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Hellenomanīe bis Hellevoetfluis (Bd. 6, Sp. 148 bis 149)
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Artikelverweis Hellenomanīe (griech.), soviel wie Gräkomanie.
 
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Hellenotamĭen (griech.), Finanzbehörde zu Athen, zehn aus der Gesamtheit der Bürger gewählte Beamte, welche die Kasse des Bundes, den das zur Hegemonie gelangte Athen 476 v. Chr. errichtet hatte, verwalteten. 403 v. Chr. wurden die H. abgeschafft.
 
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Hellenstein, Burgruine, s. Meyers Heidenheim 2).
 
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Hellenthal, Dorf im preuß. Regbez. Aachen, Kreis Schleiden, in anmutiger Gegend der Eifel, an der Oleff und der Staatsbahnlinie Kall-H., hat eine kath. Kirche, Draht-, Drahtstift-, Nieten-, Stiefeleisen- und Korsettschließerfabrikation, ein Holzsägewerk und (1900) 3449 Einw. Unmittelbar dabei das Dorf Kirschseiffen.
 
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Heller, ehemalige deutsche Münze, zuerst im 13. Jahrh. in der schwäbischen Stadt Hall als silberne (Häller) Pfennige mit einem Kreuz und vier Punkten in den Winkeln (Kreuzheller) geprägt; später ward die Hand (s. Meyers Händelpfennig) durch das Wappen ersetzt. Im 15. Jahrh. erscheinen H. massenhaft besonders in der Lausitz (so Görlitzer mit Krone und Gor im Revers), Schlesien (der Beuthner mit arbeitendem Bergmann) und Polen (hier nach einigen Wappenhellern Ludwigs von Anjou schriftlose der Jagellonen, ganz geringhaltige mit Krone und Adler). Bei größern Zahlungen wurden sie (Pfund H.) gewogen; schon im ersten Viertel des 15. Jahrh. rechnete man meistens 2 H. auf einen Pfennig und unterschied nach dem Vorhandensein oder Mangel von Silber weiße, rote und schwarze H.; ein Reichstaler gewöhnlich = 576 H. Dreiheller hießen gothaische Kupfermünzen von 11/2 Pfennig. Kurhessen setzte noch 181941 den Albus und später den Silbergroschen = 12 H. aus Kupfer, Braunschweig bis 1857 und Bayern bis 1874 den Pfennig = 2 H., Württemberg den Kreuzer = 6 H. In der Schweiz rechneten vor 1852 St. Gallen, Schwyz und Schaffhausen 4 H. auf einen Kreuzer, Basel doppelt soviel, entsprechend Uri, Unterwalden und Zug 2 auf den Angster, Glarus und Zürich 12 auf den Schilling. In Österreich-Ungarn sind nach den Münzgesetzen vom 2. Aug. 1892: 100 H. = 1 Krone, 1 H. als Bronzemünze 12/3 g schwer, entsprechend in Doppelstücken.
 
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Heller, 1) Joseph, Kunstschriftsteller und Kunstsammler, geb. 22. Sept. 1798 in Bamberg, gest. daselbst 4. Juni 1849, besuchte das dortige Gymnasium und widmete sich sodann dem Kaufmannsstand, später aber dem Studium der Kunstgeschichte. Nachdem er mehrere große Reisen gemacht, lebte er als Privatgelehrter in Bamberg. H. war im Besitz einer bedeutenden Kupferstichsammlung und einer Sammlung von Altertümern. Er schrieb außer zahlreichen Schriften lokalgeschichtlichen Inhalts: »Lucas Cranachs Leben und Werke« (Bamb. 1821; 2. Aufl., Nürnb. 1854);

[Bd. 6, Sp. 149]


»Geschichte der Holzschneidekunst« (Bamb. 1822); »Handbuch für Kupferstichsammler, oder Lexikon der vorzüglichsten Kupferstecher etc.« (das. 182336, 3 Bde.; 2. Aufl. 1850; neue Bearbeitung von Andresen und Wessely, Leipz. 187074); »Das Leben und die Werke Albrecht Dürers«, von dem nur der 2. Band (Leipz. 182731, 3 Tle.) erschien; »Monogrammlexikon« (Bamb. 1831); auch gab er Zusätze zu Bartsch' »Peintre-graveur« (Nürnb. 1854) heraus. Seine Sammlungen und Manuskripte sind in den Besitz der königlichen Bibliothek in Bamberg übergegangen. Vgl. Leitschuh, Joseph H. in seiner Bedeutung für die Kunstgeschichte (Bamb. 1876).
   2) Robert, Romanschriftsteller, geb. 24. Nov. 1812 zu Großdrebnitz bei Stolpen in Sachsen, gest. 7. Mai 1871 in Hamburg, studierte zu Leipzig die Rechte, wurde 1835 Akzessist beim Kriminalgericht, vertauschte jedoch bald diese Laufbahn mit der literarischen. Er gründete 1838 die Zeitschrift »Rosen«, 1842 einen Almanach: »Perlen«, die er beide bis 1848 herausgab. Dann siedelte er nach Frankfurt über, wo er als Publizist und Berichterstatter aus der Paulskirche tätig war. Seine anonym erschienenen »Brustbilder aus der Paulskirche« (Leipz. 1849, 2 Tle.) wurden mit großem Interesse aufgenommen. Ende September 1849 übernahm er die Redaktion der »Deutschen Zeitung«, seit 1851 redigierte er das Feuilleton der »Hamburger Nachrichten«. Von seinen zahlreichen Novellen und historischen Romanen sind als die vorzüglichsten zu erwähnen: »Alhambra«, spanische Novellen (Altenburg 1838); »Novellen aus dem Süden« (das. 18411842, 3 Bde.); »Eine neue Welt« (das. 1844, 2 Bde.); »Der Prinz von Oranien« (Leipz. 1843, 3 Bde.); »Das Erdbeben von Carácas« (das. 1844, 2. Aufl. 1846); »Florian Geyer« (das. 1848, 3 Bde.); »Der Reichspostreiter in Ludwigsburg« (Frankf. 1857); »Das Geheimnis der Mutter« (das. 1859); die in der klassischen Zeit Weimars spielende Novelle »Hohe Freunde« (Leipz. 1862); »Posenschrapers Thilde« (das. 1863), ein die bürgerlichen Wirren Hamburgs im 17. Jahrh. behandeln der Roman, und »Primadonna, Roman aus der kursächsischen;Vergangenheit« (Berl. 1871, 2 Bde.). »Nachgelassene Erzählungen« gab Laube heraus (Brem. 1874, 5 Bde.). H. ist ein frischer Erzähler, wenn auch ohne große poetische Gestaltungskraft.
   3) Stephen, Klavierspieler und Komponist, geb. 13. Mai 1813 in Pest, gest. 13. Jan. 1888 in Paris, war 182427 Schüler von Anton Halm in Wien, wo er sich bereits in seinem 13. Jahr in öffentlichen Konzerten hören ließ, unternahm 1828 eine größere Kunstreise durch Ungarn, Polen und Deutschland und ließ sich sodann für längere Zeit in Augsburg nieder, wo er sich auf Veranlassung Robert Schumanns mit Eifer der Komposition zuwendete. Seit 1838 lebte er als hochgeschätzter Lehrer des Klavierspiels in Paris. H. nimmt unter den Klavierkomponisten (er schrieb nur für Klavier) eine bedeutende Stellung ein und steht unter den durch Schumann beeinflußten poetischen Naturen ebenbürtig neben Theodor Kirchner, schrieb aber leichter und dankbarer als dieser. Aus seinen meist kurzen Stücken (mit charakteristischen Titeln) sind hervorzuheben: »Im Walde« (Op. 86 u. 128), »Blumen-, Frucht- und Dornenstücke« (»Nuits blanches«, Op. 82), »Wanderstunden« (»Promenades d'un solitaire«, Op. 78,80,89), »Kinderszenen« (Op. 124), mehrere »Tarantellen« und ausgezeichnete Etüden. Auch schrieb er vier Klaviersonaten, Präludien, Kapricen, Nokturnen, Balladen, Walzer u. a. Vgl. Barbedette, Stephen H. (Par. 1876).
   4) Karl Bartholomäus, Naturforscher, geb. 20. Nov. 1824 zu Myslibořitz in Mähren, gest. 16. Dez. 1880 als Professor am Theresianum in Wien, bereiste 184547 Mittelamerika und schrieb: »Reisen in Mexiko« (Leipz. 1853), worin er eine systematische Aufzählung der in Mexiko heimischen und kultivierten Nutzpflanzen gab.
   5) Seligmann, Dichter und Journalist, geb. 8. Juli 1831 zu Raudnitz in Böhmen, gest. 8. Jan. 1890 in Wien, war mehrere Jahre in Prag als Lehrer an der Handelsakademie und als Mitarbeiter der »Bohemia« tätig, ging 1873 nach Wien, wo er für kurze Zeit in die Redaktion der »Deutschen Zeitung« eintrat; dann lehrte er Literaturgeschichte an der Handelsakademie. Seine poetischen Arbeiten: »Ahasverus«, ein Epos, das die Wanderung des Ewigen Juden durch die Geschichte der Menschheit schildert (Leipz. 1866, 2. Aufl. 1868), »Die letzten Hasmonäer« (Prag 1865) und ein Band »Gedichte« (Wien 1872), bekunden eine tiefere, ernste Natur, leiden aber unter dem Übergewicht der Reflexion; seine zahlreichen, nicht gesammelten kritischen Arbeiten zeigten viel Schärfe. Aus seinem Nachlaß erschienen Übersetzungen: »Die echten hebräischen Melodien« (Trier 1892, 2. Aufl. 1903).
 
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Heller Haufen (der helle Hauf), s. Meyers Landsknechte.
 
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Hellerlinse (Pfenniglinse), s. Meyers Linse.
 
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Hellespont (Hellespontos, »Meer der Helle«, s. Meyers Phrixos), antiker Name der Dardanellenstraße (s. Meyers Dardanellen), deren engste, nur 7 Stadien breite Stelle (zwischen Sestos und Abydos) von Xerxes überbrückt wurde. Dieselbe Stelle war im Altertum berühmt durch die Sage von Hero und Meyers Leander (s. d.) und wurde 1810 von Lord Byron in Erinnerung daran in 1 Stunde 10 Minuten durchschwommen.
 
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Hellespontwind, s. Meyers Dardanellenwind.
 
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Hellevoetfluis (spr. héllvutfleus), feste Stadt in der niederländ. Provinz Südholland, am Haringvliet auf der Insel Voorne-en-Putten. H. hat einen gut verteidigten Hafen mit sicherer Reede, Seemagazine und Schiffswerften, zwei große Docks, eine Seeschule, eine schöne reformierte Kirche, ist Sitz eines deutschen Konsularagenten und hat (1900) 4152 Einw. Von hier aus unternahm Wilhelm von Oranien im November 1688 die Landung in England.

 

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61) Güll
 ... neue Ausg., Gütersloh 1876; 6. Aufl. 1889; Auswahl, das. 1901); »Weihnachtsbilder« (Berl. 1840); »Neue Bilder für Kinder« (mit Zeichnungen von Tony
 
62) Handlungsgehilfe
 ... Beschäftigung sie nicht daran hindert, gestattet werden muß. Am ersten Weihnachts - , Oster - und Pfingstfeiertag dürfen Handlungsgehilfen überhaupt nicht,
 
63) Hans
 ... dramatisch bearbeitet. Als Fuhrmann des Christkindes tritt H. in zahlreichen Weihnachtsspielen des 17. und 18. Jahrh. als lustige Person auf. Vgl.
 
64) Heiberg
 ... la Barca «. Als er 1816 in seiner berühmten Komödie »Weihnachtsscherze und Neujahrsspäße« im Stil der deutschen Romantiker die Tränenseligkeit Ingemanns
 
65) Heilige
 ... Heilige Nacht , soviel wie Weihnachten (s. d.); in der Malerei Bezeichnung für die Darstellung
 
66) Heilige
 ... daß ganze Schiffsladungen des in Frankreich noch häufigern Schmarotzers zu Weihnachten nach England gehen. Die Kelten hielten außerdem eine Anzahl niederer
 ... heute in Frankreich und England, woselbst die Mistel bei den Weihnachts - und Neujahrszeremonien dient, so daß ganze Schiffsladungen des in
 
67) Heiliger
 ... Feier zu begehen pflegte; insbes. aber der Abend vor dem Weihnachts - , Neujahrs - und Dreikönigstag, namentlich der erstere. Ein
 ... den sog. Christmetten am Vorabend oder am Morgen des Weihnachtstags erhalten.
 
68) Heiliger
 ... Heiliger Christ , s. Weihnachten .
 
69) Heinrich
 ... Der Anschlag wurde entdeckt, H. in Ingelheim gefangen gehalten, zu Weihnachten 941 in Frankfurt a. M. nach reuevoller Buße begnadigt und
 
70) Hellebŏrus
 ... niger L . ( schwarze Nieswurz, Christwurz, Christblume, Christrose, Weihnachts - , Winter - oder Schneerose , s.
 ... als Abortivmittel. Die Blüten benutzt man zu Totenkränzen und als Weihnachtsschmuck. Der H. melas des Hippokrates, der bei den Alten
 
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