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Herne Bay bis Herŏdes Attĭcus (Bd. 6, Sp. 224 bis 226)
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Artikelverweis Herne Bay (spr. hérrn bē), Stadt und Seebadeort an der Nordküste der engl. Grafschaft Kent, 12 km nordöstlich von Canterbury, mit (1901) 6726 Einw. 5 km östlich Dorf Reculver, mit zwei Türmen (die »Schwestern«), Überresten einer gotischen Kirche, und Trümmern des römischen Regulbium.
 
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Herne Hill (spr. hérrn-), Vorort von London, zwischen Brixton und Dulwich, zum Stadtbezirk Meyers Camberwell (s. d.) gehörig, mit Landhäusern und vielbesuchter Eisenbahnstation.
 
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Hernĭa (lat., Hernie), Bruch, Eingeweidebruch; H. femoralis oder cruralis, Schenkelbruch; H. inguinalis, Leistenbruch; H. umbilicalis, Nabelbruch.
 
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Hernĭker (Hernici, »Felsenbewohner«), altital. Volk, sabinischen Ursprungs, das im Flußtal des Trerus (Sacco) und auf den angrenzenden Höhen des Apennin neben Marsern, Äquern und Volskern wohnte, 486 v. Chr. dem römisch-latinischen Bund beitrat, aber 306 als Teilnehmer am samnitischen Kriege von den Römern besiegt und in ein völlig untertäniges Verhältnis gebracht wurde. Die bedeutendste Stadt des Landes war Anagnia (Anagni).
 
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Herniotomīe (Bruchschnitt), s. Meyers Bruch, S. 473.
 
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Hernösand, Hauptstadt des schwed. Läns Wester. norrland, liegt in der Landschaft Angermanland, auf der Insel Hernö, an der Mündung des Ångermanelf und an der Eisenbahn H.-Sollefteå, hat einen Hafen, eine Domkirche (184246 erbaut), Navigationsschule, eine gelehrte Schule, eine Technische Schule, Lehrerseminar, Taubstummenanstalt und (1901) 8069 Einw., die Tabak- und Holzindustrie, Fischerei, Handel und Schiffahrt treiben. 1902 liefen 435 Schiffe von 140,089 Ton. ein, 795 von 425,718 T. aus. Die Einfuhr umfaßt Zucker, Kaffee, Petroleum, Mehl, Fleisch, Butter etc., die Ausfuhr Holzwaren und Papiermasse. H. ist Sitz eines Bischofs und eines deutschen Konsuls.
 
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Hernsheim, Franz, deutscher Pionier in der Südsee, geb. 22. Okt. 1845 in Mainz, erlernte 1862 in Havre die Kaufmannschaft, ging dann nach Mexiko, kehrte 1875 nach Hamburg zurück und begann mit seinem Bruder Eduard (geb. 1847) eine ausgebreitete kaufmännische Tätigkeit auf den Marshallinseln. Die Brüder wurden beide zu Konsuln ernannt, Eduard auf Matupi, Franz in Jaluit. Letzterer schrieb: »Beitrag zur Sprache der Marshallinseln« (Leipz. 1880) und »Südsee-Erinnerungen, 18751880« (Berl 1883).

[Bd. 6, Sp. 225]



 
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Hero und Leander, berühmtes Liebespaar des Altertums, in Deutschland besonders durch Schillers gleichnamige Ballade populär geworden. An dem Feste der Aphrodite zu Sestos am Hellespont waren Hero, die Priesterin der Göttin, und Leander, aus dem gegenüberliegenden Abydos, in wechselseitiger Liebe entbrannt. Da der Wille der Eltern ihrer Verbindung entgegenstand, schwamm Leander nächtlich über den Hellespont zur Geliebten, geleitet von dem Schein einer Leuchte auf Heros Wohnung, einem einsamen Turm am Meer, bis diese in einer Sturmnacht erlosch und er in den Wellen den Tod fand. Als Hero am Morgen den aus Ufer getriebenen Leichnam gewahrte, stürzte sie sich vom Turm zu ihm hinab. Die Sage wurde mehrfach poetisch behandelt, im Altertum namentlich von Meyers Musäos (s. d.), in der Neuzeit außer von Schiller von Grillparzer in dem Drama »Des Meeres und der Liebe Wellen«. Vgl. Jellinek, Die Sage von Hero und Leander in der Dichtung (Berl. 1890).
 
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Herŏdas (Herondas), griech. Dichter des 3. Jahrh. v. Chr., wahrscheinlich von der Insel Kos, verfaßte sogen. Mimiamben (Mimen in Choliamben), Szenen aus dem griechischen Volksleben in Form von Dialogen in ionischem Dialekt, von denen in einem ägyptischen Papyrus (veröffentlicht von Kenyon, »Classical texts from Papyri in the British Museum«, Lond. 1891) etwa 700 Verse von acht mehr oder minder vollständigen Gedichten zutage gekommen sind (hrsg. von Bücheler, Bonn 1892; Crusius, 2. Aufl., Leipz. 1894; R. Meister, das. 1893; übersetzt von Crusius, Götting. 1893; Mekler, Wien 1894). Vgl. Crusius, Untersuchungen zu den Mimiamben des H. (Leipz. 1892).
 
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Herŏdes, Name mehrerer jüd. Könige idumäischer Abstammung, die unter römischer Oberhoheit regierten. Die namhaftesten sind:
   1) H. der Große, 374 v. Chr., Sohn des Antipater, der 47 von Cäsar zum Prokurator Palästinas ernannt war und 43 durch Meuchelmord endete. Antonius erhob darauf (41 v. Chr.) dessen Söhne Phasael und H. zu Tetrarchen des Landes. Nachdem die Parther i. J. 40 Syrien und Palästina erobert und Meyers Antigonos (s. d. 4) zum König eingesetzt hatten, schied Phasael freiwillig aus dem Leben, während H. nach Rom floh und dort, von Antonius und Oktavian begünstigt, seine Ernennung zum König von Palästina erwirkte. Mit Unterstützung der Römer entriß er 37 mit rücksichtsloser Energie Antigonos Land und Regierung, ließ ihn in Antiochia enthaupten und übernahm, nachdem er die hasmonäische Fürstentochter Mariamne geheiratet hatte, somit das Erbe der Hasmonäer. Tatkräftig und schlau, leidenschaftlich und ehrgeizig, hat er in den ersten zwölf Regierungsjahren seinen Thron gegen die Opposition des Adels und der Mitglieder der hasmonäischen Fürstenfamilie stützen müssen, von denen viele, wie Hyrkan, Aristobul, seine Schwiegermutter Alexandra und seine Frau Mariamne, seinem Argwohn zum Opfer fielen. Das Gebiet von Jericho mußte H. der Kleopatra, weil es der ihr sklavisch ergebene Antonius wünschte, abtreten, und als dieser in der Schlacht bei Actium (31) von Oktavian besiegt war, fürchtete er für die Herrschaft. Doch gewann er die Gunst des Siegers. Sein Gebiet wurde erweitert, seine Gegner wurden mit Gewalt niedergehalten, und in der nun beginnenden Zeit des Friedens konnte er seine Baulust und Prunksucht befriedigen In Jerusalem erhoben sich ein Theater, Amphitheater und Palast. Der Tempel wurde verschwenderisch restauriert, und in den nichtjüdischen Städten des Reiches entstanden heidnische Tempel. Ältere Städte, wie Samaria, wurden umgebaut, neue (Cäsarea) gegründet. Daneben förderte H. griechische Bildung, und an seinem Hofe verkehrten Gelehrte, wie unter andern Nikolaus von Damaskus. Zeitweiliges Wohltun und kluge äußere Politik wurden anerkannt, und seine freundschaftlichen Beziehungen zu Augustus brachten ihm und den Juden in Palästina und der Diaspora staatsbürgerliche Vorteile. In den letzten Regierungsjahren hat er auf Einflüsterungen seiner Schwester Salome und seiner Gattin Doris, um deren Sohn Antipater die Nachfolge zu sichern, seine Söhne Alexander und Aristobul in Sebaste (Samaria), 7 oder 6 v. Chr., hinrichten lassen. Fünf Tage bevor er an einer ekelhaften Krankheit starb (4 v. Chr.), ließ er seinen Sohn Antipater, der sich gegen ihn empört hatte, erdrosseln. Seine tyrannische Regierung bereitete die spätere Revolution und den Untergang des jüdischen Reiches vor. Matth. 2,118 wird ihm auch der bethlehemitische Kindermord zugeschrieben. Sein Reich wurde unter drei seiner Söhne geteilt. Vgl. Schürer, Geschichte des jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu Christi (3. u. 4. Aufl., Bd. 1, Leipz. 1901; dort auch die ausführliche Literatur); außerdem Grack, Studien über die dramatische Behandlung der Geschichte von H. und Mariamne in der englischen und deutschen Literatur: Massinger, Fenton, Hebbel, Stephen Phillips (Königsb. 1901).
   2) H. Antipas, 4 v. bis 37 n. Chr., Sohn des vorigen und der Malthake, einer Samariterin, erhielt nach dem letzten Willen seines Vaters Galiläa und Peräa als Tetrarchie und bemühte sich vergeblich, von Augustus die Königswürde zu erlangen. Er war der Landesherr Jesu (Luk. 23,7). Anfangs mit einer Tochter des Araberkönigs Aretas vermählt. heiratete er später Herodias (s. d.), die Gemahlin seines Halbbruders Herodes, die ihn nach Matth. 14 zur Hinrichtung Johannes' des Täufers verleitete. H. aber wurde von Aretas, der die Verstoßung seiner Tochter nicht vergessen konnte, besiegt und nur durch Intervention der Römer vor gänzlichem Sturz bewahrt. Auf Andringen seiner eitlen und herrschsüchtigen Gattin reiste er nach dem Regierungsantritt des Kaisers Caligula zum zweitenmal nach Rom, um den Königstitel zu erlangen, der seinem Neffen Herodes Agrippa verwilligt worden; allein er wurde auf dessen Anklage hin von Caligula abgesetzt und nach Lugdunum in Gallien verbannt. Sein Land erhielt 40 n. Chr. Agrippa.
   3) H. Agrippa I., König von Judäa, Bruder der Herodias, Enkel Herodes' d. Gr., Sohn Aristobuls und der Berenike, ward in Rom, wo er bis zum Mannesalter lebte, erzogen und im Verkehr mit den Großen an Luxus und Schwelgerei gewöhnt. Schulden zwangen ihn, nach Palästina zu fliehen. Bald jedoch kehrte er zurück und erhielt von Tiberius die Obhut über seinen Enkel Tiberius Gemellus anvertraut. Der enge Verkehr zwischen ihm und dem nachmaligen Kaiser Caligula machte ihn jedoch dem Tyrannen so verdächtig, daß er den Palast mit dem Kerker vertauschen mußte. Nach sechsmonatiger Hast erlöste ihn der Regierungsantritt des Caligula nicht nur, sondern er sah sich plötzlich auch mit dem Diadem gekrönt und zum Beherrscher der Tetrarchien des verstorbenen Philippos und des Lysanias erhoben. Des Antipas Sturz vergrößerte sein Gebiet noch um dessen ganze Tetrarchie, und 41 n. Chr. erhob ihn sein Jugendgenosse Claudius zum Herrscher über das

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ganze Reich Herodes' d. Gr., weshalb er auch von jetzt an den Beinamen des Großen führte. Pharisäerfreundlich, tat er viel zum Besten seines Staates. Aus Nachgiebigkeit gegen die Juden ließ er 44 Jakobus, den Bruder des Apostels Johannes, enthaupten, Petrus aber ins Gefängnis werfen (Apostelgesch. 12,1 ff.). Er starb 44 in Cäsarea eines plötzlichen Todes.
   4) H. Agrippa II., Sohn des vorigen, war bei dessen Tod 17 Jahre alt und wurde deshalb von der Thronfolge ausgeschlossen. Für Palästina, das von römischen Prokuratoren verwaltet wurde, erhielt er das Fürstentum Chalkis, die Aussicht über den jerusalemischen Tempel und die Befugnis, den Hohenpriester zu wählen. Vier Jahre später bekam er statt des genannten Fürstentums die ehemalige Tetrarchie des Philippos und Lysanias mit dem Königstitel. Später fügte Nero noch Tiberias, Tarichää, Julias und 14 andre benachbarte Flecken hinzu. H. verschönerte Jerusalem, stand aber bei den Juden wegen seiner Fehlgriffe in geringer Achtung. Nach dem Ausbruch des jüdischen Krieges hielt er zu den Römern, wohnte der Belagerung von Jerusalem bei und starb um 100 n. Chr.
   5) H. Philippos, Tetrarch, Sohn von H. 1) und der Kleopatra, vermählt mit Salome, der Tochter des H. Antipas und der Herodias, regierte gerecht und weise, erhob den Flecken Bethsaida durch Bauten und Ansiedelungen zum Rang einer Stadt, die er Julias nannte, und starb nach 37jähriger friedlicher Regierung 34 n. Chr. in Julias kinderlos, daher sein Land erst zu Syrien geschlagen, dann aber von Caligula dem Herodes Agrippa I. zugeteilt wurde. Zu den unter H. 25 Genannten vgl. Schürer, Geschichte des jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu Christi (3. u. 4. Aufl., Bd. 1, Leipz. 1901).
 
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Herŏdes Attĭcus (genauer Tiberius Claudius Atticus H.), griech. Redner, geb. um 101 n. Chr. zu Marathon, gest. daselbst 177, erwarb sich schon früh durch Bildung und Redekunst die Gunst des Kaisers Hadrian, der ihn 125 zum Präfekten der freien Städte der Provinz Asien ernannte. Etwa 129 nach Athen zurückgekehrt, nahm er hier als gefeierter Redner und Lehrer der Beredsamkeit sowie durch großartige Freigebigkeit, die er mit Hilfe eines ungeheuern Vermögens namentlich in der Errichtung öffentlicher Prachtbauten (wie des noch erhaltenen Odeion) betätigte, eine hervorragende Stellung ein. Von Antoninus Pius 140 als Lehrer der kaiserlichen Prinzen M. Aurel und Verus nach Rom berufen, wurde ihm 143 die Ehre des Konsulats zuteil. Seinem hohen Ruf als Redner entspricht wenig eine seinen Namen tragende Schulrede über ein Thema aus der ältern Geschichte (hrsg. in Bekkers »Oratores attici«, Bd. 5, und von Haß, Kiel 1880), deren Echtheit jedoch zweifelhaft ist. Von seiner einstigen Berühmtheit geben noch zahlreiche Inschriften Kunde. Vgl. Kämmel in Fleckeisens »Jahrbüchern«, Bd. 102 (1870); Vidal-Lablache, Hérode-Atticus (Par. 1871); Schulteß, Herodes Atticus (Hamb. 1904).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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