Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Magneto-optische Elektrizitätserregung bis Magnifĭcus (Bd. 6, Sp. 96 bis 98)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Magneto-optische Elektrizitätserregung. Sendet man einen polarisierten Lichtstrahl durch eine mit Schwefelkohlenstoff gefüllte, an beiden Enden mit Glasplatten verschlossene Röhre, die von einer

[Bd. 6, Sp. 97]


Drahtspule umgeben ist, so wird die Polarisationsebene des Strahles gedreht, sobald man einen starken elektrischen Strom durch die Drahtspule schickt (elektromagnetische Drehung der Polarisationsebene). Die Drehung erfolgt in der Richtung des Stromes und ist seiner Stärke proportional. Sheldon hat versucht, ob diese Wirkung einer Umkehrung fähig ist. In diesem Falle müßte eine kontinuierliche Drehung der Polarisationsebene des den Schwefelkohlenstoff durchlaufenden Lichtstrahles einen kontinuierlichen elektrischen Strom und ein Hin- und Herschwingen der Polarisationsebene Wechselströme in den Drahtwindungen hervorrufen. Durch die Versuche wurde wenigstens die letztere Vermutung bestätigt. Bei 300 Schwingungen in der Sekunde brachten die in der Spule entstandenen Wechselströme ein mit den Drahtenden verbundenes Telephon zum Tönen.
 
Artikelverweis 
Magneto-optische Erscheinungen, optische Erscheinungen, die durch magnetische Kräfte hervorgerufen werden. Bringt man zwischen die Halbanker eines kräftigen Elektromagnets (s. Abbildung), die in axialer Richtung (a d), um hindurchsehen zu können, durchbohrt sind, ein Stück (g) von Faradays »schwerem Glas« (kieselborsaurem Blei), so erleidet die Polarisationsebene eines durch dies Glasstück hindurchgeschickten linearpolarisierten Lichtstrahls eine Drehung in der Richtung, nach welcher der positive Strom den Elektromagnet umkreist. Auch an andern durchsichtigen, festen und flüssigen Körpern beobachtet man die magnetische Drehung der Polarisationsebene, wenn auch in geringerm Grade. Denselben Erfolg erzielt man ohne Magnet, wenn man einen elektrischen Strom in Spiralwindungen um die durchsichtigen Körper herumleitet. Zwischen der magnetischen Drehung der Polarisationsebene und derjenigen Drehung, die manchen Körpern (den zirkular polarisierenden) von Natur eigen ist, besteht ein wesentlicher Unterschied. Geht nämlich ein Strahl durch ein von Strömen umkreistes durchsichtiges Mittel, so wird die Polarisationsebene nach der Richtung der Ströme gedreht, und man erhält mithin eine Drehung nach rechts oder nach links, je nachdem der Strahl in der einen oder in der andern Richtung durch das Mittel hindurchgeht. Bei zirkular polarisierenden Körpern erhält man dagegen stets eine Drehung nach derselben Seite, gleichviel nach welcher Richtung man durch den Körper hindurchblickt. Wird daher der einfallende Strahl am andern Ende des zirkular polarisierenden Mittels so reflektiert, daß er auf demselben Wege zurückkehrt, so beobachtet man gar keine Drehung, weil die beiden hintereinander erfolgten Drehungen, absolut genommen, entgegengesetzt waren. Bei der Drehung durch den Strom werden dagegen beide Drehungen, wieder absolut genommen, in gleichem Sinn erfolgen, und der Effekt wird durch die Reflexion verdoppelt. Die Drehung der Polarisationsebene ist der Stärke des Stromes oder der magnetisierenden Kraft proportional (so daß optische Strommesser nach diesem Prinzip konstruiert werden können) sowie der Dicke der durchstrahlten Schicht. Der Proportionalitätsfaktor heißt magneto-optische oder Verdetsche Konstante. Diese nimmt zu mit der Brechbarkeit der Strahlen. Bei gleicher magnetisierender Kraft ist die Drehung in verschiedenen Stoffen sehr verschieden: in Lösungen von Salzen mit diamagnetischem Radikal ist das Drehungsvermögen fast durchgängig größer als für Wasser, dagegen ist es kleiner als für Wasser in Lösungen von Salzen mit magnetischem Radikal, so daß letztern Salzen ein negatives Drehungsvermögen zuzuschreiben ist. Auch beim Durchgang durch sehr dünne Eisenschichten oder bei der Reflexion eines polarisierten Lichtstrahls an der polierten Fläche eines Magnetpols wird die Polarisationsebene gedreht. Stellt man zwischen die Pole eines Ruhmkorffschen Elektromagnets die Flamme eines Bunsenbrenners, in der sich ein mit Kochsalz getränktes Stück Asbest befindet, so tritt im Spektrum dieser Flamme bei Erregung des Elektromagnets eine deutliche Verbreiterung der beiden D-Linien auf, während beim Öffnen des elektrischen Stromes die Verbreiterung wieder verschwindet. Diese Beeinflussung der Lichtemission durch ein Magnetfeld (Zeemans Phänomen) läßt sich mit einer von Lorentz aufgestellten Theorie der elektrodynamischen Vorgänge in Einklang bringen, welche die elektrischen Ströme als fortschreitende Bewegung elektrisch geladener seiner ponderabeln Teilchen auffaßt und nach der elektromagnetischen Lichttheorie in einer Lichtquelle Schwingungen solcher Teilchen (Elektronen, Ionen) voraussetzt. Zu den magneto-optischen Erscheinungen kann man ferner rechnen den Einfluf; des Magnetismus auf flüssige Kristalle (s. Meyers Magnetische Influenz, S. 85) und die von Majorana entdeckte Erzeugung von Doppelbrechung u. Dichroismus bei manchen Flüssigkeiten (vermutlich Pseudolösungen) durch magnetische Kräfte. Vgl. Schmauß in den »Annalen der Physik«, Bd. 12, S. 186 (1903); O. Lehmann, Flüssige Kristalle (Leipz. 1904).
 
