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Luitpold bis Lukasbild (Bd. 6, Sp. 836 bis 837)
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Artikelverweis Luitpold, Karl Joseph Wilhelm Ludwig, Prinz-Regent von Bayern, geb. 12. März 1821 in Würzburg, zweiter Sohn des Königs Ludwig I. (s. d. 17), trat 1835 in die Artillerie ein, ward 1841 Oberst, bereiste darauf die Mittelmeerländer und vermählte sich 1844 mit der Prinzessin Auguste von Toskana (gest. 1864). Er befehligte 1866 im Kriege gegen Preußen eine Division, ward zum Generalfeldzeugmeister und Generalinspekteur der bayrischen Armee ernannt und war 1870/71 im Hauptquartier des Königs Wilhelm zu Versailles, hielt sich aber sonst von den öffentlichen Angelegenheiten fern, soweit ihn nicht die Pflicht, König Ludwig II. bei der Eröffnung von Landtagen zu vertreten, dazu zwang. Als sich die Geisteskrankheit seines Neffen Ludwig II. (s. d. 18) 1886 herausstellte, übernahm er 10. Juni als des Reichs Verweser die Regentschaft für ihn sowie nach dessen Tod (13. Juni) für den ebenfalls geisteskranken König Otto und leistete 28. Juni den Eid, behielt aber das Ministerium Lutz bei. Die Feier seines 80. Geburtstages 1901, wobei ihm ein Huldigungsgeschenk von 1,700,000 Mk. für wohltätige Zwecke überreicht wurde, zeugte von der ihm allgemein gezollten Verehrung. Aus Anlaß der Erinnerung an den vor 70 Jahren erfolgten Eintritt in das Heer stiftete L. 1905 eine Erinnerungsmedaille aus Bronze. Er hat drei Söhne, die Prinzen Meyers Ludwig (s. d. 19), Leopold und Arnulf, und eine (unvermählte) Tochter, Prinzessin Therese (geb. 1850), die sich als Reiseschriftstellerin unter dem Namen Th. von Bayer* (»Reiseeindrücke und Skizzen aus Rußland«, Stuttg. 1885; »Über den Polarkreis«, Leipz 1889; »Meine Reise in den brasilischen Tropen«, Berl. 1807) bekannt

[Bd. 6, Sp. 837]


gemacht hat. Seinen Namen führt jetzt das 3. sächsische Infanterieregiment Nr. 102. In Landau wurde ihm 1892 ein Bronzedenkmal (von Rümann), ein andres 1893 in Berchtesgaden, 1903 in Augsburg ein Brunnendenkmal von Franz Bernauer, 1905 in Traunstein eine Kolossalbüste von demselben errichtet. Vgl. Reidelbach, L., Prinz-Regent von Bayern (Münch. 1891); Du Moulin Eckart, L. von Bayern, ein historischer Rückblick (Zweibrücken 1901).
 
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Luitprand, s. Meyers Liutprand.
 
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Lujan, Distriktshauptort in der argentin. Provinz Buenos Aires, am Fluß L. und an der Bahn Buenos Aires-Bragado, mit starker Obstzucht und 5000 Einw.
 
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Lujende, Nebenfluß des Rovuma (s. d.).
 
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Luk (Lucke), mit hohen Schwellen (Lukfüllen, Lukenkarben) versehene viereckige Öffnung in den Decken der Schiffe für den Verkehr oder zur Handhabung der Frachtgüter für das Laden und Löschen (Ladeluken). Ladeluken sind durch übergreifende Kappen während der Fahrt des Schiffes abgedeckt. Luken auf- oder überlegen, die Lukenöffnungen mit der Kappe bedecken. Die Lukendeckel des Panzerdecks der Panzerschiffe bestehen aus Panzerplatten.
 
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Lukács (spr. -kātsch), 1) Béla von, ungar. Staatsmann, geb. 1847 in Zalatna, gest. 7. Jan. 1901 in Budapest, studierte in Pest die Rechte und war bis zu seiner Wahl in den Reichstag 1872 beim Obersten Rechnungshof angestellt; gleichzeitig redigierte er die Zeitung »Közvélemény«. 1886 wurde er zum Direktor der ungarischen Staatsbahnen ernannt. Seit 1890 Unterstaatssekretär im Handelsministerium unter Baroß, wurde er nach dessen Tode (20. Juli 1892) selbst Handelsminister, trat aber 1895 mit dem Ministerium Wekerle zurück. 1900 wurde er zum ungarischen Kommissar bei der Pariser Weltausstellung ernannt, zog sich aber ein Nervenleiden zu und stürzte sich in die Donau. Er schrieb (in ungarischer Sprache): »Österreichs und Ungarns Finanz- und Steuersystem« (1876); »unser finanzielles Verhältnis zu Kroatien und Slawonien« (1879); »Entwickelung des Post- und Telegraphenwesens im letzten Dezennium« (1880); »Die Österreichisch-Ungarische Bank« (1882); »Rumäniens Staatshaushalt« (1882); »Staatshaushalt und Steuerwesen in England« (1884); »Staatshaushalt und Steuerwesen in Frankreich« (1884) u. a.
   2) Ladislaus von, ungar. Politiker, geb. 24. Okt. 1850 in Zalatna, kam 1874 als Professor an die Raaber Rechtsakademie, entsagte aber schon nach zwei Jahren dieser Stellung und übernahm die Leitung der Bergwerke seines Vaters. Nachdem er 1878 ins Parlament gewählt war, berief ihn Wekerle als Ministerialrat ins Finanzministerium, dem er in einem spätern Zeitraum auch als Unterstaatssekretär angehörte. Wekerle empfahl bei seinem Rücktritt L. zum Leiter der Finanzen; diese Stelle bekleidete L. seit 5. Febr. 1895. Unter Bánffy vereinbarte er mit dem österreichischen Kabinett die Bedingungen der Erneuerung des finanziellen Ausgleichs (sogen. Ischler Klausel). Nach dem Sturz Bánffys im Februar 1899 war er im Interesse der Herstellung der parlamentarischen Ruhe tätig. Das ihm wiederholt angebotene Ministerpräsidium während des Exlex-Zustandes 1902 schlug er aus, behielt aber sein Portefeuille auch unter Stef. Tisza bei bis zum Rücktritt des ganzen Kabinetts (im Juni 1905). 1879 veröffentlichte L. (in ungarischer Sprache) die Studie: »Gegenwart und Zukunft des siebenbürgischen Edelmetallbergbaues«. Vgl. »Die zehnjährige Wirksamkeit des ungarischen Finanzministers Ladislaus L.« (ungar., Budapest 1905).
   3) Georg, ungar. Politiker, geb. 1865 in Großwardein als Sohn des Staatssekretärs Georg L., Neffe und Schwager des Finanzministers Ladislaus L., studierte die Rechte, wirkte dann als Sekretär im Ministerium des Innern und wurde 1896 zum Abgeordneten gewählt. Seit 1897 Obergespan des Komitats Békés, ward er 18. Juni 1905 zum Minister für Kultus und Unterricht im Kabinett Fejérváry ernannt.
 
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Lukalla, rechter Nebenfluß des Koanza in der portugiesisch-westafrikan. Kolonie Angola, entspringt im Kanansagebirge; erst südlich, dann westlich durch ein an Kaffee und Eisengruben (1768 ließ hier der Marquis von Pombal große Eisenhämmer errichten) reiches Tal, weiter durch Lagunen fließend, mündet er unterhalb Dondo, streckenweise mit Kanus befahrbar.
 
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Lukanĭen (Lucania), im Altertum Landschaft Unteritaliens oder Großgriechenlands (s. Karte bei »Italia«), zwischen dem Tarentinischen Meerbusen und dem Tyrrhenischen Meer, mit den Städten Pästum, Heraklea, Metapontum, Potentia etc., entspricht im wesentlichen der heutigen Provinz Potenza und dem Süden von Salerno. Die Lukaner waren ein vor 400 aus Samnium erobernd eingewandertes oskisches Volk; um 356 zweigten sich die Bruttii (s. d.) von ihnen ab. Um 320 verbündeten sie sich mit Rom gegen die Griechen und später mit den Samnitern und mit Pyrrhos gegen Rom, wurden aber 272 völlig von diesem unterworfen. Vgl. Tropea, Storia dei Lucani (Messina 1894).
 
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Lukarne (franz.), Dachfenster, Dachluke.
 
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Lukas, der Evangelist, auch Lucanus genannt, nach seiner Bekehrung vom Heidentum Gehilfe und vieljähriger Reisegefährte des Apostels Paulus. Von seinen übrigen Lebensverhältnissen wissen wir nur, daß er Arzt war (Kol. 4, 14). Die Legende macht ihn überdies noch zum Maler (z. B. von Marienbildern; s. den folgenden Artikel), weshalb ihn die Maler zu ihrem Schutzheiligen gewählt haben. Die griechische und die katholische Kirche haben ihm den 18. Oktober geweiht. Ein von ihm herrührender Reisebericht ist in unsre Meyers Apostelgeschichte (s. d.) eingearbeitet, weshalb diese sowie das von demselben Verfasser stammende dritte Evangelium unter dem Namen des L. gehen. Zum Evangelium vgl. den Kommentar von Meyer-Weiß (9. Aufl., Götting. 1901). S. Meyers Evangelist und Evangelium.
 
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Lukasbild, nach der christlichen Legende ein vom Evangelisten Lukas nach dem Leben gemaltes Bildnis der Madonna mit dem Kinde. In Rom wird ein solches Madonnenbild als das wahre, von Lukas gemalte verehrt, andre befinden sich in Bologna, Freising u. a. O. Alle diese Bilder sind byzantinische Gemälde früherer oder späterer Zeit.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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