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Magnäānisches Institut bis Magnavacca (Bd. 6, Sp. 77 bis 79)
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Artikelverweis Magnäānisches Institut, die durch ein Legat des gelehrten Isländers Arni Magnusson (Arnas Magnäus, gest. 1730 in Kopenhagen) in Kopenhagen gegründete Stiftung zur Herausgabe isländischer Manuskripte. Magnusson hatte nämlich auf Island, wo er sich 170212 als königlicher Kommissar aufhielt,

[Bd. 6, Sp. 78]


eine sehr schätzbare Sammlung von isländischen Handschriften zusammengebracht, die noch jetzt, obwohl bei dem großen Brand von Kopenhagen 1728 sehr viel davon zugrunde ging, die größte derartige Sammlung ist, und die er nebst einem Kapital der Kopenhagener Universitätsbibliothek vermachte. Die Stiftung wird seit 1772 durch eine besondere Kommission verwaltet. Außer den großen Ausgaben der beiden Eddas sind durch sie viele Sagas, Gesetzbücher, Glossarien, Faksimiles etc. herausgegeben, auch Gelehrte in der Herausgabe ähnlicher Werke unterstützt worden. Vgl. »Samling af bestemmelser vedkommende det Arnamagnæanske legat« (Kopenh. 1892). und Kålunds Vorrede zum 2. Bande des »Katalog over den Arnamagnæanske haandskriftsamling« (das. 1894).
 
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Magna Charta (lat., engl. the Great Charter, »die große Charte« oder »der große Freiheitsbrief«), in England das Staatsgrundgesetz, das 1215 Adel und Geistlichkeit dem König Johann ohne Land abnötigten und dadurch den Grund zu der englischen Verfassung und dem Konstitutionalismus in England legten, der in der Folgezeit auch in den Kontinentalstaaten zur Geltung kam. Die M., die am 18. Juni 1215 erlassen wurde, bestätigt in 63 Artikeln frühere Gesetze Eduards des Bekenners, die Veränderungen Wilhelms I., die Charta libertatum von Heinrich I. und bewilligt Erweiterungen und Reformen. Ihre Bedeutung besteht darin, daß sie sich auf die gesamte Nation erstreckt und die uralten Grundsätze der persönlichen Freiheit der angelsächsischen Zeit mit den ständischen Rechten des normannischen Lehnsstaates verbindet. Namentlich wurde festgesetzt, daß zu außerordentlichen Gelderhebungen die Einwilligung einer allgemeinen Reichsversammlung notwendig sei, zu der alle Erzbischöfe, Bischöfe, Äbte, Grafen, Barone und alle unmittelbaren Vasallen zu berufen seien. Alle Vorrechte, die der König den Baronen bewilligen würde, sollten von ihnen auch den Untervasallen zugestanden werden. Die fremden Kaufleute sollten keinen willkürlichen Zöllen und Abgaben unterworfen sein, London sowie alle Städte und Flecken ihre alten Rechte und Gewohnheiten behalten. Die Gerichte sollten jedermann offen stehen, die Gerechtigkeit nicht verzögert, verkauft oder verweigert werden. Kein freier Mann sollte gefangen gesetzt, seiner Güter beraubt oder sonst beschädigt werden, es sei denn durch Urteilsspruch von Richtern seinesgleichen und auf Grund der geltenden Landesgesetze. Der Gerichtshof für gemeine, d. h. gewöhnliche Klagen (Court of common pleas, Common bench) sollte fortan nicht mehr der Person des Königs folgen, sondern stets an einem bestimmten Ort seine Sitzungen halten. Die Forsten und Wasser sollten freigegeben werden. König Johann schon trachtete, diese Akte kraft der Lossprechung seitens des Papstes Innozenz III. zu brechen, und starb darüber im Kampfe mit seinem Volk. Unter Heinrich III. wurde 6. Nov. 1217 noch ein besonderer Freiheitsbrief, die Charta de foresta (Charter of the forest), erlassen, der die königlichen Forstrechte beschränkte; auch wurde unter ihm und seinen Nachfolgern die M. oft durch neue Urkunden bestätigt, freilich zunächst mit Weglassung der auf die Rechte der Reichsstände bezüglichen Klauseln. Doch ist auch der Inhalt dieser spätestens seit der Bestätigung der Freibriefe durch Eduard 1. (1297) allgemein anerkanntes Recht geworden. Der erste Druck der M., die lateinisch geschrieben war, erschien 1507. Die besten Ausgaben lieferten Blackstone in »The Great Charter and Charter of the forest« (Oxf. 1753), Thompson in dem »Historical essay on the M« (das. 1829) und Stubbs in den »Select charters and other illustrations of English constitutional history« (8. Aufl. 1895). Vgl. Lau, Die Entstehungsgeschichte der M. (Hamb. 1857); Hatschek, Englisches Staatsrecht (Tübing. 1905, Bd. 1); Mc Kechnie, Magna Carta, a commentary on the great charter of King John (Glasgow 1905).
 
