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Mahler bis Mahlsteuer (Bd. 6, Sp. 104 bis 105)
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Artikelverweis Mahler, Gustav, Dirigent und Komponist, geb. 7. Juli 1860 zu Kalischt in Böhmen, besuchte die Universität und das Konservatorium in Wien, wo er Kompositionsschüler Anton Bruckners war. Nach vorbereitender Dirigententätigkeit an kleinen Theatern erregte er zuerst Aufmerksamkeit als Kapellmeister der Deutschen Oper in Prag (188587) und am Stadttheater in Leipzig (188788), wo er Webers »Die drei Pintos« vollendete und zur Ausführung brachte. Weiter wirkte M. 188891 als Operndirektor in Budapest und sodann als Kapellmeister am Stadttheater in Hamburg, bis er 1897 als Hofopernkapellmeister nach Wien berufen wurde, wo er bald darauf zum Direktor der Hofoper ernannt wurde und 1898 bis 1900 auch die Leitung der Gesellschaftskonzerte übernahm. Als Komponist wandelt M. in den Bahnen seines Lehrers Bruckner als Vertreter des Wagnerschen Stils in der Instrumentalkomposition (fünf Symphonien, »Humoresken« für Orchester), schrieb auch ein Chorwerk: »Das klagende Lied«, Lieder u. a. Vgl. Specht, Gustav M. (Berl. 1905).
 
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Mahlgang (Mahlgut), s. Meyers Mühle.
 
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Mahlhügel (Malhügel), s. Meyers Gedächtnishügel.
 
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Mahljahre, s. Meyers Interimswirtschaft.
 
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Mahlmann, Siegfried August, Dichter, geb. 13. Mai 1771 in Leipzig, gest. daselbst 16. Dez. 1826, studierte die Rechte in seiner Vaterstadt, begleitete sodann einen jungen livländischen Edelmann nach Göttingen, machte mit ihm eine Reise durch das nördliche Europa und ließ sich 1798 in Leipzig nieder, wo er vorübergehend eine Buchhandlung innehatte. Er redigierte seit 1805 die »Zeitung für die elegante Welt« (181016 in Verbindung mit Meth. Müller) und nahm von 181018 die »Leipziger Zeitung« in Administration, die ihm 1813 von seiten der Franzosen eine kurze Hast auf der Festung Erfurt zuzog. Später wendete er sich den Naturwissenschaften und der Ökonomie zu und wurde 1821 zum Direktor der erneuerten Leipziger Ökonomischen Sozietät ernannt. Mahlmanns »Gedichte« (Halle 1825, 5. Aufl. 1863; neue Ausg. in Reclams Universal-Bibliothek, Nr. 573), von denen mehrere von den vorzüglichsten Liederkomponisten in Musik gesetzt wurden, zeichnen sich durch leichten Fluß und geschmackvolle Sprache aus. Manche seiner Lieder, wie z. B. »Mein Lebenslauf ist Lieb' und Lust«, »Weg mit den Grillen und Sorgen«, haben sich bis in die Gegenwart lebendig erhalten. Auch seine »Erzählungen und Märchen« (Leipz. 1802; neue Ausg. 1812, 2 Bde.) enthalten poetische Momente. Sein »Herodes vor Bethlehem, oder der triumphierende Viertelsmeister« (Köln [eigentlich Leipzig] 1803; neue Ausg. in Reclams Universal-Bibliothek, Nr. 304) war eine treffende Parodie von Kotzebues »Hussiten vor Naumburg« und der tränenreichen Rührstücke. Mahlmanns sämtliche Werke erschienen Leipzig 1839 bis 1840 in 8 Bänden und 1859 in 3 Bänden.
 
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Mahlmaschine Zyklon, besteht aus einem Paar schraubenförmiger Flügel, die an den Enden zweier leicht gegeneinander geneigter Achsen befestigt sind und mit diesen sich 1000- bis 3000mal in der Minute drehen. Eine gußeiserne Kammer von der Form zweier abgestumpfter, mit ihren Grundflächen auseinander gesetzter Kegel mit einem Rumpf zum Einschütten des Mahlgutes umschließt die Flügel, die sich entgegengesetzt drehen und in der Mahlkammer eine äußerst heftige wirbelförmige Luftbewegung (Zyklon, Wirbelsturm) erzeugen, die der Maschine den Namen gegeben hat, die eingeführten Partien des Mahlgutes mitreißt und derart herumschlendert, daß sie sich gegenseitig bis zur höchsten Feinheit zermalmen. Mittels eines regulierbaren Ventilators gelangen die gemahlenen Stoffe in Kammern, in denen sich das Mehl nach seiner Feinheit und Dichtigkeit in aneinander gereihte Gefäße niederschlägt, so daß selbst Siebe zur Sortierung zu entbehren sind. Diese M. dient hauptsächlich zum Zerkleinern von Mineralfarben, Kalk, Ton, Gips, Zement, Knochen, Erzen, Glas, Dünger, Gewürzen, Kräutern etc. Für Körnerfrüchte ist sie ungeeignet.
 
