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Hippĭas bis Hippodrom (Bd. 6, Sp. 359)
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Artikelverweis Hippĭas, 1) Sohn des Tyrannen Peisistratos von Athen, folgte diesem 527 v. Chr. mit seinem Bruder Hipparchos in der Tyrannis. Obwohl stolz und hochfahrend, regierte er doch mit Einsicht und Wohlwollen und wurde erst nach des Hipparchos Ermordung (514) mißtrauisch und grausam. Die dadurch erregte Unzufriedenheit des Volkes benutzten die von Peisistratos vertriebenen Alkmäoniden, kehrten mit beträchtlichen Streitkräften und auf die Anweisung des delphischen Orakels von Sparta unterstützt zurück und vertrieben mit Hilfe der Spartaner den Tyrannen (510). Dieser floh erst nach Sigeion zu seinem Stiefbruder Hegesistratos, dann zum persischen König Dareios Hystaspis und begleitete sein Heer unter Datis nach Griechenland; nach dessen Besiegung bei Marathon (490) starb er auf der Rückkehr in Lemnos.
   2) H. aus Elis, Sophist, um 400 v. Chr., jüngerer Zeitgenosse des Protagoras und Sokrates, besaß ein ausgedehntes Wissen, namentlich in Mathematik, Astronomie, Grammatik, Musik. Platon schreibt ihm den Satz zu, das Gesetz sei der Tyrann der Menschen, da es sie zu vielem Naturwidrigen zwinge. Unter den platonischen Dialogen besitzen wir zwei nach ihm benannte, von denen der eine jedenfalls unecht ist. Die Reste seiner Schriften sind in Müllers »Fragmenta historicorum graecorum«, Bd. 2 (Par. 1848) sowie bei Diels, »Die Fragmente der Vorsokratiker« (Berl. 1903) zu finden.
 
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Hippiāter (griech., v. hippos, Pferd, und iatros, Arzt), Pferdearzt; Hippiatrik, Pferdearzneikunde.
 
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Hippikon, griech. Längenmaß, 4 Stadien = 739,88 m.
 
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Hippo, Name zweier alten Städte Nordafrikas. 1) H. Regius (spätlat. Hippona), nahe beim heutigen Meyers Bone (s. d.). 2) H. Zarytus (auch Diarrhytos), beim jetzigen Biserta (s. d.).
 
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Hippo... (vor Vokalen Hipp ...), griech. Vorsilbe: Pferde ..., Roß ...
 
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Hippobosca, Pferdelausfliege; Hippoboscidae (Lausfliegen), Familie aus der Ordnung der Zweiflügler, s. Meyers Lausfliegen.
 
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Hippocampus, das Seepferdchen.
 
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Hippodameia, Gattin des Meyers Pelops (s. d.).
 
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Hippodamos (griech., »Rossebändiger«), Beiwort reisiger Krieger, besonders des Kastor.
 
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Hippodamos, griech. Architekt aus Milet, in der zweiten Hälfte des 5. Jahrh. v. Chr., galt als Erfinder des Systems regelmäßig angeordneter Städteanlagen und brachte dieses Prinzip sowohl beim Hafenbau des Piräeus in Athen als beim Umbau von Rhodos und bei der Gründung von Thurii zur Geltung.
 
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Hippodrom (griech. hippódrõmos, »Roßlauf«), bei den Griechen die Bahn für Roß- und Wagenrennen, von der zweifachen Länge des Stadiums, etwa 370 m, bei einer Breite von 125 m. Am berühmtesten war der H. zu Olympia. Die beiden Längsseiten mit den Sitzen für die Zuschauer liefen an einem Ende im Halbkreis zusammen, während sie auf dem andern Ende eine Halle verband. Vor dieser befanden sich die keilförmig in die Rennbahn ragenden Schranken, aus denen die Wagen von hinten nach vorn nacheinander so herausgelassen wurden, daß sie die eigentliche Fahrt gleichzeitig rechts herum beginnen konnten. Das Ziel für das Umlenken am jenseitigen Bahnende bezeichnete in Olympia ein runder Altar, Taraxippos (»Entsetzen der Pferde«) genannt, besonders gefährlich für solche, die durch knappes Umwenden einen Vorsprung zu erreichen suchten. Auf der Seite der Schranken bezeichnete ein andres Ziel, in Olympia eine Statue der Hippodameia, den andern Wendepunkt in der Bahn. Wagen mit ausgewachsenen Pferden mußten zwölfmal um beide Ziele fahren, jüngere Pferde nur achtmal. Auch die in römischer Zeit nach Art des römischen Meyers Circus (s. d.) in Griechenland angelegten Rennbahnen hießen H. Unter diesen ist der berühmteste der zu Byzanz von Septimius Severus begonnene, von Konstantin vollendete H., dessen Stelle von den Türken noch Atmeidan (»Roßplatz«) genannt wird (s. Meyers Konstantinopel). Vgl. Graf Lehndorff, Hippodromos (Berl. 1876); Grosvenor, The Hippodrome of Constantinople (1889). H. nennt man auch eine größere eingefriedigte Arena oder einen offenen Platz für hippologische Schaustellungen oder Reiter überhaupt, im Gegensatz zum Zirkus, der nur eine kleine, kreisrunde Bahn, Manege, hat.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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