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Hitzbläschen bis Hitzläufer (Bd. 6, Sp. 386 bis 387)
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Artikelverweis Hitzbläschen, populäre Bezeichnung verschiedener Hautausschläge in Bläschenform; s. Meyers Blase.
 
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Hitzdrahtgalvanometer, ein Galvanometer, bei dem die Stärke des Stromes nach der thermischen Ausdehnung eines dünnen, durch den Strom erhitzten Drahtes beurteilt wird (s. Meyers Elektrotechnische Meßinstrumente, S. 693, und Galvanometer, S. 306).
 
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Hitze, hoher oder relativ hoher Grad von Wärme. Gewöhnlich wendet man die Bezeichnung H. nur auf Temperaturen über 100° an, dagegen spricht man auch von H., sobald die Körpertemperatur bei fieberhaften Zuständen über 37,5° steigt. »H.« schreibt man auch dem Erdboden zu, wenn derselbe Sand, Kalk, Gips oder Kreide enthält, welche die Feuchtigkeit schnell anziehen, aber nicht behalten, den Dünger schnell auflösen und die Gewächse zu schnell zur Reise bringen. Sie erzeugt sich auch bei starker Mistdüngung (Mistbeete). Beim Rammen heißt H. die von zwei Ruhepausen begrenzte Arbeitszeit, die nach der Anzahl von Schlägen, die in dieser Zeit gemacht wurden, benannt wird, z. B. eine H. von 25 Schlägen.
 
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Hitze, Franz, Sozialpolitiker, geb. 17. März 1851 zu Hanemicke im Kreis Olpe (Westfalen), studierte in Würzburg katholische Theologie, wurde 1878 zum Priester geweiht, war dann bis 1880 Kaplan in Rom, wurde hierauf Generalsekretär des »Arbeiterwohls«, eines Vereins katholischer Industrieller in München-Gladbach, als welcher er die Monatsschrift »Arbeiterwohl« redigiert, und 1893 außerordentlicher Professor für christliche Gesellschaftswissenschaft an der Akademie in Münster. Dem preußischen Abgeordnetenhaus gehörte er 188293, dem Reichstag gehört er seit 1885 an, wo er sich besonders an den die Arbeiterfrage betreffenden Verhandlungen beteiligte. Er schrieb: »Die soziale Frage und die Bestrebungen zu ihrer Lösung« (Paderb. 1877), »Die Quintessenz der sozialen Frage« (das. 1880), »Kapital und Arbeit und die Reorganisation der Gesellschaft« (das. 1881), »Schutz dem Handwerk!« (das. 1883 u. 1890), »Pflichten und Aufgaben der Arbeitgeber in der Arbeiterfrage« (Köln 1888), »Schutz dem Arbeiter!« (das. 1890), »Normalarbeitsordnung nebst Erläuterungen« (das. 1892), »Die Arbeiterfrage und die Bestrebungen zu ihrer Lösung« (Berl. 1899, 4. Ausg. 1904).
 
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Hitzemesser, s. Meyers Pyrometer.
 
