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Hinterkiemer bis Hinterlegungsschein (Bd. 6, Sp. 355 bis 356)
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Artikelverweis Hinterkiemer, s. Meyers Schnecken.
 
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Hinterlader, s. Geschütze und Handfeuerwaffen.
 
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Hinterland (franz. Pays d'amont) bezeichnet das stromaufwärts gelegene Land, das häufig von dem Besitzer des Mündungsgebietes eines Stromes in Anspruch genommen wird; im modernen Kolonialrecht ist H. überhaupt das Land, dessen natürliche Handels- und Verkehrsbeziehungen nach einem bestimmten Küstenstriche gerichtet sind, und das deshalb regelmäßig von dem Staate beansprucht wird, der den fraglichen Küstenstrich okkupiert, bez. seinem Kolonialbesitz als sogen. Meyers Interessensphären (s. d.) einverleibt hat. Hiervon sind die sogen. Einflußsphären, d. h. vertragsmäßige Abmachungen, zu unterscheiden, durch die sich ein Staat in dem Gebiet eines andern Staates die ausschließliche Betätigung seines politischen oder wirtschaftlichen Einflusses sichert.
 
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Hinterland (hessisches H.), ein 1866 vom Großherzogtum Hessen an Preußen abgetretener Landstrich, etwa den Kreis Biedenkopf umfassend.
 
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Hinterlassen (Zurückbleiben), Eigentümlichkeit in der Spur des Edelwildes, indem starke Feisthirsche die Hinterläufe etwa 8 cm hinter den Vorderläufen aussetzen; das hochbeschlagene Tier setzt beim Zurückbleiben die Hinterfährte etwas neben die vordere.
 
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Hinterlastig (achterlastig) ist jedes Schiff, das hinten tiefer taucht als vorn.
 
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Hinterleder, das Meyers Arschleder (s. d.) der Bergleute.
 
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Hinterlegebanken (Hinterlegungsbanken, Girobanken), s. Meyers Banken, S. 334.
 
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Hinterlegung (Deposition) ist die Übergabe des geschuldeten Gegenstandes an eine durch gesetzliche Vorschriften (notwendige H.) oder Vereinbarung (freiwillige H.) bestimmte Person oder Behörde. Die hinterlegten Gegenstände nennt man auch Depositen, den Hinterleger Depositar und den ganzen Vorgang bezeichnet man mit Deponieren. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch kann die H. nur bei einer öffentlichen Stelle, der sogen. Hinterlegungsstelle, und zwar derjenigen des Leistungsortes, erfolgen. Die Bestimmung desselben sowie die nähere Regelung des Hinterlegungswesens ist der Landesgesetzgebung überlassen (§ 144146 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch). Als Hinterlegungsstellen gelten in den meisten Bundesstaaten die Amtsgerichte. Veranlassung derselben kann Annahmeverzug (s. Meyers Verzug) des Gläubigers und unverschuldete Ungewißheit über die Person des Gläubigers sein. Gegenstand der H. sind Geld, Wertpapiere und sonstige Urkunden sowie Kostbarkeiten. Ist der Gläubiger gleichfalls zu einer Leistung verpflichtet, so kann der Schuldner die Herausgabe der hinterlegten Sache von der erfolgten Gegenleistung abhängig machen. Hat eine H. stattgefunden, so ist der Gläubiger, wenn irgend möglich, sofort hiervon zu benachrichtigen. Solange noch nicht über die Rechtmäßigkeit oder Unrechtmäßigkeit der H. entschieden ist, kann der Schuldner die hinterlegte Sache zurücknehmen, es sei denn, er hat bei der H. auf Rücknahme verzichtet oder der Gläubiger hat der Hinterlegungsstelle gegenüber die Annahme erklärt. Das Recht auf Zurücknahme ist weder pfändbar noch übertragbar. Nimmt der Gläubiger die hinterlegte Sache an, oder ist deren Zurücknahme ausgeschlossen, so wirkt die H. wie eine Erfüllung gegenüber dem Gläubiger, ebenso trägt er vom Augenblick der H. an die Gefahr für die hinterlegte Sache. Wird die hinterlegte Sache nicht spätestens 30 Jahre nach dem Empfang der Anzeige von der H. oder nach dem Zeitpunkt der erfolgten H. vom Gläubiger in Anspruch genommen, so erlischt dessen Anspruch, und der Schuldner ist zur Rücknahme berechtigt. Sachen, die sich nicht zur H. eignen, können am Leistungsort oder an einem hierzu besser geeigneten Orte nach vorheriger Androhung und Benachrichtigung der Versteigerung öffentlich versteigert und der Erlös dann hinterlegt werden. Sachen, die einen Börsen- oder Marktpreis haben, darf der Schuldner aus freier Hand durch einen zu solchen Verkäufen ermächtigten Handelsmakler oder durch einen zu öffentlichen

[Bd. 6, Sp. 356]


Versteigerungen befugte Person zum laufenden Preis versteigern lassen. Die Kosten der H. wie der Versteigerung hat der Gläubiger zu tragen (vgl. § 372 bis 386 des Bürgerlichen Gesetzbuches). Unterläßt der Schuldner die Anzeige der H., der Androhung der Versteigerung, der Vornahme der Versteigerung oder läßt er die Sache nicht am Leistungsort, bez. an einem etwa hierzu günstigern Ort versteigern, so hast et er dem Gläubiger für den daraus entstehenden Schaden. Keine Anwendung finden die bisher entwickelten Grundsätze auf eine H., die zum Zwecke der Sicherheitsleistung oder nach den Vorschriften der Zivilprozeßordnung erfolgt. In Konkurs hat der vorläufig bestellte Verwalter Gelder, Wertpapiere und Kostbarkeiten, die sich in der Konkursmasse befinden, bis zur endgültigen Beschlußfassung durch die Gläubigerversammlung oder den Gläubigerausschuß nach Anordnung des Gerichts zu hinterlegen (§ 129 der Konkursordnung). S. auch Meyers Sicherheitsleistung und Verwahrung. Vgl. Mühsam, Die gerichtliche H., insbesondere zum Zwecke der Schuldbefreiung nach gemeinem Recht und Bürgerlichem Gesetzbuch (Berl. 1900); Beer, Die H. zum Zwecke der Befreiung von Schuldverbindlichkeiten (Leipz. 1900).
 
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Hinterlegungsordnungen sind der Inbegriff derjenigen gesetzlichen Vorschriften, durch die in den einzelnen Bundesstaaten das Hinterlegungswesen geregelt ist. Für die Meyers Hinterlegung (s. d.) von Geld, Kostbarkeiten, Meyers Inhaberpapieren (s. d.) oder an den Inhaber zahlbaren Wertpapieren bestehen jetzt in den meisten deutschen Bundesstaaten amtliche Hinterlegungsstellen. Die Art. 144, 145 und 146 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch halten manches Sonderrecht dieser Einrichtungen aufrecht. Danach bestimmen die Landesgesetze insbes. auch, daß eiese Stellen Mündelgeld trotz § 1808 des Bürgerlichen Gesetzbuches nicht anzunehmen haben, das; die hinterlegten Gelder und Wertpapiere gegen die Verpflichtung zur Rückerstattung in das Eigentum des Staates oder der Anstalt übergehen, daß der Verkauf der hinterlegten Sachen von Amtswegen angeordnet werden kann, daß der Anspruch auf Rückerstattung mit dem Ablauf einer gewissen Zeit oder unter sonstigen Voraussetzungen erlischt. Vgl. Aron, Die Hinterlegungsordnung vom 14. März 1879 mit den Abänderungen etc. (Hannov. 1900).
 
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Hinterlegungsschein, die über die erfolgte Hinterlegung einer Sache ausgestellte Bescheinigung. Ein solcher ist bei der Meyers Hinterlegung (s. d.) auszustellen, ferner dem Erblasser vom Richter oder Notar darüber, daß dessen Testament in amtliche Verwahrung genommen wurde (§ 2246 des Bürgerlichen Gesetzbuches). Ebenso soll über einen in amtliche Verwahrung genommenen Erbvertrag jedem der Vertragschließenden ein H. erteilt werden (§ 2277).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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