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Histōrik bis Historische Zeitschriften (Bd. 6, Sp. 379 bis 383)
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Artikelverweis Histōrik (lat.), die Wissenschaft der Geschichtschreibung; vgl. J. G. Droysen, Grundzüge der H. (3. Aufl., Leipz. 1882); Historiker, Geschichtsforscher,-Kenner,-Schreiber. S. Meyers Geschichte.
 
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Historikertag, deutscher, Versammlung deutscher Historiker zur Besprechung gemeinsamer Angelegenheiten. Der erste Historikertag fand 1893 in München, der zweite 1894 in Leipzig, der dritte 1895 in Frankfurt a. M. statt; auf diesem wurde die Gründung des Verbandes deutscher Historiker beschlossen. Der vierte Historikertag wurde 1896 in Innsbruck, der fünfte 1898 in Nürnberg, der sechste 1900 in Halle, der siebente 1903 in Heidelberg, der achte 1904 in Salzburg abgehalten.
 
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Historĭographie (griech.), Geschichtschreibung; Historiograph, Geschichtschreiber. Zu kaiserlichen, königlichen, fürstlichen Historiographen sind seit dem 16. Jahrh. in Deutschland, ebenso aber auch im Ausland, z. B. in Frankreich, Schweden, Rußland, zahlreiche Geschichtsforscher ernannt worden. Es handelte sich dabei nicht bloß um einen Titel, sondern zumeist um ein mit Besoldung verbundenes Hof- oder Staatsamt, dessen Inhaber die Verpflichtung übernahmen, sich mit der Geschichte eines Landes oder eines Fürstenhauses berufsmäßig zu beschäftigen. Kaiserliche Historiographen waren unter andern im 17. und 18. Jahrh. Gualdo Priorato, Peter Lambeck, Franz Wagner, Marquard Herrgott; als Historiograph der Herzoge von Bayern begegnet schon im Anfang des 16. Jahrh. Aventin; hannoverscher Historiograph war J. G. v. Eckhart, der später das gleiche Amt im Bistum Würzburg bekleidete; Schaten war Historiograph der Bischöfe von Münster und Paderborn, v. Falckenstein hatte in Brandenburg-Ansbach, Paullini in der Abtei Corvei, Schannat in der Abtei Fulda, J. D. Schöpflin in Frankreich die gleiche Stellung etc. In Brandenburg beginnt die fortlaufende Reihe der Historiographen unter dem Großen Kurfürsten (vgl. Fischer, Die offizielle brandenburgische Geschichtschreibung in der »Zeitschrift für preußische Geschichte und Landeskunde«, Bd. 15, Berl. 1878); der bedeutendste unter den brandenburgischen Historiographen dieser Jahrhunderte war Samuel v. Pufendorf, der vorher dasselbe Amt in Schweden innegehabt hatte.

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Im 19. Jahrh. haben den Titel eines Historiographen des preußischen Staates nacheinander geführt: Johannes v. Müller, B. G. Niebuhr, Fr. Wilken, L. v. Ranke, H. v. Treitschke; 27. Jan. 1898 wurde er dem Generaldirektor der preußischen Staatsarchive, R. Koser, verliehen; ein bestimmtes Amt bezeichnet er in neuerer Zeit nicht mehr. Außerdem wird der Titel eines Historiographen des brandenburgischen Hauses verliehen, den nach J. G. Droysen jetzt G. Schmoller führt.
 
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Histōrisch (griech.), geschichtlich, der Geschichte gemäß.
 
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Historische Geographie. Das Wiederaufleben der klassischen Studien im 15. und 16. Jahrh. führte, da die geographischen Schriften der Alten selbst zum vollen Verständnis der antiken Autoren, besonders der Geschichtschreiber, nicht ausreichten, bald dazu, alle bezüglichen Nachrichten aus dem ganzen Umfang der alten Literatur zu sammeln und miteinander und mit der vorhandenen Kenntnis der betreffenden Länder zu vergleichen. So entstand eine neue, zunächst rein philologische Disziplin, die alte Geographie, welche die wirklichen Verhältnisse der zu behandelnden Länder, besonders des Orients, wenig berücksichtigte. Die ersten Ansätze zu einer historischen Geographie finden sich bereits in Sebastian Münsters (14891552) »Cosmographia« von 1544. Grundlegend aber und noch heute von Wert sind die auf eigner ausgedehnter Durchwanderung, besonders von Italien und Sizilien, beruhenden Werke des Philipp Clüver (15801622) aus Danzig, während die dann folgenden Arbeiten eines Palmerius, Cellarius (16381707) und andrer ganz veraltet sind. Als Reformator der alten und neuen Kartographie gilt der Pariser Bourguignon d'Anville (16971782), dessen Kartenwerke jetzt freilich einen lange überwundenen Standpunkt bezeichnen, aber ebenso wie seine Schriften von grundlegender Bedeutung gewesen sind. Sein Zeitgenosse Fréret (16881749) ist der erste, der die Geschichte der Geographie und die alte Ethnographie bearbeitete. Als dritter schließt sich ihnen Gosselin (17511830) mit seinen Werken »Géographie des Grecs analysée« und »Recherches sur la géographie des anciens« an. Im 19. Jahrh. beteiligten sich wieder vornehmlich deutsche Gelehrte an der Pflege dieser Disziplin, wie Konrad Mannert, dessen zehnbändige »Geographie der Griechen und Römer« (Nürnb. 17951825) noch immer Wert besitzt; dann F. A. Ukert, von dessen sorgfältig und mit reicherm Material ausgearbeiteter »Geographie der Griechen und Römer« (Weim. 181646) nur drei Teile, die außer der Einleitung West- und Nordeuropa und Skythien enthalten, erschienen sind Albert Forbigers fleißig, aber mehr von philologischem als geographischem Standpunkt gearbeitetes »Handbuch der alten Geographie« (184248, 3 Bde.; Bd. 3 als »Handbuch der alten Geographie von Europa«, 2. umgearbeitete Aufl. 1877) leidet an planloser Zerteilung des Stoffes und vielen falschen Zitaten. Ein den heutigen Anforderungen entsprechendes umfassendes Werk überalte Geographie gibt es nicht; in kurzer Fassung ist das neueste und beste H. Kieperts »Lehrbuch der alten Geographie« (Berl. 1878). W. Smiths »Dictionary of Greek and Roman Geography« (Lond. 1854, 2 Bde.) ist in seinen einzelnen, von verschiedenen Autoren herrührenden Artikeln von sehr ungleichem Wert und z. T. veraltet. Besseres bietet die seit 1893 im Erscheinen begriffene neue Auflage von Pauly-Wissowas »Realenzyklopädie der klassischen Altertumswissenschaft«. Vgl. Tozer, A history of ancient geography (Lond. 1897).
   Von Spezialwerken über einzelne Länder der Alten Welt nennen wir hier nur eine kleine Auswahl, meist neuern Ursprungs, wobei zu bemerken ist, daß die lokale Schriftstellerei über Fragen der alten Geographie, besonders in England, Frankreich, Italien und auch Griechenland, einen ganz gewaltigen Umfang angenommen hat. Für Meyers Britannien (s. d.) sind die beiden noch unersetzten Hauptwerke Camdens »Britannia« (1586) und Horsleys »Britannia Romana« (1732); für Meyers Gallien (s. d.) ist noch immer d 'Anvilles grundlegende »Notice de la Gaule ancienne« (1760) von Wert, dann Walckenaers »Géographie ancienne historique et comparée des Gaules« (1839) und Desjardins' vierbändige, aber unvollendete »Géographie historique et administrative de la Gaule romaine« (187693); Hispanien dagegen entbehrt noch einer zusammenfassenden Behandlung, ebenso wie die gesamten Donauländer. Für Italien sind H. Nissens »Italische Landeskunde« (Bd. 1: »Land und Leute«, Berl. 1883; Bd. 2: »Die Städte«, 1902 f.), dann A. Bormanns »Altlatinische Chorographie und Städtegeschichte« (Halle 1852), Abekens »Mittelitalien vor den Zeiten römischer Herrschaft« (Stuttg. 1843) und J. Belochs »Kampanien« (Berl. 1879; 2. vermehrte Ausg., Bresl. 1890) zu nennen. Besser ist für Griechenlands Kenntnis gesorgt durch E. Curtius' »Peloponnesos« (Gotha 185152, 2 Bde.), Bursians »Geographie von Griechenland« (Leipz. 186272, 2. Bde.) und Lollings »Hellenische Landeskunde und Topographie« (in J. Müllers »Handbuch der klassischen Altertumswissenschaft«, Bd. 3, Nördling. 1889). Wegen der weitschichtigen Literatur über die Topographie von Rom und Athen vgl. die betreffenden Artikel. Für die römische Zeit der österreichischen Länder ist F. Pichlers »Austria romana, geographisches Lexikon etc.« (Leipz. 1904, 2 Bde.) zu vergleichen. Für Kleinasien, dasjenige Land, dessen klassische Topographie in den letzten Jahrzehnten vielleicht die größten Fortschritte gemacht hat, ist man z. T. immer noch auf Cramers »Description of Asia minor« (Oxf. 1832, 2 Bde.) angewiesen; manches Neue bringt die sonst unvollständige und mehr die byzantinische Zeit behandelnde »Historical geography of Asia minor« von W. M. Ramsay (Lond. 1390) und dessen »Cities and bishoprics of Phrygia« (Oxf. 1895 ff.). Den fernern Osten betreffen Vivien de Saint-Martins »Etudes de géographie ancienne et d'ethnographie asiatique« (Par. 1850), die betreffenden Abschnitte in Spiegels »Erânischer Altertumskunde« (Leipz. 1871 bis 1878, 3 Bde.) und Lassens »Indischer Altertumskunde« sowie A. Cunninghams »Ancient geography of lndia« (Bd. 1, 1871). Für Arabien ist Sprengers »Alte Geographie Arabiens« (Bern 1875), für Ägypten Brugsch' »Geographie des alten Ägyptens« (Leipz. 1857) unentbehrlich. Was die kartographische Darstellung der alten Geographie anlangt, so entspricht dem augenblicklichen Stande der Wissenschaft nur H. Kieperts fast alljährlich berichtigter »Atlas antiquus« (12 Karten; 12. Aufl., Berl. 1901); dann der v. Sprunersche »Atlas antiquus«, von dem 1893 die 4., von W. Sieglin bearbeitete Auflage begonnen wurde (bis 1895: 21 Blätter, Gotha). Während letzterer mehr die Grenzänderungen berücksichtigt, legt ersterer mehr Gewicht auf das Topographische, ebenso wie H. Kieperts zahlreiche Karten zum »Corpus inscriptionum latinarum« (bis 1902: 45 Blatt). Von letzterm erschienen seit 1894: 11 Blätter (die letzten 5 von R. Kiepert

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bearbeitet) eines großen Atlas der Alten Welt in 36 Karten, der »Formae orbis antiqui«. Von sehr ungleichem Werte sind die in den letzten Jahren von verschiedenen Autoren bearbeiteten »Murray's handy classical maps« (London).
   In das Mittelalter leiten über: Zeuß' »Die Deutschen und ihre Nachbarstämme« (Münch. 1837) und Diefenbachs »Origines europaeae« (Frankf. 1861). Einen ersten Beitrag zur Geographie des Mittelalters lieferte Juncker in seiner »Anleitung zur Geographie der mittlern Zeiten« (Jena 1712), die aber fast ausschließlich Deutschland behandelt. Auch die Arbeiten von Köhler, d'Anville und Pischon sind dürftig; vielfach überschätzt wird Lelewels »Géographie du moyen-âge« (Brüss. 185052, 4 Bde.; nebst »Epilogue«, 1857). An einer zusammenfassenden Behandlung des Gegenstandes fehlt es begreiflicherweise; dagegen gibt es überaus zahlreiche Einzelarbeiten. Neuere Werke sind: Knüll, »Historische Geographie Deutschlands im Mittelalter« (Bresl. 1903); Kretschmer, »Historische Geographie von Mitteleuropa« (Münch. 1904). Kartographische Darstellungen der mittlern und neuern Zeit lieferten zuerst Kruse und Lesage; die bedeutendste Leistung auf diesem Gebiet ist Sprüners »Handatlas für die Geschichte des Mittelalters und der neuern Zeit« (3. Aufl. von Menke, 90 Karten, Gotha 1879), neben dem Wolfs »Historischer Atlas« (19 Karten, Berl. 1877) und G. Droysens »Allgemeiner historischer Handatlas in 96 Karten« (Leipz. 1885) zu nennen sind.
 
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Historische Gesellschaften, s. Meyers Historische Vereine.
 
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Historische Kommission, ein der königlich bayr. Akademie der Wissenschaften in München beigeordnetes wissenschaftliches Institut zur Herausgabe wichtigen Quellenstoffs für die deutsche Geschichte und Unterstützung hervorragender Geschichtswerke; es wurde 1858 vom König Maximilian II. von Bayern auf Anregung seines Lehrers Leopold v. Ranke, der zum Vorstand ernannt wurde, gegründet; die bedeutendsten Vertreter der Geschichtswissenschaft in Deutschland wurden zu Mitgliedern ernannt. Die Dotation betrug ursprünglich 15,000 Gulden jährlich. 1880 überwies König Ludwig II. der Kommission die jährlichen Renten eines Kapitals von 650,000 Mk. aus dem Nachlaß König Maximilians II. Gegenwärtig ist Theodor v. Sickel Vorstand, K. Th. v. Heigel geschäftsführender Sekretär der Kommission. Ein Verzeichnis der bis 1883 erschienenen, damals bereits über 160 Bände zählenden, seitdem bedeutend vermehrten Publikationen der Historischen Kommission bringt die bei ihrem 25jährigen Jubiläum erschienene Denkschrift »Die H. K. bei der königlich bayrischen-Akademie der Wissenschaften« (Münch. 1883). Ähnliche Kommissionen zur Pflege der Landesgeschichte sind seit 1880 für das Großherzogtum Baden, die Königreiche Württemberg und Sachsen, für das Elsaß sowie für die Provinzen Sachsen, Hessen-Nassau und Westfalen errichtet worden. Auch bei der Wiener Akademie der Wissenschaften bestehen eine »Kommission zur Pflege vaterländischer Geschichte«, die das »Archiv für österreichische Geschichte« (92 Bde.) sowie die »Fontesrerum Austriacarum« (62 Bde.) herausgibt, und eine Kommission für neuere österreichische Geschichte.
 
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Historisches Genre, s. Meyers Genremalerei.
 
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Historisches Institut, eine vom preuß. Unterrichtsministerium als Historische Station 1888 in Rom errichtete Anstalt zur Förderung und Unterstützung deutscher Gelehrten bei historischen Studien und zu eignen Forschungen im vatikanischen Archiv, sowie in den übrigen römischen und italienischen Archiven und Bibliotheken. Sie steht unter der Oberleitung eines Kuratoriums unter dem Vorsitz des Generaldirektors der preußischen Staatsarchive, dem ein wissenschaftlicher Beirat von fünf Professoren zur Seite steht; jetziger Vorsteher ist Professor Paul Kehr. 1890 erhielt die Anstalt den Namen Königlich preußisches Historisches Institut. Zunächst ward die Herausgabe der Berichte päpstlicher Nunzien in der Reformationszeit unternommen (18921901: 12 Bde.). Ferner wurde 1897 der erste Band eines »Repertorium germanicum« herausgegeben, d. h. ein Verzeichnis aller in den römischen Archiven vorhandenen Urkunden aus den beiden ersten Jahren Eugens IV. (143132) für Deutschland. Endlich gibt das Historische Institut seit 1897 die Zeitschrift »Quellen u. Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken« heraus. Vgl. Friedensburg, Das königlich preußische Historische Institut in Rom (Berl. 1903). Auch Österreich (Leiter: L. Pastor), Ungarn (Leiter: Bischof Fraknoi), Belgien und die katholische Görres-Gesellschaft (Leiter: Monsig. Ehses) unterhalten Historische Institute in Rom; ähnliche Zwecke verfolgt auch die historische Abteilung der Ecole française de Rome (Leiter: Abbé L. Duchesne), deren Organ die Zeitschrift »Mélanges d'histoire et d'archéologie« ist, und deren größere Publikationen in der »Bibliothèque des écoles françaises de Rome et d'Athènes« (seit 1871) erscheinen.
 
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Historische Vereine sind Gesellschaften und Institute, deren Bestrebungen vornehmlich auf die historischen Wissenschaften gerichtet sind. In Deutschland datiert die Entstehung der meisten historischen Vereine aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, nachdem die Befreiungskriege das Gefühl deutscher Zusammengehörigkeit und das Interesse für die Geschichte des Vaterlandes aufs neue erweckt hatten. Ein großes Verdienst an ihrer ersten Entwickelung gebührt dem Freiherrn vom Stein. Die Gründung der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde zu Frankfurt a. M. (1819), die jetzt durch die Kaiserliche Zentraldirektion der Monumenta Germaniae historica (s. d.) in Berlin vertreten wird, gab die erste Anregung zur Errichtung ähnlicher Institute, die durch Herausgabe eigner Fachzeitschriften und Unterstützung historischer Untersuchungen die Geschichtsforschung fördern halfen. Die historischen Vereine Deutschlands haben ihren Mittelpunkt in dem »Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine«, dessen Verwaltungsgeschäfte seit 1885 der Vorstand des Vereins für die Geschichte Berlins führt. Der Gesamtverein hält an wechselnden Orten jährliche Versammlungen und gibt seit 1852 als Zentralorgan das »Korrespondenzblatt« (jetzt redigiert von P. Bailleu in Berlin) heraus. Die Vereinigung der einzelnen Vereine zu einem Gesamtverein erfolgte 1852 auf der von dem Verein für rheinische Geschichte und Altertümer zusammenberufenen Generalversammlung deutscher Geschichtsforscher zu Mainz.
   [Historische Vereine in Deutschland.] Die Zahl der dem Verbande angehörenden historischen Vereine Deutschlands betrug 1903: 167; außerhalb des Verbandes standen nur wenige größere, aber mehr als 100 kleine h. V. Aus der großen Reihe der deutschen Vereine seien hier die wichtigsten hervorgehoben; dazu gehören in Bauern: die Historischen Vereine für Oberbayern in München (gegründet 1837), für Niederbayern in Landshut (1845), für die Oberpfalz und Regensburg in Regensburg (1830), für Unterfranken und Aschaffenburg in Würzburg (1830),

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für Mittelfranken in Ansbach (1830), für Oberfranken früher (seit 1820) in Bamberg, jetzt in Bayreuth, für Schwaben und Neuburg in Augsburg (1821), für die Pfalz in Speyer (1827). In Württemberg der Verein für Altertumskunde (1822) und der württembergische Altertumsverein (1843) in Stuttgart sowie der historische Verein für das württembergische Franken (1847) in Hall und andern Orten und der Verein für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben (1841). In Hohenzollern der Verein für Geschichte und Altertumskunde in Sigmaringen (1867). In Baden der Altertumsverein in Baden-Baden (1844), die Gesellschaft zur Beförderung der Geschichts- und Altertumskunde (1826), der kirchlich-historische Verein der Erzdiözese Freiburg (1862) und der Breisgauer Verein Schauinsland (1873), alle in Freiburg, ferner der Verein für Geschichte und Naturgeschichte der Baar in Donaueschingen (1842). Im Bodenseegebiet der Verein für die Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung (1868) in Lindau, Friedrichshafen und Konstanz. In Elsaß-Lothringen die Gesellschaft für Erhaltung der geschichtlichen Denkmäler im Elsaß (Société pour la conservation des monuments historiques, 1855) in Straßburg und die Gesellschaft für lothringische Geschichte und Altertumskunde in Metz, die 1888 an die Stelle der Société d'archéologie et d'histoire de la Moselle (1858) getreten ist. In den preußischen Rheinlanden der Verein der Altertumsfreunde im Rheinlande (1841) zu Bonn, die Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde (1872) und der Historische Verein für den Niederrhein (1854) in Köln, der Bergische Geschichtsverein (1863) in Elberfeld, der Historische Verein für Stadt und Stift Essen (1880) und die Geschichtsvereine in Aachen (1879) und Düsseldorf (1880), endlich der Historische Verein für Nahe und Hunsrücken in Kreuznach (1856) und der Historische Verein für die Saargegend in Saarbrücken (1839). In Hessen, Nassau etc.: der Historische Verein für das Großherzogtum Hessen in Darmstadt (1834), der Oberhessische Verein für Lokalgeschichte in Gießen (1878), der Verein zur Erforschung rheinischer Geschichte und Altertumskunde in Mainz (1844), der Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung in Wiesbaden (1821), die Gesellschaft für Frankfurts Geschichte und Kunst (1837), der Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde in Kassel (1834) und der Historische Verein für die Fürstentümer Waldeck und Pyrmont in Korbach (1862). In Westfalen der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens in Münster und Paderborn (1824), der Historische Verein für das Herzogtum Westfalen in Arnsberg (1838), der Historische Verein für die Grafschaft Ravensberg in Bielefeld (1876), der Historische Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark (1872) und der Verein für die Geschichte von Soest und der Börde (1881). In Niedersachsen etc. der Historische Verein für Niedersachsen in Hannover (1835), der Hansische Geschichtsverein in Lübeck (1870), die Abteilung des Künstlervereins für Bremische Geschichte und Altertumskunde (1862), der Verein für Hamburgische Geschichte (1846), der Verein für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde (1841), die Gesellschaft für Schleswig-Holstein-Lauenburgische Geschichte in Kiel (1833), der Verein für die Geschichte des Herzogtums Lauenburg in Mölln (1883), der Landesverein für Altertumskunde in Oldenburg (1875), der Osnabrückische Verein für Geschichte und Landeskunde (1847), die Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer in Emden (1820), der Verein für die Geschichte der Herzogtümer Bremen und Verden in Stade (1857), der Verein für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde in Schwerin (1835). In Obersachsen und Thüringen der Königlich Sächsische Altertumsverein zu Dresden (1824), die Geschichts- und Altertumsforschende Gesellschaft des Osterlandes zu Altenburg (1838), der Vogtländische Altertumsforschende Verein zu Hohenleuben (1825), der Hennebergische Altertumsverein zu Meiningen (1832), der Verein für Hennebergische Geschichte und Landeskunde in Schmalkalden (1873), der Verein für Geschichte und Altertümer der Grafschaft Mansfeld in Eisleben (1864), der Harzverein für Geschichte und Altertumskunde in Wernigerode (1868), der Verein für Geschichte und Altertumskunde des Herzogtums Magdeburg (1865), der Thüringisch-Sächsische Verein für Erforschung der vaterländischen Altertümer in Halle (1819), der Verein für Anhaltische Geschichte und Altertumskunde in Dessau (1875), der Verein für Geschichte, Altertümer und Landeskunde des Fürstentums Schaumburg-Lippe in Bückeburg. In Brandenburg und Pommern: die Vereine für die Geschichte der Mark Brandenburg (1836), für die Geschichte der Stadt Berlin (1865), die Historische Gesellschaft (1872) und der Verein Herold (1869) in Berlin, der Historische Verein zu Brandenburg (1868), der Altmärkische Verein für vaterländische Geschichte und Industrie (1836) in Salzwedel, die Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde in Stettin und Greifswald (1824), die Gesellschaft Pommerania in Ducherow (1864). In Schlesien und Posen: die Schlesische Gesellschaft für vaterländische Kultur (1803) und der Verein für Geschichte und Altertum Schlesiens (1846) in Breslau, die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften in Görlitz (1779), die Historische Gesellschaft für die Provinz Posen. Endlich in Preußen: der Verein für die Geschichte von Ost- und Westpreußen (1872) und die Altertumsgesellschaft Prussia (1844) in Königsberg, der Westpreußische Geschichtsverein zu Danzig (1879), der Historische Verein für Ermeland in Braunsberg (1856) und der Historische Verein für den Regierungsbezirk Marienwerder (1875). Vgl. Walther, Systematisches Repertorium über die Schriften sämtlicher historischen Vereine Deutschlands (Darmst. 1845); Stöhr, Deutsches Vereinshandbuch (Frankf. a. M. 1873); Bossert, Die historischen Vereine vor dem Tribunal der Wissenschaft (Heilbr. 1883); Müller, Die wissenschaftlichen Vereine und Gesellschaften Deutschlands. Bibliographie ihrer Veröffentlichungen (Berl. 1885 ff.); »Deutsche Geschichtsblätter« (hrsg. von Tille, Gotha 1900 ff.).
   In Österreich traten die historischen Vereine in den Provinzen z. T. als Museumsvereine ins Leben; die Provinzialvereine für Steiermark, Kärnten und Krain waren bis 1849 unter der gemeinschaftlichen Benennung von »Innerösterreich« vereinigt und standen bis dahin unter Leitung eines Zentralausschusses, dem der Erzherzog Johann präsidierte. Jetzt sind die wichtigsten der Altertumsvereine der Verein für Landeskunde von Niederösterreich und der heraldische Verein Adler in Wien; die Gesellschaft für Salzburger Landeskunde in Salzburg; das Ferdinandeum für Tirol und Vorarlberg in Innsbruck; der Historische Verein für Steiermark in Graz; der Geschichtsverein für Kärnten in Klagenfurt; der Musealverein für Krain in Laibach; der Verein für Geschichte der Deutschen

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in Böhmen zu Prag; der Verein für die Geschichte Mährens und Schlesiens in Brünn; die Società del gabinetto di Minerva in Triest und die Società istriana di archeologia e storia patria in Parenzo. Aus Ungarn seien die Ungarische Historische Gesellschaft und die Ungarische Genealogisch-Heraldische Gesellschaft in Budapest, aus Siebenbürgen der Verein für Siebenbürgische Landeskunde in Hermannstadt genannt. Die Schweiz besitzt, wie Deutschland, einen Vereinigungspunkt aller Historiker in der im Herbst jeden Jahres an wechselnden Orten sich versammelnden Allgemeinen Geschichtsforschenden Gesellschaft der Schweiz, mit dem Vorort Zürich. Daneben bestehen fast in allen Kantonen noch besondere h. V. Einen über die Kantonsgrenzen hinausgehenden Bezirk vertreten der Historische Verein der fünf Orte (Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug) und die Société d'histoire de la Suisse Romande in Lausanne, die ihre Arbeiten nicht auf das Waadtland beschränkt.
   [Ausland.] In Frankreich begann sich eine größere Verbreitung historischer Vereine ebenfalls erst mit Beginn der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts zu entwickeln. Von allgemeiner Bedeutung sind die Société de l'histoire de France, die Société nationale des antiquaires de France, die Société de l'histoire du protestantisme français, die Société française d'archéologie, die von Paris aus geleitet werden; eine Verbindung zwischen den historischen Vereinen vermittelt das Comité des travaux historiques et des sociétés savantes. Die Zahl der provinzialen Vereine, die zum Teil (namentlich die ältern) als Akademien bezeichnet werden und vielfach nicht bloß historische Studien betreiben, sondern auch der Statistik, Nationalökonomie, Rechtswissenschaft, Literaturgeschichte, Philosophie und Philologie sich zuwenden, ist sehr groß. Ihr Wirkungskreis beschränkt sich zuweilen auf ein Departement, zahlreich sind aber auch die historischen Vereine, die sich mit der Geschichte einer oder mehrerer der alten 1789 beseitigten Provinzen Frankreichs befassen. So gibt es z. B. Gesellschaften für Südfrankreich in Toulouse, für Savoyen in Chambery, für die Dauphiné in Grenoble, für Lyonnais in Lyon, für Forez in Montbrison, für Périgord in Périgueux, für Gascogne in Auch, für Poitou in Poitiers, für Saintonge und Aunis in Saintes, für Vendée in Fontenay-le-Comte, für Touraine, Orléanais, Limousin in Tours, Orléans, Limoges, für Auvergne in Clermont-Ferrand, für Bourgogne in Dijon, für Lothringen in Nancy, für Bretagne in Nantes, für Normandie in Rouen, für Picardie in Amiens, für das wallonische Flandern in Douai. Dazu kommen zahlreiche Departementalvereine. Ähnlich bestehen in Belgien und den Niederlanden zahlreiche Provinzialvereine zu Antwerpen, Arlon, Brügge, Brüssel, Dendermonde, Gent, Lüttich, Mons, Namur, Tournai, Ypern u. a., sowie in Amsterdam, Arnhem, Leeuwarden, Maastricht, Overyssel und Utrecht u. a.; auch in Luxemburg gibt es eine historische Sektion des Institut grandducal du Luxembourg, eine Société pour la recherche et la conservation des monuments historiques und ein Verein für Luxemburger Geschichte, Literatur und Kunst. Nächst Frankreich zeichnet sich Großbritannien durch die eifrige Privatpflege historischer Bestrebungen aus. In London sind als h. V. besonders hervorzuheben: Society of antiquaries, Royal Historical Society, Archaeological Institute of Great Britain and Ireland, British Archaeological Association, Ethnological Society, Numismatic Society, Arundel Society und Camden Society; in Edinburg die Scotland Society of Antiquaries; in Cambridge die Cambridge Antiquarian Society und die Cambrian Archaeological Association; in Dublin die Irish Archaeological Society; in Oxford die Ashmolean Society; in Shrewsbury die Shropshire and Northwales Antiquarian Society und die Archaeological Society of Sussex u. a. Dänemark ist durch die Société royale des antiquaires du Nord, die Kongelige Danske Selskab for Fädrelandets Historie og Sprog, die Selskab for Danmarks kirke historie zu Kopenhagen und die Jydske historisktopografiske Selskab zu Aalborg; Schweden durch die Svenska Historiska Förening und die Svenska Fornminnes-Förening zu Stockholm; Norwegen durch die Norske Historiske Förening und die Forening til Norske Fortidsmindesmerkers Bevaring zu Christiania vertreten. Rußlands h. V. sind meistens Staatsanstalten und ressortieren als solche vom kaiserlichen Ministerium für Volksaufklärung. Es bestehen in Petersburg die Société impériale archéologique et numismatique; in Moskau die Société impériale moscovite pour l'histoire et les antiquités; in Odessa die Société impériale d'histoire et d'antiquités; in Kiew die Commission archéologique; in Wilna die Société archéologique; in Riga die Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde der Ostseeprovinzen; in Dorpat die Gelehrte Esthnische Gesellschaft. Die Pflege der Geschichtsforschung in Italien liegt großenteils in den Händen der zahlreichen wissenschaftlichen Akademien oder vom Staat ernannten historischen Deputationen, die es in allen Provinzen gibt, und für die durch das Istituto storico Italiano in Rom neuerdings ein Mittelpunkt geschaffen ist. Auch die Società storica Lombarda in Mailand und die Società Ligure, Napoletana, Siciliana di storia patria in Genua, Neapel, Palermo, die bedeutendsten der nicht rein staatlich organisierten Gesellschaften, stehen mit diesem Istituto in Verbindung. Spanien und Portugal finden wir durch die Real Académia de la historia zu Madrid und die Académie d'histoire, d'archéologie et de langue zu Santarem vertreten.
   In den Vereinigten Staaten von Nordamerika bestehen gleichfalls fast in jedem Staat Gesellschaften, die ihre Tätigkeit historischen Forschungen widmen. Ihre Bildung fällt vorzugsweise in die Jahre 182050. Sie führen fast übereinstimmend die Bezeichnung Historical Society unter Beifügung ihres geographischen Wirkungskreises. Auch in Kanada, in verschiedenen Staaten Südamerikas sowie in Ägypten, Indien, Japan gibt es historische Vereinigungen.
 
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Historische Zeitschriften allgemeinen Inhalts sind in der letzten Zeit in allen Ländern in großer Zahl entstanden (über die provinzialen und lokalen s. Meyers Historische Vereine). In Deutschland haben die ältern Unternehmungen der Art, das »Archiv für Geschichte und Literatur« von Schlosser und Bercht (Frankf. 183035, 6 Bde.), die »Historisch-politische Zeitschrift« von L. Ranke (Hamb. u. Berl. 18321836, 2 Bde.) und die »Zeitschrift für Geschichtswissenschaft« von A. Schmidt (Berl. 184448, 9 Bde.), nur eine kurze Lebensdauer gehabt; erst die von H. v. Sybel 1859 begründete, seit Band 62 von ihm und M. Lehmann, seit Band 73 von Sybel und F. Meinecke, seit Band 76 von H. v. Treitschke und Meinecke, seit Band 77 von letzterm allein herausgegebene

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»Historische Zeitschrift« hat sich dauernden Bestandes zu erfreuen gehabt (Münch. 18591904, 93 Bde.). Ihr zur Seite stand das »Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde«, dessen erste 12 Bände in zwangloser Folge erschienen (Bd. 13 von Büchler und Dümge, Bd. 4 ff. von G. H. Pertz, Hannov. 182474) und das dann in dem als Organ der Zentraldirektion der »Monumenta Germaniae historica« regelmäßig fortgeführten »Neuen Archiv der Gesellschaft« etc. eine Fortsetzung erhielt (Bd. 113 von W. Wattenbach, Bd. 1428 von H. Breßlau, Bd. 29 u. 30 von E. Steinmeyer, Hannov. 18741904), deren Inhalt aber auf das Mittelalter beschränkt blieb. Für die Geschichte des Altertums sind erst neuerdings die »Beiträge zur alten Geschichte« von C. F. Lehmann (Leipz. 190104, 4 Bde.) geschaffen. Als Organ der Historischen Kommission bei der Münchener Akademie der Wissenschaften wurden die »Forschungen zur deutschen Geschichte« begründet, die nach dem Tode ihres Herausgebers G. Waitz eingingen (Götting. 186286, 26 Bde.). Auf katholischem Standpunkte steht das »Historische Jahrbuch« der Görres-Gesellschaft (Bd. 13 von G. Hüffer, Bd. 45 von Gramich, Bd. 611 von H. Grauert, Bd. 12 ff. von Grauert, L. Pastor und G. Schnürer, jetzt von Weiß, Münster 188082, Münch. 18831904, 25 Bde.). Neben die Historische Zeitschrift trat die »Deutsche Zeitschrift für Geschichtswissenschaft« von L. Quidde, seit Band 13 fortgesetzt von G. Seeliger (Freiburg 188998, 14 Bde.), deren Neue Folge die »Historische Vierteljahrschrift« von Seeliger (Leipz. 18981904, 7 Bde.) bildet. Eine besondere, durch ihren Titel angezeigte Richtung verfolgten die »Zeitschrift für allgemeine Geschichte, Kultur-, Literatur- und Kunstgeschichte« von H. v. Zwiedineck-Südenhorst (Stuttg. 188488, 5 Bde.) und die »Zeitschrift für deutsche Kulturgeschichte« von J. H. Müller und J. Falke (Nürnb. 185659, 4 Bde.; neue Folge von Müller allein, Hannov. 187275, 4 Bde.), die unter gleichem Titel 1890 von Chr. Meyer wieder aufgenommen wurde (Berl. 189093, 3 Bde.) und seit 1893 unter Leitung von G. Steinhaufen erschien, der statt ihrer seit 1903 ein »Archiv für Kulturgeschichte« herausgibt. Lediglich Anzeigen neu erschienener Schriften enthalten die seit 1873 von der Historischen Gesellschaft in Berlin herausgegebenen »Mitteilungen aus der historischen Literatur«, redigiert von F. Hirsch.
   Österreich hat nur wenige h. Z. von allgemeiner und zugleich größerer Bedeutung, die »Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung«, die E. Mühlbacher redigierte und seit seinem Tode O. Redlich herausgibt (Innsbr. 18801904, 25 Bde. und 6 Ergänzungsbände) und das von der Wiener Akademie herausgegebene »Archiv für Kunde österreichischer Geschichtsquellen«, jetzt »Archiv für österreichische Geschichte« (Wien 18481904, 92 Bde.). Für Ungarn sind »Századok« (»Jahrhunderte«) und »Történelmi Tár« (»Historisches Magazin«), die Organe der Historischen Gesellschaft in Budapest, zu erwähnen.
   Für die Schweiz nennen wir nur die von der Allgemeinen geschichtsforschenden Gesellschaft dieses Landes herausgegebenen historischen Zeitschriften: den »Anzeiger für schweizerische Geschichte« (Bern 18701904, 14 Bde.; jetzt hrsg. von W. v. Mülinen, das »Archiv für schweizerische Geschichte«, Zürich 18431876, 20 Bde.) und dessen Fortsetzung, das von G. Meyer von Knonau herausgegebene »Jahrbuch für schweizerische Geschichte« (das. 18761904, 29 Bde.). In den Niederlanden sind die »Bijdragen veer vaderlandsche geschiedenisen oudheidkunde«, hrsg. zuerst von J. A. Nijhoff, jetzt von P. J. Blok und P. L. Muller (Arnhem 183668; 's Graven haage 18694904, 34 Bde.), die wichtigste Zeitschrift. Für Belgien erwähnen wir den seit 1839 in Gent erscheinenden »Messager des sciences historiques«, die 1834 begonnene »Comptes rendus des séances de la commission royales d'histoire« und die von H. Kurth redigierten, nur Rezensionen enthaltenden »Archives belges« (Namur 1899, Lüttich 190004, 6 Bde.). Reicher ist die Zeitschriftenliteratur Frankreichs. Zu dem »Cabinet historique« (Par. 1855 ff., Bd. 122 von L. Paris, Bd. 23 ff. von U. Robert) und dem »Investigateur« (das. 18341904, 70 Bde.), dessen Fortsetzung seit 1865 »Revue de la Société des études historiques« und jetzt »Revue des études historiques« heißt, kamen die auf katholischem Standpunkte stehende »Revue des questions historiques« (das. 18661904, 76 Bde.), die bis 1902 von G. du Fresne de Beaucourt und seit dessen Tode von P. Allard herausgegeben wird, und die von G. Monod herausgegebene liberale »Revue historique« (das. 18761904, 85 Bde.), ferner neuerdings die »Revue d'histoire diplomatique« (das. 1887 ff.), die »Revue d'histoire moderne et contemporaine« (das. 1899 ff.) und die »Revue de synthèse historique« (das. 1900 ff., von H. Berr). Spezieller der Geschichte des Mittelalters zugewendet sind die »Bibliothèque de l'école des chartes« (Par. 18391904, 64 Bde.) und »Le moyen-âge« (das. 18881904, jetzt hrsg. von Marignan, Prou, Wilmotte und Vidier). Eine sehr große Zahl von historischen Zeitschriften wird in Italien herausgegeben, aber die meisten mit provinzialer Beschränkung; einen allgemeinen Charakter haben nur das hauptsächlich von G. Capponi begründete »Archivio storico italiano«, das seit dem Tode C. Paolis (s. d.) von A. del Vecchio redigiert wird (Flor. 1842) und 1904 beim 34. Bande der 5. Serie steht, ferner die seit 1892 in Pisa erscheinenden »Studi storici« von A. Crivellucci und E. Pais, das »Bullettino dell' Istituto storico italiano« (Rom 1886 bis 1904, 24 Hefte) und die »Rivista storica italiana« (Turin 1881 ff., Rom 1884 ff., von C. Rinaudo), die aber jetzt nur Rezensionen bringt. Hierzu kommt noch die von Tropea begründete, dann von ihm, Beloch und Pais herausgegebene »Rivista di storia antica« (Messina 18951900, 5 Bde.). Schließlich sei für Südeuropa noch das »Memorial historico español«, herausgegeben von der Academia de la historia (Madr 18511904, 43 Bde.) und das seit 1877 erscheinende »Boletin« dieser Akademie genannt.
   Unter den englischen historischen Zeitschriften hat nur die »English historical review«, begründet von M. Creighton, seit 1891 herausgegeben von S. R. Gardiner und R. Poole, seit Gardiners Tode von dem letztern allein (Lond. 18861904, 19 Bde.) eine größere allgemeine Bedeutung; an sie schließen wir gleich die »American historical review« von R. F. Jameson (New York 18951904, 9 Bde.) an. Für Dänemark sind zu erwähnen die »Annaler (seit 1866 »Aarboger«) for nordisk oldkyndighet og historie« (Kopenh. 18511904, 52 Bde.), die seit 1836 in französischer Sprache erscheinenden »Mémoires de la société des antiquaires du Nord« (bis 1902, 10 Bde.) und die »Historisk Tidsskrift«, herausgegeben von dem jeweiligen Schriftführer der Danske historisk forening (Kopenh. 18401904, 41 Bde.); für

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Schweden die »Antiqvarisk Tidsskrift for Sverige«. bis 1880 herausgegeben von Bror Emil Hildebrand, seitdem von dessen Sohn Hans Hildebrand (Stockh. 1864 ff., 16 Bde.), sowie die seit 1875 erscheinenden »Meddelanden frå Svenska riksarchivet«; für Norwegen die von der Norske historiske forening herausgegebene »Historisk Tidsskrift« (Christiania 1871 ff.); für Rußland endlich das »Magazin der kaiserlich russischen historischen Gesellschaft« (»Sbornik imperatorskawo Russkawo istoritscheskawo obschtschestwa«, St. Petersb. 1867 bis 1904, 117 Bde.).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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