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Luftdruckpumpe bis Luftfeuchtigkeit (Bd. 6, Sp. 801 bis 809)
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Artikelverweis Luftdruckpumpe, s. Meyers Luftdruckwasserheber.
 
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Luftdruckstufe (Druckstufe), s. Meyers Gewitter, S. 808.
 
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Luftdruckvarĭometer, ein von Hefner-Alteneck konstruiertes Instrument, das kleine und schnell vorübergehende Änderungen des Luftdrucks, die sich im Witterungscharakter meist nicht kenntlich machen, sichtbar macht. Das L. besteht (s. Abbildung) aus einer mehrere Liter Luft fassenden Flasche, die durch einen Gummistöpfel dicht verschlossen ist. Durch letztern gehen zwei Glasröhren, von denen die eine, sehr kurze, nach außen in eine seine Öffnung ausläuft. Die andre Röhre geht nahe bis zum Boden des Gefäßes, während der aus der Flasche hervorragende Teil so gebogen ist, wie die Abbildung zeigt. Hier befindet sich ein gefärbter Flüssigkeitstropfen (gefärbtes Petroleum), der bei unverändertem Luftdruck an der tiefsten Stelle der schwach gekrümmten Röhre steht, und dessen Bewegungen an einer dort angebrachten Skala genau festgestellt werden können. Schnell eintretende Temperaturschwankungen im Innern der Flasche werden durch einen Filzmantel verhindert. Je nachdem der Luftdruck steigt oder fällt, geht der Tropfen nach rechts oder links. In dem einen Fall wird Luft von außen in die Flasche hineingepreßt, im andern herausgesaugt. Die Ausgleichung erfolgt ungleich schneller durch das lange, weitere Rohr als durch das zweite mit der kleinen Öffnung.
 
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Luftdruckwasserheber (Druckluftwasserheber, Luftdruckpumpe), Vorrichtungen zum Heben von Flüssigkeit durch unmittelbare Einwirkung von Druckluft (Preßluft), beruhen entweder auf der Verminderung des spezifischen Gewichts einer Mischung von Wasser und Luft in einem Rohr oder auf der Druckwirkung gepreßter Luft auf Wasser in einem geschlossenen Raume. Taucht man ein Rohr (Steigrohr) zum Teil senkrecht in einen Brunnenschacht und läßt durch ein zweites Rohr Luft, deren Überdruck der Wasserhöhe zwischen Wasserspiegel und unterer Rohrmündung entspricht, von unten in das erste Rohr eintreten, so bildet sich in diesem ein Gemisch von Wasser und Luftblasen, das leichter als Wasser ist, weshalb nach dem Gesetz der kommunizierenden Röhren das Gemisch im Steigrohr sich über den Wasserspiegel erheben wird. Bringt man nun unter dem höchsten Stande der Mischung im Steigrohr eine Ausflußrinne an, so fließt das Gemisch so lange aus, als unten Luft zugeführt wird. Diese Einrichtung bildet das von Löscher in Freiburg 1797 erfundene aërostatische Kunstgezeug, das auch in neuerer Zeit in einzelnen Fällen (Wasserversorgung von Wilhelmshaven, Grubenentwässerung bei Berlin) mit Vorteil benutzt wird. Der Nutzeffekt ist wegen der Ausnutzung der Expansion der Luft ziemlich groß (2245 Proz.), doch ist bei einiger Förderhöhe die erforderliche Tiefe des Eintauchens des Steigrohres unbequem. Eine besondere Ausführungsform des geschilderten Luftdruckwasserhebers ist die von Borsig gebaute Mammutpumpe, die auch zum Fördern von schlammigem, mit Sand gemischtem Wasser erfolgreich Verwendung findet. Einen L. der zweiten Art in ein fachster Form zeigt die Abbildung. In das in einen Brunnen eingetauchte Gefäß A mündet oben ein Druckluftrohr B und ein bis zum Boden reichendes Steigrohr C, unten ist ein Wassereinlaßventil D angebracht; ein besonderer Luftauslaß fehlt. Im Ruhezustand ist das Gefäß mit Wasser gefüllt; sobald

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jedoch durch B Druckluft zugeleitet wird, wird bei geschlossenem Ventil D das Wasser durch C emporgedruckt, bis der Wasserspiegel im Gefäß unter die Mündung von C herabsinkt. In diesem Moment dringt die Druckluft ins Steigrohr ein und kann nun plötzlich ins Freie strömen. Dadurch findet in A eine Druckverminderung in dem Maße statt, daß neues Wasser von unten durch D mit Heftigkeit eintreten kann, wodurch die Mündung des Steigrohrs wieder unter Wasser kommt. Nun beginnt das Spiel aufs neue. Die Ausnutzung der Druckluft ist bei diesem Apparat mit nur einem Wassereinlaßventil mangelhaft. Sie gestaltet sich besser, wenn der Ein- und Austritt von Wasser und Luft durch Hähne oder Ventile geregelt wird. Die Wasserein- und Auslaßventile können selbsttätig sein wie bei Pumpen, während die Luftventile gesteuert sind. Diese Steuerung erfolgt zumeist mittels Schwimmer, die mit der Flüssigkeit im Gefäß steigen und sinken und dabei durch Vermittelung von Stangen und Hebeln die Luftein- und Auslaßventile in entsprechender Weise öffnen und schließen. Auch Hähne werden durch Schwimmer gesteuert. Solche L. haben bei der Abführung der Abwässer von Städten Verwendung gefunden (z. B. in Toulon der Apparat von Shone, in Great-Grimsby derjenige von Adams). Auch sind verschiedene Vorschläge zur Wasserhaltung in Bergwerken und Wasserversorgung mit Luftdruckwasserhebern gemacht worden. Die nötige Druckluft wird in der Regel durch einen Kompressor oder auch durch Wasserdruck erzeugt. Luftdruckflüssigkeitsheber werden in chemischen Fabriken benutzt zum Heben ätzender Flüssigkeiten (Schwefelsäure, Salzsäure etc.), wobei die Gefäßwände, Ventile etc. aus entsprechendem Material (Hartgummi, Steingut etc.) hergestellt sein müssen (vgl. Drucktopf). In Zuckerfabriken dient ein mit dem Namen Meyers Monteius (s. d.) bezeichneter Apparat zum Heben des Zuckersaftes. Vgl. Hartmann u. Knoke, Die Pumpen (2. Aufl., Berl. 1897).
 
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Luftdusche, ein von Politzer angegebenes Verfahren zum Einblasen von Luft durch die Ohrtrompete in das Mittelohr. Man setzt einen mit olivenförmigem Ansatz versehenen Kautschukballon luftdicht in ein Nasenloch, während das andre verschlossen wird. Macht der Patient nun eine Schluckbewegung, so wird die Nase und der obere Rachenraum vom untern Rachenteil abgeschlossen, und die durch gleichzeitigen Druck auf den Ballon hier verdichtete Luft muß durch die Ohrtrompeten in das Mittelohr eindringen. Gelingt dies nicht, so muß von der Nase aus ein Rohr (Katheter) in die Ohrtrompetenmündung eingeführt und durch dieses Luft eingeblasen werden. Die L. soll bei Erkrankungen der Ohrtrompeten die zu geringe Luftmenge im Mittelohr erhöhen und dadurch Schwerhörigkeit, Ohrenklingen und ähnliches beseitigen; sie dient auch zur Reinigung des Mittelohrs von entzündlichen Ausschwitzungen und zu speziellern Untersuchungen des Mittelohrs. Über Heißluftdusches. Heißluftbäder. L. heißt auch die Einführung von Luft in den Darm bei Darmverschlingung.
 
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Luftecho, ein durch eine Meyers Akustische Wolke (s. d.) bedingtes Echo.
 
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Luftelektrizität. An heitern, ruhigen, niederschlagsfreien Tagen erscheint die atmosphärische Luft positiv elektrisch geladen, ein Punkt in der Luft positiv elektrisch im Vergleich zum Erdboden, oder anders ausgedrückt: ein oberhalb der Erdoberfläche befindlicher Punkt besitzt ein höheres elektrisches Potential (höhere elektrische Spannung) als die Erdoberfläche selbst. Dieses Potential wird um so größer, je hoher sich der untersuchte Punkt über die Erdoberfläche erhebt, während keine Änderung in den beobachteten Werten eintritt, wenn man Punkte in derselben horizontalen Ebene untersucht. Es hat sich ergeben, daß die Erde selbst eine negative Ladung besitzt, und daß die in der Luft beobachtete positive elektrische Spannung als Influenzwirkung der Erde zu betrachten ist. Man kann die geschilderten Verhältnisse als die normalen ansehen und bezeichnet sie oft mit Schönwetterelektrizität, da der umgekehrte Zustand fast nur bei Fallen von Niederschlägen oder bei größern elektrischen Störungen, wie Gewittern, einzutreten pflegt. Unter normalen Verhältnissen befindet sich also über der negativ geladenen Erde ein elektrisches Feld, in dem die luftelektrischen Niveauflächen (Äquipotentialflächen, Flächen gleicher Spannung), d. h. diejenigen horizontalen Flächen, in denen alle Punkte gleiches elektrisches Potential (gleiche elektrische Spannung) haben, parallel der Erdoberfläche verlaufen.
   Die Messungen, durch die man eine Übersicht über die luftelektrischen Erscheinungen zu gewinnen versucht hat, waren anfangs wesentlich nur solche qualitativer Art. Erst durch W. Thomson wurden genauere quantitative Messungen eingeführt, die auch die so notwendige Vergleichbarkeit der Beobachtungen untereinander ermöglichten. Die zu bestimmende Größe war von jetzt ab scharf definiert, es war das Potentialgefälle, d. h. die Änderung, die das Potential an einem Punkte der Atmosphäre nach oben zu für eine Vertikalzunahme von 1 m erfährt, ausgedrückt in Volt (gewöhnlich bezeichnet mit (dv)/(dn), in Volt/Meter).
   Zur Beobachtung der L. bediente man sich zuerst meist metallischer Spitzen, die auf mehr oder weniger hohen Stangen (Wetterstangen) isoliert aufgestellt waren oder auch wohl durch Drachen hochgeführt wurden. Von diesen Spitzen aus führte ein seiner Zuleitungsdraht zu den Beobachtungsapparaten. Volta führte einen brauchbaren Meßapparat in Gestalt seines Strohhalmelektroskops ein und verwandte auf den Wetterstangen statt der metallischen Spitzen Flammen und glimmende Lunten, durch die das luftelektrische Potential eines Punktes der Luft viel schneller angegeben wird. Man gebraucht jetzt zur Messung des Potentialgefälles gewisse Vorrichtungen (Kollektoren), die sich zu dem Potential der sie unmittelbar umgebenden Luftschicht aufladen, und mißt die Potentialdifferenz (Spannungsunterschied) zwischen einem solchen Punkte der Luft und der Erde (deren Potential man gleich Null annimmt) oder zwischen zwei um eine bestimmte vertikale Strecke übereinander befindlichen Punkten mit Hilfe eines Elektroskops oder Elektrometers. Aus den so erhaltenen Zahlen und dem Abstande des untersuchten Punktes von der Erde oder von jenem zweiten Punkt ist das Potentialgefälle für 1 m ohne weiteres zu berechnen.
   Die Wirkung der Kollektoren, wie z. B. der Flammen und glimmenden Lunten, besteht darin, daß die Partikelchen der aufsteigenden Verbrennungsgase die eine Art der von der Erde influenzierten Elektrizität wegführen, bis deren Dichtigkeit gleich Null ist, während die andre Art zurückbleibt. Sie geben dann das Potential derjenigen Luftschicht an, die direkt über den Flammenspitzen liegt. Statt der Flammen und Lunten, die nicht für jede Witterung und insbes. auch nicht für den permanenten Gebrauch geeignet sind, hat W. Thomson 1851 den Wasserkollektor eingeführt, der in einem isoliert aufgestellten Metallgefäß besteht,

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aus dem durch ein seitlich angeschraubtes Ausflußrohr Wasser ausfließen kann. Ein solches Gefäß wird auf das Potential desjenigen Punktes geladen, an dem der ausfließende Wasserstrahl sich zu seinen Tröpfchen zerteilt, es wirkt also genau in derselben Weise wie die Flamme. In letzter Zeit wendet man auch Kollektoren mit einer winzigen Menge einer radioaktiven Substanz an, welche die Luft ihrer unmittelbaren Umgebung stark leitend macht, wodurch eine Ausströmung der Elektrizität der einen Art ermöglicht wird.
   Zum Nachweis des Potentialgefälles, das diese Kollektoren angeben, dient ein Elektroskop nach Exner oder ein Quadrantenelektrometer. Ersteres ist wegen seiner großen Handlichkeit sehr geeignet für Beobachtungen auf Reisen, während letzteres mehr für eine feste Ausstellung und vor allem auch für kontinuierliche Beobachtungen und Registrierungen eingerichtet ist. Das Exnersche Elektroskop (Fig. 1) besteht aus einem ringförmigen metallischen Gehäuse a, dessen Vorder- und Rückwand durch Glasfenster abgeschlossen ist. Ein mit Klemme versehenes Metallstäbchen, das von oben durch eine sehr sorgfältige Hartgummi- oder Bernsteinisolierung in das Innere führt, trägt an einer Verlängerung, einem gut polierten Metallstreifen, zwei Blättchen b b aus Aluminium. Verbindet man nun die Klemme mit dem Kollektor, etwa einer auf einem Hartgummistock isoliert aufgestellten Flamme, und das metallene Gehäuse mit der Erde, so werden die Aluminiumblättchen mehr oder weniger stark ausschlagen. Ihre Divergenz ist an einer Skala nn abzulesen, auf der sich eine empirische Teilung für den Bereich von etwa 50250 Volt befindet. Zum Schutze der Blättchen beim Transport sind noch die Backen ff angebracht, die von außen bis nahe an die Blättchen herangeführt werden können.
   Das Quadrantenelektrometer nach Thomson, das auch zur photographischen Registrierung des Potentialgefälles in einer von Mascart-Paris abgeänderten Form viel gebraucht wird, ist von Benndori-Wien als ein mechanisch registrierendes Instrument hergestellt worden. Der Kollektor ist mit der zwischen zwei Quadrantenpaaren schwebenden Nadel des Elektrometers verbunden, während die Quadrantenpaare durch eine konstante Batterie auf entgegengesetzt gleichem Potential gehalten werden (etwa 50 bis 100 Volt). Mit der Elektrometernadel fest verbunden ist ein langer Zeiger, der in bestimmten Zwischenräumen (etwa jede Minute oder alle 2 oder auch alle 10 Minuten) durch ein Hebelwerk heruntergedrückt wird; hierdurch werden Marken auf einem durch Uhrwerk getriebenen Papierstreifen hervorgerufen, über den ein Blauband gelegt ist. Das Hebelwerk seinerseits wird durch einen Elektromagneten heruntergezogen, der mittels einer besondern Kontaktvorrichtung am Uhrwerk durch eine zweite Batterie geschlossen werden kann.
   Die Potentialwerte nehmen mit wachsender Höhe zu, wenigstens soweit es sich um Messungen in der Nähe der Erdoberfläche handelt. Bei Bergkuppen ist diese Zunahme auf die Längeneinheit sehr viel beträchtlicher als in der Ebene, da sich die Niveauflächen bei allen Erhebungen über die Erde, also bei Bergen, Bäumen, Türmen, Häusern etc., zusammendrängen, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist: derselbe Unterschied in den Potentialwerten verteilt sich bei a und b auf eine weit größere Strecke als direkt über dem Turm bei a' und b', die Zunahme über letzterm ist also auf die Längeneinheit weit größer als bei a und b. Umgekehrt rücken die Niveauflächen bei Einsenkungen weiter auseinander, es herrscht hier also kleineres Potentialgefälle. Jene Zusammendrängungen über herausragenden Punkten nehmen nun mit der Höhe wieder ab, so daß in einer bestimmten Entfernung über dem Beobachtungsort wieder ein normaler, horizontaler Verlauf der Niveauflächen eintritt. Nahe der Erdoberfläche ist das Potentialgefälle ein lineares, d. h. die Spannungsabnahme ist an allen Punkten für dieselbe Längeneinheit annähernd die gleiche. So fand Exner-Wien für einen auf weitere Entfernung annähernd ebenen Beobachtungsort folgende Werte:

