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Magnes bis Magnesian limestone (Bd. 6, Sp. 79 bis 80)
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Artikelverweis Magnes, griech. Dichter, um 460 v. Chr., einer der ersten Begründer der attischen Komödie.
 
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Magnesĭa (Magnesiumoxyd, Bittererde, Bittersalzerde, Talkerde) MgO findet sich in der Natur mit etwas Eisenoxydul als Periklas und entsteht beim Verbrennen von Magnesium und beim Glühen von in der Hitze zersetzbarer Magnesiasalze. In der Technik gewinnt man M. durch Erhitzen von Magnesit (zur Gewinnung von Kohlensäure), von Magnesiumhydroxyd oder kohlensaurer Magnesia, auch durch Zersetzen von erhitztem Chlormagnesium mit Wasserdampf (zur Gewinnung von Salzsäure). Bei letzterm Prozeß tritt M. in regulären Kristallen auf. Die aus basisch kohlensaurer M. dargestellte M. ist um so dichter, je dichter das Rohmaterial war, und je höher man die Temperatur steigerte. Ein bei schwacher Rotglut dargestelltes, sehr lockeres Präparat wird als gebrannte M. (M. usta) arzneilich benutzt. Es ist farb- und geruchlos, schmeckt etwas erdig, schmilzt nur im Knallgasgebläse, spez. Gew. 3,203,64, löst sich in 55,000 (nach andern Angaben in 100,000200,000) Teilen Wasser, reagiert im feuchten Zustand schwach alkalisch, gibt, mit 1012 Teilen Wasser angerührt, in einigen Tagen eine gallertartige Masse von Magnesiumhydroxyd, absorbiert an der Luft allmählich Feuchtigkeit und Kohlensäure, verliert aber diese Eigenschaft wesentlich durch Brennen bei Weißglut, löst sich leicht in Säuren und dient als säuretilgendes Mittel, als mildes abführendes Mittel und als Gegenmittel bei Arsenvergiftungen. Man benutzt gebrannte M. auch zu Leuchtstiften (an Stelle der Kalk- und Zirkonerdestifte beim Knallgas), zur Herstellung von Zement und künstlichen Steinen, im Ammoniaksodaverfahren, im Weldonschen Magnesiachlorverfahren, zur Scheidung des Rübensaftes, zum Reinigen des Wassers, zum Einbetten von Platintiegeln in gewöhnliche Schmelztiegel, zur Herstellung von Kunstgüssen und Stuckarbeiten, zur Darstellung feuerfester Schmelztiegel und Ziegel. Die Benutzung der M. zu Ziegeln für den Flammofenbetrieb, als basisches Ofenfuttermaterial für den Entphosphorungsprozeß des Eisens (Thomas-Gilchrist), für Kalk-, Zement- und Strontianitbrennöfen führte zur Herstellung von Magnesiaziegeln aus Magnesit, die aber wegen ihres Kieselsäuregehalts nicht zu allen Zwecken brauchbar sind, und infolgedessen zur Abscheidung von M. aus Chlormagnesiumlaugen der Staßfurter Kaliindustrie und der Meersalinen. Rührt man stark gebrannte M. mit Wasser an, so erhärtet sie nach Art der Zemente (s. Meyers Zement); ein Gemisch von gebrannter M. mit Kreide- oder Marmorpulver gibt, mit Wasser angerührt und einige Zeit dem Wasser ausgesetzt, eine marmorartige, harte Masse. Auch mit Chlormagnesiumlösung liefert gebrannte M. eine steinartige Masse (Sorelscher Zement).
   Unter M. versteht man auch die kohlensaure M. (Magnesiumkarbonat) Mg CO3. Diese findet sich in der Natur als Magnesit und mit kohlensaurem Kalk als Dolomit. Man erhält sie beim Erhitzen von Magnesiumsulfat- mit Natriumkarbonatlösung auf 160175°, beim Zersetzen von Chlormagnesium mit Calciumkarbonat. Sie bildet farblose Kristalle, löst sich schwer in Wasser und verliert beim Erhitzen leicht Kohlensäure. In kohlensäurehaltigem Wasser löst sie sich zu zweisachkohlensaurer M. (Magnesiumbikarbonat) Mg(HCO3)2, die nur in leicht zersetzbarer Lösung bekannt ist. Aus dieser Lösung, die man durch Einrühren von basisch kohlensaurer M. in Wasser und Einleiten von Kohlensäure enthält, kristallisiert das Karbonat je nach den Verhältnissen mit verschiedenem Wassergehalt. Das großkristallinische wasserhaltige Karbonat verwittert leicht an der Luft, ist aber als Pasta ziemlich haltbar und zersetzt Chlorkaliumlösung unter Druck bei Gegenwart überschüssiger Kohlensäure unter Bildung von Kaliummagnesiumkarbonat KCO3. MgHCO3+4H2O, das bei der Darstellung von Pottasche in Betracht kommt. Es ist in Wasser und selbst in verdünnten Säuren schwer löslich. Aus der Lösung von Magnesiasalzen fällt Natriumkarbonat

[Bd. 6, Sp. 80]


basische Magnesiumkarbonate von verschiedener Zusammensetzung. Ein solches (M. alba, M. carbonica, M. hydrocarbonica), im wesentlichen 4MgO. 3CO2. 4H2O, findet sich in der Natur als Hydromagnesit und wird dargestellt, indem man Dolomit Ca Mg (CO3)2 im Kalkofen brennt, mit Wasser löscht, die Milch in einem Gefäß mit Rührwerk unter einem Druck von 3 Atmosphären mit Kohlensäure (erhalten durch Brennen von Kalk) sättigt und die entstandene Lösung von zweifach kohlensaurer M. nach Abscheidung des schlammförmigen kohlensauren Kalkes durch Dampf zum Kochen erhitzt. Die hierbei sich entwickelnde Kohlensäure wird von neuem benutzt, die abgeschiedene kohlensaure M. wird auf Filterpressen entwässert, worauf man die Preßkuchen trocknet und mit einer Kreissäge in parallelepipedische Stücke zerschneidet. Auch aus Chlormagnesiumlaugen und aus gebrannter M. verschiedenen Ursprungs, besonders aus gebranntem Magnesit, wird basisch kohlensaure M. durch Behandeln mit Kohlensäure, auch mit Natriumkarbonat dargestellt. Sie bildet ein sehr lockeres, bewegliches, geschmackloses Pulver, löst sich sehr wenig in Wasser, reagiert schwach alkalisch und verliert beim Erhitzen Kohlensäure und Wasser. Man benutzt sie als leicht abführendes, säuretilgendes Mittel, zu Putz- und Zahnpulver, als Farbenverdünnungsmittel, zur Darstellung von gebrannter M., Magnesiaziegeln etc.
 
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Magnesia, Magnesia; M. alba, carbonica, hydrico-carbonica, weiße M., basisch kohlensaure M.; M. citrica effervescens, brausende zitronensaure M., s. Meyers Brausepulver; M. lactica, milchsaure M.; M. nigra, Braunstein; M. sulfurica, schwefelsaure M., Bittersalz; M. sulfurica sicca, verwitterte schwefelsaure M.; M. usta, gebrannte M.; M. vitriariorum, soviel wie Braunstein.
 
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Magnesĭa, 1) östlichste, selbständige Landschaft Thessaliens (s. d.). 2) (M. ad Sipylum) Stadt in Lydien, am nördlichen Abhang des Sipylos, berühmt durch den Sieg der Römer über Antiochos (190 v. Chr.); jetzt Manisa. 3) Stadt in Karien (Ionien), nördlich vom Mäander und am östlichen Abhang des Thorax, angeblich Gründung des thessalischen M., eine der drei Städte, die Artaxerxes dem Themistokles schenkte (der sich gewöhnlich hier aufhielt), und berühmt durch einen Tempel der Artemis Leukophryene, dessen Trümmer beim heutigen Tekke liegen. Dieselben sowie die Agora mit dem Tempel des Zeus Sosipolis sind 189093 durch Humann, Heyne und Kern ausgegraben worden. Vgl. O. Kern, Die Inschriften von M. am Mäander (Berl. 1900); Humann, M. am Mäander. Bericht über die Ergebnisse der Ausgrabungen der Jahre 18911893 (das. 1904; die Bauwerke bearbeitet von J. Kohte, die Bildwerke von Watzinger).
 
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Magnesiaflüssigkeit (Magnesialösung, Magnesiamixtur), Lösung von schwefelsaurer Magnesia (Bittersalz) und Salmiak in Wasser und Ammoniakflüssigkeit, dient in der chemischen Analyse zur Fällung der Phosphorsäure als phosphorsaure Ammoniakmagnesia.
 
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Magnesiaglimmer (Biotit), s. Meyers Glimmer, S. 36.
 
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Magnesialicht, dem Drummondschen Licht entsprechendes und wie dieses angewandtes Licht, bei dem statt der Kalkstifte solche aus gebrannter Magnesia im Knallgasgebläse auf Weißglut erhitzt werden. Beim Magnesiakammlicht wird eine Reihe von Magnesiastiften durch eine Wassergasflamme erhitzt. Magnesiumlicht wird durch Verbrennen von Meyers Magnesium (s. d.) erzeugt.
 
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Magnesialösung, s. Meyers Magnesiaflüssigkeit.
 
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Magnesiamilch, in Zuckerlösung verteilte gebrannte Magnesia.
 
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Magnesiamixtur, soviel wie Magnesiaflüssigkeit.
 
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Magnesian limestone (engl., spr. laimstōn), Magnesiakalk, d. h. Dolomit, mittlere Abteilung des englischen Zechsteins, s. Text zur Tafel Meyers »Dyasformation«.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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