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Luis de Granada bis Luitpold (Bd. 6, Sp. 834 bis 836)
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Artikelverweis Luis de Granada, Fray, Mystiker und Kanzelredner, geb. 1504 in Granada, gest. 31. Dez. 1588 in Lissabon, trat 1523 in den Dominikanerorden und studierte in Valencia Philosophie und Theologie. Wiederholt ihm angebotene hohe Kirchenwürden wies er zurück. Seit 1554 lebte er im Dominikanerkloster zu Lissabon, 155772 als Provinzial von Portugal, vom Hof und vom Volk gleich verehrt. Von seinen zahlreichen Andachtsschriften gehören mehrere zu den noch heute gelesensten spanischen Erbauungsbüchern, wie: »La guia de pecadores« (1556; deutsch, 7. Aufl. 1876, 2 Bde.) und »Meditaciones« (abgedruckt in Ochoas »Autores misticos españoles«, Madr. 1886). Seine gesammelten Werke erschienen zuerst Madrid 1555, zuletzt daselbst 17881800 in 6 Bänden.
 
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Luise (franz. Louise), weibliche Form des Namens Louis (vgl. Ludwig, S. 773). Die hervorragendsten Trägerinnen des Namens sind:
   1) L. Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, geb. 27. Nov. 1627, gest. 18. Juni 1667, Tochter des Prinzen Friedrich Heinrich von Oranien, seit 7. Dez. 1646 mit dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm vermählt, gebar ihm fünf Söhne und eine Tochter, von denen aber bloß der dritte Sohn, Friedrich (der erste König von Preußen), den Vater überlebte. Ihrem Gemahl, den sie auf allen Reisen und Feldzügen begleitete, stand sie stets beratend und tröstend zur Seite, sie gründete Oranienburg und stiftete dort ein Waisenhaus. Die ihr zugeschriebenen geistlichen Lieder, z. B. das bekannte »Jesus, meine Zuversicht etc.«, sollen nicht von ihr, sondern von O. v. Schwerin, ihrem Freund und dem Erzieher ihrer Kinder, herrühren. In Mörs wurde ihr 1904 ein Denkmal (von Baucke) errichtet, ein Geschenk Kaiser Wilhelms II. Ihr Leben beschrieb Knauth (Halle 1867) und Rousselle (Berl. 1900). Vgl. »Andachtsbuch L. Henriettes von Brandenburg« (hrsg. von Runge 1653; neu bearbeitet von Irenäus, Berl. 1880).
   2) L. Charlotte, Herzogin von Kurland, geb. 3. Sept. 1617 als ältestes Kind des Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg, gest. 29. Aug. 1676, vermählte sich 7. Okt 1645 mit Jakob, 16421682 Herzog von Kurland (s. Meyers Kurland, Meyers Geschichte). Vgl. A. Seraphim, Eine Schwester des Großen Kurfürsten, L. Charlotte (Berl. 1901).
   3) Auguste Wilhelmine Amalie L., Königin von Preußen, eine der edelsten Frauen der Geschichte, Tochter des Herzogs Karl Ludwig Friedrich von Mecklenburg-Strelitz, geb. 10. März 1776 in Hannover, wo damals ihr Vater Gouverneur war, gest. 19. Juli 1810, verlor schon im 6. Jahr ihre Mutter und ward erst in Herrenhausen, dann in Darmstadt von ihrer Großmutter, der Landgräfin Marie Luise Albertine, und einer Schweizerin, Fräulein

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v. Gélieux, erzogen. Von 1791 bis März 1793 verweilte sie bei ihrer Schwester, der Herzogin Charlotte von Sachsen-Hildburghausen, lernte auf der Rückreise in Frankfurt a. M. den Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, der seinen Vater Friedrich Wilhelm II. in den französischen Krieg begleitete, kennen und verlobte sich 24. April 1793 in Darmstadt mit ihm, während gleichzeitig ihre jüngere Schwester, Friederike, die Braut des Prinzen Ludwig von Preußen wurde. Am 24. Dez. fand in Berlin die Vermählung statt. Durch ihre Schönheit, Anmut und Herzensgüte gewann sie aller Herzen und fand ihr höchstes Glück in einfach häuslichem Leben mit ihrem Gemahl und ihren Kindern. Als ihr Gemahl 1797 den Thron bestieg, vereinigte L. die Pflichten der Königin redlich mit denen der Gattin und Mutter, begleitete ihren Gemahl auf seinen Reisen durch die Pro vinzen und linderte gern die Not der Unglücklichen. Beim Ausbruch des Krieges von 1806 ging sie mit ihrem Gemahl nach Naumburg und nach der Schlacht bei Jena nach Königsberg und Memel. Vergeblich war ihre demütigende Unterredung mit Napoleon I., der sie durch schmähliche Verleumdungen beleidigt hatte, in Tilsit 6. Juli 1807, wodurch man billigere Friedensbedingungen zu erlangen hoffte. Sie lebte hierauf mit der königlichen Familie in und bei Königsberg, ihre Muße namentlich dem Studium der Geschichte und der deutschen Literatur widmend, verlor aber, den furchtbaren Sturz des Staates schmerzlich empfindend, den Mut und das Vertrauen auf Gott nicht, richtete durch ihren Trost auch ihren tief gebeugten Gemahl auf und bemühte sich, während sie früher jede Einmischung in Staatsangelegenheiten vermieden hatte, nun eifrig, Stein zur Leitung des Staates zu verhelfen und ihn im Ministerium zu erhalten, da sie mit ihm wie mit Scharnhorst und Gneisenau über die Reformen einverstanden war. Ihr persönliches Verdienst ist es, daß Schlesien nicht an Napoleon abgetreten wurde. Auf Einladung des Kaisers Alexander I. reiste sie mit dem König 27. Dez. 1808 nach Petersburg, im Dezember 1809 kehrte sie nach Berlin zurück, starb aber während eines Besuches bei ihrem Vater auf dem Schloß Hohenzieritz bei Neustrelitz und ward im Schloßgarten zu Charlottenburg beigesetzt, wo ihr und ihrem Gemahl ein Mausoleum errichtet wurde und auch das herrliche Marmorbild der schlafenden Königin, von Rauch (s. Tafel Meyers »Bildhauerkunst XIII«, Fig. 4), steht. 1879 wurde ihr Marmorstandbild von Encke im Berliner Tiergarten enthüllt (s. Tafel Meyers »Berliner Denkmäler II«, Fig. 5). Ein nach der Natur modelliertes Jugendbildnis von ihr bietet die Schadowsche Gruppe (s. Tafel Meyers »Bildhauerkunst XII«, Fig. 4), die sie mit ihrer Schwester darstellt. Ihrem Andenken sind die Meyers Luisenstiftung (s. d.). in Berlin u. der Meyers Luisenorden (s. d.) gewidmet. Ihren Briefwechsel mit König Friedrich Wilhelm III. gab Bailleu (Berl. 1903) heraus. Vgl. Eylert, Gedächtnisfeier der Königin L. von Preußen (Potsd. 1816); ihre Biographien von Adami (17. Aufl., Gütersl. 1903), Kluckhohn (Berl. 1876), E. Engel (das. 1876), G. Horn (5. Aufl., das. 1898), Stein (Nietschmann, 5. Aufl., Halle 1904), HudsonLife and times of Louisa, Queen of Prussia«, 3. Aufl., Lond. 1877; deutsch von Pfau, 3. Aufl., Leipz. 1901), v. Petersdorff (2. Aufl., Bielef. 1904), Lonke (Leipz. 1903) und Brendicke (Berl. 1904); Martin, Briefe der Königin L. (das. 1887); Braun, L., Königin von Preußen, in ihren Briefen (das. 1888); Belling, Die Königin L. in der Dichtung (2. Aufl., das. 1890).
   4) L. Dorothea, Herzogin von Sachsen-Gotha, geb. 10. Aug. 1710 in Koburg, gest. 22. Okt. 1767, Tochter des Herzogs Ernst Ludwig I. von Meiningen, wurde nach dem Tod ihres Vaters (1724) in Koburg von ihrer Stiefmutter, einer Tochter des Großen Kurfürsten, erzogen, vermählte sich 1729 mit ihrem Vetter, dem Erbprinzen, spätern Herzog Friedrich III. von Gotha (gest. 1772), dem sie vier Kinder gebar, und stand ihrem Gemahl als kluge Beraterin zur Seite. Sie nahm lebhaften Anteil an schöner Literatur und Wissenschaft, namentlich der französischen, und unterhielt mit vielen Gelehrten und Dichtern einen lebhaften Briefwechsel meist in französischer Sprache, so mit Voltaire, Diderot, d'Alembert und v. Grimm. Auch mit Friedrich d. Gr. korrespondierte sie und empfing 1757 und 1762 seinen Besuch auf dem Friedenstein. Vgl. Jenny v. d. Osten, L. Dorothea, Herzogin von Sachsen-Gotha (Leipz. 1893).
   5) L., Herzogin von Sachsen-Koburg, s. Meyers Ernst 19; vgl. v. Ebart, L., Herzogin von Sachsen-Koburg-Saalfeld (Minden 1903).
   6) L. von Sachsen-Koburg, Gemahlin des in Wien lebenden Prinzen Philipp von Sachsen-Koburg, geb. 18. Febr. 1858, älteste Tochter des Königs Leopold II. von Belgien (s. Meyers Leopold 10), wurde wegen ihrer Schulden, die ihr Gemahl nicht bezahlen wollte, für geisteskrank erklärt, entfloh aber 1904 aus der Nervenheilanstalt Pierson bei Dresden und hielt sich in Paris auf. Dort wurde im Februar 1905 festgestellt, daß sie geistig nicht krank sei; seitdem schwebt der Ehescheidungsprozeß.
   7) L. von Savoyen, Herzogin von Angoulême, geb. 1476, gest. 1531, Tochter des Herzogs Philipp von Savoyen, wurde 1488 mit Karl von Orléans, Grafen von Angoulême, vermählt, dem sie 1494 den spätern König Franz I. gebar, und den sie bereits 1495 durch den Tod verlor. Unter der Regierung ihres Sohnes übernahm sie wiederholt in Gemeinschaft mit dem Kanzler Duprat die Regierung des Landes. Der von ihr begangenen Verschleuderungen öffentlicher Gelder beschuldigte sie den Intendanten Semblançay und ließ ihn hinrichten. Dagegen brachte sie die Liga von Cognac zustande (1526) und schloß 1529 mit Margarete von Österreich den Damenfrieden von Cambrai. Sie begünstigte die Wissenschaften, haßte und verfolgte aber die Anhänger der Kirchenreform. Ihr »Journal« ist in den »Mémoires relatifs à l'histoire de France« abgedruckt. Vgl. Jacqueton, La politique extérieure de Louise de Savoie (Par. 1892); de Maulde la Clavière, Louise de Savoie et François I (das. 1895); Lefranc und Boulenger, Comptes de Louise de Savoie et de Marguerite d'Angoulême (das. 1905).
   8) L. Ulrike, Königin von Schweden, Tochter Friedrich Wilhelms I. von Preußen, geb. 24. Juli 1720, gest. 16. Juli 1782, vermählte sich 1744 mit dem schwedischen Thronfolger Adolf Friedrich (s. Meyers Adolf 9). Schön, geistreich und talentvoll, aber herrschsüchtig und leidenschaftlich, griff sie schon als Kronprinzessin oft entscheidend in die Politik ein. Nach der Thronbesteigung ihres schwachen Gemahls (1751) brach sie mit ihren bisherigen Freunden und arbeitete mit Hilfe einer Hofpartei auf eine Erweiterung der königlichen Rechte hin, sah sich aber nach dem Scheitern eines von ihr 1756 angeregten Staatsstreiches vielen persönlichen Kränkungen ausgesetzt, so 1757 der Beteiligung Schwedens am Kriege gegen ihren Bruder Friedrich d. Gr. Trotzdem ungebeugt, verband sie sich seit 1762 bald mit den Meyers »Mützen« (s. d.),

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bald mit den Meyers »Hüten« (s. d.), vermochte aber ihr Ziel nicht zu erreichen. 1771 Witwe geworden, ging sie nach Berlin, kehrte aber 1772 nach Schweden zurück, wo sie mit ihrem Sohn Gustav III. in einem gespannten Verhältnis lebte, das 1778 nach der Geburt Gustavs IV. Adolf, dessen Legitimität sie anzweifelte, sich zu einem offenen, nie ausgeglichenen Zerwürfnis erweiterte. Eine der geistig bedeutendsten Fürstinnen des 18. Jahrh., stand sie mit vielen berühmten Zeitgenossen (Grimm, Helvetius, Maupertuis, Voltaire etc.) in Briefwechsel, besaß eine prächtige Bilder-, Bücher- und Urkundensammlung, stiftete 1753 aus eignen Mitteln die noch jetzt bestehende schwedische Akademie der schönen Literatur, Geschichte und Altertumskunde, verwendete große Summen für Wohlfahrts-, bez. industrielle Zwecke und unterstützte viele Gelehrte, so Linné und Dalin. Vgl. F. Arnheim, Die Memoiren der Königin von Schweden, L. Ulrike (Halle 1888); H. Hüffer und F. Arnheim, Das Zerwürfnis Gustavs III. von Schweden mit seiner Mutter L. Ulrike (Leipz. 1893). Ein wertloses, gefälschtes Plagiat ist O. G. v. Heidenstams »Une soeur du Grand Frédéric, Louise Ulrique« (Par. 1897).
   9) L. Antoinette Maria von Toskana, die geschiedene Gemahlin des Kronprinzen, jetzigen Königs Friedrich August III. von Sachsen (s. Meyers Friedrich 73), geb. 2. Sept. 1870, Tochter des Großherzogs Ferdinand IV. von Toskana (s. Meyers Ferdinand 38), wurde wegen Ehebruchs von ihrem Gatten, mit dem sie seit 21. Nov. 1891 vermählt war, 11. Febr. 1903 gerichtlich geschieden und erhielt auf Ansuchen im Juli den Namen und Adelstitel einer Gräfin von Montignoso. Sie gebar 4. Mai 1903 in Lindau eine Tochter Anna Monica Pia, die rechtlich ein eheliches Kind des Königs ist, lebte darauf einige Zeit zu Schloß Ramo bei Lyon u. in Schloß Ventnor auf der Insel Wight, siedelte im Mai 1904 nach dem ihrer Familie gehörigen Schloß Wartegg am Bodensee und später nach Florenz über.
   10) (Loysa) Raugräfin, s. Meyers Degenfeld.
 
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Luisenburg, eine der merkwürdigsten Partien des Fichtelgebirges, bei Wunsiedel im bayr. Regbez. Oberfranken, ein großartiges Labyrinth von Granitblöcken. Früher hieß die Höhe (789 m) nach einer auf ihr stehenden Burg, von der noch Ruinen vorhanden sind, Luchsburg, welcher Name bei Gelegenheit der Anwesenheit des preußischen Königspaares 1805 zu Ehren der Königin Luise in L. umgewandelt wurde. In der Nähe der Badeort Meyers Alexandersbad (s. d.).
 
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Luisenhall, s. Meyers Stotternheim.
 
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Luisenlund, s. Meyers Schleswig (Stadt).
 
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Luisenorden, vom König Friedrich Wilhelm III. von Preußen 3. Aug. 1814 zur Erinnerung an die Königin Meyers Luise (s. d. 3) für glänzende Beweise der Vaterlandsliebe und Menschenfreundlichkeit in den Jahren 181314 gestiftet, sollte nur 100 Mitglieder aus dem preußischen Staat, aber ohne Unterschied der Religion und des Standes, zählen. Am 15. Juli 1850 wurde er zur Verleihung an solche Jungfrauen und Frauen, die sich durch die Pflege von Verwundeten 1848 und 1849 ausgezeichnet hatten, erneuert. Ähnliche Erneuerungen fanden 1861, 1865, 1866 und 1871 statt. 1865 ward eine zweite Abteilung in zwei Klassen hinzugefügt: 1) Anerkennung für Frauen und Jungfrauen, die Kranke im Kriege gepflegt, und 2) für solche, die durch hochherzige und verdienstliche Handlungen im Krieg und Frieden sich ausgezeichnet haben. Am 3. Jan. 1890 wurde von der Königin Auguste Viktoria bestimmt, daß in Zukunft die erste Klasse der zweiten Abteilung nur an solche Damen verliehen werden soll, die sich bereits im Besitz der zweiten Klasse dieser Abteilung befinden. Die Auswahl bestimmt das aus vier Frauen unter Vorsitz der Königin bestehende Ordenskapitel mit Autorisation des Königs. Das Ordenskreuz ist von Gold und schwarz emailliert. Das himmelblaue Mittelschild zeigt ein L. in einem Sternenkranz, auf der Rückseite die Zahlen 1813 und 1814 und seit der Erneuerung je die Jahre, für die er verliehen wird. Die erste Abteilung kann mit oder ohne Eichenlaub, die zweite Abteilung erster Klasse mit goldener oder silberner Krone und die zweiter Klasse in Silber oder als Medaille verliehen werden. Das Band, an dem der Orden auf der linken Brust getragen wird, ist bei der ersten Abteilung weiß mit schwarzen Randstreifen, bei der zweiten weiß mit schwarzem Rand und einem Mittelstreifen. S. Tafel Meyers »Orden I«, Fig. 12. Vgl. L. Schneider, Der L. (Berl. 1867).
 
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Luisenstädtischer Kanal, schiffbare Wasserstraße im südöstlichen Teil Berlins, 2,2 km lang und 1,5 m lief, zweigt von der Spree bei der Schillingsbrücke ab, führt durch zwei Bassins und mündet am Urbanhafen in den Landwehrkanal.
 
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Luisenstiftung (genauer: Königin Luise-Stiftung), zum Andenken an die Königin Luise von Preußen von einem Verein durch gesammelte Beiträge 1810 gegründete und 10. März 1811 eröffnete Anstalt zur Erziehung junger Mädchen von 1215 Jahren aus gebildetem Stande, verbunden mit einer Anstalt zur unentgeltlichen Ausbildung von Erzieherinnen im Alter von 1822 Jahren. Dies Seminar der L. ist seit 1877 zur Ausstellung amtlich gültiger Zeugnisse auf Grund der bestandenen Entlassungsprüfung berechtigt.
 
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Luisenthal, s. Meyers Ohrdruf.
 
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Luisine, leichter Seidenstoff für Damenkleider Blusen etc.
 
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Luitpold, Karl Joseph Wilhelm Ludwig, Prinz-Regent von Bayern, geb. 12. März 1821 in Würzburg, zweiter Sohn des Königs Ludwig I. (s. d. 17), trat 1835 in die Artillerie ein, ward 1841 Oberst, bereiste darauf die Mittelmeerländer und vermählte sich 1844 mit der Prinzessin Auguste von Toskana (gest. 1864). Er befehligte 1866 im Kriege gegen Preußen eine Division, ward zum Generalfeldzeugmeister und Generalinspekteur der bayrischen Armee ernannt und war 1870/71 im Hauptquartier des Königs Wilhelm zu Versailles, hielt sich aber sonst von den öffentlichen Angelegenheiten fern, soweit ihn nicht die Pflicht, König Ludwig II. bei der Eröffnung von Landtagen zu vertreten, dazu zwang. Als sich die Geisteskrankheit seines Neffen Ludwig II. (s. d. 18) 1886 herausstellte, übernahm er 10. Juni als des Reichs Verweser die Regentschaft für ihn sowie nach dessen Tod (13. Juni) für den ebenfalls geisteskranken König Otto und leistete 28. Juni den Eid, behielt aber das Ministerium Lutz bei. Die Feier seines 80. Geburtstages 1901, wobei ihm ein Huldigungsgeschenk von 1,700,000 Mk. für wohltätige Zwecke überreicht wurde, zeugte von der ihm allgemein gezollten Verehrung. Aus Anlaß der Erinnerung an den vor 70 Jahren erfolgten Eintritt in das Heer stiftete L. 1905 eine Erinnerungsmedaille aus Bronze. Er hat drei Söhne, die Prinzen Meyers Ludwig (s. d. 19), Leopold und Arnulf, und eine (unvermählte) Tochter, Prinzessin Therese (geb. 1850), die sich als Reiseschriftstellerin unter dem Namen Th. von Bayer* (»Reiseeindrücke und Skizzen aus Rußland«, Stuttg. 1885; »Über den Polarkreis«, Leipz 1889; »Meine Reise in den brasilischen Tropen«, Berl. 1807) bekannt

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gemacht hat. Seinen Namen führt jetzt das 3. sächsische Infanterieregiment Nr. 102. In Landau wurde ihm 1892 ein Bronzedenkmal (von Rümann), ein andres 1893 in Berchtesgaden, 1903 in Augsburg ein Brunnendenkmal von Franz Bernauer, 1905 in Traunstein eine Kolossalbüste von demselben errichtet. Vgl. Reidelbach, L., Prinz-Regent von Bayern (Münch. 1891); Du Moulin Eckart, L. von Bayern, ein historischer Rückblick (Zweibrücken 1901).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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