Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Hischâm bis Hissen (Bd. 6, Sp. 376 bis 378)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Hischâm, Name mehrerer omaijad. Fürsten: H., Abd el Maliks Sohn, regierte als Kalif in Damaskus 724743; er war trotz seines berufenen Geizes ein tüchtiger Herrscher, welcher das Weltreich noch einmal kräftig zusammenhielt. H. J., Emir von Cordoba 788796, Sohn Abd er Rahmâns 1., ein kräftiger, dabei aber menschlicher Herrscher. H. II., Kalif von Cordoba 9761013, Sohn Hakems 11., kam elfjährig auf den Thron; der Hadschib Almansor, später dessen Sohn Mozaffar leiteten für ihn das Reich und führten glückliche Kriege gegen die Christen. Nach deren Tod bemächtigte sich der Omaijade Mohammed 1009 der Gewalt und ließ H. einkerkern; 1010 ward er nach Mohammeds Ermordung befreit, verschwand aber bei der 1013 im Bürgerkrieg erfolgten Verwüstung Cordobas durch die berberischen Söldner. H. III., Urenkel Abd er Rahmâns III., im Bürgerkrieg 1027 zum Kalifen ausgerufen, vermochte der Wirren nicht Herr zu werden, entsagte 1031 der Herrschaft und starb 1036 in Lerida.
 
Artikelverweis 
Hisingen, Insel an der Westküste Schwedens, im Kattegat, zwischen den Mündungsarmen des Götaelf gelegen, 222,5 qkm groß, mit Gotenburg durch eine eiserne Drehbrücke verbunden, enthält viele Villen, eine Provinzialirrenanstalt, eine Schiffswerfte und Maschinenfabriken. Über die Geschichte von H. s. Meyers Gotenburg, S. 155.
 
Artikelverweis 
Hiskīa (hebr. Chiskija), 727698 oder nach der assyrischen Zeitrechnung 715686 v. Chr. König von

[Bd. 6, Sp. 377]


Juda, Sohn des Ahas. In den ersten Jahren seiner Regierung, die im Innern auf eine religiöse Wiedergeburt gerichtet war, blieb H. in dem von seinem Vater eingegangenen Abhängigkeitsverhältnis zu Assyrien, und, erst als 704 Babylonien sich empörte, versuchte er, von schwerer Krankheit genesen (s. sein Danklied Jes. 38), nachdem er in der Friedenszeit seinen Schatz gefüllt und die Befestigungen Jerusalems verstärkt hatte, im Bunde mit andern syrischen Fürsten und im Vertrauen auf ägyptische Hilfe das assyrische Joch abzuschütteln. Um den Aufstand zu unterdrücken, unternahm der assyrische König Sanherib 701 einen Zug nach Syrien und bemächtigte sich des südlichen Teils von Palästina vor Ankunft der Ägypter. Obwohl H. 30 Talente Gold und 300 Talente Silber (über 4 Mill. Mk.) zahlte, wurde er dennoch in Jerusalem eingeschlossen und belagert, aber durch den Sieg Taharkas, des ägyptischen Königs aus äthiopischer Dynastie, gerettet, was als besondere Gnade Gottes für den frommen, gerechten und milden König galt. Sein Sohn Manasse folgte ihm in der Regierung.
 
Artikelverweis 
Hispalis (Hispal), im Altertum Stadt in Bätica (Hispanien), am Bätis (Guadalquivir) und für kleine Seeschiffe noch erreichbar, war ein bedeutender Handelsplatz der Turdetaner, unter Cäsar römische Kolonie (Julia Romula) und Sitz eines Obergerichtshofs, dann unter den Goten und Wandalen Hauptstadt des südlichen Spanien. Jetzt Sevilla.
 
