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Mahlzeit bis Mahmudĭehkanal (Bd. 6, Sp. 105 bis 112)
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Artikelverweis Mahlzeit, eigentlich die Zeit des Mahles, dann aber allgemein das Mahl. Wird das Mahl in Gesellschaft mit geladenen Gästen und unter mehr oder weniger feierlichen Veranstaltungen eingenommen, so erhält es die Bezeichnung Meyers Gastmahl (s. d.). Die alten Griechen nahmen regelmäßig täglich drei Mahlzeiten: 1) das Frühstück (akrátisma), in der Regel bestehend aus in ungemischten Wein getauchtem Brot und unmittelbar nach dem Aufstehen genossen; 2) das zweite Frühstück (áriston) in der Zeit von 10 bis 12 Uhr unsrer Zeitrechnung, bestehend aus einigen warmen und kalten Speisen, und 3) die Hauptmahlzeit (deipnon oder dórpon) in der Zeit von nachmittags 4 Uhr an. Das Hauptgericht, namentlich für die ärmern Bevölkerungsklassen, bildete ein Brei aus Gerstenmehl (Maza). Gebackenes Brot, namentlich aus Gerstenmehl, gehörte schon zu den Luxusgerichten. Außerdem wurden gegessen: grüne und trockne Gemüse (Malven, Lattich, Salat, Kohl, Bohnen, Linsen, Knoblauch und Zwiebeln), Fische, frisch, gesalzen und getrocknet, mit Vorliebe Seefische, da Flußfische als unschmackhaft und ordinär galten, Fleisch (besonders Lämmer-, Ziegen-, Schweine-, Rind- und auch Eselsfleisch), Geflügel und Wild (als besondere Leckerbissen Hafen und Krammetsvögel). Zum Nachtisch wurden in wohlhabenden Häusern Oliven, Feigen, Mandeln, Nüsse etc., Kuchen, Eier und Käse gereicht. Während des Essens pflegte man nicht zu trinken, erst am Schluß der M. einen Schluck ungemischten Weins als Trankopfer für den »guten Gott« und dann, besonders bei dem an die M. sich anschließenden Trinkgelage (»Symposion«, s. Meyers Trinkgelage), mit Wasser vermischten Wein. Später wuchs auch bei den gewöhnlichen Mahlzeiten der Wohlhabenden der Luxus. Einfach blieben die Spartaner (Hauptgericht die sogenannte schwarze Suppe, bereitet aus in seinem Blut gekochtem Schweinefleisch, mit Essig und Salz gewürzt), die Arkadier und bis zu einem gewissen Grad auch die Athener. Größern Wert auf reichbesetzte Tafeln legten die äolischen Thessalier, die Korinther, die Archiver, die Eleer und vor allen die Böotier. Der größte Luxus entfaltete sich aber in spätern Zeiten in Großgriechenland (die Mahlzeiten der Sybariten)

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und in den Städten an der sizilischen Küste. Bei den Römern herrschte in den ältesten Zeiten die allergrößte Einfachheit: die allgemeine Nahrung bildete ein Brei aus Dinkelmehl (puls). Für den gemeinen Mann blieb er es auch später. Nebenbei genoß man auch grüne und trockne Gemüse, Fleisch nur in Ausnahmefällen. Im Laufe der Zeit wurde es Sitte, folgende Mahlzeiten einzunehmen: 1) das erste Frühstück (jentaculum) am Morgen unmittelbar nach dem Aufstehen, bestehend aus Brot, getrockneten Früchten, namentlich Weintrauben, Milch, Eiern, Oliven, Käse; 2) das zweite Frühstück (prandium) um die sechste Stunde (Mittagszeit), zusammengesetzt aus einigen warmen und kalten Speisen, zu denen man in reichern Häusern Fische, Schaltiere und andre Delikatessen fügte. Getrunken wurden Weinmet (mulsum) und ein warmer, mit heißem Wasser gemischter Würzwein (calda), seltener gewöhnlicher Wein; 3) die Haupt- oder Abendmahlzeit (cena oder coena) gegen 3 oder 4 Uhr nachmittags oder noch später und aus drei Abteilungen bestehend, deren erste (gustatio) die Eßlust erregen sollte.
   Die alten Germanen lebten in der Hauptsache von den Erträgnissen der Viehzucht, Jagd und Fischerei. Als Getränk dienten Bier und Met. Wie bei den Franken und Galliern wurde die Hauptmahlzeit in den Abendstunden eingenommen. Erst nach und nach kam das Essen zur Mittagszeit in Ausnahme. Im Mittelalter wurden in Deutschland in der Bürgerklasse drei Mahlzeiten (Imbisse oder Imße) eingenommen: 1) des Morgens gegen 4,5, spätestens 6 Uhr ein aus Suppe mit Brot bestehendes Frühstück; 2) um 10 oder 11 Uhr ein Mittagsessen, in der Regel bestehend aus Fleisch und Gemüse, selten Suppe und Fisch, wozu selbst in den Häusern der Unbemittelten Met, Bier und Wein getrunken wurde; 3) das gegen 6 oder 7 Uhr abends eingenommene einfache Abendessen. In den vornehmen Häusern und auf den Burgen der Ritter wurde ein Frühmahl, bestehend aus Brot, Fleisch, Braten und Wein, sofort nach der Frühmesse eingenommen, die Hauptmahlzeit aber nachmittags um 3 oder 4 Uhr, ja noch später bis um 6 Uhr; sie bestand vorzugsweise aus Fleischspeisen, Wildbret, Fischen und Pasteten. In Frankreich wurde im 14. Jahrh. bereits um 10 Uhr vormittags die Mittagsmahlzeit eingenommen, später um 11 Uhr, im 16. und 17. Jahrh. um 12 Uhr. Noch Ludwig XIV. speiste regelmäßig um diese Zeit. Im Anfang des 18. Jahrh. war 1 Uhr die Speisestunde der seinen Welt, während der Mittelstand an der 12-Uhrstunde festhielt. Nach und nach rückte man die Mittagsstunde immer weiter hinaus, und in der Gegenwart hat sich eine ganz bestimmte, alle Volksklassen umfassende Sitte in Frankreich ausgebildet. Abgesehen vom ersten Frühstück (Tee, Kaffee, Schokolade, in den ärmern Klassen auch Suppe) wird um 12 Uhr, spätestens 1 Uhr mittags ein aus einem oder mehreren warmen und kalten Gerichten bestehen des Frühstück (déjeuner) rasch und ohne alle Zeremonien eingenommen, weshalb auch in den mittlern Ständen und in den Gasthöfen mittlern und niedern Ranges kein Tischtuch aufgelegt zu werden pflegt. Geschäftsleute frühstücken meist außer dem Haus, da alles darauf berechnet ist, eine möglichst kurze Unterbrechung der Arbeitszeit eintreten zu lassen. Das Mittagsessen (dîner) ist in allen Ständen auf die Zeit von 57 Uhr nachmittags verlegt. Das Abendbrot ist als regelmäßige M. im allgemeinen weggefallen, es kommt nur noch in den luxuriösen Kreisen vor als Souper in später Nachtstunde, z. B. nach dem Theater, in Gesellschaften etc. In England werden täglich mindestens vier, oft auch fünf regelmäßige Mahlzeiten eingenommen: 1) das Frühstück (breakfast) zwischen 7 und 9 Uhr morgens: Tee, seltener Kaffee, Schokolade, Eier, gebratener Speck, Schinken, kaltes Fleisch, geröstetes Brot (toast), ausnahmsweise Hammelkoteletts; 2) zweites Frühstück (luncheon) zwischen 12 und 3 Uhr: verschiedene warme und kalte Gerichte, mindestens zwei (besonders beliebt curry and rice), Butter und Brot, Wein und Bier; 3) gegen 4 oder 5 Uhr nachmittags Tee mit Butterbrot (afternoontea); 4) das eigentliche Mittagsessen (dinner) zwischen 6 und 8 Uhr nachmittags. In manchen Familien, in denen das Luncheon zeitig eingenommen wird, kommt dann um 1 Uhr das indische sogen. Tiffin (kalte Fleischspeisen mit Kartoffeln, Butterbrot, Tee) hinzu, in andern in später Abendstunde noch ein kalter Imbiß als Abendbrot. In Schweden wird stark und kräftig gefrühstückt: Eier, Fleisch, Fische, Brot, sogen. hartes Brot (knäcke bröd) und weiches Brot (mjukt bröd). Das Mittagsessen wird auf dem Land und in den kleinern Bürgerfamilien um 1 oder 2 Uhr mittags, in den großen Städten um 4 oder 5 Uhr nachmittags eingenommen. Eigentümlich ist der dem eigentlichen Mittagstisch unmittelbar vorhergehende Butterbrotstisch (smörgåsbröd), auch Vorkost genannt: ein büfettartig, im Wohn- oder Empfangszimmer gedeckter Tisch, auf dem sich allerlei appetitreizende Speisen (Kaviar, Heringe, andre Fische, geräuchert, gesalzen oder mariniert, kleine Omeletten, pikante Fleischklößchen, Käse etc.) sowie Branntwein, bez. Liköre und das beliebte Sockerdrika (Zuckergetränk aus Zucker, Wasser, Hopfen, Hefe und Zitronensaft bereitet) befinden. Dieses Vormahl wird stehend eingenommen. Dieselbe Sitte des Vorimbisses (Sakusska) besteht auch in Rußland. Die Abendmahlzeit findet in später Stunde statt, vor derselben wird Tee getrunken. In Deutschland genießt der einfache Mann frühzeitig ein aus Kaffee oder Suppe bestehendes Frühstück, dann um 9 oder 10 Uhr ein zweites Frühstück (Butterbrot, manchmal mit Beilage), um 12, spätestens 1 Uhr wird Mittag gegessen und abends um 7 oder 8 Uhr das Abendbrot eingenommen. Die höhern, wohlhabenden Stände aber haben mehr und mehr die englisch-französische Sitte angenommen. Vgl. Gastmahl, Kochkunst, Gastronomie und die dort angeführte Literatur.
 