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Hitzig, 1) Julius Eduard, kriminalistischer Schriftsteller, geb. 26. März 1780 in Berlin, gest. 26. Nov. 1849, wurde bei der Regierung in Warschau 1799 als Auskultator, 1804 als Assessor angestellt. Nach dem Ende der preußischen Herrschaft in Warschau (1806) privatisierte er in Potsdam und Berlin als Schriftsteller, übersetzte namentlich Chaptals »Chimie appliquée aux arts« (Berl. 1808, 2 Bde.) und begründete 1808 in Berlin ein Verlagsgeschäft, mit dem er später eine Sortimentshandlung und 1810 ein Lesezimmer für die Universität verband. 1815 ward er Kriminalrat beim Kammergericht, 1827 Direktor des Kammergerichtsinquisitoriats, nahm jedoch 1835 seine Entlassung. Seinen schriftstellerischen Ruf hatte er durch die Lebensbeschreibungen Z. Werners (Berl. 1823) und E. Th. A. Hoffmanns (das. 1823, 2 Bde.; 3. Aufl., Stuttg. 1839, 3 Bde.) begründet. 1825 gründete er die »Zeitschrift für die Kriminalrechtspflege in den preußischen Staaten« und 1828 die »Annalen der deutschen und ausländischen Kriminalrechtspflege«, die seit 1837 von Demme und in neuer Folge seit 1845 von Schletter fortgesetzt wurden. Auch gab er ein »Gelehrtes Berlin« (Berl. 1826; fortgesetzt von Büchner, das. 1834) heraus. Seit 1842 führte er die Oberredaktion der in Leipzig erscheinenden »Preßzeitung« und gab mit W. Häring den »Neuen Pitaval« heraus. Im letztwilligen Auftrag seines Freundes A. v. Chamisso schrieb er dessen Biographie, die unter dem Titel: »Leben und Briefe von A. v. Chamisso« (Leipz. 183940, 2 Bde.) den Schluß der »Werke« desselben bildet. Hitzigs Individualität soll in Werners »Söhnen des Tals« in der Person des Tempelritters Robert d'Heredon dargestellt sein.
   2) Ferdinand, Exeget und Kritiker des Alten Testaments, geb. 23. Juni 1807 zu Hauingen in Baden, gest. 22. Jan. 1875 in Heidelberg, wurde 1829 Privatdozent in Heidelberg, 1833 ordentlicher Professor der Theologie in Zürich, 1861 in Heidelberg. Wir nennen von seinen Schriften: »Begriff der Kritik, am Alten Testament praktisch erörtert« (Heidelb. 1831); »Der Prophet Jesaja, übersetzt und ausgelegt« (das. 1833); »Die Psalmen« (das. 183536, 2 Bde.; neue Ausarbeitung, Leipz. 186365, 2 Bde.); »Ostern und Pfingsten« (Heidelb. 1838); »Die zwölf kleinen Propheten« (Leipz. 1838, 4. Aufl. 1881); »Der Prophet Jeremia« (das. 1841, 2. Aufl. 1866); »Der Prediger« (das. 1847, 2. Aufl. 1883); »Der Prophet Ezechiel« (das. 1847); »Das Buch Daniel« (das. 1850); »Das Hohe Lied« (das. 1855); »Die Sprüche Salomonis« (Zürich 1858, 2. Aufl. 1883); »Das Buch Hiob« (Leipz. 1874). Besonders diese Kommentare haben neben Ewalds und Tuchs Arbeiten das Wissen um das Alte Testament ungemein gefördert, wiewohl die geniale Kühnheit der Kombinationen Hitzigs vielen Widerspruch finden mußte. Außerdem sind hervorzuheben: »Die Erfindung des Alphabets« (Zürich 1840); »Über Johannes Marcus und seine Schriften« (das. 1843); »Urgeschichte und Mythologie der Philistäer« (Leipz. 1845); »Geschichte des Volkes Israel« (das. 186970, 2 Tle.); »Zur Kritik Paulinischer Briefe« (das. 1870); »Die Inschrift des Mesha« (Heidelb. 1870); »Sprache und Sprachen Assyriens« (Leipz. 1871); »Vorlesungen über biblische Theologie und messianische Weissagungen des Alten Testaments« (hrsg. von Kneucker, Karlsr. 1880). Vgl. Kneucker, Zur Erinnerung an F. H. (Karlsr. 1882); Steiner, Ferdinand H. (Zürich 1882); Hausrath, Kleine Schriften (Leipz. 1883).
   3) Georg Heinrich Friedrich, Architekt, Sohn von H. 1), geb. 8. April 1811 in Berlin, gest. daselbst 11. Okt. 1881, besuchte die Bauakademie in Berlin und war darauf in Triest, später in Berlin tätig, wo er sich der Gruppe von Architekten anschloß, welche die malerische Anordnung der Bauteile und ihre Einordnung in die umgebende Landschaft nach dem Vorbild Schinkels mit vielem Glück fortbildeten und jene Villenarchitektur schufen, die der westlichen Vorstadt Berlins den Charakter ausprägte. Außer dem Palazzo Revoltella in Triest und einigen herrschaftlichen Landsitzen in Mecklenburg sind von Hitzigs Bauten eine Anzahl Berliner Privathäuser in der Viktoria- und

[Bd. 6, Sp. 387]


Bellevuestraße, das Gersonsche Haus in der Tiergartenstraße, das Haus des Bildhauers Drake und das des Grafen Pourtalés hervorzuheben. Der erste große Monumentalbau Hitzigs war die neue Berliner Börse, die ihm als dem Sieger in einer Konkurrenz übertragen wurde. Der Bau war für Berlin insofern epochemachend, als er durchweg in gediegenem Material, die Fassade in Sandstein, ausgeführt ist, wodurch der Berliner stuck- und gipsbekleideten Scheinarchitektur ein Beispiel des Bessern vorgeführt wurde. Es folgten: der monumentale Bau der Reichsbank (s. Tafel Meyers »Berliner Bauten I«, Fig. 2), das Polytechnikum in Charlottenburg und der Umbau des Zeughauses zu einer Waffensammlung und Ruhmeshalle, die in einer mächtigen Kuppel gipfelt. Von der strengen Schinkelschen Richtung ausgehend, näherte sich H. immer mehr der italienischen Renaissance, mit deren Hilfe er sowohl in den Fassaden als in den Innenräumen die großartigsten monumentalen Wirkungen zu erreichen wußte. Er war Ritter des Ordens pour le mérite, Präsident der Akademie der Künste und Geheimer Oberbaurat. Ein großer Teil seiner Arbeiten ist veröffentlicht unter dem Titel: »Hitzigs ausgeführte Bauwerke« (Berl. 185067, 2 Bde. und Supplement).
   4) Julius Eduard, Sohn des vorigen, Mediziner, geb. 6. Febr. 1838 in Berlin, studierte in Würzburg und Berlin, habilitierte sich 1872 in Berlin, wurde 1875 Professor der Psychiatrie und Direktor der Irrenanstalt in Zürich und 1879 in Halle, wo er die Errichtung einer selbständigen Klinik für psychische und Nervenkrankheiten, der ersten in Preußen, veranlaßte. 1903 trat er wegen eines Augenleidens vom Lehramt zurück. Er arbeitete besonders über Physiologie und Pathologie des Gehirns und bewies zuerst experimentell die Lokalisation der psychischen Funktionen im Großhirn. Eine Sammlung dieser Arbeiten erschien als »Untersuchungen über das Gehirn« (Berl. 1874; 2. Aufl. als »Physiologische und klinische Untersuchungen über das Gehirn«, das. 1904). Er schrieb noch: »Über traumatische Tabes und die Pathogenese der Tabes im allgemeinen« (Berl. 1894); »Über den Querulantenwahnsinn, seine nosologische Stellung und forensische Bedeutung« (Leipz. 1895); »Über den Schwindel« (in Nothnagels »Spezieller Pathologie und Therapie«, Bd. 12, Wien 1898).
 
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Hitziger Wasserkopf (Hydrocephalus tuberculosus acutus), tuberkulöse Gehirnhautentzündung, s. Meyers Gehirnhautentzündung 4).
 
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Hitziges Gliederweh, akute Gelenkentzündung, s. Meyers Gelenkentzündung 1).
 
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Hitzigkeit der Hündin, s. Meyers Läufigkeit.
 
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Hitzkirch, Dorf im schweizer. Kanton Luzern, Bezirk Hochdorf, unweit des Baldeggersees, an der Eisenbahn Luzern-Lenzburg, 514 m ü. M., mit bedeutendem Obstbau und (1900) 729 kath. Einwohnern, Sitz des luzernischen Lehrerseminars, ehemals Kommende des Deutschen Ritterordens. Am Ausfluß des Sees Pfahlbauten.
 
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Hitzläufer, s. Meyers Hitzbank.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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