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Magueygummi bis Mahabaleschwar (Bd. 6, Sp. 100 bis 101)
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Artikelverweis Magueygummi, s. Meyers Chagualgummi.
 
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Magura, Name mehrerer Gebirgsgruppen in den Karpathen: 1) die Arvaer M. schließt sich an die eigentliche Kleine Fátra, von der sie durch die tiefe Talschlucht Zázriva (766 m ü. M.) geschieden wird, an und zieht sich dann, das Komitat Arva erfüllend, gegen NO. bis zum Tal der Weißen Arva. Ihre runden Kuppen erheben sich bis zu 1345 m Meereshöhe. 2) Die Kleine M., ein Gebirgsknoten der Kleinen Fátra (s. Meyers Fátra). 3) Die Liptauer M. (auch die Árva-Liptauer Kalkalpen genannt) bildet den westlichen Teil der Hohen Tátra, erstreckt sich an den Grenzen der ungar. Komitate Árva und Liptau vom Zusammenfluß der Árva und Waag bis zu den Tälern Bobróczy und Studeneczy. Sie erreicht im Großen Chocs 1613 m. 4) Die Zipser M., das nördliche Vorgebirge des östlichen Teiles der Hohen Tátra, das sich im nordwestlichen Teile des ungar. Komitats Zips, westlich vom Poprád gegen die galizische Grenze hin, ausbreitet und die Wasserscheide zwischen dem Dunajec und Poprád bildet. Sie erreicht im Repiskó eine Höhe von 1267 m.
 
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Magus aus Norden, s. Meyers Hamann.
 
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Magyar (spr. mádjar), László, ungar. Reisender, geb. 1817 in Maria-Theresiopel, gest. 9. Nov. 1864, studierte in Fiume die nautischen Wissenschaften, ging dann nach Argentinien, wo er am Kampfe gegen Uruguay teilnahm, 1847 nach Westafrika, zunächst zum Kongo, dann nach den portugiesischen Besitzungen, wo er sich mit der Tochter eines Negerhäuptlings in Bihé verheiratete und Reisen in das Land des Muata Jamvo, zum Kunenefluß und in das Quellgebiet des Sambesi unternahm. Nach der Ermordung seines Schwiegervaters nach der Küste zurückgekehrt, starb er in großer Armut zu Dombo Grande. Der erste Teil seiner auf Kosten der ungarischen Akademie gedruckten Reiseberichte erschien 1859 in ungarischer Sprache (deutsch von Hunfalvy: »Reisen in Südafrika 18491857«, Pest 1859).
 
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Magyarád (spr. mádjărād), 1) Großgemeinde im ungar. Komitat Arad, als Muszka-M. Station der Bahnlinie Arad-Brád, in der Arader Hegyalja, mit hervorragendem Weinbau, Dampfmühle und (1901) 2337 meist rumänischen (griechisch-oriental.) Einwohnern. 2) Dorf und Badeort im ungar. Komitat Hont, nordwestlich von Ipolyság, mit Schwefelthermen und (1901) 311 magyarischen (römisch-kath.) Einwohnern.
 
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Magyaren (spr. mădjāren, »Söhne der Erde«), der bedeutendste Volksstamm im Königreich Ungarn, den. einige zur ugrischen Familie des finnischen Zweiges der Uralaltaier, andre zur türkisch-tatarischen Familie rechnen. Sie wohnten ursprünglich am Ural, wo noch jetzt ihre nächsten Verwandten, die Ostjaken

[Bd. 6, Sp. 101]


und Wogulen, sitzen, in Jugorien, Iuharia oder Ogorland (daher der Name Ugri, Ogri, »Ungarn«). Während ihrer Wanderzeit wurden sie Nachbarn türkischer Völker, welche die Sprache der M. beeinflußten. Von hier zogen sie gegen SW., hielten sich 830862, nach andern bis 890, in der Nachbarschaft der Chasaren an den nördlichen Ufern des Schwarzen Meeres, in Lebedia und bis zum Kuban, auf, wurden aber durch die Petschenegen nach W. gedrängt, worauf sie sich in Atel-Kuzu (Bessarabien, zwischen Bug und Dnjepr) niederließen. Hier wählten sie auch auf Betreiben des Chasarenfürsten ihren ersten Stammesfürsten, Arpad (s. d.). Bald nach dem erfolgreichen Kriege mit den Bulgaren als Bundesgenossen der Oströmer (Leo VI.) wurden die M. um 895 von den verbündeten Bulgaren und Petschenegen aus den untern Donauländern und aus Atel-Kuzu vertrieben, worauf sie sich unter der Führung Arpáds um 896899 wie ein Keil zwischen den südosteuropäischen Slawen in ihrem heutigen Vaterland niederließen. Der Weg der Einwanderung und die nähern Umstände der Landeseroberung sind in Dunkel gehüllt, da die Erzählung des Anonymen Notars (einer Geschichtsquelle des 13. Jahrh.) wenig Glauben verdient. So viel steht indes fest, daß die M. sich zum Sturz des von Swatopluk begründeten Slawenreiches mit Kaiser Arnulf verbündeten. Ihre Hauptsitze nahmen sie im ehemaligen Pannonien und in den Ebenen, wo sie ihre nomadischen Neigungen als Reitervolk noch lange bewahrten. Seit etwa 900 wurden sie der Schrecken Westeuropas, ihre Raubzüge reichten bis Frankreich und Süditalien. Mit der Zeit mit Germanen und Slawen vermischt und zum Christentum bekehrt, bildeten sie später Jahrhunderte hindurch ein Bollwerk des christlichen Abendlandes gegen die Türken. Ihre Zahl betrug 1900: 8,742,301 (1890 nur 7,426,730), 45,4 Proz. der Gesamtbevölkerung ganz Ungarns (früher 42,8). Das Hauptkontingent der M. stellt das ungarische Flach- und Hügelland, 51,4 Proz. der Bevölkerung des eigentlichen Ungarn, dazu kommen in Siebenbürgen die M. und die Szekler (32,9 Proz.) und die in Fiume (7,4 Proz.), Kroatien und Slawonien wohnenden M. (3,8 Proz. der dortigen Bevölkerung). Einige tausend M. wohnen in Rumänien und der Bukowina, ferner in den größern österreichischen Städten, wie Wien, Graz etc. Die Zahl der Einwanderer nach Amerika (bis zum Jahre 1904 ca. 400,000) ist im Steigen begriffen. Von der Gesamtbevölkerung Ungarns (1900: 19,254,559) sprachen 10,175,514 Magyarisch (s. Meyers Ungarische Sprache), doch gehört ein großer Teil der nach der Sprache als M. Gezählten ethnographisch nicht zu diesem Volksstamme, wie denn (1890) von 725,222 Juden nicht weniger als 454,475 das Magyarische als ihre Muttersprache angegeben haben. Die Sprache der kumanischen Palóczen in den Komitaten Neograd, Heves, Borsod und Gömör und jene der Abkömmlinge der Kumanen unterscheidet sich nur in einigen Eigentümlichkeiten von der magyarischen Sprache. Dem Religionsbekenntnis nach waren (1900) Römisch-Katholische ca. 55 Proz., Evangelische helvetischer Konfession ca. 30, Evangelisch-Lutherische ca. 4 Proz. S. Meyers Ungarn. Vgl. die »Ethnographische Karte von Österreich-Ungarn«; Ujfalvy, Sur le berceau du peuple magyar (Par. 1874); v. Löher, Die M. und andre Ungarn (Leipz. 1874); Vámbéry, Der Ursprung der M. (das. 1882); P. Hunfalvy, Ethnographie Ungarns (deutsch von J. H. Schwicker, Budap. 1877) und Die Ungarn oder M. (Teschen 1881); die einschlägigen Werke von J. Budenz, A. Vámbéry und Jul. Pauler; Marienescu, Der philologische Ursprung und die Bedeutung des Volksnamens »M.« (1898); Marquart, Osteuropäische und ostasiatische Streifzüge (Leipz. 1903); v. Wlislocki im 5. Bande von Helmolts »Weltgeschichte« (das. 1905).
 
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Magyarische Sprache, s. Meyers Ungarische Sprache.
 
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Magyarország (spr. mádjar-órßāg, »Magyarenland«), soviel wie Ungarn; Kis-M. (spr. kisch-, »Klein-M.«), Siebenbürgen.
 
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Magyar-Ovár (spr. mádjar-ówār), s. Meyers Ungarisch-Altenburg.
 
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Magyar-Pécska (spr. mádjar pētschka), s. Meyers Pécska.
 
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Mahabaleschwar, Sanatorium, s. Meyers Puna.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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