Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Hingabe an Erfüllungs Statt bis Hinlopen (Bd. 6, Sp. 350 bis 351)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Hingabe an Erfüllungs Statt (Leistung an Zahlungs Statt, datio in solutum) liegt vor, wenn der Schuldner statt des geschuldeten Gegenstandes einen andern gibt und der Gläubiger ihn statt des geschuldeten als Erfüllung annimmt. Die Schuld ist hierdurch getilgt, jedoch haftet der Schuldner sowohl dafür, daß die betreffende Sache auch wirklich in das Eigentum des Gläubigers übergegangen ist, als auch für etwaige Fehler der Sache, die ihren Wert oder ihre Brauchbarkeit beeinträchtigen (Bürgerliches Gesetzbuch, § 364 u. 365). Übernimmt aber der Schuldner statt seiner bisherigen Verbindlichkeit nur eine neue zwecks Befriedigung seines Gläubigers, stellt er ihm z. B. einen Wechsel aus, so ist diese im Zweifel nur erfüllungshalber, nicht aber an Erfüllungs Statt übernommen (Bürgerliches Gesetzbuch, § 364 u. 365). Ausdrücklich verboten ist jedoch eine H. in der Weise, daß dem Pfandgläubiger das Eigentum an der gepfändeten Sache zufallen solle, falls er nicht oder nicht rechtzeitig befriedigt wird (sogen. lex commissoria), da die Befriedigung des Pfandgläubigers aus dem Pfande durch den Verkauf desselben zu erfolgen hat (Bürgerliches Gesetzbuch, § 1229 u. 1228). Bezüglich der Gewerbtreibenden bestimmt § 115 der Gewerbeordnung jedoch ausdrücklich, daß sie ihren Arbeitern den Lohn nur mit barem Geld bezahlen dürfen, und daß sie sonstige Sachen, wie Lebensmittel, Wohnung, Werkzeuge etc., nur zum Selbstkostenpreis unter Anrechnung bei der Lohnzahlung verabfolgen dürfen.
 
Artikelverweis 
Hingabe an Zahlungs Statt, s. Meyers Hingabe an Erfüllungs Statt.
 
Artikelverweis 
Hingham (spr. hing-ĕm), Ort im nordamerikan. Staat Massachusetts, Grafschaft Plymouth, an der nach ihm benannten südöstlichen Teilbucht des Boston Harbour, 22 km von Boston, mit einer der ältesten Kirchen Neuenglands (1681), hat als beliebter Sommeraufenthalt regen Dampfverkehr, Fischerei und (1900) 5059 Einwohner.
 
Artikelverweis 
Hinin, s. Pariavölker.
 
Artikelverweis 
Hinke, s. Meyers Moderhinke.
 
Artikelverweis 
Hinkelstein (»Hühnerstein«), soviel wie Hünenstein, s. Meyers Gräber, vorgeschichtliche, S. 195.
 
Artikelverweis 
Hinken (Claudicatio, Cholosis), derjenige fehlerhafte Gang, bei dem man mit dem einen Schenkel nicht vollständig ausschreiten und auftreten kann, daher man sich beim Gehen stärker und längere Zeit auf den gesunden als auf den kranken Schenkel stützt. Kann der Kranke mit beiden Schenkeln nicht vollständig ausschreiten und auftreten, dann erfolgt ein

[Bd. 6, Sp. 351]


gleichsam doppeltes H., der sogen. wackelnde Gang. Jedes H. wird entweder durch einen Unterschied in der Länge der Schenkel oder durch Störungen in der Beweglichkeit derselben veranlaßt. Das H. ist ein Symptom verschiedener Übel, die nicht allein im Schenkel selbst, sondern auch im Becken, sa in der Unterleibshöhle und in der Brusthöhle begründet sein können. Das angeborne H. (claudicatio congenita) ist gleich mit der Geburt des Kindes gegeben, kann aber natürlich erst dann wahrgenommen werden, wenn das Kind zu laufen beginnt. Es ist am häufigsten eine Folge von Mißgestaltungen der Schenkelknochen und des Hüftgelenks, namentlich von angeborner Verrenkung des Schenkelkopfes, ferner von Verkürzungen und abnormen Krümmungen des Schenkels, von fehlerhafter Bildung des Fußes, von mangelnden, mißgestalteten Zehen etc. Die angeborne Hüftgelenksverrenkung ist beim weiblichen Geschlecht weit häufiger als beim männlichen. Das erworbene H. (c. acquisita) ist entweder Folge von einem Schmerz (z. B. Ischias) oder von einer Schwäche und Lähmung des einen Schenkels, oder es findet sich vor bei Fehlern der Schenkelknochen, Hüftgelenkentzündungen und Ankylose. Namentlich die Hüftgelenkentzündungen verursachen das sogen. freiwillige H., wobei das Knie gebogen und der Fuß nach innen oder außen gestellt ist. Ist der Schenkel verkürzt, wie z. B. nach schlecht geheilten Brüchen der Schenkelknochen oder bei Verrenkungen des Schenkelkopfes nach oben und hinten, so stellt sich ein H. ein, wobei der Fuß nur mit der Fußspitze auftritt. Bei der Ankylose ist stets H. vorhanden. Eine durch anfallsweises Eintreten nach stärkerer Bewegung ausgezeichnete Form des Hinkens (intermittierendes H.) beruht häufig auf Verkalkung (Arteriosklerose) der Schlagadern des Beines, infolgedessen kann der bei Bewegung erforderliche verstärkte Blutzufluß nicht eintreten, und es erfolgt eine vorübergehende schmerzhafte Schwäche des Beines. Die Vorhersage beim H. richtet sich nach der Möglichkeit der Beseitigung der Ursachen. Die angeborne Hüftgelenksverrenkung wird oft durch andauerndes (monatelanges) Liegen geheilt, wenn das Bein in nach außen gespreizter Stellung durch einen Verband festgehalten wird; in andern Fällen durch operative Vertiefung oder Neuherstellung einer Gelenkpfanne. Das Wackeln, Watscheln (vacillatio, claudicatio anatica) ist eigentlich nichts weiter als ein doppeltes H.; es kann dieselben Ursachen haben wie das gewöhnliche H., kommt am häufigsten vor bei rachitischen Individuen, außerdem bei Rückenmarksleiden und schwerfälligen Personen.
 
Artikelverweis 
Hinkender Jambus, s. Skazon.
 
Artikelverweis 
Hinkende Teufel, der (Le Diable boiteux), berühmter Roman von Meyers Lesage (s. d.).
 
Artikelverweis 
Hinkmar, Erzbischof von Reims, einer der hervorragendsten Kirchenfürsten und Staatsmänner seiner Zeit, geb. um 806, erhielt im Kloster St.-Denis bei Paris durch Abt Hilduin seine Bildung und folgte seinem Lehrer 830 freiwillig ins Exil nach Korvei. 845 Erzbischof von Reims und Primas der westfränkischen Geistlichkeit, wachte H. eifrig über der Reinheit der Lehre (s. Meyers Gottschalk 1), trat mit Entschiedenheit gegen des Königs Lothar II. von Lothringen Ehescheidung und zweite Vermählung auf und wußte den Streit zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen zur Erhöhung der Autorität der Kirche zu benutzen. Papst Nikolaus I. gegenüber versuchte er seine Selbständigkeit vergeblich zu wahren. Größern Erfolg hatte er unter Hadrian II., gegen den er sich 870 weigerte, König Karl wegen der Besetzung Lothringens zu bannen, und das Recht der fränkischen Kirche, den Bischof H. von Laon, seinen eignen Neffen, abzusetzen, unter Zurückweisung der pseudoisidorischen Dekretalen mit Glück verteidigte. Er starb auf der Flucht vor den Normannen 21. Dez. 882 in Epernay. Seine Schriften, teils Abhandlungen dogmatischen Inhalts, wie die Schrift gegen Gottschalk: »De praedestinatione Dei«, teils Briefe und Gutachten, gab am vollständigsten Sirmond (Par. 1645. 2 Bde.) heraus. Am wichtigsten sind die Briefe als Hauptquelle für die Geschichte der karolingischen Periode. Die »Reichsannalen« (»Annales Bertiniani«, in Pertz' »Monumenta«, Bd. 1) hat H. von 881882 fortgesetzt. Vgl. v. Noorden, Erzbischof H. von Reims (Bonn 1863); Sdralek, Hinkmars von Reims kanonistisches Gutachten über die Ehescheidung Lothars II. (Freiburg 1881); Schrörs, H., Erzbischof von Reims (das. 1884).
 
Artikelverweis 
Hinlopen, Stadt, s. Meyers Hindeloopen.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 71 bis 80 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
Artikel 71 bis 80 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer