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Lucaescher Zeichenapparat bis Lucca (Bd. 6, Sp. 763 bis 764)
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Artikelverweis Lucaescher Zeichenapparat, Apparat zur Aufnahme von Projektionszeichnungen von Gegenständen, besonders von Schädeln, besteht aus einem Zeichentisch mit verstellbarer Glasplatte und einem orthoskopischen Diopter (Orthoskop). Der Zeichentisch ist ein kubisches Gestell aus Holzstäben, in dessen Mitte der Schädel durch vier die Würfelkanten durchbohrende Eisenstäbe fixiert wird, und einer Glasplatte, die genau auf jede Seite des Würfels paßt. Das aus Messing angefertigte Orthoskop ist ein auf solidem Fuß senkrecht aufsteigender Ständer, der in zwei kurzen Armen oben eine enge Visieröffnung, unten ein Fadenkreuz trägt. Die durch die beiden letzten Punkte gelegte Linie steht senkrecht zu der Unterfläche des Orthoskopfußes, mithin steht die durch den Diopter bestimmte Sehrichtung stets senkrecht auf der Glastafel, auf der das Orthoskop über den zu zeichnenden Körper (Schädel) hinweggeführt wird. Unter stetem Nachfolgen des Auges über dem Orthoskop zieht man mit dem letztern alle zu zeichnenden Punkte und Linien des Objektes und markiert diese mittels eines besondern Zeichenstifts, auch wohl mittels Kopiertinte oder chinesischer Tusche auf der Glastafel. Eine Modifikation des Lucaeschen Zeichenapparats ist Spengels geometrischer Zeichenapparat.
 
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Lucanĭa, s. Lukanien.
 
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Lucānus, Marcus Annäus, röm. Dichter, 39 bis 65 n. Chr., aus Cordoba in Spanien, Neffe des Philosophen Seneca, kam jung nach Rom und genoß die Gunst des Kaisers Nero, bis diesen die Eifersucht auf sein Talent ihm entfremdete. Als Teilnehmer an der Verschwörung des Piso, suchte er Rettung durch feiges Angeben; dennoch zum Tode verurteilt, ließ er sich die Adern öffnen. Wir besitzen von L. ein unvollendetes Epos: »Pharsalia«, das in 10 Büchern den Bürgerkrieg zwischen Cäsar und Pompejus historisch genau, aber mit entschiedener Parteinahme für letztern schildert. Die Behandlung ist weniger poetisch als rhetorisch, zeugt aber von Talent. Ausgaben von Weber (Leipz. 182131, 3 Bde.), Hosius (das. 1892) und Franken (Leid. 189697, 2 Bde.); Übersetzung von Krais (Stuttg. 1863). Vgl. Genthe, De Lucani vita et scriptis (Berl. 1859); Schaubach, Lucans Pharsalia und ihr Verhältnis zur Geschichte (Meining. 1869).
 
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Lucanus, Friedrich Karl Hermann von, preuß. Staatsbeamter, geb. 24. Mai 1831 in Halberstadt, trat 1854 als Auskultator in den Justizdienst, arbeitete in Halberstadt und Frankfurt a. O., ward 1859 Hilfsarbeiter im Kultusministerium, 1866 Regierungsrat, 1871 vortragender Rat, 1878 Ministerialdirektor und 1881 Unterstaatssekretär in diesem Ministerium. Seit 1888 wirkt L. als Geheimer Kabinettsrat und Chef des Zivilkabinetts Kaiser Wilhelms II. Die Göttinger juristische und die Hallesche medizinische Fakultät ernannten ihn 1884 zum Ehrendoktor. Seit 1886 Wirklicher Geheimer Rat, erhielt L. 1888 den erblichen Adel und 1897 den Orden vom Schwarzen Adler.
 
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Lucānus cervus, der Hirschkäfer.
 
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Lucas, der Evangelist, s. Meyers Lukas.
 
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Lucas, 1)> Eduard, Pomolog, geb. 19. Juli 1816 in Erfurt, gest. 24. Juli 1882 in Reutlingen, erlernte seit 1831 im Luisium bei Dessau die Gärtnerei, übernahm 1840 die praktische Leitung des Botanischen Gartens in Regensburg und wurde 1843 Vorstand der Gartenbauschule und Lehrer des Gartenbaues am landwirtschaftlichen Institut in Hohenheim. 1860 begründete er in Reutlingen das erste pomologische Institut Deutschlands, das seit seinem Tode sein Sohn Fritz weiterführt. L. lehrte die Anwendung der Kohle zur Vermehrung zarterer Pflanzen, neue Veredelungsarten, Verbesserungen in der Baumpflege und in der Erziehung junger Obstbäume; auch konstruierte er zweckmäßige Geräte, Obstdarren etc. Er veröffentlichte: »Die Lehre vom Obstbau« (mit Mediens, 8. Aufl., Stuttg. 1898); »Der Gemüsebau« (6. Aufl., das. 1905); »Der Obstbau auf dem Lande« (5. Aufl., das. 1876); »Pomologische Tafeln zum Bestimmen der Obstsorten« (Ravensb. 186769); »Die Gemeindebaumschule« (Stuttg. 1852; 4. Aufl. u. d. T.: »Die Kreis- und Bezirksbaumschule«, 1873); »Die Obstbenutzung« (2. Aufl., Ravensb. 1872); »Kurze Anleitung zur Obstkultur« (11. Aufl., Stuttg. 1904); »Auswahl wertvoller Obstsorten« (Ravensb. 1871, 4 Bde.); »Die Lehre vom Baumschnitt« (7. Aufl., Stuttg. 1899); »Einleitung in das Studium der Pomologie« (das. 1877); »Schutz der Obstbäume gegen Krankheiten« (das. 1879; 2. Aufl. selbständig von

[Bd. 6, Sp. 764]


Sorauer 1900); »Vollständiges Handbuch der Obstkultur« (Stuttg. 1881, 4. Aufl. 1903); »Aus meinem Leben« (das. 1882). Mit Oberdieck gab L. das »Illustrierte Handbuch der Obstkunde« (Stuttg. u. Ravensburg 185879, 8 Bde. und 2 Suppl.) heraus, redigierte mit ihm seit 1855 die »Illustrierten Monatshefte für Obst- und Weinbau«, seit 1865 die »Pomologischen Monatshefte«, die er nach Oberdiecks Tode (1879) allein fortführte (seit 1882 hrsg. von Fritz Lucas), und lieferte seit 1860 alljährlich das »Taschenbuch für Pomologen und Gartenfreunde« (neue Folge als »Jahrbuch«, 187274).
   2) Hippolyte, Entomolog, s. Luc.
 