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Mahlzwang, s. Meyers Bannrecht und Mühlenrecht.
 
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Mahmal (arab.), zeltartiges, pyramidal zugespitztes, mit einer rot- oder grünseidenen, reich mit goldgestickten Koransprüchen und Ornamenten geschmückten Decke überzogenes Holzgestell, das die für die Meyers Kaaba (s. d.) bestimmten Geschenke des Sultans oder des Vizekönigs von Ägypten enthält. Diese Gaben, eine Decke für die Kaaba (Kiswa), reichgeschmückte Koranexemplare u. a., werden jährlich einmal von einem Kamel nach Mekka getragen, wo sie zum Îd el-kebîr (s. Meyers Feste, S. 465) eintreffen. Der Ausbruch des M. von Damaskus und Kairo zugleich mit der Pilgerkarawane findet unter Gepränge statt.
 
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Mähmaschine (hierzu Tafel Meyers »Mähmaschinen I-III«), Maschine zum Abernten von Halmfrüchten, Gras, Klee und ähnlichen Kulturpflanzen. Nach Plinius und Palladius benutzten die Gallier Messerwagen zum Schneiden des Getreides. 1807 bauten James Smith und 1828 John Bell in England Mähmaschinen; die letztere zeigte schon die hin und her gehende Messerstange und das Anlegrad (Haspel) sowie das

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Tuch ohne Ende zum Seitwärtsablegen; die Zugtiere stießen die Maschine von hinten. Erst auf der Londoner Ausstellung von 1851 erschienen zwei Mähmaschinen, die praktische Arbeit leisteten, die Maschinen von Mac Cormick in Chicago und Hussey in Cincinnati, letztere war schon mit Handablage ausgestattet. Beide Maschinen wurden durch die Zugtiere gezogen; der Schneidapparat war seitwärts angebracht. 1858 tauchte die Marshsche M. mit Garbenbindvorrichtung auf. In demselben Jahr erfand Appleby seinen Knotenknüpfer, während der erste Deeringsche Bindemäher mit diesem Knüpfer für Schnur nach verschiedenen Versuchen mit Binden mit Draht erst 1877 in praktischen Gebrauch kam.
   Die moderne Grasmähmaschine besteht heute noch aus einem ähnlichen Messerwerk, wie die Bellsche Maschine besitzt, und zwar aus einem Fingerbalken, an dem in Abständen von 710 cm nach vorn spitz zugehende wagerechte geschlitzte Finger angebracht sind. Diese dienen bei der Vorwärtsbewegung der Maschine zum Festhalten und leichten Zusammenpressen der zu schneidenden Halme. Durch die Schlitze der Finger wird mittels einer Übertragung von den Fahrrädern der Maschine die Messerstange hin und her bewegt. Diese besteht aus einer Schiene, auf oder unter welcher dreiseitige scharfe Stahlklingen dicht nebeneinander angenietet sind. Bei der schnellen hin und her gehenden Bewegung der Klingen durch die Schlitze der Finger schneiden dieselben das zwischen letztern befindliche, am Ausweichen verhinderte Gras oder den Klee, wenn die Geschwindigkeit des Messers groß genug ist und die Klingen hinlänglich scharf sind. Die Messer sind zuweilen sein gezahnt, um die Schneide länger scharf zu erhalten und das Nachschleifen möglichst lange zu vermeiden (Talkot). Oft können die Messer mit zweierlei Geschwindigkeiten für Gras oder für Getreide oder überhaupt für schwerer und leichter zu schneidendes Erntegut angetrieben werden. Am einfachsten geschieht dies von der Fabrik Hennef dadurch, daß der Zapfen der Antriebskurbel verstellbar gemacht ist. Damit die Schneidflächen immer gut auseinander arbeiten, wird das bewegliche Messer durch Federn gegen die feststehenden Fingerschneiden angedrückt. Das Messerwerk sitzt meist an der rechten Seite eines zweiräderigen Wagengestells, und zwar vor den Rädern (Vorderschneider). Früher waren auch Maschinen mit dahinter liegenden Messern (Hinterschneider) in Gebrauch, die aber wegen der Gefahr beim Herabfallen des Kutschers und wegen der erschwerten Übersicht verdrängt sind. Das geschnittene Gras, Klee, Esparsette etc. fallen unmittelbar hinter dem Messer zu Boden und werden durch ein am Ende des Schneidapparats angebrachtes Brett, den Schwadhalter, derartig nach der Maschine hingeschoben, daß die Bahn für die nächstfolgende Fahrt freigelegt wird. Diese Bretter werden auch verstellbar und drehbar eingerichtet, damit die Breite des Schwadens verändert werden kann, oder damit es beim Auftreffen auf ein Hindernis nach oben ausweichen kann. Die beiden Enden des Messerwerks werden durch Gleitschuhe oder Rollen getragen, damit es sich den Bodenunebenheiten anschmiegen kann. Durch Einstellen derselben vor dem Arbeiten kann die Schnitthöhe geändert werden. Beim Mähen fährt man rund um die Wiese herum. Zum Schutz der Lenkerstange gegen Anstoßen ist vor letzterer eine kräftige Querverbindung vorgesehen, die bei Deering durch Schrauben zur Verhinderung des Nachschleppens des Messerwerks benutzt wird. Das Messerwerk kann außerdem vom Sitz aus durch einen Hebel um seine Längsachse gekippt werden, so daß die Fingerspitzen höher oder tiefer zu liegen kommen und infolgedessen die Grasstoppeln auch während der Arbeit länger oder kürzer gehalten werden können, und schließlich kann es, meist unter Benutzung von Federn, um seine innere Querachse hochgekippt werden (Tafel III, Fig. 1), um es beim Mähen über Hindernisse, wie Steine, ohne Verletzung hinwegheben zu können. Um dabei die Hände zum Führen der Zugtiere frei zu behalten, ist meist noch ein Fußtritt vorgesehen. Für den Transport wird das Messer in der hochgeklappten Stellung festgelegt; es kann aber auch ganz bis auf die Deichsel herumgeklappt werden, um zu starke Erschütterungen beim Fahren zu vermeiden. Bei einer Grasmähmaschine von Joh. Steimel sel. Erben in Hennef a. S. wird beim Anheben des Messerwerks gleichzeitig der Antrieb der Messerstange ausgerückt. Gewöhnlich wird die Kuppelung für den Antrieb vom Sitz aus durch einen Handhebel oder Fußtritt bedient. Da zwei Fahrräder vorhanden sind und der Antrieb von den Fahrrädern abgeleitet wird, sitzen diese nicht fest, sondern lose auf der Welle und übertragen ihre Drehbewegung durch Sperrgetriebe auf die Welle, so daß beim Kurvenfahren nur das schneller sich bewegende Rad die Bewegung überträgt und das langsamer laufende Rad nicht zu gleiten braucht. Die Übertragung auf die Kurbelwelle erfolgt durch mehrere Räder- oder Kettenübersetzungen. Die Wellen laufen jetzt zur Verringerung der Reibungsverluste auf Kugel- oder Rollenlagern. Die Radkränze sind mit Rippen ausgestattet, um das Gleiten zu verhindern. Die Anspannung erfolgt mittels Deichsel und Wagen und Zugscheiten, zweckmäßig unter Einschaltung von Federn als Pferdeschoner. Der Zug wird von der Wage entweder an die Deichsel oder durch eine Stange nach unten zum Messerwerk geleitet, oft unter Zwischenschaltung einer Feder. Die Vorteile beider Anspannungen werden bei einem Grasmäher von Adriance, Platt u. Komp. durch eine Feder derart vereinigt, daß unter gewöhnlichen Arbeitsverhältnissen die Zugstange lose hängt und der Gespannzug an der Deichsel angreift, bei einem ungewöhnlich starken Widerstand aber, z. B. beim Auftreffen auf ein Hindernis, die Feder zusammengedrückt wird, bis die Zugstange den Zug auf das Messerwerk überträgt, wodurch das Hauptgestell vor Brüchen geschützt werden soll. Das Gewicht der Maschine muß derart verteilt sein, daß weder ein Druck auf den Nacken der Zugtiere, noch ein Seitendruck entsteht. Zum Ausgleich wird das Gewicht des Kutschers auf dem oft verschiebbaren Sitz benutzt. Es werden jetzt auch besondere Deichselstützen verwendet, die unten mit Laufrollen versehen sind. C. F. Richter in Brandenburg stattet dagegen die Maschine mit einem Vorderwagen aus, der sowohl den senkrechten als auch den Seitendruck auffängt. Nach den allgemeinen Bemerkungen ist die auf Tafel I, Fig. 1, abgebildete Grasmähmaschine von F. Zimmermann u. Komp. in Halle a. S. leicht verständlich.
   Um die notwendige Messergeschwindigkeit zu erhalten, sind zwei, auch drei Räderübersetzungen mit den entsprechenden Wellen und Lagern notwendig. Bei der auf Tafel II, Fig. 2, dargestellten M. Bilwiz von der Erzgebirgischen Maschinenfabrik Schlettau ist das Eikemeyersche Getriebe zu einem sehr einfachen Antriebe benutzt. Dieses Getriebe a, von dem in der Figur nur das Gehäuse zu sehen ist, besteht aus einem mit dem Fahrrade sich drehenden Rade mit 46 Zähnen und einem unter spitzem Winkel schräg zu diesem angeordneten Rade mit 48 Zähnen. Bei einer Drehung

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des ersten Rades um zwei Zähne erfolgt eine ganze pendelnde Abwälzung des zweiten Rades oder bei einer ganzen Drehung des ersten Rades 23 Abwälzungen des zweiten Rades. Mit diesem zweiten Rad ist die eine Ecke eines dreieckigen Rahmens b fest verbunden, dessen vorderes Ende durch einen Lenker c mit dem Messer, und dessen drittes Ende mit dem Kurbelzapfen der einzigen Welle d verbunden ist, so daß auch dieser Rahmen 23 Hin- und Hergänge, also das Messer 46 Schnitte macht. Da hierbei toter Gang im Antriebe fast ganz vermieden ist, schneiden die Messer sofort bei Beginn der Bewegung der Maschine, wodurch der große Übelstand der andern Mähmaschinen vermieden wird, daß die Maschine nach Unterbrechung und vor Wiederbeginn der Arbeit erst etwas rückwärts bewegt werden muß; infolgedessen wird neben der großen Leichtzügigkeit auch die Leistung größer und die Handhabung bequemer. Da ferner der Lenker nicht mit einer Kurbel, wie es sonst geschieht, verbunden ist, wird hier auch der durch die schräge Richtung des Lenkers bedingte Kraftverlust vermieden, wobei aber die große Beweglichkeit des Messerwerks erhalten bleibt. Das Fehlen der langen Schubstange bringt auch noch den weitern Vorteil mit sich, daß der Raum zwischen den Fahrrädern zum Durchgang von Hindernissen, wie Steine, Baumstümpfe, frei bleibt.
   Es wäre, besonders für kleinere Besitzer, wünschenswert, wenn für das Mähen von Gras und Getreide dieselbe Maschine verwendet werden könnte; und es ist selbstverständlich, daß auch hier die immer häufiger auftretenden Bestrebungen, den kleinern Besitzern die Anschaffung von landwirtschaftlichen Maschinen zu erleichtern, nach verschiedenen Richtungen hin aufgetreten sind. Als Beispiel dieser Bestrebungen kann die Verwendung des Fahrgestells des Grasmähers zum Anbringen einer Heurechen- und einer Heuwendevorrichtung gelten. Die größte Schwierigkeit liegt beim Mähen in dem richtigen Ablegen des Getreides derart, daß die Bahn für die nächste Fahrt der Maschine frei ist, und daß das Bilden und Binden der Garben erleichtert wird. Hier genügt das einfache Beiseiteschieben wie beim geschnittenen Gras nicht, einmal weil die Menge des geschnittenen Getreides viel größer ist, und dann, weil dieses mehr Arbeit mit dem Binden und Aufstellen erfordert, also geordnet und in kleinen Haufen, Gelegen, bereit gelegt werden muß. Ferner werden die Schwierigkeiten dadurch erhöht, daß das Lagern des Getreides das Abschneiden der Ähren herbeiführt. Es sind zwar Versuche mit anzuschraubenden Anhaublechen gemacht worden, die unter Benutzung eines kurzen Tisches das Getreide so zusammenschieben, daß es in schmalen Streifen zwischen die Pferde und die Maschinenräder bei der nächsten Fahrt zu liegen kommt. Man hat dann aber die Mehrarbeit beim Teilen und Binden der Garben. Bei der sogen. kombinierten Gras- und Getreidemähmaschine wird dagegen auch das Abteilen der Gelege besorgt, da es aber direkt hinter dem Messer in der ganzen Arbeitsbreite niederfällt, muß es schnell gebunden und beiseite geschafft werden, ehe die Maschine wieder herankommt. Hierzu ist eine größere Anzahl Arbeiter erforderlich; außerdem muß für das Abteilen ein zweiter Arbeiter auf einem zweiten, an die Grasmähmaschine anzuschraubenden Sitz mitgenommen werden. Tafel I, Fig. 2, zeigt eine solche kombinierte M. von W. Steeger in Vohwinkel. Bei dieser Maschine wird an die Fingerbalken ein durch den Fußhebel a kippbarer Lattentisch b und am äußern Schuh ein Getreideabteiler c sowie an dem innern Schuh ein Schutzbrett d angeschraubt; auch das äußere Tragrad r des Messerwerks ist wegen des größern Gewichts des letztern größer gemacht worden. Der zweite Arbeiter sorgt mit einem Handrechen e dafür, daß sich das Getreide in paralleler Lage auf den hochgeklappten Tisch legt, bis sich auf letzterm so viel Getreide gesammelt hat, als zu einer Garbe nötig erscheint, dann läßt er den Tisch auf den Erdboden fallen, so daß das darauf liegende Getreide, unterstützt durch die durch die Lattenzwischenräume tretenden Stoppeln, beim Weiterfahren der Maschine nach hinten abfällt. Daher heißen diese Maschinen solche mit Rückwärtsablage. Damit aber während der kurzen Zeit des Ablegens nicht neues abgeschnittenes Getreide auf den Tisch fällt, das die Garbe verziehen, also unsauber machen würde, fängt der Arbeiter die Halme mit dem Rechen so lange auf, bis er nach dem Abfallen des Getreides vom Tisch diesen wieder hochhebt. Der Führer der Maschine hat dabei nur die Pferde zu lenken und die Maschine zu bedienen.
   Die zum Binden und Wegräumen der Garben notwendigen Arbeiter sind aber gerade während der Erntezeit schwer zu haben. Es sind und werden daher zurzeit zahlreiche Vorschläge gemacht, Grasmähmaschinen durch möglichst bequemes Anbringen von Vorrichtungen zum Seitwärtsablegen zum Getreidemähen geeignet zu machen. Diese benutzen meist von den Fahrrädern aus angetriebene Rechen, die nach dem Ablegen auf dem Rückgange sich aus dem Getreide herausheben, oder seitwärts laufende Tücher ohne Ende. Jedoch hat sich noch keine Konstruktion eingebürgert. Da die Grasmähmaschinen gewöhnlich nur geringe Arbeitsbreite besitzen, obwohl auch solche von 2,44 m (Emerson Man. Co. in Rockford) ausnahmsweise vorkommen, ist die Leistungsfähigkeit auch nur eine geringe. Man macht deshalb die Messerbreite bei Getreidemähern größer als bei Grasmähern (1,5 gegenüber 1,25 m im Durchschnitt), was deshalb geschehen kann, weil zum Schneiden der steifern, weniger leicht ausweichenden Getreidehalme nur eine geringere Geschwindigkeit der Messer gebraucht wird. Außerdem sind die Getreidemäher stets mit Seitenablage ausgestattet, d. h. mit Vorrichtungen, die das Getreide hinter die Pferde, und zwar in Gelegen von der Größe einer Garbe, möglichst gleichmäßig ablegen sollen.
   In Fig. 5 der Tafel III ist eine moderne selbstablegende Getreidemähmaschine von Walter A. Wood in Hoosick Falls abgebildet, der die andern üblichen Maschinen äußerlich ganz ähnlich sind und in weitgehenden Grenzen den erstrebten Zweck erreichen. Die Getreidemäher besitzen ein breites Trag- und Antriebsrad a auf der linken Seite des Gestells und auf dessen rechter Seite das Messerwerk m und einen an letzterm sitzenden viertelkreisförmigen Ablegtisch b, der außen von einem Rade c getragen wird. Dieser Tisch wird zuweilen mit einem Sieb und einer darunter befindlichen Schublade ausgestattet, um die Unkrautsamen aufzufangen und nicht wieder auf den Acker fallen zu lassen (Gebr. Hanko); auch werden Auffangvorrichtungen für ausfallende Getreidekörner bei überreifem Getreide vorgesehen. Der Tisch wird gegenüber den Tragrädern durch eine besondere Stellvorrichtung, je nachdem Steine oder Bodenunebenheiten häufig vorkommen, verschieden hoch eingestellt. Außerdem wird auch hier durch den Kipphebel die Stoppelhöhe während der Fahrt geregelt. Das oft vorkommende Lagern des Getreides macht für das

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richtige Schneiden große Schwierigkeiten. Die nach der Seite der Fahrrichtung geneigten Halme werden durch den am äußern Ende des Tisches angeordneten Halmteiler d, einem, nach vorn spitz zugehenden Brett mit die Halme aufrichtenden, hinten weit auseinander gehenden Eisenstangen, sowie durch den ähnlich eingerichteten innern Halmteiler e, der gleichzeitig den Schutz gegen das Hineingelangen von Getreide in das Getriebe bildet, und durch einen oder mehrere verlängerte und erhöhte Finger f richtig den Messern zugeführt. Es sind auch mechanisch bewegte Ährenheber vorgeschlagen worden, z. B. ein in dem Halmteilerbrett gelagertes Band ohne Ende, dessen über die obere Kante hervorragende Zinken nach oben laufen und die darauf liegenden Halme mit hochheben (Drescher). Man kann sich auch durch Neigen der Finger senkrecht zur Halmrichtung etwas helfen. Man muß hierbei den Tisch mit bewegen, was durch Verändern des Winkels zwischen Deichsel und Tisch geschieht. An denjenigen Seiten, an denen die Halme derart ungünstig hängen, daß das Abschneiden der Ähren zu befürchten ist, muß man mit der Maschine leer, also mit ausgerücktem Antrieb und außerhalb des Getreides fahren.
   Sehr ausgebildet ist die Vorrichtung zum Zuführen des zu mähenden Getreides zu den Messern und das Ablegen des geschnittenen Getreides. Fast allgemein wird das durch eine aufrecht stehende Welle mit daran drehbar angeordneten Rechen g erreicht, und zwar wird die Bewegung der Rechen durch Tragrollen bestimmt, die auf einer am Gestell rings um die Rechenwelle angeordneten Führung mit zwei Laufbahnen laufen. Wenn die Rechen derart geführt werden, daß sie vorn von oben in das stehende Getreide eintauchen, teilen sie eine gewisse Menge von diesem ab, neigen sie gegen das Messer und den Tisch zu und sichern auf diese Weise ein gutes Schneiden und paralleles Ausfallen auf den Tisch. Von hier ab können die Rechen je nach Wunsch des Führers, bez. nach Einstellen einer an der Abzweigung der beiden Laufbahnen befindlichen Weiche, entweder dicht über den Tisch laufen und sich erst nach dem Verlassen des Tisches derart hochheben, daß sie den an der Seite sitzenden Führer nicht treffen, oder sich sofort über den Messern auf gleiche Weise hochheben. Im erstern Falle nehmen sie das auf dem Tisch liegende abgeschnittene Getreide mit und werfen es am hintern, nach innen gerichteten Ende des Tisches auf den Erdboden ab, oder sie lassen es im zweiten Fall auf dem Tisch liegen und dort ansammeln. Diese Einrichtung ist deswegen erforderlich, weil das Getreide verschieden dicht steht und die Garben trotzdem eine bestimmte Größe haben sollen, die aber vom Gebrauch in der betreffenden Gegend und von dem Trockenzustande des Getreides verschieden ist. Hierzu ist eine Vorrichtung vorgesehen, welche die Weiche derart verstellt, daß die Rolle des betreffenden Rechenarms auf die höhere oder auf die tiefere Laufbahn gelangt. Die Verstellung kann vom Sitz aus durch einen Handhebel entweder derart geschehen, daß fortlaufend jeder Rechen oder jeder zweite, jeder dritte Rechen etc. über den Tisch läuft und ablegt, oder es kann durch einen Fußtritt die Weiche nur für den nächsten Rechen derart gestellt werden, daß dieser als Ableger wirkt, oder man kann das Ablegen, z. B. an den Ecken, ganz unterbrechen, was bei den neuern Mähmaschinen von Massey-Harris Co., Toronto, in besonders einfacher Weise ermöglicht wird.
   Für den Transport ist eine solche Maschine zu breit; um nun aber auf schmalen Wegen oder Brücken bequem fahren zu können, können die Rechen zusammengelegt und die Plattform, bez. der Tisch hochgeklappt werden; letzteres geschieht, nachdem das Tragrad c vom Tisch abgenommen und an einem Zapfen am Gestell aufgesteckt worden ist. Tafel III, Fig. 4, zeigt eine Getreidemähmaschine der Plano International Harvester Co., Chicago, in dieser Transportstellung. Der Preis stellt sich auf etwa 500 Mk. Die Zugkraft solcher Maschinen wird auf 80100 kg für 1 m Schnittbreite und die Leistung auf 45 Hektar für einen Tag angenommen. Die Leistung der M. ist etwa 610mal so groß wie die eines Mähers; dabei ist ein Wechselgespann, ein Mann Bedienung und ein Aufseher notwendig, der jedoch mehrere gleichzeitig arbeitende Mähmaschinen beaufsichtigen kann. Die Kosten des Maschinenmähens stellen sich im allgemeinen nicht niedriger als die der Handarbeit. Von hoher Wichtigkeit für den gesamten landwirtschaftlichen Betrieb sind aber die indirekten Vorteile: durch die bewirkte Beschleunigung der Erntegeschäfte ist es möglich, frühreifende und einträgliche Getreidevarietäten, die wegen des gleichzeitigen Reisens mit dem Roggen und ersten Weizen aber nicht ausgedehnte Aufnahme finden konnten, zu kultivieren. Hierbei fällt die Ernte in die längern, wärmern Sommertage mit beständigerer Witterung, und dieser Zeitgewinn wirkt wohltätig auf die nachfolgende Grummet- und Hackfruchternte und ermöglicht die gründliche Bearbeitung der Stoppelfelder sowie die tiefere Bearbeitung des Bodens vor dem Winter. Durch diese Vorbereitung gewinnt die Wirtschaft wiederum eine bedeutende Zeit- und Arbeitsersparnis, da durch den Gebrauch des Grubbers oder Exstirpators für die Bestellung des Sommergetreides das wiederholte Pflügen im Frühjahr entbehrlich wird und durch denselben, wie die Erfahrung bestätigt, die Bedingungen für höhere Erträge der Sommerfrüchte geschaffen werden.
   Aber auch das Ablegen in Gelegen erfordert immer noch eine größere Anzahl Arbeiter. Es ist deshalb erklärlich, daß sich garbenbindende Getreidemähmaschinen oder kurz Bindemäher, welche die notwendige Hilfsmannschaft auf das geringste beschränkt, sehr schnell auch in Deutschland eingeführt haben. Obwohl diese Maschinen eine große Anzahl von Teilen besitzen, die einen genau vorgeschriebenen Arbeitsgang zu machen haben, so ist doch ihre Arbeit eine zweckentsprechende und gute, und ihre Bedienung kann einfachen Arbeitern, die nur mit Mähmaschinen umzugehen zu verstehen brauchen, nach gründlicher Belehrung ohne Besorgnis anvertraut werden; auch ist ihr Preis verhältnismäßig nicht zu hoch (9001000 Mk.). Man unterscheidet Hoch- und Tiefbinder.
   Als Beispiel eines Hochbinders ist in Fig. 4 der Tafel II der Bindemäher von Mc Cormick Harvester Mach. Co. in Chicago von hinten gesehen dargestellt, während Fig. 6 einen Querschnitt durch den Hauptteil einer Maschine der Deering Harv. Co. in Chicago zeigt. Das Getreide wird hier von einer um eine wagerechte Achse drehbaren Haspeltrommel a gegen die Messer zum Schneiden angelegt und das geschnittene Getreide auf ein wagerechtes Tuch ohne Ende b niedergelegt, das direkt hinter dem Messer nach der linken Seite zu läuft. Dieses Tuch trägt das Getreide zwischen zwei schräg nach aufwärts laufenden Tüchern ohne Ende c und d, durch die es über das große Tragrad e auf den Bindetisch f geschafft wird, wo es von einem Staucher t an den Stoppelenden geebnet wird. Die Tücher müssen mit Nachspannvorrichtungen versehen sein, weil sie, je nachdem sie trocken oder feucht sind, die Rollen entweder zu sehr anspannen oder selbst rutschen

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können. Die Elevatoren sind meist hinten offen, damit bei sehr langem Getreide die Ähren hinten frei herausragen können; bei Deering kann in diesem Fall ein hinten aufgebogenes Blech zur Auflage der herausragenden Ährenenden herausgezogen werden. Auf dem Bindetisch werden die Halme von Packern g gegen ein Widerlager oder einen Preßhebel h gepreßt bis zu einem regelbaren höchsten Druck, worauf das Widerlager nachgibt, dadurch die Packer ausrückt, die Nadel i dagegen, welche die Bindeschnur um die Garbe legt, und die Knüpfvorrichtung k und durch diese die Abwerfer l einrückt. Die Bundgröße kann vom Führer der Maschine geregelt werden. Das Umschlingen der Garbe, das Knüpfen und Abschneiden der Schnur und das Abwerfen des Bundes müssen sehr schnell erfolgen, weil während dieser Zeit neue Halme den Packern ununterbrochen zugeführt werden. Es wird meist nach der Seite abgelegt, entweder sofort auf den Erdboden oder erst auf einen Garbensammler m, der 4 oder 5 Bunde zusammen ablegt und dadurch das spätere Aufladen erleichtert. Es müssen folgende Hebel vom Sitze s aus leicht erreichbar sein: mit einem Hebel wird die Plattform gehoben; mit einem andern werden die Messer geneigt; der Griff für das Windbrett n am hintern Ende der Plattform muß zugänglich sein; ein oder zwei Hebel sind zum Heben und Senken, Vor- und Rückwärtsstellen des Haspels a je nach dem Stande des Getreides notwendig; mit einem Hebel ist der Staucher t je nach der Länge des Getreides und mit einem andern dementsprechend die Bindevorrichtung zu verschieben; der Garbensammler m ist zu bedienen; schließlich ist ein Ausrücker für den Antrieb notwendig. Außerdem ist auch hier eine besondere Stellvorrichtung o für das ganze Gestell gegenüber den Rädern e und p vorgesehen. Bei dem Bindemäher der Plano Co. wird der Widerstand des Pressens, Bindens und Auswerfens der Garbe durch ein Schwungrad mit Reibungskuppelung überwunden, um ein Festfahren des Hauptrades zu vermeiden.
   Fig. 2 der Tafel III zeigt den Applebyschen Knoter (ausgeführt von der Plano Harvester Co. in Chicago) in der Schlußstellung. Die Knotenbildung spielt sich so ab, daß die Schnurenden von den Knüpferhaken a im ersten Teil ihrer Drehung erfaßt werden und sich um diesen als Schleife herumlegen; bei weiterer Drehung öffnen sich die Haken a und lassen die Schnur in die Öffnung eintreten, dann schließen sie sich wieder (s. Figur) und klemmen die Schnur fest, so daß beim Abgleiten der Schleife von den Haken sich der mit k bezeichnete Knoten bildet.
   In Fig. 1 der Tafel II ist ein Tiefbinder von Adriance, Platt u. Co. in Poughkeepsie (New York) abgebildet, während Fig. 5 der Tafel einen Querschnitt durch die wichtigsten Teile desselben darstellt. Der wesentlichste Vorteil dieses Binders liegt darin, daß er nur ein wagerechtes Tuch besitzt, welches das abgeschnittene Getreide seitwärts schafft. Durch den Fortfall der schrägen Elevatortücher kann an Zugkraft gespart werden. Statt dieser schrägen Tücher hebt ein mit Greifern versehener Zylinder c das Getreide von dem wagerechten Tuch b ab, und zwar ist dies nur im ganzen auf etwa 38 cm Höhe nötig, weil das große Tragrad e ganz an der linken Seite angeordnet ist. Hierin liegt ein zweiter Vorteil dieser Maschine. An der vordern Seite dieses Zylinders sitzt eine flanschartige Scheibe, die als Halmebner wie ein Staucher t wirkt. Das Getreide wird von einer Reihe schräg liegender Arme g von den Greifern der Trommel c abgenommen und dort gesammelt. Dabei hebt es die Schnur u, und gleichzeitig wird es gegen den Preßhebel h gedrückt, der jetzt noch nicht die in der Figur dargestellte Lage eingenommen hat, und durch den auch hier je nach der gewünschten Garbengröße die Bindevorrichtung in Tätigkeit gesetzt wird, ohne aber die Packervorrichtung c still zu setzen. Die Garbe I wird nun durch den Seitenpresser r und die herunterkommende Nadel i von der auf den Armen g angesammelten Getreidemenge abgeteilt, aber derart, daß sich die Nadel nicht durch festgepreßtes Getreide durchzuarbeiten braucht, was dadurch erreicht wird, daß der ganze obere Teil der Garbenbildevorrichtung von der Trommel c nach links in die in der Figur dargestellte Stellung verschoben wird. Dadurch führt die Nadel i die Schnur u dem Knoter k zu, der Knoten wird geknüpft, die Nadel i geht wieder hoch und schiebt sich mit der obern Vorrichtung wieder in ihre Anfangsstellung zurück zur Aufnahme der sich bildenden zweiten Garbe II, während die Garbe I von dem nach hinten ablegenden Auswerfer l vom Bindetisch f entfernt wird; dabei dreht der Auswerfer die Garbe um das Ährenende schnell herum, so daß das Stoppelende einen großen Kreis beschreibt und zuerst rückwärts auf die Erde außerhalb des Weges der Pferde bei der nächsten Runde abgelegt wird. Das Ährenende legt dagegen nur einen ganz kurzen Weg mit sehr geringer Geschwindigkeit zurück, so daß ein Ausschlagen der Körner kaum zu befürchten ist. Über die Erfahrungen mit Mähmaschinen mit Bindeapparat hat Albert in Münchenhof Näheres angegeben, unter anderm: das Feld wird auf einmal rein; es sind nur wenige Leute erforderlich, um die fertigen Garben aufzustellen; das Nachrechen fällt fort; die Halme liegen glatt, auch bei etwaigen nicht gebundenen Garben, so daß das Wasser bei Regenwetter leicht abläuft; der Bansenraum der Scheunen faßt ungefähr ein Drittel mehr mit durch die M. gebundenes Getreide als von Hand gebundenes; es wird auch etwa ein Drittel mehr gedroschen, da die glatte Lage der Halme ein schnelleres Einlegen ermöglicht. Allerdings sind die Maschinenbunde erheblich kleiner, daher dauert das Auf- und Abladen etwas länger; die Schwierigkeit des Mähens bei feuchtem Boden kann übrigens leicht durch Höherstellen der Stoppeln (bis 25 cm) gehoben werden; die tägliche Leistung der Binder ist etwas geringer als die der Mähmaschinen ohne Bindeapparat und zwar etwa 1520 Morgen gegenüber 2025 Morgen bei einer Bespannung von zwei Pferden mit viermaligem Wechsel. Die Kosten stellten sich auf 3,41 Mk. für 1 Morgen gegenüber 5 Mk. mit gewöhnlichen Mähmaschinen und 6,10 Mk. beim Mähen und Binden von Hand. Als besonderer Vorteil ist noch die Möglichkeit der anderweitigen Verwendung der meist knappen Arbeiter hervorzuheben. Der tägliche Verbrauch an Bindematerial beträgt 19 kg; die Zugkraft beläuft sich auf 205210 kg für 1 m Schnittbreite.
   In Deutschland werden Mähmaschinen in überwiegendem Maße vom Ausland, besonders von Amerika, eingeführt, wenn sie auch als Spezialität noch außer den schon genannten von einer Anzahl deutscher Fabrikanten gebaut werden, wie z. B. von der Pommerschen Eisengießerei und Maschinenfabrik Stralsund, W. A. Mayer in Stuttgart-Feuerbach, Chr. Wery in Zweibrücken, A. Ruppe u. Sohn in Apolda u. a.
   In Ländern, in denen das Stroh keinen Wert besitzt, oder dessen Transportkosten höher sein würden als der Erlös, z. B. in Nordamerika, werden sogen. Ährenköpsmaschinen verwendet, das sind Mähmaschinen von sehr großer Arbeitsbreite, deren Messer

