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Maggiolāta bis Magira (Bd. 6, Sp. 74 bis 75)
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Artikelverweis Maggiolāta (ital., auch Maggio, spr. madscho-), ein Lied, das namentlich in Toskana im Mai (maggio) von jungen Burschen und Mädchen, die einen Laubzweig tragen, gesungen wird.
 
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Maggiore (ital., spr. madschōre, »größer«) bezeichnet in der Musik jedes Intervall, das im Deutschen »groß« heißt; sodann die Durtonart im Gegensatz zu Minore, der Molltonart. Die Überschrift M. über einem Teil (Trio) in Märschen, Tänzen, Scherzi etc. deutet an, daß dieser Teil in der Durvariante oder Parallele der Haupttonart steht (vgl. Minore).
 
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Maggiore, s. Meyers Lago Maggiore.
 
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Magglingen, schweizer. Luftkurort, s. Meyers Biel.
 
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Maghagha (Muled), Ort in der ägypt. Provinz (Mudirieh) Minyeh, mit (1897) 8426 Einw.
 
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Maghrib (arab., »Abend, Westen«), bei den arabischen Geschichtschreibern der westliche Teil der mohammedanischen Welt, nämlich Nordafrika (ohne Ägypten) und Spanien im Gegensatz zu Maschrik (»Osten«). M. el Aksa, der äußerste Westen, d. h. Marokko.
 
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Maghsen, s. Meyers Machzen.
 
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Magīe (Ars magica), die vermeintliche Kunst, durch geheimnisvolle Mittel übernatürliche Wirkungen hervorzubringen, im allgemeinen gleichbedeutend mit Zauberei. Den Namen M. erhielt bet Griechen und Römern namentlich jene, philosophische und thëurgische Formen annehmende Zauberei, die von den babylonischen Magiern zu den Medern, Persern und Ägyptern gekommen war und sich von da über Orient und Okzident verbreitet hatte. Die Entzifferung der Keilschriften hat gezeigt, daß die chaldäischen Magier nicht mit Unrecht bei den Alten als die Urheber der M. galten, und es zeigte sich, daß fast alle Einzelheiten unsers gelehrten, d. h. durch die altklassische Literatur verbreiteten Zauberglaubens chaldäischen oder vielmehr akkadischen Ursprungs sind. In ihrer allgemeinen Grundlage gehört die M. den niedrigsten Stufen der Zivilisation an, auf denen der Mensch die ganze Natur für durch Geister belebt ansieht und glaubt, seine in menschlicher Art gedachten Götter sowie namentlich die niedern Naturdämonen durch allerlei Formeln und Zeremonien, Kasteiungen, Opfer etc. gewinnen, überwinden und sich dienstbar machen zu können glaubt. Einzelne Personen, sogen. Schamanen oder Medizinmänner, wissen sich den Ruf zu verschaffen, daß sie Macht und Einfluß auf die übernatürlichen Wesen ausüben und andre Menschen entweder den Dämonen preisgeben oder sie vor ihren Angriffen schützen können. Bedenkt man, daß der Meyers Fetischismus (s. d.), gewisse Zeremonien, die Vorstellungen vom Totem und Meyers Tabu (s. d.), von der Kraft eingeritzter Zeichen und der Herbeiführung von Krankheit und Tod durch Zauberei das ganze Sinnen der Naturvölker ausfüllen, so ist es nicht zuviel gesagt, wenn man die M. als niederste Religionsform selbst bezeichnet. Daher fand sich auch vielfach bei höher stehenden Nationen, deren Bildung aber noch nicht so weit vorgeschritten ist, um den Glauben an die Zauberei selbst zu zerstören, die feste Überzeugung, daß das magische Können den niedern Stämmen des Landes, z. B. noch heute den Zigeunern, angehöre. So war im Mittelalter der Name Finne gleichbedeutend mit Zauberer, während der Finne selbst sich vor den magischen Künsten der Lappen fürchtet, und in den längst vergangenen Zeiten nannten in Indien die herrschenden Arier die rohen Eingebornen des Landes »von magischen Kräften erfüllt«, obwohl von andern Völkern den indischen Brahmanen namentlich das Heilen von Krankheiten vermittelst zauberkräftiger Sprüche, das Beschwören von Schlangen, die Kunst, sich unsichtbar zu machen, etc. zugeschrieben wurden. Bei den Persern waren Totenbeschwörung, Schüssel- und Wasserweissagung heimisch (s. Magier). Schon die Chaldäer haben die Astrologie in den Dienst der M. gezogen, und von ihnen kam letztere mit dem Sternenkultus zu den syrischen und phönikischen Volksstämmen, endlich zu Griechen und Römern, die sie den Arabern überlieferten. Bei den Juden finden wir insbes. den Glauben an Beschwörung der Toten und der unsaubern Geister, welche die Besessenheit erzeugen. Als der größte und weiseste Zauberer erscheint später Salomo, dem nach der Sage namentlich die Macht über die Dämonen verliehen war. In Kolchis und Phrygien stand die M. im innigsten Zusammenhang mit dem religiösen Kultus und der Kenntnis stark wirkender Arzneistoffe. In Ägypten trieb man Astrologie und stellte die Nativität, und auch die Medizin war mit der M. eng verbunden. Vieles aus der orientalischen M. ist so zu den Hellenen übergegangen, obwohl schon bei Homer und in der Zeit vor den Perserkriegen zahlreiche einheimische Praktiken auftauchen, wie das Besprechen des Blutes, der Wundertrank der Helena, der Zaubergürtel der Aphrodite, der Zauberstab des Hermes, die Verwandlung des Odysseus und seiner Gefährten in Schweine, Löwen etc., der Gegenzauber durch das Kraut Moly etc. Auch hier hing die M. aufs innigste mit der Religion zusammen, wie dies besonders bei den alten pelasgischen Naturkulten und Orakeln mit ihren Höhlen, Erddämpfen, Quellen, geheimnisvoll rauschenden Bäumen etc. hervortritt. Selbst die Philosophie blieb nicht frei vom Zauberglauben. Neben Orpheus tritt Pythagoras als Zauberer auf, und die Betrachtung der Zahl als kosmischer Potenz beherrschte in den sogen. heiligen Zahlen weite Gebiete der Gelehrsamkeit. Bei Platon erscheinen die Dämonen als höhere, mächtigere Mittelwesen, von denen Zauberwirkungen hergeleitet werden. Aus diesen Elementen bildete sich die thëurgische M. der Neuplatoniker, nach der die Seele als Ausfluß des Absoluten mit unendlicher Wirkungskraft ausgerüstet sei. Die Körperwelt galt als ein Komplex sympathischer und antipathischer Beziehungen. Durch strenge Asketik und genaue Befolgung religiöser Zeremonien tritt die

[Bd. 6, Sp. 75]


