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Magendarmprobe bis Magengeschwür (Bd. 6, Sp. 64 bis 66)
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Artikelverweis Magendarmprobe (Magendarmschwimmprobe) soll die Frage entscheiden, ob ein neugebornes totes Kind gelebt hat, oder ob es tot geboren ist; in ersterm Falle schwimmt der Magen und der Darm, weil er verschluckte Luft enthält, im letzern Falle nicht. Falls die M. positiv ausfällt, kann man mit ziemlicher Sicherheit den Schluß auf Leben des Kindes ziehen, ist sie negativ, so kann das Kind schon geatmet, aber noch keine Luft verschluckt haben. Die M. soll die Meyers Lungenprobe (s. d.) ergänzen.
 
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Magendarmschnitt (Gastroenterostomie), s. Meyers Magenkrebs, S. 70.
 
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Magendie (spr. -schängdī'), François, Physiolog, geb. 15. Okt. 1783 in Bordeaux, gest. 7. Okt. 1855 in Sannois bei Paris, studierte in Paris, ward Arzt am Hôtel-Dieu und 1831 Professor am Collège de France. M. ist der Schöpfer der neuen exakten Physiologie, die sich überall auf die Naturwissenschaften stützt und in dem Experiment ihren Rückhalt zu suchen hat. Er machte zahlreiche wichtige Entdeckungen und suchte auch in der Pathologie die experimentelle Methode in Anwendung zu bringen, den Entwickelungsgang der Krankheitserscheinungen nachzuweisen. Er schrieb: »Précis élémentaire de physiologie« (Par. 1816, 2 Bde.; 4. Aufl. 1836; deutsch, 3 Aufl., Tübing. 1836, 2 Bde.); »Formulaire pour l'emploi et la préparation de plusieurs nouveaux médicaments« (1821, 9. Aufl. 1836; deutsch, 6. Aufl., Leipz. 1831); »Leçons sur les phénomènes de la vie« (183638, 4 Bde.; deutsch, Köln 1837, 2 Bde.); »Leçons sur les fonctions et les maladies du systéme nerveux« (1839, 2 Bde.; deutsch, Leipz. 1841); »Recherches philosophiques et cliniques sur le liquide cephalo-rhachidien ou cerébro-spinal« (1842; deutsch, Leipz. 1843). Vgl. Cl. Bernard, François M. (Par. 1856); Flourens, Eloge historique de M. (das. 1858).
 
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Magendusche, s. Irrigator.
 
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Magenentzündung (Gastritis) tritt in ihrer leichtesten Form, der katarrhalischen M., als Meyers Magenkatarrh (s. d.) auf. Während dieser aber nur eine Erkrankung der Schleimhaut des Magens mit vermehrter Absonderung darstellt, betreffen die schweren Formen der M. stets auch die tiefern Schichten der Magenwand. Von diesen Formen der M. unterscheidet man: 1) die durch giftige, in den Magen gelangende Substanzen, wie z. B. konzentrierte Mineralsäuren (Schwefelsäure, Salpetersäure etc.), ätzende Alkalien und manche Metallsalze, hervorgerufene M. (Gastritis toxica). Eine geringe Menge konzentrierter Mineralsäure verwandelt nur die Epithelien und die oberflächlichen Schleimhautschichten in einen weichen bräunlichen oder schwarzen Schorf, durch größere Mengen werden dagegen alle Schichten des Magens in eine schwarze, brüchige oder gallertartig erweichte Masse verwandelt, die auch breiige Konsistenz annimmt; dabei wird oft die Magenwand durchrissen, und der Mageninhalt ergießt sich in die Bauchhöhle, so daß tödliche Bauchfellentzündung erfolgt. Sofern auf diese Weise oder durch spätere Resorption des Giftes vom Darm aus (die Magenschleimhaut selbst ist wenig resorptionsfähig) nicht der Tod erfolgt, können selbst die schwersten Ätzungen und Zerstörungen der Magenwand heilen, wobei hohe Grade der Schrumpfung, Wandverdickung und Narbenbildung eintreten. Zuweilen kann auch ohne direkten Durchbruch, durch Fortleiten des Entzündungsprozesses auf das Bauchfell, tödliche Bauchfellentzündung nachfolgen. Die Diagnose ergibt sich aus der Anamnese, aus der weißen Färbung der Mundschleimhaut bei Schwefelsäurevergiftung, der gelben bei Salpetersäure, aus dem heftigen Brennen in der Magengegend

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und dem meist mit blutigem Schleim vermischten Erbrechen. Bei Säuren gibt man Kreide, oder kohlensaure Magnesia in Wasser, oder kohlensaures Natron, bei Alkalien Essig, oder in Haferschleim verdünnte Schwefelsäure. 2) Die schwerste Form der M., die phlegmonöse Gastritis, stellt sich dar als starke Schwellung und Verdickung der ganzen Magenwand mit Infiltration aller Wandschichten mit trübem wässerigen oder eiterigen Exsudat. Diese seltene M. ist umschrieben oder diffus. In der Regel erscheint sie als metastatische Entzündung im Gefolge schwerer Infektionskrankheiten, wie Kindbettfieber, Typhus, Blut- oder Eitervergiftung etc., und beruht in der Regel wohl auf embolischen Prozessen. Die umschriebene phlegmonöse M. kann sich so auf einen Punkt konzentrieren, daß es zu einem Magenabszeß oder auch zu mehreren Abszessen dieser Art kommt, die, falls sie sich in den Magen öffnen, ausheilen können. Die diffuse M. ist entweder über den ganzen Magen verbreitet oder nur über einen Teil desselben. Unter der mehrfach durchlöcherten Schleimhaut liegt die serös oder eiterig infiltrierte oder ganz und gar eiterig geschmolzene Submucosa, auf welche die ebenfalls infiltrierte Muscularis folgt. Durch Übergreifen der M. auf die äußerste Schicht der Magenwand, die seröse Haut und von dieser auf die seröse Haut der Nachbarorgane können zwischen letztern und dem Magen vielfache Verwachsungen entstehen. Die Symptome dieser M. bestehen in heftigem Schmerz in der Magengegend, in Erbrechen, hohem Fieber, Kollaps, Delirien und Koma, in dem dann der Tod erfolgt. Bei Durchbruch in die Bauchhöhle treten die Anzeichen der allgemeinen Bauchfellentzündung auf. Die Behandlung ist symptomatisch. Kruppöse (diphtheritische) M. ist eine seltene Begleiterscheinung von Diphtherie, Pocken und andern Infektionskrankheiten.
 
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Magenerweichung (Gastromalacia), eine nur an Leichen vorkommende, durch Selbstverdauung der Magenwand bedingte Veränderung derselben, wobei die Schleimhaut zu gallertartigen, schmutziggrauen, leicht von der darunter liegenden Muskelschicht abstreifbaren Massen zerschmilzt.
 
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Magenerweiterung (Gastréktasis), eine abnorme Ausdehnung des Magens, ist meistens eine Folgeerscheinung andrer pathologischer Verhältnisse des Magens. Die häufigste Ursache der M. ist Verengerung des Magenpförtners, wodurch die Entleerung des Mageninhalts in den Darm erschwert wird. Solche Verengerungen werden besonders durch Geschwülste in der Pförtnergegend, also vor allem durch hier sitzenden Krebs hervorgebracht, ferner durch schrumpfende Narben von Magengeschwüren, die in dieser Gegend ihren Sitz gehabt haben. Der normalerweise dehnbare und weite Pförtner kann hierbei in ein starres, kaum für einen Bleistift durchgängiges Rohr verwandelt werden. Auch von Ätzungen (durch Säurevergiftung) und von Verletzungen herrührende Narben können dies erzielen. Seltener drücken außerhalb des Magens si sitzende Geschwülste (der Leber, der Bauchspeicheldrüse) auf den Pförtner. Zunächst wird das Hindernis durch vermehrte Anstrengung der bald hypertrophisch werdenden Magenmuskulatur überwunden, allmählich bleibt aber doch ein Teil des Mageninhalts länger liegen und dehnt den Magen aus, dazu kommt die Gärung dieser stagnierenden Reste, Gasentwickelung und hierdurch bedingte Aufblähung, die Magenwand verfällt durch die zerfetzten Reste einem chronischen Katarrh, wodurch sie weiter an Widerstandsfähigkeit einbüßt. Zuletzt ist der Magen ein schlaffer Sack, der um das Drei- bis Vierfache den Rauminhalt eines gefunden Magens übertreffen kann. M. ist auch eine Folge der Gastroptose, d. h. Magensenkung, wobei durch Erschlaffung der Aufhängebänder des Magens dieser in eine zu tiefe Lage herabsinkt, so daß der Pförtnerteil abnorm steil ansteigt, auch durch Zerrung oder Knickung schwer wegsam werden kann. Aber auch ohne mechanische Hindernisse kann M. eintreten durch Insuffizienz oder Atonie der Magenmuskulatur infolge allgemeiner Schwäche durch Blutarmut, in der Rekonvaleszenz nach schweren Krankheiten. Diese Fälle stellen gewöhnlich leichtere Grade von M. dar als die durch mechanische Hindernisse bedingten. Primäre M. kann auch durch häufige Überlastung des Magens zustande kommen bei Schlemmern und Säufern, aber auch bei armen Leuten, die sich hauptsächlich von Kartoffeln nähren müssen. Zur Erkennung der M. dient vor allem die oft sichtbare, weit den Nabel nach unten überschreitende Austreibung des Leibes bei starker Magenfüllung, die künstliche Aufblähung des Magens mit Luft (durch die Magensonde), die Ausheberung des Mageninhalts mittels der Sonde, wobei sich nach bestimmter Mahlzeit (»Probemahlzeit«) noch reichlicher Inhalt vorfindet, während der gesunde Magen erfahrungsgemäß bereits leer wäre. Die Behandlung muß die Stauung der Speisen und ihren Übergang in Gärung im Magen verhüten. Zu dem Zwecke spült man in schweren Fällen täglich, in leichtern jeden zweiten Tag den Magen mit einer 2proz. Lösung von doppeltkohlensaurem Natron zwei Stunden nach dem Frühstück mittels des Heberschlauches (s. Meyers Magenpumpe) so lange aus, bis das eingegossene Wasser klar wieder abfließt. Bei starker Gärung des Mageninhalts verwendet man zweckmäßig antiseptische Lösungen (z. B. von Salizylsäure) zu den Spülungen. Auch die Massage des Magens ist empfohlen, ebenso die Faradisation der Magenwand. Um die Ursache der M., d. h. die Verengerung am Pförtner, welche die Nahrung nicht genügend in den Darm übertreten läßt, radikal zu beseitigen, hat man die Magenresektion, also die Ausschneidung eines Stückes aus der Magenwand, oder die Resektion des Pförtners, oder auch die Verbindung des Magens mit einer Dünndarmschlinge (Gastroenterotomie, diese in sonst nicht operierbaren Fällen) empfohlen; s. auch Meyers Magenkrebs. Bei gutartigen Verengerungen ist die Pyloroplastik von Heinecke und Mikulicz angezeigt, indem man den verengerten Pförtner vom Magen bis in den Dünndarm hinein spaltet und dann die Längswände wieder zusammennäht, aber in querer Richtung, wodurch der Pförtner erweitert werden muß. Akut entsteht M. sehr selten und wohl nur bei plötzlicher Abklemmung oder Abknickung des Pförtners oder des Dünndarms.
 
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Magenfäden (Gastralfilamente), s. Akalephen.
 
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Magenfistel, ein Fistelgang, der die Magenwand und die Bauchwand durchsetzt, entsteht nach vorheriger entzündlicher Verklebung, Verwachsung zwischen Magen- und Bauchwand, durch Durchbruch eines Magengeschwürs oder eines Abszesses, oder sie bleibt nach Verletzungen zurück, oder sie wird bei Undurchgängigkeit der Speiseröhre (z. B. infolge von Krebs) künstlich angelegt (Gastrotomie), um den Kranken vor dem Hungertode zu retten. Man schließt eine nicht beabsichtigte M., indem man ihre Ränder anfrischt und durch Naht verbindet. Je nach der Lage und Größe der M. verursacht sie verschiedene Beschwerden,

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und infolge des Verlustes an Säften leidet die Ernährung beträchtlich. Bei künstlich angelegter M. läßt man daher einen Trendelenburgschen Obturator tragen, um das Ausfließen von Magensaft zu verhindern. Patienten mit M. wurden von Physiologen zum Studium des Verdauungsprozesses benutzt, so namentlich von William Beaumont, der an dem kanadischen Jäger San Martin sehr lehrreiche Beobachtungen über die Absonderung und die Wirkung des Magensaftes anstellte.
 
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Magengegend, s. Meyers Bauch.
 
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Magengeschwür, eins der häufigsten Magenleiden, tritt in verschiedenen Formen auf und hat für die Gesundheit und das Leben sehr verschiedene Bedeutung. Kleine, flache Substanzverluste von Hanfkorngröße mit gerötetem Grund, sogen. hämorrhagische Erosionen, haben keine größere Bedeutung und verheilen meist, ohne eine Spur zurückzulassen. Verschwärungen der geschlossenen Drüsenfollikel der Magenschleimhaut sind an sich selten und heilen mit Zurücklassung einer unbedeutenden Narbe, ohne dem Kranken auf längere Zeit belästigende Symptome zu verursachen. Eine sehr wichtige und schwere Form des Magengeschwürs dagegen ist das sogen. chronische, runde oder durchbohrende M. (Ulcus ventriculi chronicum, s. rotundum, s. perforans). Dies beruht auf einer umschriebenen Selbstverdauung der Magenwand und wird daher auch Ulcus pepticum genannt. Warum die Magenwand von dem stark eiweißlösenden Magensaft normalerweise nicht angegriffen wird, ist auf sehr verschiedene Weise erklärt worden. Jedenfalls bestehen gewisse Schutzvorrichtungen für die lebende Schleimhaut, die durch schädigende Einflüsse an umschriebenen Stellen unwirksam gemacht werden können. Nach Virchows Ansicht entsteht das M. dadurch, daß zunächst eine Verstopfung kranker arterieller Gefäße eintritt, daß infolgedessen die Magenwand, soweit sie das kapillare Stromgebiet der verstopften Arterie bildet, brandig abstirbt, und daß der Magensaft die brandig gewordene Stelle, die seiner Einwirkung keinen Widerstand leisten kann, durch Selbstverdauung zur Erweichung und zum Zerfall bringt. Wenn auch auf diese Weise im Tierexperiment ein M. künstlich erzeugt werden kann, so ist doch der Hergang beim natürlichen M. meistens ein andrer, indem nämlich irgend eine spezifische Widerstandsfähigkeit des lebenden Gewebes die Verdauung verhindert und irgend eine beliebige Schädigung des Zellebens diese Fähigkeit vermindert. Neuerdings wird behauptet, daß die Magenwand (ebenso wie die Darmwand) sogen. Antifermente enthalte, d. h. Körper, die den Zellen Schutz gegen die Fermente der natürlichen Verdauungssäfte biete. Die Disposition für das chronische M. ist sehr verbreitet, denn unter 20 Leichen ist je eine mit einem M. oder mit der Narbe von einem solchen versehen. Das chronische M. kommt im reisen Alter häufiger als in der Kindheit, bei Frauen und bleichsüchtigen Personen häufiger als bei Männern und kräftigen Individuen vor. Häufig werden Diätfehler, Genuß zu kalter und zu heißer Speisen, Mißbrauch von Spirituosen als Ursachen bezeichnet; doch ist dies völlig unbewiesen. Das chronische M. hat seinen Sitz am häufigsten in dem an den Pförtner angrenzenden Teil des Magens, häufiger an der hintern als an der vordern Magenwand und fast immer an dem kleinen Bogen des Magens oder in seiner Nähe. Selten kommt es im Magengrund vor. Zuweilen ist nur ein Geschwür vorhanden, häufiger zwei oder mehrere, mitunter 30 bis 40, die sich dann gewöhnlich in verschiedenen Stadien befinden. Das M. zeigt scharfe Umgrenzung, der Grund ist meist völlig rein, ohne Sekret oder abgestorbene Gewebsteile, Entzündung fehlt oder findet sich nur in geringem Maß bei ältern Geschwüren. Bei sehr tief gehenden ältern Geschwüren sieht man am Magen von außen her ein kreisrundes Loch mit scharfem Rand, von innen her gesehen bildet das Geschwür gleichsam Terrassen und stellt einen flachen Trichter dar. Die Größe schwankt zwischen 6 mm im Durchmesser bis zur Größe eines Talerstücks und darüber, in seltenen Fällen bis zur Handtellergröße. Oft heilt das Geschwür, bevor es alle Magenhäute durchbrochen hat. Es bildet sich dabei eine Narbe in der Magenwand, die gewöhnlich ein strahlenförmiges Aussehen hat. War das Geschwür sehr groß, so kann seine Heilung zu einer Verengerung deo Magens führen, indem die anfangs weiche Narbe sich später stark zusammenzieht. Eine solche Verengerung des Magens führt zu starken Beschwerden. Häufig wird ein M. durch Verwachsung der Magenwand mit dem ihr zunächst benachbarten Organ (Bauchspeicheldrüse, Leber, Zwerchfell etc.) gleichsam verlegt, so daß es nicht nach der Bauchhöhle durchbrechen kann. Während das Geschwür um sich greift, werden durch dasselbe nicht selten größere oder kleinere Blutgefäße des Magens zerstört, und es kommt dann zu bedeutenden Blutergüssen in die Magenhöhle. In seltenen Fällen von chronischem M. sind die Anzeichen einer Magenaffektion so geringfügig, daß man die Krankheit ganz übersieht, bis plötzlich nach allmählicher Durchbohrung der Schichten der Magenwand zuletzt auch die die letztern gegen die Bauchhöhle abgrenzende seröse Haut durchbrochen wird und durch Austritt des Mageninhalts in die Bauchhöhle eine tödliche Unterleibsentzündung entsteht, oder bis durch Anfressung eines größern Blutgefäßes eine gefährliche Magenblutung eintritt. Es kann aber auch das M., nachdem der Magen sich mit seinen Nachbarorganen verlötet hat, in den Pleurasack, in die Lungen, in den Herzbeutel, in den Darm, ja nach außen durch die Bauchwand durchbrechen, oder es bildet sich durch Durchbruch des Geschwürs in einen hinter dem Magen gelegenen Raum ein Abszeß unter dem Zwerchfell.
   Das gewöhnlichste Zeichen des Magengeschwürs sind Schmerzen in der Magengegend. Diese Schmerzen sind andauernd, vermehren sich bei Druck, sind an einer Stelle besonders heftig und steigern sich periodisch zu den heftigsten Anfällen, wobei sie in der Magengegend beginnen und nach dem Rücken hin ausstrahlen. Die Anfälle pflegen sich fast immer kurze Zeit nach der Mahlzeit einzustellen und stehen mit der Schwerverdaulichkeit und der reizenden Eigenschaft der genossenen Speisen in geradem Verhältnis. Durch Erbrechen tritt Erleichterung ein; die Schmerzen dauern aber oft stundenlang fort, wenn sich kein Erbrechen einstellt. In einzelnen Ausnahmefällen treten die Schmerzen gerade bei leerem Magen auf und werden durch Zufuhr von Speisen erleichtert, oder die Kranken bleiben, wenn sie schwerverdauliche Speisen genossen, von Schmerzen verschont, während leichter verdauliche Speisen heftige Schmerzen hervorrufen. Die Schmerzen bei der Verdauung werden hauptsächlich durch den Reiz verursacht, den der saure Magensaft auf die Geschwürsfläche ausübt. Zudem ist der abgeschiedene Magensaft beim M. meistens besonders stark sauer durch einen gegenüber der Norm stark gesteigerten Salzsäuregehalt. Die Untersuchung des Mageninhalts auf seinen Prozentgehalt auf