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Magna Charta-Insel, s. Meyers Egham.
 
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Magna cum laude (lat.), mit großem Lob.
 
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Magnalĭum, von Mach hergestellte Legierungen von Magnesium mit Aluminium, deren Zusammensetzung zwischen Al2Mg und AlMg13 schwankt. Zur Herstellung werden die Metalle unter Luftabschluß zusammengeschmolzen und im Vakuum oder unter einem Druck von 100200 Atmosphären abgekühlt. Die Legierungen haben geringes spezifisches Gewicht, muscheligen Bruch, sind sehr fest, silberweiß und nehmen vorzügliche Politur an. Eine Legierung aus gleichen Teilen Aluminium und Magnesium eignet sich besonders zu Spiegelmetall, ist sehr spröde, luftbeständig und besitzt ein Reflexionsvermögen, welches das aller bisherigen Spiegelmetalle übertrifft und dem der Silber- oder Quecksilberspiegel gleichkommt. Legierungen mit 1030 Proz. Magnesium sind im allgemeinen dehnbar, schwanken in der Härte zwischen Messing und Rotguß und haben ein spezifisches Gewicht von 22,5; sie lassen sich vorzüglich bearbeiten und wie Aluminium gießen. M. mit 25 Proz. Magnesium eignet sich zum Ziehen von Draht und Röhren, solches mit 58 Proz. zum Walzen, mit 1215 Proz. zum Gießen.
 
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Magna mater, Göttin, s. Meyers Rhea.
 
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Magnan (spr. manjāng), Bernard Pierre, Marschall von Frankreich, geb. 7. Dez. 1791 in Paris, gest. 29. Mai 1865, trat 1809 als Freiwilliger in die Armee, kämpfte 180913 in Spanien und machte als Kapitän in der kaiserlichen Garde die Feldzüge 1814 in Frankreich und 1815 in Belgien mit. 1817 wurde er Bataillonschef im 34. Linienregiment, zog 1823 mit nach Spanien und 1830 nach Algier. 1831 wegen seines energielosen Verhaltens bei einer Insurrektion in Lyon zur Disposition gestellt, trat er als General in belgische Dienste. Nach siebenjähriger Dienstzeit in Belgien kehrte er nach Frankreich zurück und ward mit der Unterdrückung der Arbeiterunruhen in Lille beauftragt. Im Sommer 1851 ward er Oberkommandeur der Pariser Armee, mit der er den durch den Staatsstreich vom 2. Dez. d. J. hervorgerufenen Aufstand niederschlug, wofür er 1852 zum Senator und 1853 zum Marschall ernannt wurde.
 
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Magnanerīe (franz., spr. manja-, von magnan, Seidenraupe), Anstalt zum Betrieb der Seidenraupenzucht; Maulbeerbaumpflanzung.
 
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Magnanimität (lat.), Großmut, Hochherzigkeit.
 
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Magnāten (lat. magno-nati), in Ungarn Bezeichnung der vornehmsten adligen Geschlechter und der Reichswürdenträger, die nach der Verfassung geborne Repräsentanten des Landes sind und die Magnatentafel (Oberhaus) bilden. Zu dieser gehören nach der Reform, die durch den Gesetzesartikel VIII vom Jahre 1886 bewirkt wurde: 1) die volljährigen Erzherzoge; 2) die volljährigen Mitglieder von 273 im Gesetz aufgezählten fürstlichen, gräflichen und freiherrlichen Familien, bei einer Steuerleistung von mindestens 3000 Gulden jährlich an Grund- und Haussteuer; die Zahl kann durch königliche Verleihung oder (gegenüber Nichtungarn) durch die Legislative vermehrt werden; 3) kraft Amtes die zehn Bannerherren

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des Reiches und der Graf von Preßburg, die zwei Kronhüter, der Gouverneur von Fiume, die zwei Präsidenten der königlichen Kurie und die Präsidenten der königlichen Tafel, die katholischen und griechischorientalischen Erzbischöfe und Bischöfe und einige andre Prälaten, ferner ein Vertreter der unitarischen Kirche und eine Anzahl Würdenträger der zwei evangelischen Kirchen; 4) vom König ernannte lebenslängliche Mitglieder bis zu 50; 5) drei Abgeordnete des kroatisch-slowenischen Landtags, die nur Stimmrecht bei Angelegenheiten haben, welche die Länder der ungarischen Krone gemeinsam betreffen, alle übrigen Adligen faßt man unter dem Namen Gentry (Landadel) zusammen. In Polen hießen M. die geistlichen und weltlichen Senatoren oder Reichsräte und der hohe Adel.
 
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Magnavacca (spr. manja-), Hafenort bei Meyers Comacchio (s. d.).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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