Trägt man sich diese Werte graphisch auf, so findet man in der Tat einen nahezu linearen Verlauf (Fig 3 A, S. 804). Aus demselben berechnet sich ein mittleres Potentialgefälle von etwa 68 Volt, Meter. Auf einem 1870 m hohen Berg fand Exner dagegen folgende Verhältnisse:

Auch hier findet sich, wie aus Fig. 3 B ersichtlich, ein linearer Verlauf, doch ist die Zunahme des Potentials für das Meter erheblich größer, das mittlere Potentialgefälle

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beträgt hier ungefähr 318 Volt/Meter. Hieraus folgt, daß die absoluten Werte des Potentialgefälles verschiedener Beobachtungsorte untereinander nicht ohne weiteres vergleichbar sind. Will man vergleichbare Werte haben, so müssen sie noch durch Vergleichsbeobachtungen auf die freie Ebene, d. h. auf normale Verhältnisse, reduziert werden.
   Beobachtungen im Ballon haben ergeben, daß in größern Höhen über der Erdoberfläche der Verlauf des Potentialgefälles nicht mehr ein linearer ist, sondern mit der Höhe abnimmt. Bei 3000 m beträgt es nur noch etwa 1020 Volt, Meter, in fast 6000 m nur noch ungefähr 8 Volt. Meter. Diese Angaben beziehen sich jedoch nur auf die Verhältnisse bei klarem, wolkenlosem Himmel; bei Anwesenheit von Wolken sind die Erscheinungen sehr verschiedenartig, da die Wolken sowohl als elektrisch neutrale, wie auch als positiv oder negativ elektrische Gebilde auftreten können. Das bisher über die normale L. Gesagte scheint allgemein für die ganze Erde zu gelten. Freilich ist die Anzahl der Orte, von denen Beobachtungen vorliegen, noch recht spärlich, und von den großen Gebieten der Ozeane sind erst ganz vereinzelte Messungen vorhanden. Für unsre Breiten ergibt sich ein Mittelwert von etwa 80 Volt/Meter für den Sommer und von 400500 Volt, Meter für den Winter. Das Potentialgefälle ist an ein und demselben Ort mehrfachen Schwankungen unterworfen. Sehr deutlich tritt eine jährliche Periode hervor. Das Maximum der L. fällt in die kälteste Jahreszeit (Dezember, Januar, Februar auf der nördlichen, August auf der südlichen Halbkugel), das Minimum in die wärmsten Monate (Juni, Juli, August auf der nördlichen, Dezember, Januar, Februar auf der südlichen Halbkugel). Batavia zeigt zwei Maxima, das eine im April, das andre im November, und dementsprechend auch zwei Minima, von denen das Hauptminimum in den September fällt, ein sekundäres in den Februar.
   Die Amplitüden des jährlichen Ganges, d. h. die Unterschiede zwischen den größten und kleinsten Werten, sind an den einzelnen Orten sehr verschieden. Für Potsdam ergibt sich eine Schwankung von 1: 2,3, für Kremsmünster von 1: 2,2. Eine sehr geringe Schwankung zeigt bemerkenswerterweise die Station auf dem Sonnenblick, in 3106 m Höhe, wo das Verhältnis 1: 1,18 wird. Auch findet sich hier eine sehr deutliche Verspätung der Eintrittszeiten der Extreme gegen die niedriger gelegenen Stationen.
   In der täglichen Periode finden sich Orte mit einer einfachen und solche mit einer doppelten täglichen Periode. Zu erstern gehören meist hochgelegene Orte, wie z. B. fast alle Bergstationen. Das Minimum pflegt hier in den frühesten Morgenstunden (gegen 4 Uhr vormittags) einzutreten, das Maximum in der Zeit von 24 Uhr nachmittags. Dabei ist die Amplitüde gewöhnlich eine sehr geringe. Auch in den Polargegenden, wie z. B. in Kap Thordsen, fand sich eine ausgesprochen einfache tägliche Welle.
   Die doppelte tägliche Periode zeigt sich mehr bei den Stationen, die in der Ebene liegen. Die Maxima stellen sich hier zur Zeit des Sonnenaufgangs und -Untergangs ein; ein Hauptminimum fällt auf 4 Uhr morgens, ein sekundäres auf die ersten Nachmittagsstunden. Bemerkenswert ist die sehr konstante Lage des Minimums um 4 Uhr früh, das sich sowohl in der einfachen als in der doppelten Periode zeigt.
   Auch die täglichen Gänge sind an verschiedenen Orten von sehr verschiedener Amplitüde. Worauf diese Verschiedenheiten wie auch diejenigen bezüglich der Extreme zurückzuführen sind, ist mit Sicherheit noch nicht zu sagen. Daß die Sonne eine größere Rolle dabei spielt, erscheint zweifellos, unentschieden ist aber noch, ob die Wirkung eine direkte oder eine mehr indirekte ist. Nach Chauveau-Paris besteht die eigentliche, wahre tägliche Periode nur in einer einfachen Welle, die ihr Minimum gegen 4 Uhr morgens, ihr Maximum am Tage hat, zu einer Zeit, die noch nicht genau bestimmt ist. Die in den Beobachtungen hervortretenden zweiten Maxima und Minima sind nach seiner Ansicht nur dem Erdboden und der Umgebung des Aufstellungsortes des Instruments zuzuschreiben. Auch Exner-Wien hält die einfache tägliche Periode für die normale und schreibt die doppelte Periode einer Mittagsdepression zu, die besonders kräftig im Sommer und in heißen, trocknen Gegenden aufzutreten pflegt, und die durch eine mehrere hundert Meter hohe Staubschicht hervorgerufen wird, welche sich in den

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ersten Nachmittagsstunden mit der aufsteigenden Luftströmung bildet. Eine unverkennbare Analogie ist im täglichen Gange des Luftdrucks und den luftelektrischen Erscheinungen vorhanden. Manches deutet darauf hin, daß die die tägliche Periode bedingenden Kräfte in den untersten Luftschichten, vielleicht den ersten 300500 m, zu suchen sind. Vielleicht aber machen sich bei Bestimmung der täglichen Periode auch lokale Einflüsse des Beobachtungsorts geltend, d. h. die mehr oder weniger nahe Ausstellung des Instruments am Erdboden und die Nachbarschaft von Häusern, Bäumen u. dgl.
   Auch in den einzelnen Monaten ändert sich der tägliche Gang des Potentialgefälles nicht unerheblich, wie aus Fig. 4 hervorgeht, in der die täglichen Gänge des Potentialgefälles in Potsdam im Monatsmittel nach den Registrierungen an normalen (trocknen, wolkenlosen) Tagen wiedergegeben werden. In den Wintermonaten sieht man schon die Annäherung an eine einfache Periode, in den Sommermonaten eine stark ausgeprägte doppelte Periode. Eine eigentümliche, völlig unbestimmte Form zeigt die Kurve für März.
   Fig. 5 gibt eine Reproduktion mehrerer, mit einem mechanisch registrierenden Benndorfschen Quadranten-Elektrometer erhaltenen Kurven des Potentialgefälles. Die einzelnen Registrierpunkte liegen dabei nur 2 Minuten auseinander. Man ersieht aus den beiden Kurven A und B sofort auch den deutlichen Unterschied von Winter- und Sommertypus: die Amplitüde bei letzterm ist erheblich größer, auch nähert sich die Periode einer einfachen Welle, während sie beim Sommertypus (B) eine ausgesprochen doppelte ist.
   Störungen im elektrischen Felde machen sich in den Registrierungen durch unregelmäßige, oft sehr rasche und starke Schwankungen um die Ruhelage, also von wechselndem positiven und negativen Vorzeichen, bemerkbar. Die stärksten Schwankungen pflegen bei nahe vorüberziehenden Gewittern oder auch Niederschlägen von gewitterartigem Charakter einzutreten. Beim Heranziehen derselben nimmt das normale positive Gefälle gewöhnlich in hohem Maße zu, springt dann aber meist nach der negativen Seite um, wenn die Regenwolke dem Beobachtungsort nahe gekommen ist, und bleibt auch noch eine Zeitlang negativ, wenn die Wolke schon vorbeigezogen ist. Zwischendurch finden freilich auch manchmal Zeichenwechsel statt, besonders wenn elektrische Entladungen erfolgen. In diesem Fall tritt stets ein sehr plötzlicher und heftiger Übergang von einem zum andern Vorzeichen ein. Dabei ist charakteristisch, daß das neue Vorzeichen hinterher eine Weile bestehen bleibt, um bei einem neuen Blitze sich abermals umzukehren. Nach Elster und Geitel kann man daraus schließen, daß sich die Wolke jetzt entgegengesetzt geladen hat, nachdem die eine Art Elektrizität durch den Blitz zur Entladung gekommen war. In welcher Weise die so auftretenden Elektrizitäten entstehen, bedarf noch weiterer Aufklärung. Immerhin erscheint es fraglos zu sein, daß die Niederschläge selbst eine wesentliche Rolle dabei spielen, und zwar insofern, als sie durch ihre Bildung eine Scheidung der beiden Elektrizitäten hervorrufen. Mit dem Herunterfallen der Niederschläge wird also auch stets freie Elektrizität zur Erde gelangen, und zwar ist die Eigenelektrizität bald positiver, bald negativer Art, sie stimmt dabei durchaus nicht immer mit dem Vorzeichen des Potentialgefälles überein. Nach Gerdien-Göttingen lassen sich bezüglich ihrer elektrischen Eigenschaften drei Hauptgruppen der

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Niederschläge unterscheiden. Diese können als Landregen, Böenregen und Gewitterregen bezeichnet werden, wobei unter Landregen auch schwache, lange andauernde Schneefälle, unter Böenregen auch Graupel- und Hagelböen, unter Gewitterregen alle mit sinnlich wahrnehmbaren Entladungen verbundenen Niederschläge verstanden sind. Bei Landregen zeigt sich meist ein negatives Potentialgefälle, das bis zu 12000 Volt/Meter anwachsen kann; starke positive Felder treten selten auf. Die Niederschlagselektrizität selbst zeigt dabei wechselndes Vorzeichen, freilich wohl häufiger das negative als das positive. Bei Böenregen ist das Potentialgefälle periodisch wechselnd, es erreicht Werte bis zu 46000 Volt/Meter. Bei den meisten bisher beobachteten Böen zeigte sich beim Heranziehen zunächst starkes positives Gefälle; ob dies aber eine allgemeine Eigenschaft ist, konnte noch nicht entschieden werden. Die Eigenelektrizität der Niederschläge wechselt in ähnlicher Weise wie das Potentialgefälle. Gewitterregen zeigen häufig Feldstärken von über 10,000 Volt/Meter, die Änderungen erfolgen dabei sowohl in Stärke als in Vorzeichen oft in außerordentlich rascher Weise. Gewitter wirken manchmal auch noch auf sehr große Entfernungen, bis zu 4050 km. Schneefälle sind gewöhnlich von rapiden und starken Schwankungen begleitet. Oft, wenn auch nicht immer, wird dabei auch eine Zunahme des positiven Potentialgefälles beobachtet, doch findet sie nicht in regelmäßiger Weise statt.
   Die elektrische Wirkung von Nebel und Dunst ist sehr verschieden, wahrscheinlich je nach den meteorologischen Bedingungen, unter denen die Entstehung des Nebels erfolgt. Man kann zwei Haupttypen unterscheiden, von denen die eine von hohem, die andre von auffallend niedrigem Potentialgefälle begleitet wird. Zu der ersten Klasse gehören die dichten Winternebel, zur letzten die Bodennebel, die an den letzten Herbst- und ersten Wintertagen aufzutreten pflegen. Starke, rasche Schwankungen des Potentialgefälles können in beiden Fällen auftreten. Es gibt aber auch noch gewisse Arten von Nebel, bei denen fast gar keine Wirkung auf die elektrischen Apparate des Potentialgefälles bemerkbar ist. Auch nach der Art der Bewölkung ist der Verlauf des Potentialgefälles verschieden. Nach Zölß-Kremsmünster ist an Tagen mit einer dichten, gleichmäßigen Decke von Schichtwolken das Potentialgefälle oft sehr unregelmäßig und häufig negativ. Tage mit dunkeln Regenwolken, aus denen aber kein Niederschlag fällt, ergeben meist eine einfache tägliche Periode, doch sind die absoluten Werte sehr niedrige. Cumulus- und Cirrusbewölkung ändert an dem normalen Verhalten sehr wenig, weder an der täglichen Periode, noch an den absoluten Werten. Im allgemeinen ist das Potentialgefälle an bewölkten Tagen niedriger als an normalen. Diese Erniedrigung ist um so größer, je geringer die Höhe der Wolke über dem Erdboden ist. Bei Wolkenhöhen von etwa 1500 m ab macht sich ein erniedrigender Einfluß der Bewölkung kaum noch bemerkbar.
   Wind scheint auf das Potentialgefälle nur dann eine Wirkung auszuüben, wenn er eine bestimmte, größere Stärke erreicht hat. Heftige, über trockne Gegenden oder Schnee- und Eisflächen streichende Winde haben fast immer eine starke Verminderung des normalen Gefälles im Gefolge, die bis zum Übergang zur negativen Elektrizität führen kann. Es scheint, als wenn diese Wirkung auf eine negative Eigenelektrisierung der Luft zurückzuführen ist.
   Stellt man einen elektrisch geladenen Körper isoliert in der freien Luft auf, so verliert er allmählich seine Ladung trotz der Isolation. Man erklärte das allmähliche Entweichen der Elektrizität, die Zerstreuung, durch eine nicht zu vermeidende Ableitung über die Isolatorstützen, wobei kleinste Partikelchen von Staub, Rauch u. dgl., die stets in mehr oder weniger großer Zahl in der Luft enthalten sind, als Leiter dienen. Nach Linß ist aber die Luft selbst als Leiter zu betrachten, und er nimmt an, daß auch die Erde einen steten Verlust an ihrer elektrischen Ladung erleidet, sie würde sich in ungefähr 100 Minuten völlig entladen, wenn nicht ein stetiger Zufluß von neuer Elektrizität stattfände. Da die Ladung der Erde anscheinend stets konstant bleibt, so muß also auf irgend eine Weise in 100 Minuten ebensoviel negative Elektrizität wieder zugeführt werden, wie die Gesamtladung der Erde beträgt. Linß zog auch Schlüsse auf eine jährliche Periode; er konnte feststellen, daß sie im allgemeinen gerade entgegengesetzt derjenigen des Potentialgefälles sei.
   Nach Elster und Geitel ist die atmosphärische Luft nicht als elektrisch neutral anzusehen, sie enthält vielmehr auch unter normalen Verhältnissen positiv und negativ geladene Teilchen, die sogen. Ionen (s. Meyers Ionentheorie, Bd. 9, S. 905). Da diese kleinsten Teilchen, einzelne freie Atome oder Atomkomplexe, mit einer elektrischen Ladung behaftet sind, so folgen sie den von einem elektrischen Körper ausgeübten Kräften in ganz bestimmter Weise, und zwar ist unter Einwirkung gleicher elektrischer Kräfte die Geschwindigkeit eines negativen Ions erheblich größer als die eines positiven. Untersuchungen über die Entstehung derartiger Ionen in der atmosphärischen Luft zeigten, daß namentlich Röntgenstrahlen und die von radioaktiven Substanzen ausgehenden Strahlen die Luft zu ionisieren vermögen. Ebenso bildet ultraviolettes Licht, also Licht von sehr kurzer Wellenlänge, Ionen. Da solches ultraviolette Licht in starkem Maße von leuchtendem Wasserstoffgas ausgesandt wird, und da sich auf der Sonne enorme Mengen von Wasserstoffgas haben nachweisen lassen, so liegt der Gedanke nahe, daß durch die ultravioletten Strahlen des Sonnenlichts eine kräftige Ionisierung besonders der höhern Luftschichten hervorgerufen wird. Die so erzeugten Ionen könnten nur durch die allgemeine Zirkulation der Atmosphäre auch zur Erde geführt werden.
   Zur genauern Messung der luftelektrischen Zerstreuung wurde von Elster und Geitel ein Apparat konstruiert, der weite Verwendung gefunden hat. Er besteht in einem sogen. Zerstreuungskörper z (Fig. 6), einem geschwärzten Messingzylinder von 10 cm Höhe und 5 cm Durchmesser, der mit dem Stiel s derart auf ein Aluminiumblatt-Elektroskop e aufgesetzt ist, daß bei Durchgang des Stieles durch die obere Elektroskopöffnung o keine Berührung stattfindet. Da der metallische Blättchenträger t in der Bernsteinisolation i befestigt ist, so ist damit auch der Zerstreuungskörper z isoliert aufgestellt. Gegen äußere atmosphärische Einflüsse sowie zum Schutz gegen die Influenzwirkung des Erdfeldes dient ein Schutzdach aus ebenfalls geschwärztem Messingblech d, das den Zerstreuungskörper umschließt und den Zutritt der Luft nur von unten gestattet. Dadurch, daß man die Isolationsstelle in das Innere des fast ganz geschlossenen Elektroskops verlegt hat (das überdies noch durch metallisches Natrium auszutrocknen ist, das in das Röhrchen r eingeführt wird), und durch die Anwendung von Bernstein als Isolationsmittel konnte erreicht werden, daß der Isolationsverlust

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über die Stütze ein ganz verschwindend kleiner wurde, der in den meisten Fällen vernachlässigt werden kann. Ladet man nun den Zerstreuungskörper bis zu einer gewissen Höhe (bis etwa 200 Volt, gewöhnlich mit Hilfe einer beigegebenen Zambonischen Trockensäule), so wird das Elektroskop einen dementsprechenden Ausschlag der Blättchen zeigen. Nach Verlauf einer bestimmten Zeit, meist genau 15 Minuten, liest man wieder ab und wird nun einen Spannungsabfall am Elektroskop konstatieren können, der mehr oder weniger beträchtlich ist, je nach der Zahl und Beweglichkeit der in der Luft enthaltenen positiven oder negativen Ionen. Wird der Körper positiv geladen, so wird seine Ladung durch die negativen Ionen zerstreut oder, besser ausgedrückt, neutralisiert, wird er negativ geladen, so durch die positiven Ionen. Auf solche Weise kann man also wenigstens relative Werte für die luftelektrische Zerstreuung erhalten.
   Ein andrer Apparat, der auch für derartige Messungen bestimmt ist, wurde später von Ebert in München angegeben (Fig. 7). Bei ihm wird atmosphärische Luft durch ein von einem Uhrwerk getriebenen Aspirator a an einem Metallzylinder c vorbeigesaugt, der konaxial in einem weitern Metallrohr m steckt und direkt auf einem Aluminiumblatt-Elektroskop e sitzt (wie beim Apparat von Elster und Geitel). Auch bei diesem Apparat beobachtet man den Spannungsverlust, den der Zerstreuungskörper c in einer gewissen Zeit erleidet (hier ebenfalls meist 15 Minuten). Da die in dieser Zeit vorbeigesaugte Luft leicht zu bestimmen ist, so kann man aus dem Spannungsverlust und gewissen Konstanten des Apparats auf die Elektrizitätsmenge schließen, die in Form von Ionenladungen in 1 cbm Luft enthalten war. Der Ebertsche Apparat ist also mehr zu quantitativen Messungen geeignet als der Elster und Geitelsche. Allein auch der letztere hat seine außerordentlich große Bedeutung für die Erweiterung unserer Kenntnisse auf luftelektrischem Gebiete. So konnten die beiden Erfinder mit Hilfe ihres Zerstreuungsapparats in der unzweideutigsten Weise dartun, daß es sich bei den Entladungen elektrisch geladener, isoliert aufgestellter Körper nicht um eine Fortführung der Ladung durch Staub oder Wasserdampf handle, sondern daß man die Ursache in freien Ionen der Luft zu suchen habe. Ebenso haben die Messungen mit dem Zerstreuungsapparat ergeben, daß der mittlere Elektrizitätsverlust in der Ebene in einer Minute etwa 1,3 Proz. der Anfangsladung beträgt, und zwar hier für positive und negative Ladung nahezu gleichgroß ist. Auf Bergen erhielt man höhere Zerstreuungswerte, und dabei erfolgte die Zerstreuung einer negativen Ladung ganz wesentlich rascher. So war z. B. auf dem Montblanc, in einer Höhe von 4810 m, die Zerstreuung für negative Ladung die 401ache von der einer positiven. Auf Bergspitzen müssen demnach die positiven Ionen in sehr großer Überzahl vorhanden sein, und dies erklärt sich aus der sehr viel größern Dichte, welche die negative Erdladung nach den Gesetzen der Elektrostatik an derart hervorragenden Stellen besitzen muß.
   Weiterhin fanden Elster und Geitel, daß die Zerstreuung in der freien Luft um so geringer wird, je trüber und undurchsichtiger die Luft ist. Besonders im Nebel ist die Zerstreuung ganz außerordentlich gering; die Ursache hierfür liegt darin, daß die Ionen in feuchter (sowie auch staubhaltiger) Luft eine Vergrößerung der Masse und Oberfläche erfahren, die ihre Geschwindigkeit im elektrischen Felde der Erde in mehr oder weniger erheblichem Maße verringert. Dadurch wird also die Entladungsgeschwindigkeit des Zerstreuungskörpers eine kleinere. Die mit dem Ebertschen Aspirationsapparat erhaltenen Werte ergeben für unsre Gegenden, daß die atmosphärische Luft in 1 cbm infolge von Ionenladungen eine Elektrizitätsmenge besitzt, die etwa die halbe elektrostatische Einheit beträgt. Bei Messungen im Ballon haben sich bis zu etwa 6000 m Höhe nahezu dieselben Werte wie an der Erde gefunden, jedenfalls war eine merkliche Zunahme mit der Höhe nicht zu konstatieren. Auch die Elektrizität der Niederschläge und der Gewitter scheint durch die Annahme einer Ionenwirkung leichter erklärt werden zu können. Nach Wilson werden auch die Luftionen in mit Wasserdampf gesättigter Luft zu Kondensationskernen, und zwar die negativen Ionen eher als die positiven. Bei den erstern ist erforderlich, daß die anfänglich gesättigte, völlig staubfreie Luft auf vier Drittel ihres anfänglichen

[Bd. 6, Sp. 808]


Volumens ausgedehnt wird, um eine Kondensation auf ihnen hervorzurufen, bei den negativen Ionen genügt dagegen schon eine Ausdehnung auf fünf Viertel des Anfangsvolumens. In einer aufsteigenden Wolke wird also zunächst ein Gemisch entstehen, in dem negativ geladene Tropfen und Luft mit freien positiven Ionen enthalten sind. Sobald nun die negativen Tröpfchen aus der Wolke herausfallen (also zunächst negative Niederschlagselektrizität zur Erde führen), kann letztere nach außen hin elektrisch wirken. Wie Conrad gezeigt hat, vermag dann z. B. ein Cumulus von nur 1 km Radius und bei 3 km Mittelpunktsabstand von der Erdoberfläche an dieser schon ein Potentialgefälle von ca. 11,000 Volt, Meter durch seine Eigenladung hervorzurufen, also einen Wert, wie er in der Tat bei Gewittern an der Erde beobachtet wird. Geht die Abkühlung der Luft weiter, so werden auch die positiven Ionen zu Kondensationskernen, und nun fallen also auch Tropfen zur Erde, die positive Elektrizität mit sich führen. Auf diese Weise erklärt es sich ganz natürlich, daß die Niederschlagselektrizität sehr oft von verschiedenem Vorzeichen ist. Die luftelektrische Zerstreuung zeigt eine regelmäßige jährliche sowie tägliche Periode. Die jährliche Periode zeigt ein Maximum der Zerstreuung in den Sommer- und ein Minimum in den Wintermonaten. Der Gang ist also im allgemeinen ein umgekehrter wie beim Potentialgefälle.
   Für den täglichen Gang der Zerstreuung ergeben Beobachtungsreihen in Innsbruck und Kremsmünster, die sich über 24 Stunden erstrecken, eine doppelte Periode: das Herbstmaximum tritt bald nach Mittag ein, ein sekundäres gegen 3 Uhr morgens; die beiden nahezu gleich tiefen Minima fallen auf etwa 7 Uhr vormittags und 7 Uhr nachmittags. Mit seinem registrierenden Instrument erhielt Lüdeling für Potsdam Werte, die für normale (wolkenlose) Tage einen täglichen Gang ergeben, der in Fig. 8 graphisch dargestellt ist. Man ersieht daraus, daß er im wesentlichen in einer doppelten Welle besteht, mit einem Hauptmaximum in den ersten Nachmittagsstunden und einem Hauptminimum gegen 1011 Uhr abends. Ein sekundäres Maximum tritt in der Zeit von 57, ein sekundäres Minimum gegen 89 Uhr morgens ein. In Fig. 9 findet sich ferner der tägliche Gang des Potentialgefälles von ebendenselben Tagen. Diese Kurve nimmt einen fast genau entgegengesetzten Verlauf wie die Zerstreuungskurve. Nach der Ionentheorie war eine derartige Beziehung auch von vornherein anzunehmen: je größer der Ionengehalt der Luft, je höher ihre Leistungsfähigkeit ist, um so kleinere Spannungsunterschiede (Potentialgefälle) wird man zu erwarten haben, und umgekehrt. Auch mit dem Luftdruck scheint die Zerstreuung in bestimmtem Zusammenhang zu stehen. In Fig. 9 gibt die dritte Kurve die Luftdruckänderungen wieder, und zwar sind diese umgekehrt gezeichnet, um den parallelen Verlauf mit der Zerstreuungskurve noch besser hervortreten zu lassen. Man sieht, daß der Parallelismus dieser beiden Kurven in der Tat ein sehr frappanter ist, so daß wohl kaum noch das Bestehen eines engern Zusammenhanges der beiden Erscheinungen bezweifelt werden kann. Ein solcher würde auch leicht erklärlich sein. So haben besonders Elster und Geitel nachgewiesen, daß die aus dem Erdboden dringende Luft stark ionisiert ist, wohl infolge von radioaktiven Substanzen (insbes. von Radium), die überall in geringen Mengen in der Erde enthalten zu sein scheinen. Diese stark ionisierte Bodenluft soll nun nach Ebert beim Durchgang durch die Erdkapillaren an deren Wände vorwiegend negative Ladungen abgeben, während Luft mit einem Überschuß von positiven Ionen aus dem Erdboden heraustritt und durch Winde und aufsteigende Luftströme nach oben geführt wird, in die höhern Schichten der Atmosphäre. Auf diese Weise erklärt Ebert die negative Eigenladung der Erde sowie die Erscheinung des permanenten Erdfeldes mit nach oben gerichtetem positiven Gefälle, das nur durch Niederschläge oder abnorme elektrische Verteilungen gestört wird. In der Tat würde dabei auch der obenerwähnte Parallelismus der Luftdruckänderungen zum täglichen Gang der Zerstreuung verständlich sein. Fällt das Barometer, so kann Bodenluft in größern Mengen austreten, die luftelektrische Zerstreuung wird zunehmen, steigt das Barometer, so tritt das Umgekehrte ein, die Zerstreuung nimmt ab. Natürlich darf man nicht aal ein genaues zeitliches Zusammenfallen der Phasen der beiden Kurven rechnen, es werden selbstredend leicht

[Bd. 6, Sp. 809]


systematische Zeitunterschiede zwischen den beiderseitigen Extremen vorkommen können, wie auch aus Fig. 8 hervorzugehen scheint. Danach treten, wie ja auch a priori zu erwarten, erst die Luftdruckänderungen ein, als die Ursache, und nach einigen Stunden folgen die entsprechenden Variationen in der Zerstreuung, als die Wirkung. Daß diese Erklärung der negativen Eigenladung der Erde Richtiges trifft, und daß die Bodenluft wirklich den geschilderten großen Anteil an den Erscheinungen der L. besitzt, hat gewiß eine große Wahrscheinlichkeit für sich. Aber ebenso gewiß ist die Ursache der L. nicht einzig und allein innerhalb der Erde zu suchen. Schon der auffallende Parallelismus im jährlichen Gange der Zerstreuung und dem der Sonnenstrahlung in allen ihren verschiedenen Wirkungen läßt auf einen direkten oder indirekten Zusammenhang der beiden Erscheinungen schließen. Diese Vermutung drängt sich überall auf, und es ist wohl zweifellos, daß neben der Bodenluft auch die Sonnenstrahlen eine große Rolle bei den luftelektrischen Vorgängen spielen. Während die Tätigkeit der erstern mehr in die untern Schichten der Atmosphäre fallen wird, dürfte das Sonnenlicht durch seine ultravioletten Strahlen mehr in den höchsten Luftschichten ionisierend wirken. Im einzelnen vermag man jedoch noch nicht volle Rechenschaft über alle beobachteten Tatsachen zu geben, vieles ist noch auf nicht genügend begründete Annahmen basiert. Dem geplanten internationalen Zusammenwirken wird es aber hoffentlich bald gelingen, auch das Dunkel mehr und mehr zu lichten, das zurzeit noch über vielen Erscheinungen der L. liegt.
   Vgl. W. Thomson, Reprint of papers on electrostatics and magnetism (Lond. 1884, 2 Bde.); Palmieri, Lois et origines de l'électricité atmosphérique (1886); Sohncke, Der Ursprung der Gewitterelektrizität und der gewöhnlichen Elektrizität der Atmosphäre (Jena 1885); F. Exner, Über die Ursache und Gesetze der atmosphärischen Elektrizität (Wien 1886), Über transportable Apparate zur Beobachtung der atmosphärischen Elektrizität (das. 1887) und über die Abhängigkeit der atmosphärischen Elektrizität vom Wassergehalt der Luft (das. 1887); Geitel, Über die Anwendung der Lehre von den Gasionen auf die Erscheinungen der atmosphärischen Elektrizität (Braunschw. 1901) und Elektrizitätszerstreuung und Radioaktivität (im »Jahrbuch der Elektrizitätszerstreuung und Radioaktivität«, Leipz. 1904).
 
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Luftembolĭe, durch Eindringen von Luft in die Venen erzeugte Embolie, bewirkt fast immer sofortigen Tod dadurch, daß die Luft in die Lungenkapillaren gepreßt wird. Nur sehr geringe Mengen Luft werden ohne Schaden ertragen.
 
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Luftfänger, bronzene Blechschirme für Schiffsfenster senkrecht zur äußern Schiffswand, um die Kammern zu lüften.
 
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Luftfeder, s. Meyers Luftpuffer.
 
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Luftfeuchtigkeit, die in der atmosphärischen Luft vorhandene Menge von Wasserdampf. Dieser Wasserdampf rührt größtenteils von der Verdunstung an der Oberfläche der Meere, Seen und Flüsse oder des feuchten Landes her, zum kleinern Teil von verdunstendem Eis und Schnee. Luft kann Wasserdampf nur bis zu einer von der jeweiligen Temperatur abhängigen Menge (Sättigungszustand, maximale Spannkraft des Wasserdampfes) aufnehmen. Ist die Luft bei einer bestimmten Temperatur gesättigt, so ergibt Abkühlung Kondensation (Niederschlag, vgl. Taupunkt), Erwärmung aber zunehmende Trockenheit. Feuchte Luft ist leichter als trockne; es wiegt 1 cbm Luft

Wasserdampf aufnehmen kann im Maximum (unter 760 mm Druck):

Die L. wird durch Hygrometer (s. d.) entweder als absolute bestimmt, indem man die Spannkraft des Wasserdampfes in Millimetern Quecksilberdruck oder statt dessen das Gewicht des in 1 cbm Luft enthaltenen Wasserdampfes in Grammen angibt, oder als relative, indem man das Verhältnis zwischen dem in der Luft vorhandenen und dem bei der augenblicklichen Temperatur möglichen Wasserdampfgehalt in Prozenten des letztern ausdrückt. In neuerer Zeit hat man außerdem noch als Maß für die L. das Sättigungsdefizit eingeführt; es gibt diejenige Dampfmenge an, die bei der vorhandenen Temperatur die Luft noch aufzunehmen imstande ist, man drückt sie ebenso wie die absolute Feuchtigkeit in Millimetern Quecksilberdruck aus. Das Sättigungsdefizit gibt daher die Differenz der möglichen und der wirklich vorhandenen Dampfmenge an. Außerdem unterscheidet man nach v. Bezold noch die spezifische Feuchtigkeit, d. h. die Dampfmenge in 1 kg feuchter Luft. Trotzdem die L. durch jede der genannten Größen bestimmt wird, so haben diese doch sowohl meteorologisch als auch klimatologisch eine verschiedene Bedeutung, die sich zunächst durch die Unterschiede ihres Ganges in der täglichen und jährlichen Periode kenntlich macht.
   Die absolute L. zeigt tagsüber nur geringe Schwankungen, die zwar im Sommer etwas größer als im Winter, aber auch dann noch nahezu regellos über die Erde verteilt sind. Im allgemeinen besitzen maritim gelegene Orte ein Maximum gegen 2 Uhr nachmittags und ein Minimum nachts, festländische Orte ein Minimum gegen 2 Uhr nachmittags und ein Maximum nachts oder ganz früh und spät abends. Letzteres gilt besonders für Zentraleuropa, wo mittags infolge der Erwärmung aufsteigende feuchte Luft durch herabsinkende trockne ersetzt wird und jenes Minimum hervorruft. In der jährlichen Periode schließt sich der Gang der absoluten L. dem Gange der Temperatur ziemlich genau an. In Norddeutschland hat die absolute L. im Januar ihren kleinsten, im Juli ihren größten Wert und beträgt im Mittel im Winter 4,0, im Frühling 6,0, im Sommer 10,5, im Herbst 7,3 und im Jahr 7,0 mm. Sie nimmt von W. nach O. und landeinwärts ab, wobei das Jahresmittel zwischen 6 und 8 mm schwankt. Mit der Höhe nimmt der Dampfdruck sehr rasch ab; von dem an der Erdoberfläche vorhandenen (= 1 gesetzt) findet man

Abweichend hiervon zeigt die relative Feuchtigkeit in der täglichen Periode eine bedeutende Schwankung, und zwar ist sie in der wärmern Tageszeit kleiner als in der kältern. Auch in der jährlichen Periode ist der Gang der relativen Feuchtigkeit weniger gleichmäßig als der der absoluten. Ihr mittlerer Wert ist im Sommer am kleinsten, im Winter am größten, das Maximum fällt auf den Dezember oder Januar, das Minimum meistens auf den Mai. Im Mittel beträgt in Norddeutschland die relative L. im Winter 87, Frühling 74, Sommer 73, Herbst 83 und Jahr

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79 Proz. Das Jahresmittel hat an den Küsten und in deren Nachbarschaft den größten Wert und nimmt in Norddeutschland von W. nach O. ab. Die jährliche Schwankung nimmt an der Küste von O. nach hl. und im Binnenland umgekehrt von W. nach O. zu. In der Höhe ist das Jahresmittel größer und die jährliche Schwankung kleiner als in der Ebene; für die Höhen ergaben Ballonbeobachtungen:

Das Sättigungsdefizit ist am Abend größer als am Morgen und scheint sich überhaupt dem Gange der Temperatur anzuschließen; wenigstens in der jährlichen Periode richtet es sich in Norddeutschland ebenso wie die absolute Feuchtigkeit ziemlich genau danach. Der kleinste Wert tritt im Winter (im Dezember oder meist im Januar, also im kältesten Monat) ein, der größte fällt in den Sommer, in den Juli, also in den wärmsten Monat. Wird die Trockenheit der Luft nach der Größe des Sättigungsdefizits bestimmt, so ist der Sommer die trockenste, der Winter die feuchteste Jahreszeit, der Frühling ist trockner als der Herbst. Die Jahresamplitüde ist im Binnenland größer als an der Küste, im O. größer als im W. und in der Ebene größer als an höher gelegenen Orten.
   Klimatologisch hat die absolute Feuchtigkeit ein viel geringeres Interesse als die relative und erscheint außerdem auch als Ausdruck für die Wirkung der atmosphärischen Feuchtigkeit auf den Organismus als nicht brauchbar. Die Luft kann nämlich als trocken bezeichnet werden und doch mehr Wasserdampf enthalten als ein andres Mal, wo sie als feucht gelten muß, wenn nur die Temperatur in beiden Fällen sehr verschieden ist. Während die absolute L. im Jahresmittel am Äquator am größten (19 mm), in den Polargebieten am kleinsten (unter 3 mm) ist, erreicht die relative L. in beiden Gegenden ein Maximum (über 80 Proz.) und zwischen 20 und 40° Breite ein Minimum (7075 Proz.); in Wüsten sinken die kleinsten Monatsmittel selten unter 20 Proz.
   Die relative Feuchtigkeit übt sowohl auf die Vegetation als auch auf Menschen und Tiere einen eingreifenden Einfluß aus. Sie bestimmt das, was man die Evaporationskraft des Klimas nennt, d. h. die Stärke der Verdunstung, mit der das Wasserbedürfnis der Organismen proportional ist. Freilich ist dabei die relative Feuchtigkeit allein nicht maßgebend, sondern es müssen außerdem auch noch die Temperaturverhältnisse berücksichtigt werden. So ist eine relative Feuchtigkeit von 30 Proz. bei 25° Luftwärme weder klimatisch gleichwertig mit einer von 30 Proz. bei -10°, noch übt sie in diesen beiden Fällen dieselbe Wirkung auf den Organismus aus. Auch kann aus der relativen Feuchtigkeit allein ohne Berücksichtigung der vorhandenen Temperatur nicht auf die Evaporationskraft der Luft geschlossen werden. Ist die relative Feuchtigkeit (z. B. vor Gewittern) im Sommer groß, so ist die Verdunstung gering, und man hat das Gefühl, in einer Treibhausatmosphäre zu sein, während geringe relative L. die Hitze besser zu ertragen gestattet.
   Hygienisches. Ein erwachsener gesunder Mensch gibt in 24 Stunden bei mäßiger Arbeit etwa 1000 g Wasser in Gestalt von Dampf durch Lunge und Haut an die umgebende Luft ab. Bei angestrengter Arbeit kann sich dieser Betrag verdoppeln. Die Abgabe des Wasserdampfes an die Luft erfolgt um so leichter, je geringer die relative Feuchtigkeit der Luft, denn die ausgeatmete Luft ist stets für die Blutwärme mit Wasserdampf gesättigt. Ob abnorm geringer Feuchtigkeitsgehalt der Luft die Entstehung von Erkrankungen der Atmungsorgane begünstigt, ist noch nicht genügend festgestellt. Jedenfalls fühlen wir uns bei mittlerm Feuchtigkeitsgehalt der Luft am wohlsten. Steigt der Feuchtigkeitsgehalt bei hoher Temperatur, so empfinden wir die Luft als schwül und die Atmung ist erschwert. Auch die Schweißabgabe durch die Haut ist hauptsächlich abhängig von der relativen Feuchtigkeit der Luft, erst in zweiter und dritter Linie van der Temperatur und der Luftbewegung. Bei feuchter, heißer Luft wird sie behindert, und bei längerm Aufenthalt in solcher Luft kommt es zu schweren Störungen des Allgemeinbefindens. Die Verdunstung des Schweißes ist eine notwendige Bedingung für die Erhaltung der normalen Körpertemperatur, und bei Behinderung der Schweißverdunstung kommt es zu einer übermäßigen Anhäufung von Wärme im Körper. Dies ist der physiologische Grund des Hitzschlages. Auch Erkrankung der Nieren, die ja dann die Ausscheidung des Wassers allein zu besorgen haben, ist als Folge längern Aufenthaltes in heißer und feuchter Luft beobachtet worden. Die in der Luft enthaltenen Mikroorganismen, die Schwamm- und Schimmelbildungen in den Häusern, die auf und im Boden etwa hausenden Krankheitskeime gedeihen bei hoher L. besser als bei geringer, und so wirkt jene auch begünstigend auf die Entstehung und Verbreitung von Infektionskrankheiten. Vgl. Hann, Lehrbuch det Meteorologie (2. Aufl., Leipz. 1905); A. und H. Wolpert, Theorie und Praxis der Ventilation und Heizung, Bd. 2: Die Luft und die Methoden der Hygrometrie (Berl. 1899).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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