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Lucas van Leiden, eigentlich Lucas Jacobsz, von den Italienern Luca d'Olanda genannt, holländ. Maler, Kupferstecher und Zeichner für den Holzschnitt, geb. 1494 in Leiden, gest. daselbst 1533, hatte anfangs seinen Vater Huigh Jacobsz zum Lehrer und erregte schon in seinem zwölften Jahre durch eine Darstellung der Legende vom heil. Hubertus mit Wasserfarben auf Leinwand Aufsehen. Ein Blatt, den Mönch Sergius darstellend, den Mohammed in seiner Trunkenheit ermordete, das L. in seinem 14. Jahre stach, ist mit großer Gewandtheit des Stichels ausgeführt. 1509 erschienen von ihm neun Stiche in Form runder Medaillons, mit Szenen aus der Lebensgeschichte Christi; 1510 ein Stich, auf dem eine nackte Frau einen Hund von Insekten befreit, und der zu seinen seltensten Blättern gehört. Nach dem Tode seines Vaters genoß L. noch den Unterricht des Malers Cornelis Engelbrechtsen. 1510 erschien sein Ecce homo, und schnell folgte jetzt ein Kunstwerk dem andern. Seine größte Komposition ist der Kalvarienberg (1517), der wegen des Reichtums an Figuren (80) als sein Meisterwerk gilt. L. arbeitete mit einer leidenschaftlichen Emsigkeit, doch trübte ein Hang zur Schwermut sein Leben. 1521 traf Dürer mit ihm in Antwerpen zusammen, in dessen Malergilde L. 1522 eingeschrieben wurde. 1527 bereiste er Belgien in Gemeinschaft mit Jan Mabuse und trat mit großem Luxus auf. Diese Reise zog ihm jedoch eine Krankheit zu, die ihn nicht mehr verließ. Seine letzten sechs Lebensjahre brachte er auf dem Krankenbett zu, vermochte jedoch auch in liegender Stellung zu zeichnen oder in Kupfer zu stechen. Auch malte er in dieser Zeit (1531) noch sein letztes Gemälde in Öl: den Heiland, einem Blinden das Gesicht wieder verleihend (Eremitage in Petersburg). Unter L.' Schöpfungen nimmt das Genrebild, das er zuerst mit Bewußtsein behandelte, eine hervorragende Stelle ein. Auch seine religiösen Bilder sind durchaus von einem genreartigen Wesen durchdrungen. Die Richtungen des damaligen Lebens, besonders des niederländischen Volkslebens, das scharf Verständige und das Phantastische sind in L.' Werken zu einem Ganzen verschmolzen. Die Technik in seinen Gemälden ist sein und sorgfältig. In seinen letzten Bildern, z. B. dem Triptychon mit dem Jüngsten Gericht in der Mitte und Hölle und Fegfeuer auf den Flügeln, im Stadthaus zu Leiden, erkennt man ein Bestreben, sich den Italienern zu nähern. Seine Kupferstiche und Holzschnitte (über 200) zeugen von außerordentlicher Leichtigkeit und doch großer Sorgfalt in Handhabung des Grabstichels; er stand darin unter dem Einfluß Dürers. An Feinheit des Gefühls und Mannigfaltigkeit der Erfindung steht er hinter diesem zurück, übertrifft ihn aber in malerischer Behandlung und Reichtum der Komposition. Hauptblätter sind außer den genannten: die Auferweckung des Lazarus (1508), die Versuchung des heil. Antonius (1509), die Anbetung der Könige (1513), Esther vor Ahasver (1518), Maria Magdalena (1519), Kaiser Maximilian (1520) und die Genrebilder: der Zahnarzt, der Chirurg und der Eulenspiegel. Von Gemälden sind ihm außer den genannten mit Sicherheit folgende zuzuschreiben: eine Schachpartie (in Wiltonhouse, bezeichnet), eine ähnliche Darstellung, der heil. Hieronymus in Bußübung und eine Madonna mit dem Kind und Engeln (im Kaiser Friedrich-Museum zu Berlin), Moses, das Wasser aus dem Felsen schlagend (1527, im Germanischen Museum zu Nürnberg), und die Anbetung der Könige (in Buckingham Palace zu London). Vgl. A. Rosenberg in Dohmes »Kunst und Künstler«, Bd. 1; Evrard, L. de Leyde et Albert Dürer (Brüssel 1883); Volbehr, L., Verzeichnis seiner Kupferstiche etc. (Hamb. 1888).
 
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Lucasbandassel, s. Skolopender.
 
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Lucaya, Insel, s. Bahamainseln.
 
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Lucca, ital. Provinz mit gleichnamiger Hauptstadt in Toskana, bis 1847 souveränes, sodann zum Großherzogtum Toskana gehöriges Herzogtum, grenzt an die Provinzen Massa e Carrara, Modena, Florenz, Pisa und das Ligurische Meer und umfaßt 1445 qkm (26,3 QM.) mit (1901) 319,523 Einw. (221 auf 1 qkm). Sie bildet nur einen Kreis des gleichen Namens. S. die Geschichtskarten beim Artikel »Italien« (S. 82).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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