen (Britisch-Indien), mittelgroße, fast nackt gehende Menschen, hervorragend durch Pflege des Ackerbaues, als treffliche Jäger mit Bogen und Pfeil und durch Sitten, die einer gewissen Moral und tiefern Lebensauffassung nicht entbehren.
 
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Hoangho, Fluß, s. Meyers Hwangho.
 
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Hoard (engl., spr. hōrd), Schatz (Hort); Hoards, Vorräte, insbes. im englischen Bankwesen die Summen von Edelmetall, die sich an der Bank anhäufen, ohne augenblicklich geschäftliche Verwendung zu finden.
 
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Hoax (engl., spr. hōks), betrügerischer Streich oder Possen, insbes. auf Täuschung abzielende Börsenmanöver.
 
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Hobart (vor 1881 Hobarttown), Hauptstadt des britisch-austral. Staates Tasmania, liegt unter 42°54´ südl. Br. und 147°21´ östl. L., am Fuß des 1270 m hohen Mount Wellington und am rechten Ufer des Derwent, der hier einen für die größten Seeschiffe geeigneten Hafen bildet und 22 km unterhalb in die Stormbai mündet. Die Stadt, 1804 angelegt, hat einen schönen Palast des Gouverneurs, Parlamentsgebäude, Rathaus, kath. Kathedrale, ist Sitz eines anglikanischen und eines kath. Bischofs, einer Universität, mehrerer höherer Schulen, gemeinnütziger und wohltätiger Anstalten und hat (1901) mit Vororten 34,182 Einw., die sich mit der Fabrikation von Mehl, Obstkonserven, Leder, Schiffbau und Eisenindustrie beschäftigen, namentlich aber lebhaften Handel treiben, der durch ein sich immer mehr verzweigendes Eisenbahnnetz sowie durch regelmäßige Dampferverbindung mit London, Melbourne, Sydney und Neuseeland genährt wird. H. ist auch Sitz eines deutschen Konsuls. Wegen seines kühlern Klimas wird es von den Bewohnern des australischen Festlandes im Sommer stark besucht. Vgl. »Hobarttown oder Sommerfrische in den Antipoden« (vom Erzherzog Ludwig Salvator, Wien 1887).
 
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Hobart, 1) Augustus Charles H. (Hobart Pascha), geb. 1. April 1822, gest. 19. Juni 1886 in Mailand, dritter Sohn des sechsten Grafen von Buckinghamshire, trat 1836 in die englische Marine ein und zeichnete sich 1854 und 1855 während des Krieges gegen Rußland in der Ostsee aus. 18611865 befehligte er einen Blockadebrecher im Dienste der amerikanischen Südstaaten. 1867 trat er als Konteradmiral in den Dienst der Türkei und befehligte die Flotte, welche die Blockade Kretas gegen die griechischen Unterstützungsversuche aufrecht erhalten sollte. Nachdem er die griechische Regierung zur Auslieferung des Transportschiffs Enosis, das neue Freischaren nach Kreta übergeführt hatte, genötigt hatte, wurde er zum Pascha und Admiral sowie zum Generalinspektor der türkischen Marine ernannt. Während des russisch-türkischen Krieges 1877 befehligte er die türkische Flotte im Schwarzen Meer, richtete aber nur wenig aus. Er hinterließ »Sketches of my life« (hrsg. von seiner Witwe, Lond. 1886).
   2) Garrett A., nordamerikan. Politiker, geb. 3. Juni 1844 in Monmouth (New Jersey), gest. 21. Nov. 1899 in Paterson, war erst Dorfschullehrer, studierte dann die Rechte und wurde 1872 in das Repräsentantenhaus des Staates New Jersey und 1873 zum Sprecher desselben gewählt. Seit 1876 Mitglied des Staatssenats, war er 188182 Präsident desselben und schied dann aus. 1896 wurde er zum Vizepräsidenten der Union und Präsidenten des Senats gewählt.
 
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Hobbĕma, Meindert, niederländ. Maler, geb. 1638 in Amsterdam, verheiratete sich 2. Okt. 1668 in Amsterdam, wobei Jacob van Ruisdael Zeuge war, und starb daselbst 7. Dez. 1709 in ärmlichen Verhältnissen. Seit 1668, wo er städtischer Steuerbeamter (Eichmeister) wurde, scheint er nur noch selten gemalt zu haben. Wahrscheinlich war H. Ruisdaels Schüler; jedenfalls hat er sich unter dessen Einfluß ausgebildet. Nächst Ruisdael ist H. der größte holländische Landschaftsmaler, dessen Bilder mit den höchsten Preisen bezahlt werden. Seine fesselnde Eigentümlichkeit liegt in dem Zauber der Farbe, in der Sonnenbeleuchtung und der großen Naturwahrheit. Leider sind manche seiner Bilder stark nachgedunkelt. Seine Hauptwerke befinden sich meist in England, so in der Nationalgalerie in London die Ruine von Schloß Brederode und die Allee bei Middelharnis, in der Wallace-Kollektion (fünf), in der College Gallery in Dulwich, im Besitz des Earl of Northbrook in London, Holfords, Th. Barings, Fields, des Herzogs von Westminster. Ein meisterhaftes Bild, eine Wassermühle, besitzt das Rijksmuseum in Amsterdam nebst zwei andern, ferner das Louvre (eine Wassermühle) und der Herzog von Arenberg in Brüssel. In Deutschland kommen Hobbemas Bilder sehr selten vor: drei besitzt das Städelsche Institut in Frankfurt, je eins die Münchener Pinakothek, das Berliner Museum, die Dresdener Galerie, das Hofmuseum in Wien etc. Adrian van de Velde und Lingelbach pflegten seine Landschaften mit Figuren zu versehen. Wegen der Seltenheit und Kostbarkeit seiner Bilder wird der Name H. vielfach von Fälschern ausgebeutet. Vgl. E. Michel, H. et les paysagistes de son tempsen Hollande (Par. 1890).
 
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Hobbes, Thomas, Philosoph, geb. 5. April 1588 in Malmesbury, gest. 4. Dez. 1679 in Hardwick, studierte seit seinem 14. Jahr in Oxford Mathematik und Aristotelische Philosophie, siedelte aus Haß gegen die 1641 ausgebrochene Revolution nach Paris über, wurde Lehrer des Prinzen von Wales (des nachherigen Königs Karl II.) und schrieb, nachdem er die Übersetzung des Thukydides (Lond. 1628) schon veröffentlicht hatte, die Werke: »De cive« (Par. 1642, Amsterd. 1647; deutsch von J. H. v. Kirchmann, Leipz. 1873), »Human nature, or the fundamental elements of policy« (Lond. 1650), »Leviathan, seu de materia, forma et potestate civitatis ecclesiasticae et civilis« (engl., das. 1651; hrsg. von Waller, Cambr. 1904; lat., Amsterd. 1668; deutsch, Halle 1794, 2 Bde.), denen nach seiner 1655 erfolgten Rückkehr nach England die weitern philosophischen Schriften: »Elementorum philosophiae sect. I.; De corpore« (engl., Lond. 1655), »Sect. II.: De homine« (engl., das. 1659; beide lat., Amsterd. 1668), »Human nature« und »De corpore politico« (zusammen Lond. 1650), beide u. d. T.: »The elements of law, natural and politic« (hrsg. von Tönnies, das. 1888) und »Quaestiones de libertate, necessitate et casu, contra D. Bramhallum« (verfaßt 1646; engl., das. 1659) folgten. Außer diesen hat er noch historische (z. B. »Dialogue of the civil wars of England«, zuletzt u. d. T.: »Behemoth, or the Long Parliament«, hrsg. von Tönnies, das. 1889) und physikalisch-mathematische (z. B. ein »Decameron physiologicum«) verfaßt, auch im hohen Alter den Homer übersetzt. Karl II. setzte ihm nach seiner Thronbesteigung (1660) eine Pension von 100 Pfd. Sterl. aus, die er auf dem

[Bd. 6, Sp. 391]


Landsitz seines ehemaligen Zöglings, des Grafen von Devonshire, Hardwick, genoß. H.' Philosophie hängt mehr mit Galileis Physik als mit Bacons Lehre zusammen. Einzige Erkenntnisquelle ist nach ihm der äußere Sinn (Sensualismus), einziger Gegenstand der Erkenntnis die Körperwelt (Materialismus). Doch unterscheidet H. zweierlei Arten von Körpern, natürliche und künstliche, unter welch letztern der Staat der wichtigste ist. Jene machen den Gegenstand der Natur- oder theoretischen Philosophie (philosophia naturalis), diese den Gegenstand der Staats- oder praktischen Philosophie (philosophia civilis) aus. Bewegungen von außen affizieren die Sinne und pflanzen sich zum Gehirn und weiter zum Herzen fort, von dem eine Rückbewegung ausgeht, die Empfindung ist; die Farben- und Tonempfindungen, überhaupt die Empfindungsqualitäten, sind als solche nur subjektiv. Mit ihnen ist Lust oder Unlust verbunden, aus denen, wenn sie auf Zukünftiges gehen, Begehren oder Abscheu entsteht. Erinnerung wird dadurch möglich, daß die Affektion des Sinnesorgans noch fortdauert, wenn auch keine Einwirkung von außen mehr stattfindet. Alle innern Prozesse, auch die Ideenassoziation, gehen auf rein mechanische Weise vor sich. Wie der natürliche Körper durch Zusammenwirken physischer Naturkräfte zustande kommt, so der Staat durch das menschlicher Willenskräfte. Wie die Naturordnung eine natürliche, so ist der Staat eine künstliche Sicherheitsanstalt, durch welche dem Kampf dort der Natur, hier der einzelnen Willenskräfte, dem »Krieg aller gegen alle«, ein Ende gemacht wird. Da für die menschlichen Willen eine überlegene Obergewalt, wie sie für die Naturkräfte in der Natur selbst besteht, nicht vorhanden ist, so muß eine solche durch die Menschen, um ihrer eignen Selbsterhaltung willen, mittels Übereinkunft geschaffen und ihr (dem Herrscher) die nämliche unbedingte Zwangsbefugnis gegenüber den Einzelnen (den Untertanen) eingeräumt werden, welche die Naturordnung faktisch gegen die einzelnen Kräfte in der Natur ausübt. Die Gewalt des Herrschers (der übrigens ebensogut ein Einzelner wie eine ganze Versammlung sein kann, H. hält aber erstere Form für die vorteilhaftere), obwohl ursprünglich durch Vertrag auf diesen übertragen, ist absolut und unwiderruflich (gegen die Lehre des Grotius), die durch sie festgesetzte Ordnung (Staatsgesetzgebung) einzige Norm sowie der Staatswille selbst einzige Quelle des Rechts, jede Auflehnung gegen sie ist Revolution und als solche verbrecherisch. Auch die Religion ist dem Staatswillen durchaus unterworfen, da ihre Bekenner nicht das Recht haben können, einen Staat im Staate zu bilden. Letzteres zog ihm besonders die Feindschaft der Geistlichkeit zu, deren Folge sogar eine Anklage wegen Gottlosigkeit im Parlament war, gegen die er eine scharfsinnige Verteidigungsschrift: »Historical narration concerning heresy and the punishment thereof«, verfaßte. H. hat insbes. den französischen Enzyklopädisten und spätern Positivisten vorgearbeitet, dagegen unter seinen dem Absolutismus und Materialismus abgeneigten Landsleuten wenig Anklang gefunden. Zu seinen Gegnern gehörten Sharrock, Clarke und Cumberland, unter den Deutschen Mendelssohn (in seinem »Jerusalem«) und Anselm Feuerbach (»Anti-Hobbes«, Gieß. 1798). Seine sämtlichen Werke erschienen Amsterdam 1668 in 4 Bänden, seine »Moral and political works« London 1750 (deutsch, Halle 1793 ff.). Molesworth gab seine »Complete works, with life, Latin and English« (Lond. 1839 bis 1845, 11 Bde.) und »Opera latina« (das. 1844 bis 1845, 5 Bde.) heraus. H. selbst verfaßte noch als 84jähriger Greis seine Selbstbiographie in Versen; nach seinem Tod erschien seine Lebensbeschreibung von John Aubrey (Charlestown; lat. von Rich. Blackburn, das. 1681). Vgl. V. Mayer, Thomas H., Darstellung und Kritik seiner Lehren (Freiburg 1884); Robertson, Thomas H. (Lond. 1886, neue Ausg. 1901); Tönnies, H. ' Leben und Lehre (Stuttgart 1896); Lyon, La philosophie de H. (Par. 1893); L. Stephen, H. (Lond. 1904).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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