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Lüben bis Lublin (Bd. 6, Sp. 760 bis 761)
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Artikelverweis Lüben (L. in Schlesien), Kreisstadt im preuß. Regbez. Liegnitz, an der Staatsbahnlinie Ziegenhals-Randten, 128 m ü. M., hat. eine evangelische und eine kath. Kirche, Synagoge, Schloß, Denkmäler Kaiser Wilhelms I. und Bismarcks, Amtsgericht, Provinzial-Irrenanstalt, Zuckerfabrik, Klaviaturen- und Sattelfabriken, Molkerei, 3 Dampfsägemühlen, Dampfziegelei und (1900) mit der Garnison (ein Dragonerregiment Nr. 4) 6112 meist evang. Einwohner.
 
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Lüben, 1) August, Volksschulpädagog, geb. 28. Jan. 1804 in Golzow bei Küstrin, gest. 27. Okt. 1873 in Bremen, wurde 1822 Hilfslehrer am Seminar in Weißenfels unter Harnisch, 1825 Lehrer zu Alsleben an der Saale, 1829 Lehrer, später Oberlehrer und Leiter der Bürgerschule zu Aschersleben, 1850 Rektor der Bürgerschule zu Merseburg und 1858 Seminardirektor in Bremen. Unter seinen zahlreichen methodisch-pädagogischen Schriften hat besonders die »Anweisung zu einem methodischen Unterricht in der Pflanzenkunde« (Halle 1832, 6. Aufl. 1879), der 1836 eine gleiche für den »Unterricht in der Tierkunde und Anthropologie« (4. Aufl., Leipz. 1879) folgte, epochemachend gewirkt, indem sie den Unterricht statt von systematischer Übersicht von der Anschauung charakteristischer Typen jeder Art, Gattung etc. ausgehen läßt. Außerdem sind hervorzuheben: »Einführung in die deutsche Literatur« (10. Aufl. von Huth, Leipz. 18921396, 3 Tle., mit Nacke, mit dem er auch das weitverbreitete »Lesebuch für Bürgerschulen« herausgab); dazu als Beispielsammlung: »Auswahl charakteristischer Dichtungen und Prosastücke zur Einführung in die deutsche Literatur« (7. Aufl. von Huth, das. 1897, 3 Tle.); »Die Hauptformen der äußern Pflanzenorgane« (das. 1846, 2. Aufl. 1871) sowie die von L. herausgegebenen Zeitschriften: »Pädagogischer Jahresbericht« (seit 1857) und »Der praktische Schulmann« (seit 1871). Vgl. »A. L., sein Leben und seine Schriften, von ihm selbst beschrieben« (Leipz. 1873).
   2) Adolf, Maler, geb. 1. Sept. (20. Aug.) 1837 in Petersburg, bildete sich seit 1853 in Berlin, seit 1860 in Antwerpen, trat dann zur Landwirtschaft über, gab sie aber bald wieder auf und übte in Berlin selbständig seine Kunst aus. 1876 siedelte er nach München über. Seine Hauptwerke sind: verunglückte Medizin (sechsmal wiederholt, 1872), Entwischt (1872), Schützenzug (1876), Aschermittwoch (1876), Versteigerung, Schnaderhüpfel (1879), Wilderer (1883), der Gang zum Kranken (1886), Taufschmaus (1888), auf dem Friedhofe (1891), Aussegnung einer Kinderleiche, Erwartung, nach der Arbeit, in der Sommerfrische, Taubenfütterung (1901) und musikalische Versuche (1903). Die Behandlung humoristischer Stoffe gelingt ihm am besten.
 
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Lubentīna (Lubentia), Göttin, s. Libitina.
 
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Luberon (spr. lüb'róng, Léberon), Gebirgszug der westlichen Kalkalpen im franz. Depart. Vaucluse, zieht sich zwischen den Tälern der Durance und des Coulon von O. nach W. hin und erhebt sich bis zu 1125 m.
 
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Lubilasch, linker Nebenfluß des Kongo, s. Meyers Lomami.
 