Seele mit den guten Göttern in Verbindung, ja sie wird eins mit dem Absoluten. Die Neuplatoniker unterschieden nun höhere M. und Goëtie (»Zauberei«). In Rom, wo namentlich das Divinationswesen mit dem Staatsorganismus eng verbunden war, fand die ausländische M. mit Ausnahme der Astrologie, die Planetenbeobachtung voraussetzte, früh schon Eingang und Verbreitung, obwohl von Zeit zu Zeit Edikte dagegen erlassen wurden. Im Mittelalter unterschied man höhere und niedere, weiße und schwarze M., je nachdem man den beabsichtigten Zauber durch himmlische oder irdische Kräfte zu erreichen, gute oder böse Geister dazu bewegen zu müssen glaubte. Von großem Einfluß darauf war der Glaube an den Teufel und die ihm untergebenen Geister, und die wichtigste und traurigste Folge dieses Wahns war der Glaube an die Teufelsbündnisse (s. Meyers Hexe). Vieles, was man früher in das Gebiet der geheimen Wissenschaft und der M. zog, namentlich die persönlichen Einwirkungen, magischen Heilungen, Visionen etc., hat jetzt durch die genauere Erkenntnis der Natur und ihrer Gesetze, namentlich des Meyers Hypnotismus (s. d.), der Suggestion etc., einen Teil seines unglaublichen und wunderbaren Wesens verloren. Dazu gehört auch alles dasjenige, was in den Bereich der sympathetischen Kuren und der Macht der Einbildungskraft (Autosuggestion) fällt (vgl. Magnetische Kuren). Anderseits hat aber der Glaube an das willkürliche Hervorrufen von Geistererscheinungen und Offenbarungen aus dem Jenseits mittels begabter Personen (Medien), Spiritualismus oder Meyers Spiritismus (s. d.), wieder Einfluß erlangt. Unter natürlicher M. versteht man heutzutage die Kunst und Geschicklichkeit, durch physikalische, mechanische und chemische Mittel Wirkungen hervorzubringen, welche den Ununterrichteten in Erstaunen setzen. Vgl. Okkultismus und Ennemoser, Geschichte der M. (2. Aufl., Leipz. 1844); Maury, La magie et l'astrologie (4. Aufl., Par. 1877); Christian, Histoire de la magie (das. 1870); Lenormant, La magie chez les Chaldéens, etc. (das. 1874; deutsch, Jena 1878); A. de Rochas, La science des philosophes et l'art des thaumaturges dans l'antiquité (Par. 1882); Fabart, Histoire philosophique et politique de l'occulte (das. 1885); Mannhardt, Zauberglaube und Geheimwissen im Spiegel der Jahrhunderte (2. Aufl., Leipz. 1895); Regnault, La sorcellerie, ses rapports avec les sciences biologiques (Par. 1897); A. Lehmann, Aberglaube und Zauberei von den ältesten Zeiten an bis in die Gegenwart (a. d. Dän., Stuttg. 1898); Blau, Das altjüdische Zauberwesen (Straßb. 1898); Fossey, La magie assyrienne (Par. 1902); du Prel, Die M. als Naturwissenschaft (Jena 1899, 2 Bde.) und andre Schriften (s. Meyers Prel). Über die M. als natürliche Entwickelungsstufe des menschlichen Denkens handeln besonders O. Caspari, Urgeschichte der Menschheit (2. Aufl., Leipz. 1877, 2 Bde.), und Tylor, Anfänge der Kultur (a. d. Engl., das. 1873, 2 Bde.). Die Mittel der sogen. natürlichen M. erläutern zahlreiche, teilweise bändereiche deutsche Werke von Wiegleb, Martius, Halle, Poppe u. a. Speziellere Nachweisungen gibt Grässes »Bibliotheca magica« (Leipz. 1843).
 
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Magĭer (altpers. magusch, lat. Magi), die Priester bei den Medern und nach dem Fall des medischen Reiches bei den Persern; sie übten auf Grund gewisser wissenschaftlicher Kenntnisse die heiligen Gebräuche der Religion, trieben aber auch Traumdeuterei und Mantik. Ihre Lehren nannte man Magismus, ihre Weisheit oder Scheinweisheit die Magie (s. d.). Sie genossen das größte Ansehen, hatten entscheidenden Einfluß auf alle öffentlichen und Privatangelegenheiten und umgaben beständig die Person des Fürsten. Zoroaster teilte sie in drei Klassen: Lehrlinge (Herbeds), Meister (Môbeds) und vollendete Meister (Desturmôbeds). Pasargadä, die Totenstadt der persischen Könige, war auch die Priesterstadt des Reiches, wo die M. ihren Mittelpunkt hatten. Bekannt ist der M. Gaumâta, der falsche Smerdes (s. Meyers Kambyses). Bei den Chaldäern, mit denen die M. früh verwechselt wurden, erwähnt Jeremias einen Magierorden, dessen Mitglieder aus den Sternen etc. weissagten; auch bei der Geburt Jesu werden M. erwähnt (s. Meyers Drei Könige). Später, im Zeitalter der Römer, hießen M. überhaupt die herumziehenden Astrologen, Wahrsager, Wundärzte und Gaukler Asiens, und noch gegenwärtig versteht man unter Magiern oder Magikern die sogen. Zauberer und Taschenspieler.
 
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Magindanao, Insel, s. Mindanao.
 
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Magira, s. Meyers Frauenherrschaft.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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