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Mahlmühle, die Getreidemühle im Gegensatz zur Ölmühle, Sägemühle etc.; s. Meyers Mühle.
 
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Mahlschatz (v. altdeutschen máhaljan, »sprechen, versprechen«; vgl. die Worte »vermählen, Gemahl«, denen der Begriff des Versprechens, Verlobens zugrunde liegt, Treuschatz), bei den altgermanischen Völkern, bei denen die Frauen gekauft wurden, der dafür zu entrichtende Preis; später Bezeichnung für die Geschenke, die der Bräutigam der Braut darbrachte, insbes. für das Angeld, das in manchen Gegenden der Verlobten gegeben wird; auch soviel wie Brautschatz, Hochzeitsgut.

[Bd. 6, Sp. 105]



 
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Mahlstatt (Mahlplatz, v. altdeutschen mahal, »Gerichtsversammlung«), bei den alten Deutschen soviel wie Gerichtsstätte, wo in öffentlichen Versammlungen unter freiem Himmel Gesetze beraten und Streitfälle entschieden wurden; daher Mahlleute, soviel wie Beisitzer einer Gerichtsverhandlung. Vgl. Grimm, Deutsche Rechtsaltertümer, S. 746.
 
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Mahlsteine (Mahltröge, Quernsteine, v. dän. qvœrn, »Handmühle«), vorgeschichtliche Mühlsteine, in der ältesten und primitivsten Form etwa 0,5 m und 0,75 m lang und breit, mit einer fesselförmigen Aushöhlung, in der mittels eines kleinern rundlichen Steins die Körner zerquetscht wurden. Sie sind von der jüngern Steinzeit an gebräuchlich und kommen besonders häufig auf Rügen und in Hinterpommern vor. Dasselbe Verfahren der Körnerzerkleinerung wird heute noch von vielen Naturvölkern angewendet (viele Teile Afrikas, in allen Maisgegenden Amerikas etc.). Eine andre Art vorgeschichtlicher M. sind plattenförmige Reibsteine, zwischen denen durch Hin- und Herbewegen des obern Steins die Körner zerkleinert wurden; sie finden sich in Österreich-Ungarn, Süddeutschland etc. vor. Auch soviel wie Scheuersteine (s. Meyers Riesentöpfe).
 
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Mahlsteuer, eine Aufwandsteuer auf Mehlfrüchte, die zwar wegen des ausgedehnten Mehlkonsums sehr einträglich ist, aber leicht zu ungleichmäßiger Belastung führt, teils weil der Mehlverbrauch ungleichmäßig und der Steuerfuß der Qualität schwer anzupassen ist (Schwarzbrot der Armen, Weißbrot der Wohlhabenden), teils weil einer Besteuerung des gesamten Konsums zu große Schwierigkeiten im Wege stehen. Insbesondere drückt sie schwer auf die untern Klassen, deren Brotkonsum ein besonders starker ist. Die M. wird entweder als Torsteuer beim Eingang des Mehls in die Städte oder als Produktionssteuer, anknüpfend an den Prozeß des Getreidemahlens, erhoben. In der erstern Form läßt sie den Verbrauch der offenen Orte und des platten Landes unbelastet. In dieser Form eignet sich darum auch die Besteuerung von Mehl und Getreide nur für Gemeindezwecke (Oktroi). Als Produktionssteuer, die mit dem Verbote der Handmühlen, des nächtlichen Mahlens und der Annahme von zu vermahlendem Getreide ohne Bescheinigung über bezahlte Akzise verbunden werden muß, führt sie da zu großen Schwierigkeiten und Kosten, wo zahlreiche Mühlen im Land zerstreut sich vorfinden. Diese Schwierigkeiten mindern sich allerdings um so mehr, je mehr mit Verbesserung des Mühlwesens die kleinen Wassermühlen durch große, insbes. durch Dampfmühlen, verdrängt werden. Aber mit Rücksicht auf die obenerwähnten Bedenken ist die M. fast allenthalben als Staatssteuer aufgehoben worden, soz. B. 1873 in Preußen, 1884 in Italien; nur Österreich erhebt noch eine solche Steuer als Torsteuer. Als Gemeindesteuer findet sich eine Abgabe von Brot und Brotfrüchten namentlich in Bayern, Baden und Sachsen (Dresden). Beim Erlaß des neuen deutschen Zolltarifgesetzes vom 25. Dez. 1902 wurde bestimmt, daß mit Rücksicht auf die Erhöhung der Getreidezölle diese Gemeindesteuern vom Jahr 1910 ab aufzuheben seien.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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