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Magnetische Kristallachse bis Magnetischer Äquator (Bd. 6, Sp. 89 bis 90)
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Artikelverweis Magnetische Kristallachse, s. Meyers Magnetische Influenz, S. 85.
 
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Magnetische Kuren (Magnetotherapie), auf Anwendung des sogen. tierischen Magnetismus beruhende Heilversuche. Der tierische Magnetismus (Lebens-, Zoo- oder Biomagnetismus, Mesmerismus) galt im Sinne der ältern Naturwissenschaft als eine Kraft, die man mit dem Magnetismus verglichen hat, weil sie, wie dieser, durch Bestreichen geweckt würde und ohne direkte Berührung wirken sollte. In ein System brachte die Lehre vom sogen. tierischen Magnetismus Meyers Mesmer (s. d.); er studierte um 1772 die Wirkung des Magnets auf den menschlichen Körper und bemerkte, daß auch ohne Anwendung des Magnets, durch bloßes Streichen mit den Händen, eigentümliche Wirkungen hervorgebracht wurden, die eine rätselhafte, auf den menschlichen Organismus wirkende Kraft zu bekunden schienen. Er machte davon Anwendung zur Heilung von Krankheiten und erregte durch seine magnetischen Kuren großes Aufsehen. Wienholt, Olbers, Böckmann, Gmelin u. a. suchten die Lehre von dieser Kraft wissenschaftlich zu begründen. Wolfart gründete eine magnetische Heilanstalt in Berlin; Kiefer, Hufeland, Passavant, Baader, Ennemoser u. a. schrieben anerkennend über tierischen Magnetismus. Man nahm an, daß den Fingern, den Augen, dem Hauch des Magnetiseurs ein eigentümliches ätherisches Fluidum entströme, das durch den bloßen Willen in weite Ferne wirken könnte und in der »magnetisierten« Person merkwürdige Nervenzustände erzeugte. Kiefer bezeichnete die bezügliche Kraft als Tellurismus oder, soweit sie von Metallen ausströmt, als Siderismus; Gmelin, Passavant u. v. a. wollten den Nervenäther darin erkennen; viel Beifall fand später Reichenbach, der in der Ausströmung der Hände eine wohlcharakterisierbare Naturkraft, das Od (s. d.), nachzuweisen suchte. Die in verschiedener Weise und besonders über die leidenden Körperteile geführten Striche erzeugten oft einen mehr oder weniger tiefen Schlaf, der später durch die Studien über den Meyers Hypnotismus (s. d.) seines geheimnisvollen Charakters entkleidet worden ist. Bei manchen Personen sollte der Schlaf bald in den Zustand des Schlafwachens oder Meyers Somnambulismus (s. d.) übergehen, in dem Fragen beantwortet werden und das geistige Vermögen der Betreffenden, von den gewöhnlichen Fesseln befreit, nicht nur den Zustand des eignen Körpers völlig durchschauen, sondern auch die geeigneten Heilmittel für denselben erkennen sollte. In gesteigerten Zuständen dieses Schlafwachens sollte es zu einem Hochschlaf oder Hellsehen kommen, durch das der Schlafende die Vergangenheit, Zukunft und räumliche Ferne durchdränge. Mit den Fingerspitzen wurden verschlossene Briefe gelesen und alle Dinge erkannt, die man den betreffenden Personen wohlverschlossen auf die Magengrube legte; hieraus wurde geschlossen, daß das sympathische Nervengeflecht mit seinen Gang lien das eigentliche Organ für diese geheimnisvollen Seelenkräfte sei. Nach Beendigung des somnambulen Zustandes fehlte meist alle Erinnerung an das, was in ihm geschah. Infolge der magnetischen Manipulation und des dadurch bewirkten Somnambulismus sollte zwischen Magnetiseur und Somnambule ein magnetischer Rapport entstehen, eine Art von Lebens- und Empfindungsgemeinschaft, vermöge deren der Wille des Magnetiseurs auf die organischen und geistigen Funktionen des Somnambulen einen bezwingenden Einfluß erhält, während dem letztern gleichzeitig die Seelenzustände des Magnetiseurs direkt zum Bewußtsein kommen. Selbst leblose Gegenstände sollten zu Trägern des tierischen Magnetismus gemacht werden können, und in dieser Auffassung bediente sich Mesmer eines magnetischen Baquets, eines mit Wasser und Eisenfeilspänen gefüllten hölzernen oder gläsernen Bottichs, den er magnetisierte, und durch den eine ganze Anzahl von Kranken

[Bd. 6, Sp. 90]


gleichzeitig magnetisiert wurde. Das Studium des Hypnotismus hat gezeigt, daß jene Erscheinungen nicht ganz dem Gebiete der Selbsttäuschung und des Betrugs angehören, wie man vor einigen Jahrzehnten annahm; man begreift jetzt, daß ausgezeichnete Ärzte und Naturforscher an eine geheimnisvoll wirkende Kraft des Magnetiseurs geglaubt haben. Da die Experimente oft mit hysterischen, schon infolge ihrer Krankheit zu Täuschungen hinneigenden Personen gemacht wurden, so erklärt sich, daß in einer Zeit, die schon an sich zu mystischer Auffassung der Dinge bereit war, aus auffallenden Erscheinungen falsche Schlüsse gezogen wurden, auf die sich ein vollständiges Lehrsystem aufbaute. Selbst gewisse Heilwirkungen bei Nervenübeln u. dgl. können von den betreffenden Manipulationen erwartet werden, aber nicht eine Heilung aller möglichen Übel oder gar prophetische Eingebungen des Heilmittels und die sonstigen übernatürlichen Leistungen. Über Anwendung starker magnetischer Wellen zu Heilzwecken (Permeaelektrotherapie) s. Meyers Elektrotherapie. Vgl. Obersteiner, Der Hypnotismus in seiner medizinischen und forensischen Bedeutung (Wien 1887); Binet und Féré, Le magnétisme animal (Par. 1887); Heidenhain, Der sogen. tierische Magnetismus (4. Aufl., Leipz. 1880); Sallis, Der tierische Magnetismus und seine Genese (das. 1887); H. R. P. Schröder, Geschichte des Lebensmagnetismus und des Hypnotismus (das. 1899) sowie die unter »Hypnotismus« angegebene Literatur. Nur von historischem Interesse, nicht aber von wissenschaftlichem Werte sind heute die Schriften von Mesmer, Wolfart, Stieglitz, Nees v. Esenbeck, Kiefer, Ennemoser, Carus, Perty u. a.
 
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Magnetische Kurve s. Meyers Magnetische Kraft.
 
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Magnetische Masse, Menge s. Meyers Magnetische Kraft.
 
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Magnetische Meridiane, s. Meyers Erdmagnetismus, S. 17.
 
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Magnetische Neigung s. Meyers Erdmagnetismus, S. 16.
 
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Magnetische Parallelkreise s. Meyers Erdmagnetismus, S. 16.
 
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Magnetische Observatorien, meist staatliche Institute zur Beobachtung des Erdmagnetismus der Deklination, Inklination und Horizontalintensität, und zur Ausführung magnetischer Landesaufnahmen, sind meist mit astronomischen und meteorologischen Observatorien verbunden und dienen vor allem wissenschaftlichen, aber auch nautischen und bergbaulichen Interessen. Gauß und Weber begründeten 1833 ein magnetisches Observatorium in Göttingen, auf Humboldts Anregung wurden in den 30er Jahren des 19. Jahrh. in Rußland, andre fast gleichzeitig in England und den englischen Kolonien gegründet. Gegenwärtig bestehen m. O. in allen Kulturstaaten.
 
Artikelverweis 
Magnetische Permeabilität, s. Meyers Elektromagnetismus, S. 681, und Magnetische Influenz, S. 84.
 
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Magnetische Polarisation, s. Meyers Magnetische Influenz, S. 85.
 
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Magnetischer Äquator, s. Meyers Erdmagnetismus, S. 16.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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