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Magistrālformeln bis Magnäānisches Institut (Bd. 6, Sp. 76 bis 77)
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Artikelverweis Magistrālformeln, s. Rezept.
 
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Magistránzwurzel, s. Peucedanum.
 
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Magistrāt (lat.) Bezeichnung des Kollegiums der städtischen Verwaltungsbehörde (s. Meyers Stadt), in Frankreich Meyers Munizipalität (s. d.) genannt, während dort M. einen Gerichtsbeamten und Magistratur das Gerichtswesen und das Gerichts- und Staatsbeamtenpersonal überhaupt bezeichnet. In England versteht man unter magistrates (spr. mädschìstrēts) die höhern Polizeibeamten und die Friedensrichter.
 
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Magistrātus (lat.), bei den Römern ebensowohl das obrigkeitliche Amt wie die dasselbe bekleidende Person. Ursprünglich war die gesamte Regierungsgewalt im Besitz der Könige vereinigt, von denen die wenigen etwa nötigen Beamten eingesetzt wurden. Nach ihrer Vertreibung ging deren ganze Gewalt auf das Volk über, welches das imperium, die höchste militärische Gewalt, und die potestas, die Amtsgewalt in den bürgerlichen Angelegenheiten, von Jahr zu Jahr verlieh, dann aber den so gewählten Beamten gegenüber zu unbedingtem Gehorsam sich verpflichtet hielt; daher waren diese während ihres Amtes unabsetzbar. Mißbrauch der Gewalt verhütete das Volk dadurch, daß es dieselbe auf wenigstens zwei Träger verteilte, den einen gegen den andern mit dem Rechte der Interzession ausstattete und für einzelne Geschäftszweige der ursprünglichen Ämter besondere neue schuf. So entstand, nachdem zuerst die gesamte königliche Gewalt in den Händen der beiden Konsuln vereinigt gewesen war, noch im ersten Jahre der Republik (nach der gewöhnlichen Annahme) für die Verwaltung des Staatsschatzes die Quästur, 444 v. Chr. für die Schätzung die Zensur, 366 für die Rechtspflege die Prätur. Während diese Ämter zuerst nur von Patriziern bekleidet werden durften, wurden für die Plebejer 494 das Volkstribunat und die Ädilität neu geschaffen und für alle diese ständigen Ämter eine gewisse Reihenfolge eingerichtet, die mit der Quästur begann und von da durch das Volkstribunat und die Ädilität zur Prätur und zum Konsulat aufstieg, indem für jedes die Erreichung eines gewissen Lebensalters verlangt wurde (geregelt durch die lex Villia annalis 180 v. Chr.). Außerdem gab es noch eine Anzahl außerordentlicher Ämter, die nur auf besondere Veranlassung und vorübergehend in Kraft traten, namentlich die Diktatur, die, 498 errichtet, in Fällen großer Gefahr während der ersten drei Jahrhunderte der Republik oft zur Anwendung kam, die Decemviri legibus scribundis (451 und 450) und in der letzten Zeit der Republik die Tresviri reipublicae constituendae. Zwischen den Ämtern bestand eine gewisse Rangordnung, zunächst zwischen den M. maiores (Konsulat, Prätur, Zensur), die sich auch äußerlich durch die Ehre der sella curulis unterschieden und deshalb curules hießen, und den M. minores und dann wieder innerhalb beider Klassen. Gehalt wurde nicht gezahlt. In der Kaiserzeit blieben die meisten republikanischen Magistrate bestehen, freilich in ihrer Befugnis vielfach beschränkt; zudem war die Wahl dem Senat übertragen, der dabei durch die Wünsche des Kaisers gebunden war; an wirklicher Macht waren ihnen die von diesem unmittelbar ernannten Beamten überlegen, der Praefectus urbi, die Praefecti praetorio, vigilum, annonae. Eine völlige Neugestaltung erfuhr das Beamtenwesen durch Diokletian und Konstantin, welche die Militär- und Zivilverwaltung, Hof- und Staatsbeamte trennten, nach Rang und Ehren die einzelnen Stufen genau bestimmten und den republikanischen Magistraten den letzten Schein von Selbständigkeit entzogen.
 
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Maglaj, Bezirksstadt in Bosnien (Kreis Dolnja-Tuzla), am rechten Ufer der Bosna und Station der Bosnabahn (Brod-Sarajevo), liegt malerisch am Fuß der Ozren-Planina, ist terrassenförmig auf drei kleinen Hügeln erbaut, hat eine schöne Moschee (Kuppelbau aus dem 15. Jahrh.), ein großes befestigtes Kastell, eine lange Brücke über die Bosna, ein Bezirksgericht und (1895) 3431 meist mohammedan. Einwohner. M. ist berüchtigt durch den Überfall, den die Bevölkerung 2. Aug. 1878 mit Erfolg gegen eine Husareneskadron ausführte; den Gefallenen wurde neben dem Brückenkopf ein Denkmal errichtet.
 
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Magliabecchi (spr. maljabécki), Antonio, ital. Gelehrter, geb. 28. Okt. 1633 in Florenz, gest. 2. Juli 1714, war bis zu seinem 40. Jahr Goldschmied, hatte

[Bd. 6, Sp. 77]


sich aber schon von früher Jugend an durch Selbststudium die Kenntnis der alten Sprachen und ein ganz außerordentliches literarhistorisches Wissen angeeignet. Michael Ermini, Bibliothekar des Kardinals Leopold von Medici, entdeckte in ihm den Gelehrten, und Marmi verwandte ihn bei der Sammlung einer Bibliothek für den Großherzog Cosimo III., deren Kustos er später wurde. Seine bedeutende Büchersammlung (über 30,000 Bände) vermachte er dem Großherzog von Toskana; sie ist besonders durch ihren Reichtum an Handschriften und alten Drucken hervorragend (Katalog derselben von Fossi, Flor. 1795, 3 Bde.) und wurde 1859 mit einem großen Teil der Palatina (der großherzoglichen Bibliothek) zur »Nationalbibliothek« vereinigt. M. selbst hat mehrere ältere Schriften herausgegeben. Eine Auswahl der an ihn gerichteten Briefe besorgte Targioni (Flor. 1745); viele andre finden sich in der »Correspondance inédite de Mabillon et de Montfaucon avec l'Italie« (hrsg. von Valery, Par. 1847, 3 Bde.).
 
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Magliani (spr. maljāni), Agostino, ital. Minister, geb. 1824 in Lanzino bei Salerno, gest. 21. Febr. 1891, studierte in Neapel, ward Sektionschef der Oberrechnungskammer, war von 1877 an zehn Jahre lang mit kurzen Unterbrechungen Finanzminister, schaffte die Mahlsteuer und den Zwangskurs ab und bemühte sich, durch Erhöhung der Staatseinnahmen das Defizit zu beseitigen, nahm aber 27. Dez. 1888 seine Entlassung, weil die Kammer seine Steuervorschläge nicht billigte. Er war seit 1871 Mitglied des Senats und schrieb: »La questione monetaria« (1874).
 
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Maglōna, s. Meyers Machynlleth.
 
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Magma (griech.), knetbare Masse, Salbe etc., in der Petrographie die glutflüssige Schmelze eines Silikatgesteins, die Gase und Dämpfe in großer Menge absorbiert enthalten kann. Das M. liefert je nach den bei der Erstarrung obwaltenden physikalischen Verhältnissen entweder ein nur aus kristallinischen Teilen bestehendes (holokristallines), oder ein rein glasiges (hyalines), oder ein halbkristallinisches, aus kristallinischen Teilen und einer amorphen Meyers Basis (s. d.) bestehendes Gestein. Unter besondern Verhältnissen kann auch eine Spaltung des Magmas eintreten, indem sich kieselsäureärmere (basischere) und kieselsäurereichere (saurere) Ausscheidungen oder Gesteine aus ihm entwickeln. Für die Spaltung eines ursprünglich einheitlichen Magmas in verschiedenartige Teilmagmen oder Gesteine spricht einmal das Auftreten verschiedenartiger, durch Übergänge miteinander verbundener Eruptivgesteine nebeneinander innerhalb desselben geologischen Raumkörpers, von denen die einen die zentralen, die andern die peripherischen Teile (die sogen. Randfazies) zusammensetzen (soz. B. Granit, Syenit, Diorit und Gabbro, durch alle Übergänge miteinander verbunden, innerhalb desselben Massivs), dann aber besonders auch das Vorkommen von zwei oder drei verschiedenen Gesteinstypen auf ein und derselben Gangspalte. Die verschiedenen Eruptivgesteine sind auf diesen, besonders im Thüringer Wald recht zahlreichen, sogen. gemischten Gängen von beiden Salbändern aus nach der Mitte hin derart symmetrisch gelagert, daß die frühere Erklärung der Erscheinung durch wiederholtes Ausreißen der Gangspalte und damit verbundene Injektion mit jedesmal anders zusammengesetztem M. ganz unhaltbar ist. Wenn somit die Annahme, daß die Eruptivgesteine Spaltungsprodukte eines Magmas sind, die richtige ist, so liegt es nahe, sie in ihrer Gesamtheit auf ein ursprünglich vorhandenes einheitliches Urmagma zurückzuführen. Aus diesem würden nach der Ansicht von Rosenbusch durch die ersten Hauptspaltungen chemisch voneinander verschiedene Teilmagmen entstanden sein, etwa von der Zusammensetzung, wie solche in den ältesten plutonischen Gesteinen (Granit, Diorit etc.) vorliegen. Derartige Teilmagmen können sich dann wieder weiter gespalten haben, und es können schließlich auch solche Magmen entstanden sein, die nicht mehr weiter spaltungsfähig sind. Wo im tiefen Schoß der Erde spaltungsfähige Magmen (dahin gehören besonders die alkalireichen, zumal die viel Natron enthaltenden) vorhanden sind und durch geotektonische Vorgänge zu geologischer Gestaltung gelangen, da werden sich im Gebiete desselben Eruptivzentrums mannigfache Gesteinsbildungen vollziehen. Wo dagegen sehr reine und dadurch spaltungsunfähige Magmen in der Tiefe vorhanden sind, da werden allenthalben innerhalb desselben Eruptivgebiets und in jedem Zeitpunkte derselben Eruptivperiode stets die gleichen Gesteinsmassen gefördert werden. Mit der Spaltungsfähigkeit des eruptiven Magmas hängt es zusammen, daß die meistens Klüfte ausfüllenden und Apophysen im Nebengestein bildenden Gesteine (Ganggesteine), die als Nachschübe der erstarrenden schmelzflüssigen Massen in der Tiefe angesehen werden müssen, je nach der Natur der letztern andern Charakter besitzen. Man unterscheidet unter dem »Ganggefolge« dieser schmelzflüssigen (zu Lakkolithen und Massiven erstarrenden) Massen gewöhnlich die granitporphyrischen Gesteine von der (normalen) Zusammensetzung des ungespaltenen Magmas (aschiste Gänge), und die Spaltungsgesteine (Schizolithe), die sich als kieselsäurereichere, hellgefärbte (Aplite) oder als kieselsäureärmere oder basische, dunkelfarbige (Lamprophyre) darstellen. Unter diesen sind die granitporphyrischen Gesteine meistens die zuerst und die Lamprophyre die zuletzt gebildeten. Daß die Spaltung im M. nach bestimmten chemisch-physikalischen Gesetzen erfolgt, ist unzweifelhaft; aber über die Ursachen und den Verlauf der Spaltung sind wir ebensowenig orientiert wie über die physikalisch-chemische Beschaffenheit der Magmen, ob dieselben etwa als Mischungen von Lösungen verschiedener gesteinsbildender Mineralien oder als Gemenge bestimmt konstituierter Flüssigkeiten, die sich durch Spaltung (etwa durch eine Art von Seigerung) wiederum entmischen können, angesehen werden müssen. Auch mit der experimentellen Untersuchung künstlich hergestellter Schmelzflüsse hat man noch keine Ergebnisse erzielt, aus denen man sichere Schlüsse auf die natürliche Magmaspaltung ziehen könnte. Vgl. Bücking, Eruptivgesteine der Sektion Schmalkalden, Thüringen (Berl. 1887); Lagorio, Über die Kristallisationsvorgänge im eruptiven M. (Tschermaks »Mineralogische Mitteilungen«, 1887); Iddings, Origin of igneous rocks (Washington 1892); Brögger, Die Eruptivgesteine des Kristianiagebietes (Christ. 1894); Löwinson-Lessing, Studien über die Eruptivgesteine (Petersb. 1899); Morozewicz, Experimentelle Untersuchungen (Tschermaks »Mineralogische Mitteilungen«, 1898); Rosenbusch, Elemente der Gesteinslehre (2. Aufl., Stuttg. 1901). Vgl. Gesteine und Eruptivgesteine.
 
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Magmabasalt, glasreicher Basalt (s. d., S. 414).
 
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Magnäānisches Institut, die durch ein Legat des gelehrten Isländers Arni Magnusson (Arnas Magnäus, gest. 1730 in Kopenhagen) in Kopenhagen gegründete Stiftung zur Herausgabe isländischer Manuskripte. Magnusson hatte nämlich auf Island, wo er sich 170212 als königlicher Kommissar aufhielt,

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eine sehr schätzbare Sammlung von isländischen Handschriften zusammengebracht, die noch jetzt, obwohl bei dem großen Brand von Kopenhagen 1728 sehr viel davon zugrunde ging, die größte derartige Sammlung ist, und die er nebst einem Kapital der Kopenhagener Universitätsbibliothek vermachte. Die Stiftung wird seit 1772 durch eine besondere Kommission verwaltet. Außer den großen Ausgaben der beiden Eddas sind durch sie viele Sagas, Gesetzbücher, Glossarien, Faksimiles etc. herausgegeben, auch Gelehrte in der Herausgabe ähnlicher Werke unterstützt worden. Vgl. »Samling af bestemmelser vedkommende det Arnamagnæanske legat« (Kopenh. 1892). und Kålunds Vorrede zum 2. Bande des »Katalog over den Arnamagnæanske haandskriftsamling« (das. 1894).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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