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Löwe bis Löwenburg (Bd. 6, Sp. 747 bis 750)
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Artikelverweis Löwe, 1) Name einer vielverzweigten Schauspielerfamilie, deren Stammvater Johann Karl (geb. 1731 in Dresden, gest. 1807 in Lübeck) nebst seiner Frau Katharina Magdalena Ling (geb. 1745) bei verschiedenen Truppen (unter anderm in Berlin) angestellt war, längere Zeit auch die Direktion des Hoftheaters in Schwedt führte. Er glänzte in komischen, seine Frau besonders in Soubrettenrollen. Sein Sohn Johann Heinrich, geb. 1766 in Berlin, gest. 1835 in Bromberg, wurde 1799 Konzertmeister in Bremen, später Musikdirektor und machte sich auch als Komponist und Violinvirtuos bekannt. 1815 zog er nach Bromberg. Dessen Bruder Friedrich August Leopold, geb. 1767 in Schwedt, gest. 1816 als Theaterdirektor in Lübeck, war ein tüchtiger Sänger und Schauspieler; seine Operette »Die Insel der Verführung« fand allgemeinen Beifall. Dessen Sohn Ferdinand, geb. 1787 in Mansfeld, gest. 13. Mai 1832 in Wien, wirkte an den Bühnen in Magdeburg, Braunschweig, Düsseldorf, Kassel, Leipzig, Mannheim und Frankfurt und war namentlich als Held im Trauerspiel ausgezeichnet. Seine Tochter Johanna Sophie, eine der berühmtesten Sängerinnen Deutschlands, geb. 24. März 1815 in Oldenburg, gest. 29. Nov. 1866 in Pest, bildete sich seit 1831 in Wien bei Ciccimara und trat 1832 mit solchem Glück im Kärtnertortheater auf, daß sie alsbald engagiert wurde. Eine Gastspielreise in Norddeutschland hatte 1837 ihr Engagement an der Berliner Hofbühne zur Folge. Nach mehreren Kunstreisen nach England, Frankreich und Italien vermählte sie sich 1848 mit dem k. k. Feldmarschalleutnant Fürsten Friedrich von Liechtenstein. Mit vollendeter Gesangskunst vereinigte sie ein sein nuanciertes, geistreiches Spiel. Ihr Bruder Franz Ludwig Feodor, geb. 5. Juli 1816 in Kassel, gest. 21. Juni 1890 in Stuttgart, wirkte erst an den Bühnen in Hamburg und Frankfurt und seit 1841 an der Hofbühne in Stuttgart, wo er bis zu seinem Tode, auch als Regisseur, tätig war. Seine vollendetsten Schöpfungen waren Hamlet, Leicester (in »Maria Stuart«), Faust, Bolingbroke und Karl Moor. Auch hat L. durch Schwung und Formschönheit ausgezeichnete »Gedichte« (Stuttg. 1854, 2. Aufl. 1860), »Neue Gedichte« (das. 1875) sowie Freimaurerdichtungen: »Den Brüdern« (4. Aufl., das. 1901), »Aus eigner Werkstatt« (das. 1881) u. a., veröffentlicht. Julie Sophie, Tochter von Friedrich August Leopold L., geb. 1786, gest. 11. Sept. 1852 in Wien, war bis 1809 Mitglied des Petersburger deutschen Theaters, kam später nach Prag, 1812 an das Theater an der Wien und war von 18131842 eine Zierde des Hofburgtheaters in Wien, namentlich im feinern Lustspiel und Konversationsstück. Ihr Bruder Johann Daniel Ludwig, der berühmteste unter den männlichen Sprossen der Familie, geb. 29. Jan. 1795 in Rinteln, gest. 7. März 1871 in Wien, trat 1808 in die Kindergesellschaft des Direktors Nuth ein, wirkte 181119 in Prag erst im Fach der niedern Komik, trat später auch in Liebhaber- und Heldenrollen auf und ging 1821 an die Hofbühne in Kassel, 1826 an das Hofburgtheater in Wien, an dem er 1838 Regisseur, später Ehrenmitglied wurde. L. hat auf fast allen bedeutenden Bühnen gastiert, überall mit gleichem Beifall. Im Lustspiel glänzte er durch seinen, ungezwungenen Ton und liebenswürdigen Humor. Auch seine Tochter Anna (Nina), geb. 1821 in Kassel, gest. 27. April 1884 in

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Lemberg, war eine geschätzte Schauspielerin im Fach der jugendlichen Liebhaberinnen und in tragischen Rollen. Sie hatte 1833 am Hofburgtheater debütiert, gehörte ihm bis 1849 als Mitglied an und war darauf in Lemberg engagiert, wo sie später einen Grafen Potocki heiratete.
   2) Karl, Balladenkomponist, geb. 30. Nov. 1796 in Löbejün bei Halle, gest. 20. April 1869 in Kiel, besuchte das Gymnasium in Halle, daneben Türks musikalischen Unterricht genießend, und studierte dann daselbst Theologie, nahm aber 1822 die Stellung eines Gymnasialgesanglehrers und städtischen Musikdirektors in Stettin an, die er fast ein halbes Jahrhundert bekleidete. 1866 trat er in den Ruhestand. Der unvergängliche Ruhmestitel Löwes sind seine zahlreichen Balladen, für welches Genre der Liedkomposition er zuerst eine unterscheidende Form gefunden hat, die durch Umbildung festgehaltener Motive den epischen Charakter zur Geltung bringt. Die ersten derselben (darunter »Der Erlkönig«) schrieb er schon als Student 1818. Besonders beliebt sind: »Archibald Douglas«, »Tom der Reimer«, »Edward«, »Heinrich der Vogler«, »Prinz Eugen«, »Oluf«, »Der Nöck« u. a. Eine Abart der Balladen sind seine Legenden: »Gregor auf dem Stein«, »Der Weichdorn« u. a., von seinen sonstigen Liedern ist besonders beliebt »Die Uhr«. Seine Oratorien, von denen einige (»Der Apostel von Philippi«, »Johannes der Täufer«, »Die Heilung des Blindgeborenen«) für Männerchor a cappella komponiert sind, desgleichen seine Opern, Kammermusikwerke und Klaviersonaten sind vergessen. Denkmäler wurden ihm in Löbejün (1896), im Düsternbrooker Gehölz bei Kiel (1896, von Schaper), ein drittes (von v. Glümer) 1897 in Stettin errichtet. Eine Gesamtausgabe der Balladen, Legenden und Gesänge redigierte M. Runze (Leipz. 18991903, 17 Tle.). Als Schriftsteller trat L. auf mit einer »Gesanglehre für Gymnasien, Seminarien und Bürgerschulen« (2. Aufl., Stett. 1828) und mit einem kurzen Kommentar zum zweiten Teil von Goethes »Faust« (Berl. 1834), der von Rob. Prutz in einer besondern Schrift (das. 1834) beurteilt worden ist. Seine »Selbstbiographie« wurde von Bitter (Berl. 1870) herausgegeben. Vgl. Runze, Karl L., eine ästhetische Beurteilung (Leipz. 1884), dessen Biographie Löwes in Reclams Universal-Bibliothek (das. 1903) und. Löwe redivivus' (gesammelte Aufsätze, Berl. 1888); Wossidlo, K. L. als Balladenkomponist (das. 1894); H. Bulthaupt, Karl L., Deutschlands Balladenkomponist (das. 1898).
   3) Wilhelm, deutscher Politiker (L.-Kalbe), geb. 14. Nov. 1814 in Olvenstedt bei Magdeburg, gest. 2. Nov. 1886 in Meran, studierte Medizin, ward Arzt in Kalbe und kam 1848 in das Frankfurter Parlament, wo er zur demokratischen Linken gehörte. 1849 zum ersten Vizepräsidenten, bei der Übersiedelung nach Stuttgart zum Präsidenten gewählt, ward er, wie alle Teilnehmer an den Stuttgarter Beschlüssen, angeklagt, aber in zwei Instanzen freigesprochen, bis ihn das Obertribunal zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilte. L. lebte inzwischen in der Schweiz, in London und acht Jahre lang in New York, wo er die ärztliche Praxis ausübte, bis ihm der Amnestieerlaß vom 12. Jan. 1861 die Rückkehr ermöglichte. 1863 ward er in das Abgeordnetenhaus und 1867 in den Reichstag gewählt, wo er sich der Fortschrittspartei anschloß und dem Sechsunddreißiger-Ausschuß angehörte. 1874 schied er aus der Fortschrittspartei aus und vertrat 1879 eifrig das Schutzzollsystem, ward aber 1881 nicht wieder gewählt. Im Abgeordnetenhaus war er von 187175 Vizepräsident, lehnte aber 1876 eine Wiederwahl ab.
   4) Ludwig, Industrieller, geb. 27. Nov. 1837 in Heiligenstadt, gest. 11. Sept. 1886 in Berlin, widmete sich dem Kaufmannsstand, dann dem Maschinenfach, studierte in Nordamerika den Maschinenbau und begründete in Berlin 1869 eine Nähmaschinenfabrik in amerikanischem Stil. Er arbeitete mit amerikanischen Werkzeugmaschinen, die hier zum erstenmal in Deutschland zur Verwendung kamen, und brachte die dem amerikanischen System eigne Präzision bei der Massenfabrikation in so hohem Maße zur Geltung, daß das preußische Kriegsministerium 1871 beschloß, die eigne Waffenfabrikation nach gleichem System einzurichten, zumal L. durch die Bereitwilligkeit zur Anfertigung von einer Million Visieren Garantien für den Erfolg übernommen hatte. L. baute jetzt auch selbst amerikanische Werkzeugmaschinen, lieferte der Armee Revolver und nebenbei zahlreiche Maschinen und Ausrüstungsgegenstände für die preußischen Staats- und für Privatwerkstätten. Die Nähmaschinenfabrikation war 1879 aufgegeben worden. Seit 1864 gehörte er bis zu seinem Tode den Berliner Stadtverordneten an und wirkte hier namentlich für die Entwickelung des Volksschulwesens. 1876 wurde er ins preußische Abgeordnetenhaus und 1878 in den Reichstag gewählt, in dem er sich der Fortschrittspartei anschloß.
   5) Isidor, Industrieller, Bruder des vorigen, geb. 24. Nov. 1848 in Heiligenstadt, trat 1875 in die Gesellschaft Ludwig Löwe u. Komp. ein und führte die Direktion in Gemeinschaft mit seinem Bruder bis zu dessen Tode, seitdem allein. Er errichtete in den 1890er Jahren eine große Werkzeugmaschinenfabrik in Martinikenfelde bei Berlin, um die Herstellung von erstklassigen Präzisionswerkzeugmaschinen im großen rationeller und billiger als bisher zu betreiben. Die Fabrik gilt als Muster für moderne Eisenbearbeitungswerkstätte n. Schon 1887 hatte er die Gewehr- und Gewehrmunitionsfabrikation, speziell die Herstellung kleinkalibriger Waffen und rauchloser Munition in Martinikenfelde begonnen. Er vereinigte die Fabrik 1887 mit der Gewehrfabrik von Mauser in Oberndorf, die dem deutschen Heer mehrere Gewehrmodelle (M/71 und 71/84, 98 sowie die wesentlichen Bestandteile des neuen kleinkalibrigen Gewehrs M/88) gegeben hat, und konstituierte im Verein mit den Vereinigten Köln-Rottweiler Pulverfabriken die zu hoher Entwickelung gelangte Deutsche Metallpatronenfabrik in Karlsruhe, trennte dann die Waffenfabrik der Gesellschaft Ludwig Löwe u. Komp. von dieser ab und vereinigte sie unter der Firma »Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken« mit der deutschen Metallpatronenfabrik zu einer selbständigen Gesellschaft, der er als Vorsitzender des Aufsichtsrates vorsteht. Auf Grund der von L. geschaffenen Organisation entwickelte sich die Fabrikation der Militärhandfeuerwaffen in Deutschland zu so hoher Blüte, daß sie jetzt den Weltmarkt, von dem sie früher ganz ausgeschlossen war, fast allein beherrscht. Seit 1891 richtete L. die Tätigkeit der Fabrik auch auf das elektrische Gebiet und konstituierte 1892 mit der Thomson-Houston-Elektrizitätsgesellschaft in Boston die Union, Elektrizitätsgesellschaft in Berlin, die nach dem System der Thomson-Houston-Gesellschaft elektrische Bahnen baut. Die Kommanditgesellschaft auf Aktien Ludwig Löwe u. Komp. wurde 1893 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Gesellschaft arbeitete ursprünglich mit einem Kapital von 3/4 Mill. Mk., das sich im Laufe der Jahre verzehnfachte (7,5 Mill. Mk.), die Reserven