Artikelverweis 
Hispanĭen, wahrscheinlich der älteste Name der Pyrenäischen Halbinsel, wurde von Wilh. v. Humboldt aus dem Baskischen (ezpaña, »Rand, Uferland«) erklärt. Das römische H. umfaßte das ganze heutige Spanien nebst Portugal und wurde durch die Pyrenäen von Gallien geschieden. An diese schließt sich gegen W. das Kantabrische Gebirge (bei Strabon und Florus Vindius oder Vinnius »weißes Gebirge«, wegen der weißen Kalkfelsen), mit dem vier Ketten in westöstlicher Richtung parallel laufen, deren je zwei immer ein mächtiges Flußtal einschließen. Nur von wenigen Gebirgsgruppen ist uns der alte Name erhalten: Solorius, heute Sierra Nevada; Orospeda, heute Sagra Sierra; Herminius, heute Serra da Estrella. Die Stromtäler waren, wie noch heute, von sehr verschiedener Natur: das Gebiet des Iberus (Ebro) öde, wüst und fast steppenhaft. Weit fruchtbarer war die Westhälfte, deren Flußtälern an der Mündung meist Ebenen vorgelagert sind, wie dem des Durius (Duero), des Tagus (Tajo) und namentlich des Bätis (Guadalquivir), dessen Tal bei weitem das gesegnetste der Halbinsel war. Zu nennen sind außerdem der Anas (Guadiana), Bätica von Lusitania scheidend, und in Galläcien der Minius (Mimho). Das alte H., besonders Lusitanien und das Land der Turdetaner (Provinz Bätica), war durch Reichtum an Früchten, edlem Vieh (besonders Wollschafen), Fischen, die millionenweise nach Italien ausgeführt wurden, wie auch an Silber, Zinn, Blei und Eisen berühmt. Der regenreiche Norden war gut bewaldet und ebenfalls fruchtbar. Nur die innern, von den Keltiberern bewohnten Teile waren rauher und zum Anbau weniger geeignet. Den größten Teil des Landes hatten die Iberer inne, als deren Nachkommen die Basken gelten. Schon im 12. Jahrh. v. Chr. besuchten Phöniker aus Tyros den Süden des Landes, den die Turdetaner innehatten, deren Namen die Semiten in Tartisch (das Silberland »Tarschisch« der Bibel) verdrehten. Die Küste bedeckte sich mit phönikischen Kolonien: Abdara, Sexi, Malaca (»Ort des Einsalzens«), Carteja (»Doppelstadt«), Bäsippo, die älteste von allen, Gades (»Umzäunung«), Olisipo. Als Hamilkar 235 v. Chr. Südspanien eroberte, diente das Land zum zweitenmal semitischen Herren und romanisierte sich später in kurzer Zeit. An der Ostküste Hispaniens finden sich einige griechische Niederlassungen (Alonä, Dianium, Emporiä, Rhodä etc.), und das unfruchtbare Innere hatten die Keltiberer (s. d.) inne. Sie scheinen als Eroberer aus Gallien eingewandert, aber von den Iberern auf die unfruchtbarsten Striche zurückgedrängt worden zu sein. Sonst finden sich noch an Kelten die Keltiker in Lusitanien und die vielleicht über See eingewanderten Artabrer (Arotrebae) in Galläcien. Während die Iberer klein waren, von dunklem Haar und brauner Hautfarbe, waren die Kelten groß, von hellem Haar und Teint; sie trugen mannshohe Schilde und lange Schwerter für den Nahkampf, die aus der Ferne kämpfenden Iberer Wurfspieße und Schleudern, mit denen sie ihre Bergfesten aufs hartnäckigste verteidigten. Die kriegerischsten unter ihnen waren die Karpetaner im heutigen Neukastilien, die Hannibal erst nach langen Kämpfen unterwarf. Man rühmte ihre Mäßigkeit, tadelte aber ihre Neigung zu Kleiderputz, Tanz, Raub und Krieg. Neben Freiheitsliebe wurden ihnen auch Stolz, Verschlagenheit und unbeugsame Hartnäckigkeit beigelegt. Als die gebildetsten unter allen alten Volksstämmen Hispaniens galten die Turdetaner und Turduler (in der Provinz Bätica). Nachdem die Römer 19 v. Chr. zum ruhigen Besitz des ganzen Landes gelangt waren, von dem sie schon 218205 den Osten und Süden erobert hatten, wußten sie sich ihn durch Anlegung großer Heerstraßen und vieler Kolonien zu sichern, so daß schon unter Augustus das Land mehr und mehr ein römisches Ansehen gewann und zwar in weit höherm Grad als andre von den Römern ungleich früher eroberte Länder. Seit 205 v. Chr. zerfiel die Halbinsel in Hispania citerior im NO. und O. und Hispania ulterior im S., seit Augustus in die Provinzen Lusitania, Bätica und Tarraconensis. Im 3. nachchristlichen Jahrh. wurde von Tarraconensis die neue Provinz Galläcia und Asturia abgezweigt, während Diokletian die spanische Diözese in sieben Provinzen teilte: Bätica, Lusitania, Asturia und Galläcia, Tarraconensis, Carthaginensis und Baleares (außerdem Tingitana in Afrika). Zu Gerichtszwecken zerfiel das Land in 14 Sprengel. S. Karte »Römisches Reich«; über die Geschichte des alten H. s. Spanien.
 
Artikelverweis 
Hispaniōla (Española), Insel, s. Meyers Haïti, S. 636.
 
Artikelverweis 
Hispīd (lat. hispĭdus), rauh, borstig.
 
Artikelverweis 
Hissar (türk.), soviel wie festes Schloß, kommt in zusammengesetzten Ortsnamen oft vor.
 
Artikelverweis 
Hissar, Landschaft in Bochara, im N. begrenzt von der Hissarkette, im O. von Karategin und Darwas, im S. von Kulab und Kabadian, im W. von der Landschaft Schehrisebz. Die Flüsse Surchab, Kafirnahan und Surchan, Nebenflüsse des Amu Darja, durchziehen das ziemlich fruchtbare Gebiet, das von Uzbeken, Tadschik, Juden, Hindu u. a. bewohnt wird. Produkte sind Getreide, Reis, Baumwolle, Flachs, Schafe, Salz, Kupfererz, Marmor. Die Stadt H., in einem Nebental des obern Kafirnahan, 675 m ü. M., am Fuß schneebedeckter Berge, hat eine Zitadelle mit russischer Garnison, ist Sitz eines Beys und hat 15,000 Einw. und berühmte Werkstätten für damaszierte Klingen, seidene und halbseidene Waren. H., früher selbständiges Fürstentum, wird jetzt von einem bocharischen Statthalter (Bey) verwaltet. S. Karte »Zentralasien«.

[Bd. 6, Sp. 378]



 
Artikelverweis 
Hissarlyk (»Schloßberg«), ein Hügel im Liwa Bigha, der alten Landschaft Troas in Kleinasien, am Rande der Menderes- (Skamander-) Ebene, ist nach der Tradition des Altertums die Stätte des Homerischen Troja, wo H. Meyers Schliemann (s. d.) 187082 erfolgreiche Ausgrabungen veranstaltete; s. Meyers Troja.
 
Artikelverweis 
Hissen, s. Meyers Heißen.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 71 bis 80 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
Artikel 71 bis 80 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer