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Magenlikör bis Magenscheid (Bd. 6, Sp. 71 bis 72)
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Artikelverweis Magenlikör, s. Meyers Kräuterlikör.
 
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Magenmorsellen, s. Meyers Morsellen.
 
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Magenmund, s. Meyers Magen, S. 63.
 
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Magenneurosen, Störungen der Magentätigkeit, die nicht auf nachweisbaren anatomischen Veränderungen der Magenwand beruhen, sondern durch Störungen der auf den Magen einwirkenden nervösen Vorgänge zustande kommen. Sie sind häufiger als jede andre Magenkrankheit. Oft sind sie Teilerscheinungen allgemeiner Neurosen (Neurasthenie, Hysterie) und organischer Hirn- und Rückenmarkserkrankungen (Tabes). Je nachdem die Störung vorwiegend die sensibeln, motorischen oder sekretorischen Nerven betrifft, unterscheidet man verschiedene Gruppen von M. Über die sensibeln Neurosen s. Meyers Magenkrampf; außerdem kommen nervöse Störungen den Magen betreffender Gemeingefühle, des Hungers und des Sättigungsgefühls, vor. Man unterscheidet Anorexie (verminderte Eßlust), Bulimie (Heißhunger), Akorie (Verlust des Sättigungsgefühls). Von motorischen Störungen sind zu erwähnen: das nervöse Erbrechen, das sowohl vom Magen als von andern Organen aus ausgelöst werden kann. Die peristaltische Unruhe des Magens besteht in langdauernden, abnorm lebhaften Bewegungen des Magens, bei der Hypermotilität entleert sich der Magen abnorm rasch. Dasselbe kann durch nervöse Schlußunfähigkeit des Pförtners zustande kommen. Bei dem Meryzismus (Rumination, Wiederkäuen) tritt nach dem Essen ein Teil des Mageninhalts ohne Übelkeitsgefühl in den Mund zurück, um entweder ausgespieen oder wieder hinuntergeschluckt zu werden. Kardiospasmus nennt man krampfhafte Zusammenziehung des Mageneingangs, wodurch das Schlucken erschwert wird. Sekretorische M. betreffen den Salzsäuregehalt und die Menge des Magensaftes. Bei der Hyperazidität (Hyperchlorhydrie), die auch als Begleiterscheinung organischer Magenleiden, besonders des Magengeschwürs, vorkommt, findet sich starke Vermehrung des Salzsäuregehalts des Magensaftes, daneben Magenschmerz und saures Aufstoßen. Zu geringe Säuremenge findet man bei der Hypochlorhydrie oder Subazidität. Hypersekretion (Magensaftfluß, Gastroxie, Gastroxynsis) besteht, wenn ohne den Reiz eingeführter Nahrung dauernd Magensaft abgesondert wird. Eine Mischung von sensibeln Störungen mit solchen der Sekretion, auch wohl der Magenbewegung stellt das Krankheitsbild der nervösen Dyspepsie dar, eine äußerst verbreitete Krankheit meist jüngerer nervöser Individuen. Die Behandlung der M. richtet sich gegen die nervöse Grundlage, wobei sorgfältiges Individualisieren wichtig ist; im übrigen sind namentlich diätetische Maßnahmen erforderlich.
 
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Magenoperationen, chirurgische Eingriffe bei verschiedenen Magenkrankheiten: Magenschnitt (Gastrotomie), Magenresektion (Gastrektomie), Pyloroplastik, Magendarmschnitt (Gastroenterotomie). Näheres s. Meyers Magenkrebs, Meyers Magenerweiterung, auch Magenfistel.
 
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Magenöstriden (Magenbremsen), s. Meyers Bremen, S. 376.
 
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Magenpumpe, von Kußmaul angegebene pumpenartige Vorrichtung zur Entleerung und zum Ausspülen des Magens, besteht aus einer großen Spritze und einem elastischen Schlauch von ca. 70 cm Länge, der, ähnlich einem Katheter, unten blind endigt und zwei seitliche Öffnungen hat. Der Schlauch wird gleich einer Schlundsonde in den Magen eingeführt und durch die Spritze erst Wasser in den Magen gebracht, dann dasselbe Wasser samt dem flüssigen Mageninhalt wieder angesogen und so ausgepumpt. Die Magenausspülung wird jetzt viel einfacher mittels der Hebermethode ausgeführt. Man verbindet den Gummischlauch mit einem etwa 0,52 Lit. fassenden Trichter. Diesen füllt man nach Einführung des Gummischlauchs in den Magen mit der Spüllösung, hebt ihn, so daß die Flüssigkeit in den Magen fließt, hebert erstere durch Senken des Trichters wieder ab, entleert diesen, füllt ihn von neuem und wiederholt die höchst einfache Prozedur so oft wie nötig. Kranke erlernen das Ausspülen sehr leicht und führen sitzend den Schlauch selbst ein.

Dieser ist mittels Gummirohr c (s. Figur) mit einem gläsernen Rohr verbunden, von dessen Schenkel a ein mit einem Quetschhahn versehenes Gummirohr zu einem genügend hoch aufgehängten Irrigator führt; an dem Schenkel b sitzt ein in einen tiefer stehenden Behälter gehendes Gummirohr. Öffnet der Kranke den Quetschhahn, so läuft die Flüssigkeit aus dem Irrigator durch Schlauch, Schenkel a, Rohr c in den Magen; schließt der Kranke den Quetschhahn, so läuft die Flüssigkeit aus Magen, Rohr c, Schenkel b aus dem Magen ab, sobald der Kranke das Rohr T senkt.
 
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Magenresektion (Gastrectomia), die operative Entfernung krebsig entarteter Abschnitte der Magenwand, s. Meyers Magenkrebs und Meyers Magenerweiterung.
 
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Magensaft, Absonderungsprodukt der Labdrüsen der Magenschleimhaut, eine farblose, klare oder etwas getrübte Flüssigkeit von stark saurer Reaktion, enthält außer gewissen anorganischen Salzen und etwa 98 Proz. Wasser vor allem Pepsin und Salzsäure. Das Pepsin ist ein Enzym und vermag in saurer Lösung eine fast unbegrenzte Menge von Eiweiß zu verdauen. Die Salzsäure ist in Mengen von 0,10,4 Proz. im M. enthalten. Die Absonderung des Magensaftes stockt im nüchternen Zustand und wird durch die Einführung von Nahrungsmitteln angeregt. Schon die Aufnahme von Speisen in die Mundhöhle, ja sogar der Geruch und der Anblick begehrenswerten Futters regt bei Tieren die Magensaftsekretion an. Dabei machen sich Einflüsse des Nervensystems, besonders des Nervus vagus, geltend. Wenn man Hunden, die eine dem entstehenden Magensafte zum Abfluß dienende Magenfistel tragen, auch eine Speiseröhrenfistel anlegt, durch die alle ihnen gereichte und verschluckte Nahrung austritt, ohne in den Magen hineinzugelangen, so kann man nach Pawlow an solchen Tieren, die natürlich für gewöhnlich von der Magenfistel aus ernährt werden müssen, Scheinfütterungen vornehmen, die von mächtigem Einfluß auf die Magensaftabsonderung sind. Manche Tiere fressen auf diese Weise 56 Stunden lang, natürlich ohne jemals satt zu werden, und dabei sondern sie, obwohl die Speise in den Magen gar nicht hineingelangt, enorme Mengen von M. ab. Nach Durchschneidung der Vagusnerven ist dagegen die Scheinfütterung wirkungslos. Die Nahrungsaufnahme an sich hat also, offenbar dadurch, daß dabei ein Verlangen nach Speise eintritt und durch den Genuß derselben befriedigt wird, eine lebhafte Erregung der Absonderungsnerven der Magendrüsen zur Folge, oder, wie man auch sagen kann: der Appetit ist ein starker, vermutlich der stärkste Erreger der Magensaftsekretion. Ohne seine Mithilfe kommt es überhaupt zu keiner erheblichen Absonderung. Bringt man nämlich den Tieren gewisse Speisen direkt durch die Fistel in den

[Bd. 6, Sp. 72]


Magen hinein, und beobachtet man dabei die Vorsicht, sie dies nicht merken zu lassen, schließt man also die psychische Erregung aus, so tritt entweder gar keine Magensaftsekretion ein, oder es wird eine geringe Menge nur schwach wirksamen Saftes geliefert. Die Anfüllung des Magens allein ist also ohne oder fast ohne jede Wirkung. Aber neben dem psychischen Moment ist noch ein andres wirksam, nämlich die durch die chemische Beschaffenheit der Nahrung verursachte Erregung der Absonderungsnerven und damit der von diesen abhängigen Magendrüsen. Manche Stoffe, wie z. B. Milch, rohes Fleisch, besonders aber Fleischbrühe, Fleischextrakt etc., regen die Absonderung an, und zwar auch nach Durchschneidung der Vagusnerven. Es handelt sich dabei um einen vielleicht durch den Sympathikus vermittelten Absonderungsreflex. Die chemische Beschaffenheit der Nahrung kann sich aber auch in hemmender Weise wirksam zeigen, denn durch Fett und einige andre Stoffe wird die psychisch angeregte Absonderung beeinträchtigt. Die Bedeutung des Magensaftes für den Verdauungsvorgang beruht auf seiner Einwirkung auf die Eiweißkörper, die er löst und in Albumosen und Peptone verwandelt. Auch der Leim und die elastische Substanz wird durch ihn verändert; dagegen hat er auf Muein, Nukleïn und Hornsubstanz keinen Einfluß (Näheres s. Meyers Verdauung). Der M. enthält außer dem Pepsin noch ein andres Ferment, das Labenzym, das auch ohne Mitwirkung von Säuren Milch zur Gerinnung bringt (vgl. Lab). Künstlichen M., der Eiweißstoffe bei Körperwärme in ähnlicher Weise verdaut wie natürlicher M., erhält man durch Ausziehen von gut gewaschener und zerkleinerter Schleimhaut des Schweinemagens mit 0,2 Proz. Salzsäure. Einen Glyzerinauszug der Magenschleimhaut kann man Jahre hindurch unzersetzt aufbewahren, und es genügt der Zusatz weniger Tropfen desselben zu einer 0,2 proz. Salzsäure, um sofort einen sehr kräftigen künstlichen M. zu erhalten.
 
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Magensarcine, s. Sarcina.
 
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Magenscheid, s. Meyers Mage.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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