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betrugen Ende 1904 ebenfalls 7,5 Mill. Mk., und ein gleicher Betrag ist in Obligationen ausgegeben. Außerdem hat die Gesellschaft Verpflichtungen im Betrage von 2 Mill. Mk. Dagegen repräsentieren Grundstücke und Gebäude 6, die Betriebsmittel 2 und die Vorräte 3 Mill. Mk. Die Debitoren betragen 2,25 Mill. Mk. Außerdem hat die Gesellschaft einen Effektenbestand von 13 Mill. Mk. Die seit Bestehen der Gesellschaft durchschnittlich gezahlte Dividende beträgt 131/2 Proz. Das Aktienkapital der deutschen Waffen- und Munitionsfabriken beträgt 15 Mill. Mk., die Reserven ca. 5, die Kreditoren 4,5 Mill. Mk. Dagegen sind in Grundstücken und Gebäuden angelegt ca. 5, in Betriebsmitteln ca. 4, in Effekten ca. 5, in Vorräten ca. 6 Mill. Mk. Die Debitoren betrugen 8 Mill. Mk. Die Dividende betrug seit Bestehen der Gesellschaft durchschnittlich 153/4 Proz. L. ist Vorsitzender des Kuratoriums für wissenschaftlich-technische Untersuchungen in Neubabelsberg, Mitglied des Landeseisenbahnrates und des Bezirkseisenbahnrates Berlin und Stettin.
 
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Lowell (spr. lō-el), eine der beiden Hauptstädte der Grafschaft Middlesex im nordamerikan. Staat Massachusetts, an der Vereinigung von Concord und Merrimac, dessen Pawtucketfälle (10 m) seiner Industrietätigkeit sehr förderlich sind. 1900 erzeugte es in 981 Betrieben mit 31,377 Arbeitern für 44,774,525 Doll. Waren, vor allem Baumwollgewebe (8 Fabriken, 13,730 Arbeiter, 17,038,576 Doll.), Strumpfwaren (8 Fabriken, 4165 Arbeiter, 3,148,110 Doll.), Wollzeug (5 Fabriken, 1573 Arbeiter, 3,275,613 Doll.), Maschinen und Gußwaren (47 Fabriken, 2938 Arbeiter, 4,258,047 Doll.). L. ist Sitz einer großen Webschule und eines Lehrerseminars. Noch 1820 zählte es kaum 200 Einw., 1823 wurde die erste Spinnerei angelegt, und jetzt ist es ein »amerikanisches Manchester« mit (1900) 94,969 Einw., darunter 40,974 im Ausland (12,147 in Irland, nur 67 in Deutschland) Geborne. Das steuerpflichtige Eigentum betrug 1903: 71,613,907, die städtische Schuld 2,933,441 Dollar.
 
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Lowell (spr. lō-el), James Russell, amerikan. Schriftsteller, geb. 22. Febr. 1819 in Cambridge (Massachusetts), gest. daselbst 12. Ang. 1891, studierte die Rechte, vertauschte sie aber mit der Schriftstellerei. Eine dichterische Individualität von großer Vielseitigkeit, stellte sich L. in seinem ersten Bändchen: »A Year's life« (1841), als feinsinniger Lyriker vor; in seinen »Conversations on some of the old poets« (1844) als Kritiker. Ein zweiter Gedichtband: »Poems« (1848), einige längere Dichtungen, wie »Rhaecus« und »A legend of Brittany«, enthaltend, folgte; aber erst seine vom Abolitionsstandpunkt geschriebenen politischen Gedichte im Yankeedialekt: »The Bigelow papers« (1846), machten ihn in weitesten Kreisen bekannt und stellten durch ihre Popularität seine dichterischen Veröffentlichungen auf längere Zeit in den Schatten. 1855 wurde L. Longfellows Nachfolger in Harvard. Zwei Jahre darauf übernahm er die Redaktion der »Atlantic Monthly«, u. von 186372 redigierte er die »North American Review«. Seine inzwischen veröffentlichten Prosaschriften: »Fireside travels« (1864), »Among my books« (1870) und »My study window« (1871), zeigten ihn als scharfsinnigen Kritiker und vollendeten Stilisten. Eine zweite Serie der »Bigelow papers« (1866) erwies sich als ebenso erfolgreich wie die erste, und die Gedichtbände »Under the willows« (1868), »The cathedral« (1870) und »Three memorial poems« (187576) sowie ein weiterer Band literar-historischer Essays: »Among my books« (1876), befestigten seinen Ruhm. L. wurde nun nacheinander zum amerikanischen Gesandten in Madrid und in London ernannt, wo er bis zum Jahr 1885 verblieb. Seitdem veröffentlichte er noch einen Band seiner Reden: »Democracy and other addresses« (1886), den Gedichtband »Heartsease and Rue« (1888) und »Political essays« (1888). Nach seinem Tod erschienen »Literary essays and addresses« (1891), »The old English dramatists« (1892) und »Letters«, herausgegeben von Norton (1893). Eine Gesamtausgabe seiner Werke erschien in 13 Bänden (Boston 1896, mit Biographie von H. E. Scudder). Vgl. Curtis, »James Russell L., an address« (New York 1892); Underwood, James Russell L., the poet and the man (Boston 1893); Hale, J. R. L. and his friends (das. 1899); Scudder, J. R. L., a biography (das. 1901, 2 Bde.).
 
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Lowell-Mitrailleuse, Feuerwaffe mit vier Gewehrläufen, von denen einer so lange benutzt wird, bis er zu heiß ist, um dann vom folgenden abgelöst zu werden. Sie hat sich nirgends dauernd eingebürgert.
 
