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Magenkrebs bis Magensarcine (Bd. 6, Sp. 69 bis 72)
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Artikelverweis Magenkrebs (Carcinoma ventriculi), ein bösartiges Gewächs des Magens, das, von der Magenschleimhaut ausgehend, bald in die Magenhöhle hineinwächst, bald eine knotige Verdickung der Magenwand darstellt oder auch gleichmäßig diese durchsetzt, so daß nur eine unscharf begrenzte Verdickung und Verhärtung der Magenwand zustande kommt. Unter allen Organen des Körpers ist der Magen nächst den Geschlechtsorganen des Weibes am häufigsten, in 60 Proz. der Fälle, vom Krebs betroffen. Im ganzen erkranken Männer häufiger an M. als Frauen. Zwischen dem 40. und 60. Jahr ist die Krankheit am häufigsten, doch tritt der M. auch schon zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf. Nicht selten entwickelt sich der M. in der Narbe eines vorhergegangenen Magengeschwürs. Der M. entwickelt sich am häufigsten in der Pförtnergegend und an der kleinen Kurvatur, seltener in der Nähe des Mageneinganges oder im Magengrund und an der großen Kurvatur. Da der M. ein gewisses Bestreben zeigt, sich in die Quere auszubreiten, so entstehen leicht ringförmige krebsige Einschnürungen des Magens am Pförtner und am Magenmund. Die Magenkrebse sind bald zellenreicher und weich (Markschwamm), bald zellenärmer und hart (Scirrhus); bald sind ihre Zellen schleimig entartet, wodurch der sogen. Gallertkrebs entsteht. Zuweilen sind sie sehr gefäßreich und sitzen wie Pilze mit breiter Basis der Innenfläche auf (Fungus haematodes, Blutschwamm). Durch Wachstum der anfänglich kleinen Knoten oder nicht scharf umschriebenen Verdickungen entsteht eine großhöckerige Geschwulst, in die allmählich die Schleimhaut in ihrer ganzen Dicke, später auch die Muskelhaut und Serosa des Magens eingeht. Die weichen Magenkrebse breiten sich viel schneller aus als die harten. Beide wachsen, ohne eine Begrenzung zu finden, an ihrer Peripherie und zugleich

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in der Dicke fort, während ihre mittlern Partien sich schon dem Zerfall zuneigen. Hat nämlich die Geschwulst die freie Schleimhautfläche erreicht, so beginnt sie auf ihrer Oberfläche zu schwärzlichen, zottigen, weichen Massen zu zerfallen, die abgestoßen werden und unter sich ein kraterförmiges Geschwür zurücklassen, das von aufgeworfenen Rändern wie von einem Wall umgeben ist. Von diesem Geschwür aus schreitet der Zerfall der Geschwulst nach außen weiter, das Geschwür erreicht eine oft sehr ansehnliche Größe, dabei kann die krebsige Wucherung so bedeutend sein, daß die Höhle des Magens darmartig verengert ist. Häufig greift die krebsige Entartung des Magens auf die Nachbarorgane über, und durch Zerfall der Krebsmasse können abnorme Kommunikationen zwischen den Höhlen dieser Organe eintreten, z. B. der Höhle des Magens und Grimmdarms. Zerfällt der M. bis zu seinem Bauchfellüberzug, bevor letzterer mit andern Organen verklebt ist, so öffnet sich der Magen nach der Bauchhöhle hin, und es entsteht eine tödliche Unterleibsentzündung. Die Symptome und der Verlauf des Magenkrebses hängen wesentlich von dem Orte seines Auftretens ab, so daß sich zwischen einem M., der den Mageneingang verlegt, und einem solchen, der den Ausgang verschließt, die größten Unterschiede ergeben. Wenn die Krebsgeschwulst zur Verengerung des Pförtners führt, so wird der übrige Magen vor dem Pförtner stark ausgedehnt und seine Wand hypertrophisch (Magenerweiterung). Ist dagegen Verengerung des Mageneinganges durch einen dort sitzenden Krebs vorhanden, so pflegt der ganze Magen zusammengezogen, seine Höhle verengert zu sein; die Erscheinungen können dabei ähnlich denen bei Speiseröhrenkrebs sein (Schluckbeschwerden). Schmerzen können vorhanden sein, aber auch fehlen; vor allem leidet der Kranke in beiden Fällen an schwerer allgemeiner Verdauungsstörung, er magert stark ab und bekommt eine schmutzig gelbgraue (kachektische) Hautfarbe. Meist gesellt sich hierzu Erbrechen, das besonders dann nach jeder Mahlzeit eintritt, wenn der M. am Pförtner sitzt und diesen verengert. Teilweiser Zerfall eines am Pförtner sitzenden und diesen verengernden Magenkrebses kann vorübergehendes Nachlassen des Brechens und der übrigen Krankheitserscheinungen zur Folge haben. Ein M., der nicht am Mageneingang oder Pförtner liegt, kann, da die Nahrungsaufnahme und die Magenentleerung wenig gestört ist, oft lange Zeit ohne sehr erhebliche Beschwerden verlaufen. Die erbrochenen Massen bestehen aus den genossenen, häufig mit dickem Schleim umhüllten Speisen, die mehr oder weniger verändert sind. Bei dem Zerfall der Krebsgeschwulst kommen gewöhnlich leichte kapillare Blutungen vor; das Blut vermischt sich mit dem Mageninhalt, und dieser wird dann als schwärzliche, krümelige, kaffeesalzähnliche Masse erbrochen. Seltener werden beim Zerfall des Magenkrebses größere Gefäße angefressen, und dann kommt es zu reichlichen Magenblutungen mit oft tödlichem Blutbrechen. Das sicherste Zeichen für das Vorhandensein eines Magenkrebses ist das Auftreten einer Geschwulst, die, falls der M. nicht an der hintern Magenwand seinen Sitz hat, am Magen selbst bemerkbar wird; später aber fühlt man auch metastatische, d. h. auf dem Wege der Verschleppung von Krebsgeschwulstkeimen durch die Blut- und Lymphbahnen vom primären M. in das Lebergewebe hinein entstandene Krebsgeschwülste in der Leber durch die Bauchdecken hindurch. Dieses Symptom fehlt jedoch in vielen Fällen von M. Ist die Neubildung ein weicher, zellenreicher Krebs, so ist der Verlauf meist in mehreren Monaten abgeschlossen; der harte Krebs dagegen, und vor allem der Gallertkrebs, kann mehrere Jahre lang bestehen. Der M. endigt niemals anders als mit dem gewöhnlich unter den Zeichen allmählicher Erschöpfung eintretenden Tode, viel seltener nach Durchbohrung der Magenwand und schnell tödlich verlaufender Bauchfellentzündung. Noch seltener führen Magenblutungen den Tod herbei. Die Unterscheidung des Magenkrebses vom chronischen Magenkatarrh und chronischen Magengeschwür ist in den Anfangsstadien des Krebsleidens recht schwierig. Neben der fühlbaren Geschwulst, dem Erbrechen, der Kachexie ist für die Erkennung des Magenkrebses das Fehlen von freier Salzsäure im Mageninhalt nach Nahrungsaufnahme von großer Bedeutung. Dieser Mangel, über dessen Erklärung noch nicht Einstimmigkeit herrscht, ist bei andern Magenkrankheiten jedenfalls selten. Daneben findet sich meist abnorm reichlicher Milchsäuregehalt infolge der Gärung des Mageninhalts, die durch die Abwesenheit der gärungswidrigen Salzsäure und langes Verweilen des Speisebreies im Magen begünstigt wird. Es ist nämlich auch, wenn der Pförtner nicht ergriffen ist, die Entleerungszeit des an Krebs erkrankten Magens verspätet.
   Bei der Behandlung des Magenkrebses ist vor allem Regelung der Diät wichtig. Die zweckmäßigste Nahrung ist die Milch, die aber nicht immer vertragen wird; daneben muß andre leichtverdauliche Kost (Eier, Suppen, künstliche Eiweißpräparate u. a.) in häufigen kleinen Mahlzeiten gereicht werden. Wenn alles Genossene sofort wieder erbrochen wird, sind Nahrungsklistiere erforderlich. Die im Magen fehlende oder zu gering vorhandene Salzsäure kann man durch Darreichung von verdünnter Salzsäure wenigstens teilweise zu ersetzen suchen. Bei starker Stauung des Mageninhalts infolge Pförtnerverengerung sind häufige Magenspülungen äußerst nützlich. Auch Einführung von geeigneten antiseptischen Arzneimitteln (Thymol, Salizylpräparate) ist in solchen Fällen nützlich zur Einschränkung der im Magen vor sich gehenden Zersetzungen. Operative Behandlung ist in günstig gelagerten Fällen oft aussichtsreich. Verhältnismäßig selten wird es freilich möglich sein, einen M. durch Entfernung eines Stückes der Magenwand, die Magenresektion (zuerst von Billroth versucht), oder bei Pförtnerkrebs durch die Resectio pylori (Rydigier) völlig zu heilen, da in den meisten Fällen das Leiden nicht mehr scharf umschrieben ist und daher bald nach der Operation Rückfälle eintreten. Bei der Pförtnerresektion wird der Anhang des Zwölffingerdarms an eine Öffnung des Magens angenäht, die nach teilweiser Vernähung der großen Magenwunde in geeigneter Größe zurückbleibt. In vorgeschrittenern Fällen, wo diese Operationen wegen zu großer Ausdehnung des Careinoms nicht mehr ausführbar sind, wo der Pförtner unwegsam geworden und der Hungertod die armen Kranken bedroht, wird der Magendarmschnitt (Gastroenterostomie) von Wölfler oft noch mit Erfolg gemacht, d. h. man bringt eine nicht zu tiefe, leicht bewegliche Dünndarmschlinge an den Magen heran, schneidet in die Wand des letztern und der Darmschlinge eine Öffnung und vernäht Magen und Darm in der Weise, daß die Öffnungen auseinander passen und der Mageninhalt aus dem Magen direkt in den Darm treten kann mit Umgehung des unwegsamen Pförtners. Man lindert damit den Kranken die Schmerzen und rettet sie vom Verhungern, auch wird das Leben dadurch oft erheblich verlängert.

[Bd. 6, Sp. 71]



 
Artikelverweis 
Magenlikör, s. Meyers Kräuterlikör.
 
Artikelverweis 
Magenmorsellen, s. Meyers Morsellen.
 
Artikelverweis 
Magenmund, s. Meyers Magen, S. 63.
 
Artikelverweis 
Magenneurosen, Störungen der Magentätigkeit, die nicht auf nachweisbaren anatomischen Veränderungen der Magenwand beruhen, sondern durch Störungen der auf den Magen einwirkenden nervösen Vorgänge zustande kommen. Sie sind häufiger als jede andre Magenkrankheit. Oft sind sie Teilerscheinungen allgemeiner Neurosen (Neurasthenie, Hysterie) und organischer Hirn- und Rückenmarkserkrankungen (Tabes). Je nachdem die Störung vorwiegend die sensibeln, motorischen oder sekretorischen Nerven betrifft, unterscheidet man verschiedene Gruppen von M. Über die sensibeln Neurosen s. Meyers Magenkrampf; außerdem kommen nervöse Störungen den Magen betreffender Gemeingefühle, des Hungers und des Sättigungsgefühls, vor. Man unterscheidet Anorexie (verminderte Eßlust), Bulimie (Heißhunger), Akorie (Verlust des Sättigungsgefühls). Von motorischen Störungen sind zu erwähnen: das nervöse Erbrechen, das sowohl vom Magen als von andern Organen aus ausgelöst werden kann. Die peristaltische Unruhe des Magens besteht in langdauernden, abnorm lebhaften Bewegungen des Magens, bei der Hypermotilität entleert sich der Magen abnorm rasch. Dasselbe kann durch nervöse Schlußunfähigkeit des Pförtners zustande kommen. Bei dem Meryzismus (Rumination, Wiederkäuen) tritt nach dem Essen ein Teil des Mageninhalts ohne Übelkeitsgefühl in den Mund zurück, um entweder ausgespieen oder wieder hinuntergeschluckt zu werden. Kardiospasmus nennt man krampfhafte Zusammenziehung des Mageneingangs, wodurch das Schlucken erschwert wird. Sekretorische M. betreffen den Salzsäuregehalt und die Menge des Magensaftes. Bei der Hyperazidität (Hyperchlorhydrie), die auch als Begleiterscheinung organischer Magenleiden, besonders des Magengeschwürs, vorkommt, findet sich starke Vermehrung des Salzsäuregehalts des Magensaftes, daneben Magenschmerz und saures Aufstoßen. Zu geringe Säuremenge findet man bei der Hypochlorhydrie oder Subazidität. Hypersekretion (Magensaftfluß, Gastroxie, Gastroxynsis) besteht, wenn ohne den Reiz eingeführter Nahrung dauernd Magensaft abgesondert wird. Eine Mischung von sensibeln Störungen mit solchen der Sekretion, auch wohl der Magenbewegung stellt das Krankheitsbild der nervösen Dyspepsie dar, eine äußerst verbreitete Krankheit meist jüngerer nervöser Individuen. Die Behandlung der M. richtet sich gegen die nervöse Grundlage, wobei sorgfältiges Individualisieren wichtig ist; im übrigen sind namentlich diätetische Maßnahmen erforderlich.
 
Artikelverweis 
Magenoperationen, chirurgische Eingriffe bei verschiedenen Magenkrankheiten: Magenschnitt (Gastrotomie), Magenresektion (Gastrektomie), Pyloroplastik, Magendarmschnitt (Gastroenterotomie). Näheres s. Meyers Magenkrebs, Meyers Magenerweiterung, auch Magenfistel.
 
Artikelverweis 
Magenöstriden (Magenbremsen), s. Meyers Bremen, S. 376.
 
Artikelverweis 
Magenpumpe, von Kußmaul angegebene pumpenartige Vorrichtung zur Entleerung und zum Ausspülen des Magens, besteht aus einer großen Spritze und einem elastischen Schlauch von ca. 70 cm Länge, der, ähnlich einem Katheter, unten blind endigt und zwei seitliche Öffnungen hat. Der Schlauch wird gleich einer Schlundsonde in den Magen eingeführt und durch die Spritze erst Wasser in den Magen gebracht, dann dasselbe Wasser samt dem flüssigen Mageninhalt wieder angesogen und so ausgepumpt. Die Magenausspülung wird jetzt viel einfacher mittels der Hebermethode ausgeführt. Man verbindet den Gummischlauch mit einem etwa 0,52 Lit. fassenden Trichter. Diesen füllt man nach Einführung des Gummischlauchs in den Magen mit der Spüllösung, hebt ihn, so daß die Flüssigkeit in den Magen fließt, hebert erstere durch Senken des Trichters wieder ab, entleert diesen, füllt ihn von neuem und wiederholt die höchst einfache Prozedur so oft wie nötig. Kranke erlernen das Ausspülen sehr leicht und führen sitzend den Schlauch selbst ein.

Dieser ist mittels Gummirohr c (s. Figur) mit einem gläsernen Rohr verbunden, von dessen Schenkel a ein mit einem Quetschhahn versehenes Gummirohr zu einem genügend hoch aufgehängten Irrigator führt; an dem Schenkel b sitzt ein in einen tiefer stehenden Behälter gehendes Gummirohr. Öffnet der Kranke den Quetschhahn, so läuft die Flüssigkeit aus dem Irrigator durch Schlauch, Schenkel a, Rohr c in den Magen; schließt der Kranke den Quetschhahn, so läuft die Flüssigkeit aus Magen, Rohr c, Schenkel b aus dem Magen ab, sobald der Kranke das Rohr T senkt.
 
Artikelverweis 
Magenresektion (Gastrectomia), die operative Entfernung krebsig entarteter Abschnitte der Magenwand, s. Meyers Magenkrebs und Meyers Magenerweiterung.
 
Artikelverweis 
Magensaft, Absonderungsprodukt der Labdrüsen der Magenschleimhaut, eine farblose, klare oder etwas getrübte Flüssigkeit von stark saurer Reaktion, enthält außer gewissen anorganischen Salzen und etwa 98 Proz. Wasser vor allem Pepsin und Salzsäure. Das Pepsin ist ein Enzym und vermag in saurer Lösung eine fast unbegrenzte Menge von Eiweiß zu verdauen. Die Salzsäure ist in Mengen von 0,10,4 Proz. im M. enthalten. Die Absonderung des Magensaftes stockt im nüchternen Zustand und wird durch die Einführung von Nahrungsmitteln angeregt. Schon die Aufnahme von Speisen in die Mundhöhle, ja sogar der Geruch und der Anblick begehrenswerten Futters regt bei Tieren die Magensaftsekretion an. Dabei machen sich Einflüsse des Nervensystems, besonders des Nervus vagus, geltend. Wenn man Hunden, die eine dem entstehenden Magensafte zum Abfluß dienende Magenfistel tragen, auch eine Speiseröhrenfistel anlegt, durch die alle ihnen gereichte und verschluckte Nahrung austritt, ohne in den Magen hineinzugelangen, so kann man nach Pawlow an solchen Tieren, die natürlich für gewöhnlich von der Magenfistel aus ernährt werden müssen, Scheinfütterungen vornehmen, die von mächtigem Einfluß auf die Magensaftabsonderung sind. Manche Tiere fressen auf diese Weise 56 Stunden lang, natürlich ohne jemals satt zu werden, und dabei sondern sie, obwohl die Speise in den Magen gar nicht hineingelangt, enorme Mengen von M. ab. Nach Durchschneidung der Vagusnerven ist dagegen die Scheinfütterung wirkungslos. Die Nahrungsaufnahme an sich hat also, offenbar dadurch, daß dabei ein Verlangen nach Speise eintritt und durch den Genuß derselben befriedigt wird, eine lebhafte Erregung der Absonderungsnerven der Magendrüsen zur Folge, oder, wie man auch sagen kann: der Appetit ist ein starker, vermutlich der stärkste Erreger der Magensaftsekretion. Ohne seine Mithilfe kommt es überhaupt zu keiner erheblichen Absonderung. Bringt man nämlich den Tieren gewisse Speisen direkt durch die Fistel in den

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Magen hinein, und beobachtet man dabei die Vorsicht, sie dies nicht merken zu lassen, schließt man also die psychische Erregung aus, so tritt entweder gar keine Magensaftsekretion ein, oder es wird eine geringe Menge nur schwach wirksamen Saftes geliefert. Die Anfüllung des Magens allein ist also ohne oder fast ohne jede Wirkung. Aber neben dem psychischen Moment ist noch ein andres wirksam, nämlich die durch die chemische Beschaffenheit der Nahrung verursachte Erregung der Absonderungsnerven und damit der von diesen abhängigen Magendrüsen. Manche Stoffe, wie z. B. Milch, rohes Fleisch, besonders aber Fleischbrühe, Fleischextrakt etc., regen die Absonderung an, und zwar auch nach Durchschneidung der Vagusnerven. Es handelt sich dabei um einen vielleicht durch den Sympathikus vermittelten Absonderungsreflex. Die chemische Beschaffenheit der Nahrung kann sich aber auch in hemmender Weise wirksam zeigen, denn durch Fett und einige andre Stoffe wird die psychisch angeregte Absonderung beeinträchtigt. Die Bedeutung des Magensaftes für den Verdauungsvorgang beruht auf seiner Einwirkung auf die Eiweißkörper, die er löst und in Albumosen und Peptone verwandelt. Auch der Leim und die elastische Substanz wird durch ihn verändert; dagegen hat er auf Muein, Nukleïn und Hornsubstanz keinen Einfluß (Näheres s. Meyers Verdauung). Der M. enthält außer dem Pepsin noch ein andres Ferment, das Labenzym, das auch ohne Mitwirkung von Säuren Milch zur Gerinnung bringt (vgl. Lab). Künstlichen M., der Eiweißstoffe bei Körperwärme in ähnlicher Weise verdaut wie natürlicher M., erhält man durch Ausziehen von gut gewaschener und zerkleinerter Schleimhaut des Schweinemagens mit 0,2 Proz. Salzsäure. Einen Glyzerinauszug der Magenschleimhaut kann man Jahre hindurch unzersetzt aufbewahren, und es genügt der Zusatz weniger Tropfen desselben zu einer 0,2 proz. Salzsäure, um sofort einen sehr kräftigen künstlichen M. zu erhalten.
 
Artikelverweis 
Magensarcine, s. Sarcina.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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