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so hoch gestellt wird, daß nur die Ährenenden von den stehen bleibenden Halmen in solcher Tiefe abgeschnitten werden, als sich Ähren befinden. Die Ährenenden werden durch ein Haspel an die Messer angelegt und auf ein wagerechtes Tuch niedergelegt, das sie auf einen in der Höhe verstellbaren Elevator schafft; letzterer fördert sie sofort in neben der Maschine fahrende Erntewagen.
   Aus Amerika kommt auch der Vorschlag, Mähmaschinen mit Dresch- und Reinigungsvorrichtungen auszustatten, so daß die abgeschnittenen Ährenenden sofort auf der M. ausgedroschen und das gereinigte Getreide in Säcken gesammelt aus der Maschine abgegeben wird, während alle Stroh- und Hülsenteile sowie Verunreinigungen gleich auf dem Felde bleiben.
   Die Mähmaschinen werden gewöhnlich durch Gespanne, besonders Pferde, gezogen. Seit 1900 sind aber in Europa Grasmähmaschinen aufgetaucht (Deering, Mc Cormick), die durch eine ausgesetzte Petroleummaschine gefahren und in Betrieb gesetzt werden (Maschinenmäher). Diese Maschinen, deren Anordnung sich den bekannten Grasmähern anschließt, können mit größerer Geschwindigkeit mähen, Ecken fahren und transportiert werden; sie können aber auch nach Abschrauben des Messerwerkes zum Ziehen von Wagen etc. benutzt werden. Außerdem kann auch die Antriebsmaschine abgenommen und mit Zugtierbespannung gemäht werden, ebenso wie die Betriebsmaschine für sich zum Antrieb andrer landwirtschaftlicher Maschinen Verwendung finden kann. Walter A. Wood benutzt in einer neuen Ausführungsform den Motor nur zum Antrieb der Schneid- und Bindevorrichtung, während die Fortbewegung der Maschine durch Zugtiere erfolgt.
   Alle vorher besprochenen Mähmaschinen arbeiten mit den erläuterten hin und her bewegten Messern, die aus Fig. 3 der Tafel III in ihrer üblichen Zusammensetzung erkennbar sind. Außer diesen sind aber auch andre Messerformen bei Mähmaschinen versucht worden, z. B. eine glatte oder ganz sein gezahnte Messerklinge; an einem Messerbalken in einer Reihe dicht nebeneinander angeordnete drehbare Messer, die hin und her schwingen; ferner scherenartige Doppelmesser; Messer, die an einer nur in einer Richtung sich bewegenden Kette ohne Ende sitzen; wagerecht rotierende, scharfschneidige oder sein gezahnte Kreismesser; hin und her schwingende und rotierende Sicheln oder anders geformte Messer und in senkrechter Richtung rotierende Messer. Nur die letztere Messerform hat sich bei den allgemein gebräuchlichen Rasenmähmaschinen erhalten. Tafel II, Fig. 3, stellt eine solche von F. Zimmermann u. Komp. in Halle a. S. dar. Diese Maschinen werden von der Hand gestoßen. Die Messertrommel, die aus vier oder fünf schraubenförmig gewundenen Messern besteht, wird von zwei Rädern oder einer größern Rolle getragen, wobei es zweckmäßig ist, daß die äußern Kanten derselben innerhalb der Schnittbreite der Messer liegen, damit stehendes Gras nicht niedergedrückt wird. Zum leichtern Arbeiten wird oft noch eine zweite kleinere Unterstützungsrolle a verwendet, die zum Zwecke der Regelung der Stoppelhöhe verstellbar ist. Diese Maschinen werden auch mit leichten Auffangbehältern für das abgeschnittene, nach hinten fliegende Gras ausgestattet.
   Ab und zu tauchen auch Handmähmaschinen mit andern Messern, besonders mit wagrecht drehbaren Kreismessern oder Sicheln, mich mit hin und her bewegten Messern, die meist durch Kurvenführungen bewegt werden, auf, ohne aber eine größere Verbreitung gefunden zu haben.
 
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Mahmud, türk. Name. Merkwürdig: 1) M. I. Sultan der Osmanen, Sohn Mustafas II., ward nach der Absetzung seines Oheims Ahmed III. 1730 auf den Thron erhoben, schloß mit Persien Frieden, führte 173739 Krieg mit Österreich und Rußland und starb 1754. Vgl. Marsigli, L'état militaire de l'empire Ottoman (Haag 1732).
   2) M. II., Sultan der Osmanen, geb. 25. Juli 1785, gest. 1. Juli 1839, zweiter Sohn des 1789 gestorbenen Sultans Abd ul Hamid I. und der zu Nantes erzogenen, auf der Heimkehr 1784 von algerischen Seeräubern geraubten Aimée Dubuc de Rivery aus Martinique. Sein älterer Bruder, Mustafa IV., gab bei seiner Thronbesteigung 1807 den Befehl zu Mahmuds Ermordung; aber dieser wurde durch Mustafa Bairaktar gerettet und nach Mustafas Sturz selbst auf den Thron erhoben (1. Aug. 1808). Um sicher zu sein, ließ er Mustafa IV., dessen Sohn und dessen Mutter erdrosseln. Sein Unternehmen, das Heer nach europäischer Weise zu organisieren, scheiterte an dem Widerstande der Janitscharen. Die Russen, von den Serben unterstützt, eroberten die Türkei bis an die Donau, bis endlich Napoleons I. Zug nach Rußland 28. Mai 1812 den Frieden von Bukarest herbeiführte. Mahmuds Vertraute waren sein Barbier Berber Baschi und dessen gleichfalls ungebildeter Freund Chalet Efendi. Den europäischen Kabinetten gegenüber bewies M. Festigkeit; dagegen hatte er im Innern fortwährend Aufstände zu bekämpfen und wurde dadurch von mächtigen Statthaltern immer abhängiger. Die Serben entzogen sich der türkischen Herrschaft; Mehemed Ali machte sich zum Herrn Ägyptens, Ali Pascha von Janina zum Herrn von Epirus; andre Provinzen setzten mit Gewalt den Wechsel ihrer Statthalter durch, und Griechenland erhob sich. Indes M. blieb ungebeugt und wurde nur noch grausamer. Nach blutiger Vernichtung der reformfeindlichen Janitscharen im Juni 1826 begann er die Reorganisation des türkischen Heeres auf europäischem Fuß. In Strömen Blutes erstickte er jeden Widerstand. In einem Hattischerif vom 20. Dez. 1827 lehnte M. jedes Einschreiten der christlichen Mächte in der griechischen Frage entschieden ab. Daraufhin erklärte Rußland 1828 den Krieg, der am 14. Sept 1829 durch den Frieden von Adrianopel beendigt wurde. Nachdem durch Abtretung Griechenlands die Ruhe erkauft war, schritt M. von neuem zur Umgestaltung des veralteten türkischen Staatswesens. Et öffnete europäischer Sitte und Kleidertracht Zugang durch Beispiel und Befehl, unternahm 1831 und 1837 Reisen in die Provinzen, was seit Jahrhunderten kein Sultan getan, ließ sogar seit 5. Nov. 1831 eine von einem Franzosen redigierte türkische Staatszeitung, »Le Moniteur Ottoman«, in türkischer und französischer Sprache erscheinen und führte am Bosporus einen ziemlich zwanglosen Hofhalt. Mehr noch als diese Neuerungen erbitterte das Volk, daß sich M. des Alleinhandels mit den asiatischen Waren bemächtigte, die Zölle erhöhte und den Kaffeeschank für sein Monopol erklärte. Mehrere Aufstände mußten blutig unterdrückt werden. 1831 brach der Krieg mit Ägypten aus, und die Niederlage des türkischen Heeres bei Konia (21. Dez. 1832) zwang M., russische Hilfe anzurufen, 4. Mai 1833 mit Mehemed Ali den demütigenden Frieden von Kjutahia und 8. Juli mit Rußland das Bündnis von Hunkjar-Skelessi zu schließen. Um so eifriger bemühte sich M., durch Einführung

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der europäischen Zivilisation und Reorganisation des Heerwesens, für die er sich preußische Offiziere (unter andern Moltke) erbat, sein Reich wieder zu Kraft und Tüchtigkeit zu erheben; auch knüpfte er engere Beziehungen mit den europäischen Mächten an, indem er an den Höfen der Großmächte ständige Gesandtschaften errichtete. Sein Versuch, 1839 Rache an Mehemed Ali zu nehmen, endete mit der Niederlage des großherrlichen Heeres 24. Juni bei Nisib; M. erfuhr diesen Ausgang nicht mehr. Ihm folgte sein Sohn Abd ul Medschid. Vgl. Valentini, Précis des dernières guerres des Russes contre les Turcs (Par. 1828) und Traité sur la guerre contre les Turcs en 1809/10 et 1828/29 (Berl. 1830); Marmont, The present state of the Turkish empire (Lond. 1839); Jucherau de Saint-Denys, Histoire de l'Empire ottoman depuis 1792 jusqu'en 1844 (Par. 1844); d'Aubignose, La Turquie nouvelle jugée an point ou l'ont amenée les réformes du sultan Mahmoud (das. 1839); v. Moltke, Briefe über Zustände und Begebenheiten in der Türkei 18351839 (Berl. 1841, 6. Aufl. 1893) und Der russisch-türkische Feldzug in der europäischen Türkei 1828 und 1829 (das. 1845, 2. Aufl. 1877); Bastelberger, Die militärischen Reformen unter M. (Gotha 1874).
 
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Mahmud Dschelal ed-dîn Pascha Damad (d. h. Schwiegersohn), türk. Minister, geb. als Sohn Fethi Ahmed Paschas, gest. 1884, erlangte 1858 den Muschirrang durch seine Verheiratung mit Djemileh-Sultaneh (geb. 18. Aug. 1843), einer Tochter Abdul Medschids, bereicherte sich durch Bestechungen und gewann namentlich nach der Thronbesteigung seines Schwagers Abd ul Hamid II. einen verderblichen Einfluß durch die Furcht, die er ihm vor Verschwörungen einzuflößen verstand. Er wurde Großmeister der Artillerie, übte als Mitglied des Hofkriegsrats (Dari-Schura) während des Krieges mit Rußland die schädlichste Wirksamkeit aus und war wiederholt Kriegsminister. Erst als sich 1878 ergab, daß er während des Krieges ohne Wissen des Sultans verhängnisvolle Befehle erteilt hatte, wurde er verbannt, 1880 zwar begnadigt, aber 1881 wegen seines Anteil s an der Ermordung Ab ul Asis' zum Tode verurteilt und zu lebenslänglicher Verbannung nach Arabien begnadigt; seine Ehe wurde getrennt. Ein jüngerer Schwager und zugleich Vetter von M. war Mahmud Dschelal ed-dîn Damad Pascha, geb. 1853 als Sohn Halil Paschas und einer Tochter des Sultans Mahmud II. Seit 1877 vermählt mit Seniha, der 1851 gebornen Tochter Abd ul Medschids, kam er im Staatsdienste rasch vorwärts. Nachdem er Sekretär der Pariser Botschaft gewesen war, wurde er Staatsrat und Justizminister, konnte jedoch seine Reformgedanken nicht durchsetzen, da sein Schwager Abd ul Hamid II. Mißtrauen gegen alle Meyers Jungtürken (s. d., S. 376) geschöpft hatte. Der unfreiwilligen Untätigkeit entfloh M. 20. Dez. 1899 zu Schiff nach Frankreich und hielt sich dann meist auf Korfu auf, bis er von der nachgiebigen griechischen Regierung 30. Dez. 1901 ausgewiesen wurde. Er starb 18. Jan. 1903 in Brüssel; doch selbst um seine Leiche entbrannte mit dem rachsüchtigen Sultan ein Streit, der im Herbst zugunsten der Familie entschieden ward.
 
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Mahmud Nedim Pascha, türk. Staatsmann, geb. um 1810 in Bagdad, gest. im Mai 1883, wurde früh Unterstaatssekretär im Ministerium des Auswärtigen, dann mit dem Range eines Muschirs Generalgouverneur von Syrien, später von Smyrna, und 1856 Marineminister; Reschid Pascha, 183758 öfters Minister des Auswärtigen und Großwesir, war sein Gönner. 1858 interimistischer Minister des Auswärtigen und 1871 nach Ali Paschas Tode Großwesir geworden, gewann er sich dadurch die Gunst des Sultans Abd ul Asis, daß er auf dessen Plan einging, die Thronfolge zugunsten von dessen Sohn Jussuf zu ändern. Seine Verwaltung war willkürlich und erfolglos. Bald ließ er sich von dem russischen Botschafter Ignatjew ganz umgarnen, stellte 1875 auf dessen Rat die Zinszahlungen für die türkischen Staatsschulden ein und plante sogar einen Staatsstreich mit russischer Hilfe, um die Opposition zu unterdrücken und die Thronfolge zu ändern. Der Unwille des Volkes, durch die Aufstände in den Provinzen gesteigert, richtete sich daher besonders gegen M., der durch den Softa-Aufstand im Mai 1876 gestürzt und nach Mytilene verbannt wurde. 187983 war er wieder Minister des Innern.
 
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Mahmûd von Ghasna, s. Meyers Ghasnawiden.
 
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Mahmudi, Rechnungseinheit in Maskât, früher 111/2 im Mariatheresientaler und jetzt etwa 20 Pfennig, geteilt in 12 Peisa oder 20 Gasranz. Mahmudiē, türk. Goldmünze von 1822 zu 25 Gurusch = 10,82 Mk. Metallwert.
 
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Mahmudĭeh, el, Hauptort des Distrikts Atf der ägypt. Provinz (Mudirieh) Behera, am rechten Ufer des Mahmudiehkanals und an der Bahn Rosette-Damanhur, mit (1897) 5138 (als Gemeinde 6105) Einwohnern.
 
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Mahmudĭehkanal, Kanal in Unterägypten, zwischen Rosette und Alexandria (s. den Plan von Alexandria), 181920 von Mehemed Ali erbaut mit 71/2 Mill. Fr. Kostenaufwand. Ungefähr 250,000 Fellah leisteten bei diesem Bau Zwangsarbeit (20,000 kamen um). Bei Fum el M. befinden sich große Schleusen; hier warten stets zahlreiche Lastschiffe und kleine Dampfer (s. Meyers Nil).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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