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Lübisch (Lübisch-Kurant), die früher in Lübeck und Hamburg übliche Kurantwährung, nach der bis 1797 Silbermünzen von 33/4, 3, 2 und 1 Mark, 8, 4 und 2 Schilling geprägt wurden, 34 Mark aus der hamburgischen Kölner Mark sein, die Kurantmark mit 6,873 g Silber. Das Gesetz vom 16. Dez. 1856 setzte den Wert der Kurantmark wegen Abschleifens auf 1/3 Kölner Mark = 1,2 Mk. Reichswährung herab.
 
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Lübische Bucht (Lübecker Bucht), ein an der deutschen Ostseeküste zwischen der Halbinsel Darß und der Insel Fehmarn weit in das Land einschneidender Busen, der in seinem Hintergrund wieder durch die Halbinsel Klützer Ort in den Busen von Wismar und das Lübische Fahrwasser geteilt wird. Zur Seite des letztern erstreckt sich an der holsteinischen Küste die Neustädter Bucht. Der ganze Busen ist nicht tief (vor der Mündung der Trave 812 m).
 
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Lübisches Recht, eins der ältesten und wichtigsten deutschen Stadtrechte des Mittelalters, das vorzugsweise in den Küstenländern der Ostsee, Mecklenburg, Pommern, Esthland, Livland, Holstein, Schleswig verbreitet war. Es beruht auf dem Rechte der Stadt Soest, mit dem Herzog Heinrich der Löwe 1170 die neu erworbene Stadt Lübeck bewidmete. Dazu kam 1270 die justicia Lubicensis und auch seit Anfang des 13. Jahrh. deutsche Abfassungen. Über die Fortbildung des Lübischen Rechts durch die Judikatur des Oberhofs vgl. Michelsen, Der ehemalige Oberhof zu Lübeck (Altona 1839). Die letzte amtlich publizierte Revision des Stadtrechts stammt von 1586. Vgl. Hach, Das alte lübische Recht (Lübeck 1839); Frensdorff, Das lübische Recht nach seinen ältesten Formen (Leipz. 1872) und in den »Hansischen Geschichtsblättern« 1872, 1874, 1879, 1883.
 
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Lübke, Wilhelm, Kunsthistoriker, geb. 17. Jan. 1826 in Dortmund, gest. 5. April 1893 in Karlsruhe, studierte in Bonn und Berlin Philologie, widmete sich jedoch später der Kunstgeschichte, ward 1857 Lehrer

[Bd. 6, Sp. 761]


der Architekturgeschichte an der Bauakademie in Berlin, 1861 Professor am Polytechnikum in Zürich, folgte 1866 einem Ruf als Professor der Kunstgeschichte an das Polytechnikum und die Kunstschule in Stuttgart und 1885 einem Ruf an die gleichen Anstalten in Karlsruhe, wo ihm später auch die Generaldirektion der großherzoglichen Kunstsammlungen übertragen wurde. 1895 wurde ihm daselbst ein Standbild (von Weltring) errichtet. Unter seinen für die kunstgeschichtliche Darstellung grundlegenden Schriften sind hervorzuheben: »Die mittelalterliche Kunst in Westfalen« (Leipz. 1853); »Der Totentanz in der Marienkirche zu Berlin« (Berl. 1861); »Grundriß der Kunstgeschichte« (Stuttg. 1860; 12. Aufl., Bd. 14 von Semrau, Bd. 5 von Haack; das. 18991905); »Vorschule zur Geschichte der Kirchenbaukunst des Mittelalters« (Dortm. 1852; 6. Aufl. 1873 u. d. T.: »Vorschule zum Studium der kirchlichen Kunst des deutschen Mittelalters«); »Geschichte der Architektur« (Leipz. 1855; 6. Aufl. 1884, 2 Bde.); »Geschichte der Plastik« (das. 1863, 3. Aufl. 1880); »Über die alten Glasgemälde der Schweiz« (Zürich 1866); »Kunsthistorische Studien« (Stuttg. 1869); »Abriß der Geschichte der Baustile« (Leipz. 1861, 4. Aufl. 1878); »Geschichte der Renaissance in Frankreich« (Stuttg. 1868, 2. Aufl. 1885); »Geschichte der Renaissance in Deutschland« (das. 1873; 2. Aufl. 1882, 2 Bde.); »Geschichte der italienischen Malerei vom 4. bis ins 16. Jahrhundert« (das. 187879, 2 Bde.); »Rafaels Leben und Werke« (Text zu Gutbiers Rafaelwerk; auch besonders, Dresd. 1882); »Bunte Blätter aus Schwaben« (Stuttg. 1885); »Kunstwerke und Künstler« (vermischte Aufsätze, Bresl. 1886); »Geschichte der deutschen Kunst« (Stuttg. 1888); »Altes und Neues. Studien und Kritiken« (Bresl. 1891); »Lebenserinnerungen« (Berl. 1891). Auch gab er »Peter Vischers Werke« (Nürnb. 1878, 48 Tafeln mit Text), »Dürers Kupferstiche in Faksimiles« (das. 1882, 104 Tafeln) und mit Lützow den Bilderatlas »Denkmäler der Kunst« (8. Aufl., Stuttg. 1897) heraus. Nach seinem Tod erschien: »Briefe von Wilhelm L. an H. Kestner aus den Jahren 18461859« (Karlsr. 1895).
 
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Lublau (Alt-L., magyar. O-Lubló), Stadt mit geordnetem Magistrat im N. des ungar. Komitats Zips, am Poprád, oberhalb Podolin (Endstation der Bahnlinie Poprád-Felka-Podolin), mit Leder- und Lemenfabriken und (1901) 1977 slowakischen (römisch-katholischen) und deutschen Einwohnern. In der Nähe auf einem Felsen die alte Burg L. und im Tal der von einem großen Fichtenpark umgebene Badeort L. (magyar. Lubló-fürdö), 556 m ü. M., mit alkalischen Eisensäuerlingen, die besonders gegen auf Anämie beruhende Frauenkrankheiten benutzt werden. Stadt und Burg gehörte 14121772 zu Polen und war der Sitz polnischer Starosten.
 
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Lublin (Ljublin), russisch-poln. Gouvernement (s. »Karte von Westrußland« bei Artikel »Polen«), wird im W. durch die Weichsel vom Gouv. Radom, im O. durch den Bug von Wolhynien getrennt, grenzt im N. an Sjedlez, im S. an Österreich (Galizien) und umfaßt 16,838 qkm (305,8 QM.). Das Land ist fast durchweg eine Hochebene, die nach S. zu steigt und von der Weichsel, dem Bug, Wieprz und vielen kleinern Flüssen bewässert wird. An Mineralien werden nur vereinzelt etwas Kreide, Sandstein und Eisenerz gegraben. Die Bevölkerung betrug 1897: 1,159,463 Einw., d. h. 69 auf 1 qkm, und besteht hauptsächlich aus Polen, im südwestlichen Teil aus Kleinrussen, dann Juden und 25,972 Deutschen (meist Kolonisten). Der Konfession nach sind 62,5 Proz. Römisch-Katholische, 21,8 Proz. Griechisch-Orthodoxe, 13,3 Proz. Juden und 2,4 Proz. Protestanten. Der Boden ist im allgemeinen fruchtbar. Das Areal zerfällt in 40 Proz. Ackerland, 8,7 Proz. Weiden, 8 Proz. Wiesen, 33,2 Proz. Wälder, 3 Proz. Gemüsegärten; den Rest nehmen Gebäude, Wasser und Unland ein. Alle Getreidearten gedeihen gut und werden im Überfluß gebaut. Die Ernte betrug 1901: 185,866 Ton. Roggen, 104,499 T. Weizen, 132,408 T. Hafer, 90,746 T. Gerste und 1,009,846 T. Kartoffeln. Daneben werden noch Buchweizen, Hirse, Erbsen sowie Zuckerrüben gebaut. Der Viehstand betrug 1900: 390,909 Stück Hornvieh, 344,706 Schafe, 206,061 Schweine und 217,320 Pferde. Besonders gepflegt wird die Pferdezucht. Es gibt in L. 44 Gestüte mit 97 Hengsten und 1102 Zuchtstuten. Der Produktionswert der Industrie wird 1897 auf 16,269,821 Rubel angegeben; es gab 1783 gewerbliche Betriebe mit 11,628 Arbeitern. Die wichtigsten Industriezweige sind Zuckerindustrie, Branntweinbrennerei und Getreidemüllerei. Das Gouvernement wird in zehn Kreise geteilt: Bjelgorai, Cholm, Grubeschow, Janow, Krasnostaw, Ljubartow, L., Nowo-Alexandria, Samostje und Tomaschow.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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