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Löwen, 1) (niederländ. u. fläm. Leuven, franz. Louvain) Hauptstadt eines Arrondissements in der belg. Provinz Brabant, am Fluß Dyle und Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Brüssel- Lüttich, L.-Mecheln und Aarschot-Charleroy und der Nebenbahnen L.-Diest, L.-Tervueren und L.-Jodoigne, ist größtenteils altertümlich gebaut. Die Wälle der Stadt, jetzt zu Spaziergängen umgewandelt, haben an 10 km Umfang; aber ein großer Teil des Raumes, den sie umschließen, ist mit Gärten und Anpflanzungen bedeckt. Die vorzüglichsten Gebäude von L. sind: das 14481463 von Matthäus De Layens im spätgotischen Stil errichtete, 1842 und 1904 restaurierte Rathaus; die Kirche zu St. Peter (Basilika, ebenfalls aus dem 15. Jahrh.); die gotische Gertrudenkirche (15. Jahrh., mit schönem Chorgestühl); die sogen. Hallen, 1317 als Warenniederlage für die Tuchmachergilde erbaut und 1679 der Universität eingeräumt; die Ruinen des im 9. Jahrh. vom König Arnulf erbauten Schlosses, das der Volksglaube dem römischen Imperator Julius Cäsar als Erbauer zuschreibt. Die Bevölkerung zählt (1904) 42,194 Seelen. Die Industrie ist seit dem Mittelalter sehr zurückgegangen, zumal die einst berühmte Tuchfabrikation. Die Stadt hat große Brauereien, Maschinenbau, Fabrikation von Stärke, Essig, Chemikalien, Strohhüten und Spitzen und treibt Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Berühmt war im 16. Jahrh. die 1426 von Philipp dem Guten von Burgund gegründete Universität von L., die zur Zeit ihrer Blüte mehr als 6000 Studenten zählte und der Sitz der antijesuitischen, die gallikanischen Freiheiten verteidigenden Theologie war. Sie wurde 1793 infolge der französischen Invasion aufgehoben, 1817 aber wiederhergestellt. 1834 vom Staat aufgehoben, ward sie 1835 vom Klerus aus eignen Mitteln neu dotiert und verfolgt seitdem als sogen. freie Universität eine streng katholische Richtung. Sie umfaßt fünf Fakultäten und Brauerei-, Ackerbau- und Gewerbeschulen und zählte 1903/04: 2044 Studierende. Außerdem befinden sich in L. ein Athenäum, Staatsmittelschulen für Knaben und Mädchen, eine Haushaltungsschule, ein Lehrer- und ein Lehrerinnenseminar, eine Kunstschule (seit 1889) und ein Tribunal. L., wo König Arnulf 891 die Normannen entscheidend besiegte, war lange die Residenz der Grafen von L., spätern Herzoge von Brabant (s. d.). Seit Mitte des 12. Jahrh. von dem Durchgangsverkehr zwischen Meyers Brügge (s. d.)

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und Köln berührt, entwickelte es sich, obwohl häufig durch innere Kämpfe erschüttert, bald zu einer blühenden Handels- und Industriestadt mit berühmter Tuchfabrikation. Ende des 14. Jahrh. begann der Verfall, der, trotz Gründung einer Universität (1426), rasche Fortschritte machte und im 16. Jahrh. durch eine Seuche, die fast die halbe Bevölkerung hinwegraffte, vollendet ward. Vgl. Molanus, Historiae Lovanensium libri XIV (hrsg. von de Ram, Brüssel 1861, 2 Bde.); Verhaeghen, Les 50 dernières années de l'ancienne université de Louvain (Lüttich 1884); van Even, Louvain dans le passé et dans le présent (Löwen 189195); van der Linden, Histoire de la constitution de la ville de Louvain an moyen-âge (Gent 1892); »Geschiedenis van de stad Leuven« (Löwen 1899). 2) Stadt im preuß. Regbez. Breslau, Kreis Brieg, an der Glatzer Neiße und der Staatsbahnlinie Brieg-Oderberg, 152 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Synagoge, Schloß, höhere Privatschule, Amtsgericht, eine Zuckerfabrik (in dem anliegenden Dorfe Fröbeln), eine Ofenfabrik, Molkerei, Gerberei, Färberei, Ziegeleien, eine große Mühle, wichtige Wochen- und Viehmärkte und (1900) 3245 meist evang. Einwohner. 1903 große Überschwemmung.
 
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Löwen, Johann Friedrich, Dichter, geb. 1729 in Klausthal, gest. 23. Dez. 1771 in Rostock, studierte in Göttingen die Rechte, lebte 175157 als Schriftsteller in Hamburg, dann als Sekretär in Schwerin und war 1767 bei dem Versuch beteiligt, in Hamburg ein Nationaltheater zu errichten. Er hatte die Aufgabe, die Repertoirestücke auszuwählen und mit den Schauspielern Vortragsübungen anzustellen. Seine Frau, eine Tochter des Schauspielers Schönemann und selbst Schauspielerin, wird in Lessings »Hamburgischer Dramaturgie« öfters erwähnt. Nach dem Scheitern des Unternehmens (1768) wurde er Registrator in Rostock. Obschon von schwächlichem Talent, hat sich L. doch auf allen Gebieten der Poesie versucht: man hat von ihm Epigramme, Oden und Lieder, Kantaten, Romanzen, komische Gedichte und Erzählungen, Lehrgedichte, poetische Episteln und Trauer-sowie Lustspiele. Seine gesammelten »Schriften« umfassen 4 Bände (Hamb. 176566), Bd. 4 enthält eine Geschichte des deutschen Theaters (Neudruck durch Stümcke, Berl. 1905), zu der L. wertvolle Mitteilungen Ekhofs benutzte. Vgl. Potkoff, Joh. Friedr. L., der erste Direktor eines deutschen Nationaltheaters (Heidelb. 1904).
 
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Löwenäffchen, s. Meyers Seidenaffe.
 
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Löwenanteil, ein unverhältnismäßig großer Anteil, den bei einer Teilung der Stärkere für sich beansprucht (vgl. Löwengesellschaft).
 
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Löwenberg, Kreisstadt im preuß. Regbez. Liegnitz, am Bober, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Goldberg-Greiffenberg und L.-Siegersdorf, 202 m ü. M., hat eine evangelische und 2 kath. Kirchen, darunter eine große, zwischen 1233 und 1238 eingeweihte, jetzt restaurierte Kirche, Synagoge, ein großes Rathaus, Denkmäler für Kaiser Friedrich III. und Blücher, ein hübsches Kriegerdenkmal, Realschule, Lehrerinnenseminar, Rettungshaus, 2 Krankenhäuser (eins davon im Gebäude der 1810 aufgehobenen Malteser-Kommende), Amtsgericht, Oberförsterei, Holzschleiferei, Wollspinnerei, Malz- u. Schamottefabrikation, Müllerei, Bierbrauerei, Sandsteinbrüche und (1900) 5293 meist evang. Einwohner. Im nahen Dorfe Neuland bedeutende Gipsbrüche. L. erhielt 1217 deutsches Stadtrecht. 1627 hatte es unter kaiserlicher Einquartierung und Zwangsbekehrung zu leiden. Heftige Kämpfe bei L. und in der Umgegend 1813: 19. Aug. siegten bei Plagwitz und bei Siebeneichen (oberhalb L. am Bober) Preußen und Russen; 21. Aug. drängte Napoleon bei Plagwitz die schlesische Armee zurück; 29. Aug. ergab sich hier nach der Schlacht an der Katzbach die französische Division Puthod. Vgl. Wesemann, Urkunden der Stadt L. (Programm, Löwenb. 1885 u. 1887). Etwa 6 km nordwärts von L. liegen Dorf und Rittergut Hohlstein mit Schloß (jetzt im Besitz des Fürsten von Hohenzollern) und schönem Park.
 
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Löwenbund (Bund des grimmen Löwen, Gesellschaft zum Leuen), eine 1379 in Wiesbaden errichtete Gesellschaft von Rittern, die sich Löwenritter nannten und den Schutz des Landfriedens bezweckten. Das Bundeszeichen war für die Ritter ein goldener, für die Knechte ein silberner Löwe. Der L. fand große Teilnahme, trat mit mehreren schwäbischen Städten sowie mit der Wilhelms- und Georgengesellschaft in Verbindung und scheint sich erst mit dem Städtebund aufgelöst zu haben.
 
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Löwenburg, ein Gipfel des Meyers Siebengebirges (s. d.).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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