Artikelverweis 
Magnetostriktion, das Auftreten von Formänderungen und Spannungen in Körpern infolge von Magnetisierung, ähnlich der Meyers Elektrostriktion (s. d.). Sie steht in Zusammenhang mit der Abhängigkeit der Magnetisierungsfunktion von Druck und Spannung. Bei Anwendung von Wechselstrom zur Magnetisierung werden durch diese Formänderungen Töne erregt, die z. B. bei dem ersten Telephon von Reiß zur Wiedergabe des Gesprochenen Verwendung fanden.
 
Artikelverweis 
Magnetotherapie, s. Meyers Magnetische Kuren.
 
Artikelverweis 
Magnetpol s. Meyers Magnetische Influenz und Meyers Magnetische Kraft.
 
Artikelverweis 
Magnetstab s. Meyers Magnetische Influenz und Meyers Magnetische Kraft.
 
Artikelverweis 
Magnetstahl, jeder Stahl mit besonders großer Koerzitivkraft, besonders ein bei 800° gehärteter Wolframstahl.
 
Artikelverweis 
Magnettes (franz., spr. manjett'), mittelfeines Leinen, oft in Deutschland und Belgien gewebt, in Holland gebleicht und appretiert und von dort als holländische Leinwand versandt.
 
Artikelverweis 
Magni (Magnus), 1) Johannes, schwed. Geschichtschreiber, geb. 19. März 1488 in Linköping, gest. 22. März 1544 in Rom, seit 1523 Erzbischof in Upsala, verließ 1526 sein Vaterland, da er die kirchliche Reformation nicht zu hindern vermochte. In seiner »Historia de omnibus Gothorum Suconumque regibus« (Rom 1554, 24 Bücher) hat er aus falschem Patriotismus ganze Reihen apokrypher Könige ein geschaltet.
   2) Olaus, schwed. Geschichtschreiber und Kartograph, Bruder des vorigen, geb. 1490, gest. 1. Aug.

[Bd. 6, Sp. 98]


1557 in Rom, ward Geistlicher, später von Gustav Wasa öfters mit diplomatischen Aufträgen betraut, verließ aber 1526, als überzeugter Gegner der Reformation, für immer Schweden. Von seinem berühmten kulturgeschichtlichen Werk »Historia de gentibus septentrionalibus etc.« (Rom 1554, 22 Bücher; 4. Aufl., Basel 1567) erschienen auch viele Bearbeitungen in deutscher, französischer, englischer, italienischer und holländischer Sprache. Seine »Carta marina et descriptio septentrionalium terrarum etc.« (Venedig 1539) ist eins der besten kartographischen Werke seiner Zeit. Seine Biographie schrieb H. Hildebrand (Stockh. 1899). Vgl. O. Brenner, Die echte Karte des Olaus M. vom Jahre 1539 (Münch. 1886); Hjärne, Bidrag till Olai M. historia (Stockh. 1893); Ahlenius, Olaus M. och hans framställning af Nordens geografi (Upsala 1895).
 
Artikelverweis 
Magnifĭcat (lat.), der mit den Worten: »M. anima mea Dominum« (»Meine Seele erhebet den Herrn«) anhebende Lobgesang der Maria im Haus des Zacharias (Luk. 1,4655); wird in der katholischen Kirche täglich in der Vesper gebetet. Neuere Kritiker haben das M. der Elisabeth zuschreiben wollen. Vgl. Harnack, Das M. der Elisabeth (in den Sitzungsberichten der Akademie der Wissenschaften zu Berlin, 1900), und dagegen Bardenhewer, Ist Elisabeth die Sängerin des M.? (in den »Biblischen Studien«, Bd. 6, Freiburg 1901).
 
Artikelverweis 
Magnifĭcus (lat.), an Universitäten übliche Abkürzung für Rector oder Prorector magnificus. Magnifica, scherzweise dessen Gattin. S. Meyers Rektor und Magnifizenz.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer