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Magnĭum bis Magny-en-Vexin (Bd. 6, Sp. 98 bis 100)
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Artikelverweis Magnĭum, soviel wie Magnesium.
 
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Magnoferrīt, Mineral, s. Meyers Magneteisenerz.
 
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Magnolĭa L. (Magnolie, benannt nach dem franz. Botaniker Magnol, gest. 1715), Gattung der Magnoliazeen, schöne Bäume und Sträucher mit meist großen, ganzrandigen, immergrünen oder abfallenden Blättern, großen, endständigen weißen, roten oder blauroten, wohlriechenden Blüten und etwas holzigen Balgkapseln, die zu einem Zapfen zusammengestellt sind, und aus denen die Samen schließlich an einem Faden heraushängen. Etwa 21 Arten im tropischen Asien, Ostasien und im atlantischen Nordamerika. M. grandiflora L. (Riesenlorbeer, s. Abbildung), ein 30 m hoher Baum in den südlichen Staaten Nordamerikas, mit breit-elliptischen, 1520 cm langen, immergrünen, oberseits glänzenden, auf der Unterseite rostbraunen Blättern und sehr großen, wohlriechenden milchweißen Blüten, wird im Mittelmeergebiet in mehreren Varietäten allgemein als Parkbaum kultiviert, hält aber bei uns im Freien nicht aus. M. glauca L. (Biberbaum, Weißlorbeer, Sumpfsassafras), ein Strauch von 68 m Höhe in den mittlern und südlichen Staaten Nordamerikas, mit länglichen, 11 cm langen, auf der Unterseite blaugrünen, bei uns stets abfallenden Blättern und mittelgroßen weißen Blüten, wächst in der Heimat in sumpfigen Wäldern und hält bei uns sehr gut aus. Die Rinde und die Wurzeln schmecken aromatisch bitter, riechen sassafrasartig. Die Biber fressen die Rinde und benutzen das schwammige Holz zu ihren Bauten, daher der Name. M. acuminata L. (Gurkenbaum), ein hoher Baum mit breiten, langgespitzten, unterseits behaarten Blättern, großen, innen gelblichen, außen bläulichen Blüten und pfeffergurkenähnlichen Früchten in Nordamerika, hält wie auch M. tripetela L. (Schirmbaum), mit sehr langen, schmalen, an den jungen Trieben schirmartig stehenden Blättern, bei uns gut im Freien aus. In Nordamerika benutzt man die Rinde von M. grandiflora und glauca und die Früchte von M. acuminata und Fraseri arzneilich. Während die nordamerikanischen Arten im Sommer blühen, erscheinen bei den ostasiatischen Arten die Blüten vor oder mit den Blättern. M. conspicua Salisb. (M. Yulan hort., Lilienmagnolie), ein baumartiger Strauch aus Japan und China, mit länglich umgekehrt-eirunden, 1012 cm langen Blättern und vor diesen erscheinenden großen weißen Blüten, ist einer unsrer schönsten Sträucher, der am Rhein sehr gut, in Nordostdeutschland nur unter Bedeckung im Freien aushält. Die bitter aromatischen Blütenknospen und die Samen werden in Japan arzneilich benutzt. Von M. conspicua und von M. purpurea Sims. (M. obovata Thunb.), mit purpurroten Blüten, sind mehrere Blendlinge gezüchtet, welche die Stammarten vielfach übertreffen.
 
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Magnolĭazeen, dikotyle Familie aus der Ordnung der Polycarpicae, Bäume und Sträucher mit wechselständigen, einfachen, meist ganzen, seltener gelappten Blättern, bisweilen mit großen, häutigen, abfallenden Nebenblättern, welche die Endknospe umhüllen, und sehr großen, schönen, meist einzeln stehenden, zwitterigen oder eingeschlechtigen Blüten. Dieselben bestehen typisch aus einem dreigliederigen Kelch, zwei dreigliederigen Kreisen von Blumenblättern, zahlreichen spiralig gestellten Staubblättern und ebensolchen Fruchtblättern. Bisweilen sind die letztern an dem verlängerten

[Bd. 6, Sp. 99]


Blütenboden ährenförmig angeordnet und mehr oder weniger verwachsen. Die Früchte bilden Schließfrüchte oder sachspaltige Kapseln, die Samen haben bisweilen eine rote, fleischige Hülle und enthalten ein fleischiges Nährgewebe sowie einen kleinen, geraden Embryo mit sehr kurzen Kotyledonen und dickem Würzelchen. Die M., von denen etwa 70 Arten beschrieben sind, kommen besonders in Nordamerika sowie in China, Japan, Neuholland und Neuseeland vor; sie liefern tonisch reizende Arzneimittel und Gewürze, wie Sternanis (von Illicium verum in China). Auch sind sie wegen ihrer ungemein großen und schönen Blüten als Ziergehölze unsrer Gärten und Parke bemerkenswert (Magnolia, Liriodendron). Eine Anzahl von Arten der Gattungen Magnolia und Liriodendron kommt fossil in Kreide- und Tertiärschichten vor; von letzterer existierten nahe Verwandte des jetzt in Nordamerika einheimischen Tulpenbaumes (L. tulipifera) in Europa und Grönland.
 
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Magnus (lat.), der Große, Beiname vieler Fürsten, z. B. Carolus M., Karl der Große.
 
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Magnus, 1) Eduard, Maler, geb. 7. Jan. 1799 in Berlin, gest. daselbst 8. Aug. 1871, bildete sich auf der Berliner Kunstakademie, auf der Bauakademie und hörte zugleich Vorlesungen an der Universität. Nach beendetem Studium ging er nach Paris, von da nach Italien; 1829 zurückgekehrt, begab er sich 1831 wieder nach Italien und kehrte 1835 über Paris und England in die Heimat zurück. 1837 ward er Mitglied der Akademie und 1844 Professor. In den Jahren 185053 besuchte er Frankreich und Spanien. Von seinen Genrebildern sind hervorzuheben: Mädchen aus Albano (1830), die Heimkehr der Palikaren (1836, Berliner Nationalgalerie), zwei spielende Knaben, ein Landmädchen und ein Fischerknabe von Nizza. Seine zahlreichen Bildnisse, die M. zum gefeiertsten Berliner Bildnismaler seiner Zeit machten, bestechen durch ein glänzendes, durchsichtiges Kolorit und durch elegante, romantisierende Auffassung. Hervorzuheben sind: Thorwaldsen, Graf Wrangel, Mendelssohn-Bartholdy, Henriette Sontag, Jenny Lind (Berliner Nationalgalerie), E. Mandel. Er war auch als Schriftsteller tätig und verfaßte unter anderm eine Abhandlung über die zweckmäßigste Beleuchtung von Gemäldegalerien (1864).
   2) Heinrich Gustav, Chemiker und Physiker, geb. 2. Mai 1802 in Berlin, gest. daselbst 4. April 1870, studierte seit 1822 in seiner Vaterstadt, in Stockholm (bei Berzelius) und in Paris, habilitierte sich 1831 als Dozent der Technologie und Physik in Berlin und ward 1834 außerordentlicher, 1845 ordentlicher Professor der Physik und Technologie daselbst. Er trat 1869 in den Ruhestand. M. hat die Chemie und Physik mit einer großen Reihe vortrefflicher Untersuchungen bereichert. Er bestimmte den Ausdehnungskoeffizienten mehrerer Gase und die Spannkraft der Dämpfe, konstruierte ein Thermometer für Temperaturbestimmungen in Bohrlöchern, lieferte zahlreiche Arbeiten über Magnetismus, Thermoelektrizität, Elektrolyse, Hydraulik und über strahlende Wärme. Er entdeckte ein nach ihm benanntes Platinsalz, die Athionsäure, Isäthionsäure, Überjodsäure, die Abnahme des spezifischen Gewichts beim Schmelzen von Granat und Vesuvian und untersuchte die Absorptionsfähigkeit des Blutes für Sauerstoff und Kohlensäure. In einer Zeit, wo Berlin dem studierenden Chemiker ganz unzureichende Mittel für praktische Ausbildung darbot, öffnete er sein Privatlaboratorium begabten Schülern und förderte sie in uneigennützigster Weise. Er bevorzugte die experimentelle Forschung, vertrat deren Bedeutung gegenüber der Spekulation und suchte die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit der Technik und den Gewerben nutzbar zu machen. Eine Auswahl aus Berzelius' Briefwechsel mit M. gab Hjelt heraus (Braunschw. 1900). Vgl. Helmholtz, Rede zum Gedächtnis an Gustav M. (Berl. 1871); Hofmann, Zur Erinnerung an Gustav M. (das. 1871).
 
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Magnus der Billunge, Herzog von Sachsen, Sohn Herzog Ordulfs, ein erbitterter Feind Adalberts von Bremen, den er wiederholt befehdete, unterstützte 1070 die Empörung Ottos von Nordheim gegen König Heinrich IV., kam nach deren Beendigung in Hast und ward auch nach Ordulfs Tod 1071 nicht freigelassen, weil er sich weigerte, auf die Herzogswürde zu verzichten. Durch den Aufstand der Sachsen 1073 aus der Harzburg befreit, aber nach dem Siege Heinrichs IV. bei Langensalza 1075 von neuem gefangen, kam er 1076 wieder frei, kämpfte in den Reihen der Anhänger des Gegenkönigs Rudolf bei Mellrichstadt (1078), wo er mit Mühe sein Leben rettete, versöhnte sich aber mit Heinrich und kämpfte tapfer gegen die Liutizen. Er starb 1106 ohne Söhne; mit ihm erlosch das Geschlecht der Billunge, dessen Herzogtum auf Lothar von Supplinburg überging.
 
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Magnusen, Finn (Finnur Magnusson), nordischer Archäolog, geb. 27. Aug. 1781 in Skalholt auf Island, gest. 24. Dez. 1847 in Kopenhagen, studierte in Kopenhagen die Rechte, daneben Literaturgeschichte, Geschichte und Altertumswissenschaft, war dann in seiner Heimat als Advokat tätig, nahm aber 1812 in Kopenhagen seine Studien von neuem auf, wurde 1815 zum Professor ernannt und erhielt 1819 den Auftrag, an der Universität und der Akademie der schönen Künste Vorlesungen über die nordische Mythologie und Literatur zu halten. 1829 wurde er Geheimer Archivar. M. gehörte zu den gründlichsten Kennern der nordischen Götterlehre, Chronologie und Paläographie, ließ aber in seinen Schriften die kritische Besonnenheit häufig vermissen. Von diesen sind zu nennen: »Udsigt over den kaukasiske Menneskestammes ældste Iljemsted og Udvandringer« (Kopenh. 1818); seine Übersetzung und Erklärung der »Sæmundar Edda« (das. 182123, 4 Bde.); »Eddalæren og dens Oprindelse« (das. 182426, 4 Bde.), eine vom Standpunkte der vergleichenden Mythologie aus unternommene Darstellung der gesamten Lehre der Edda (Preisschrift); »Grönlands historiske Mindesmærker« (gemeinsam mit Rafn, das. 183842, 3 Bde.) und sein mythologisches Wörterbuch: »Priscae veterum Borealium mythologiae lexicon« (das. 1828). Vgl. N. M. Petersen, Finn Magnusens literære Personlighed (in »Samlede Afhandlinger«, Bd. 3, Kopenh. 1873).
 
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Magnussen, Harro, Bildhauer, geb. 14. Mai 1861 in Hamburg, war anfangs Schüler seines Vaters, eines Bildnismalers, der seit 1875 die Holzschnitzschule in Schleswig leitete, und ging 1882 nach München, um Maler zu werden. 1888 entschied er sich aber für die Bildhauerkunst und siedelte nach Berlin über, wo er bis 1893 Schüler von R. Begas war. Er machte sich zuerst durch Porträtbüsten bekannt, die sich durch ihre starke Lebendigkeit bei malerischer Behandlung (zum Teil polychrom) auszeichneten (Klaus Groth, H. Allmers, J. Trojan, H. Seidel, E. Haeckel u. a.). Die großen Erfolge, die er später mit Büsten und Statuetten des Fürsten Bismarck errang, brachten ihm sodann die Aufträge zu mehreren

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großen und kleinen Bismarckdenkmälern, von denen die in Kiel (1897 enthüllt), Jever und auf dem Knivsberg in Nordschleswig (in einer Nische des von der Provinz Schleswig-Holstein erbauten Bismarckturms) hervorzuheben sind. Für Kronstadt schuf er ein Denkmal des Johann Honter, des Reformators Siebenbürgens (1898 enthüllt), für Berlin die Gruppe des Kurfürsten Joachim II. in der Siegesallee (1900) und das Denkmal des Kriegsministers Grafen Roon (1904 enthüllt), für Jever das Bronzestandbild der Fürstin Maria von Jever (1900), für die Ruhmeshalle in Görlitz die Marmorstatuen Bismarcks, Moltkes und Roons (1901) und für Bonn das Denkmal Kaiser Wilhelms I. Von seinen übrigen Schöpfungen sind noch mehrere Büsten und Statuen Friedrichs d. Gr. zu nennen, von denen sich besonders die sitzende Marmorfigur: der Philosoph von Sanssouci in seinen letzten Lebenstagen (1899, im Schloß zu Sanssouci), durch ergreifende Wahrheit und Tiefe der Charakteristik auszeichnet.
 
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Magnusson, Arni, s. Magnäanisches Institut.
 
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Magny-en-Vexin (spr. mannji-ang-wekßäng), Stadt im franz. Depart. Seine-et-Oise, Arrond. Mantes, an der Westbahn, hat eine schöne Kirche (15. Jahrh.), Fabriken für Sessel, Hüte und Leder u. (1901) 1937 Einw.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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