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Salzsäure (im Erbrochenen oder einer mit der Magensonde entnommenen Probe) dient daher im Zweifelsfalle zur Sicherstellung eines Geschwürs. Fast immer kommt bei dem chronischen M. auch, periodisches Erbrechen vor, das durch dieselben Veranlassungen, welche die Schmerzanfälle bedingen, hervorgerufen zu werden pflegt und bald kürzere, bald längere Zeit nach der Mahlzeit eintritt. Wenn zu den heftigen Magenschmerzen und zu dem Erbrechen, die regelmäßig nach der Mahlzeit eintreten, sich noch Blutbrechen hinzugesellt, so besteht über das Vorhandensein eines chronischen Magengeschwürs kaum ein Zweifel. Manche Kranke leiden an Ausgetriebenheit der Magengegend, an Aufstoßen und heftigem Sodbrennen, ihr Appetit liegt gänzlich danieder; andre befinden sich in den schmerzfreien Stunden verhältnismäßig wohl, und selbst ihr Appetit ist kaum vermindert. Fast stets ist dauernde Stuhlverstopfung vorhanden. Das chronische M. kann frühzeitig die Ernährung untergraben, in andern Fällen aber leidet die Ernährung weniger oder fast gar nicht. Der Verlauf der Krankheit ist meist sehr langwierig, wenn man von den Fällen absieht, wo die Magenblutung oder die Durchbohrung der Magenwand scheinbar das erste Symptom der Affektion ist. Das Übel kann viele Jahre lang bestehen, während der die Beschwerden mannigfache Schwankungen darbieten. Nicht selten tritt mitten in der scheinbaren Genesung plötzlich Blutbrechen auf. Es können auch die Leiden mit aller Heftigkeit wieder zurückkehren, nachdem sie jahrelang ganz verschwunden waren. Am häufigsten endet das chronische M. mit Genesung. Dieselbe ist aber sehr oft unvollständig, wenn nämlich das M. durch eine Narbe heilt, welche die Bewegungen des Magens an einer bestimmten Stelle hemmt, oder wenn der Magen infolge des Geschwürs an ein benachbartes Organ angelötet wurde und nun bei Bewegungen von der Verwachsungsstelle aus gezerrt wird. Solche Störungen bedingen die Fortdauer der Schmerzanfälle, die zuweilen noch heftiger sind als zuvor.
   Bei der Behandlung des Magengeschwürs ist vor allem der Magen möglichst zu schonen, seine Arbeit auf das Mindestmaß einzuschränken, da die langanhaltenden Bewegungen des Magens, seine Zusammenziehungen bei der Entleerung in den Darm, die Dehnung durch den Speisebrei und die Abscheidung des stark sauren Verdauungssaftes die Heilung natürlich erschweren. In schweren Fällen ist es daher sehr vorteilhaft, zunächst einige Tage lang unter völliger Umgehung des Magens nur durch Nährklistiere (s. Meyers Ernährungstherapie) Nahrung zuzuführen. Demnächst wird als schonendste Kost Milch, Suppe mit verrührtem Ei, Kakao, gelöste Fleisch- und Eiweißpräparate, Zwieback und ähnliches gegeben, nach ca. einer Woche schließt sich hieran eine etwas gehaltreichere, aber noch vorwiegend breiige, weiche, leichtverdauliche Kost mit Fleisch vom Huhn, Kalbshirn und -bries, Kartoffelbrei. Allmählich erfolgt dann der Übergang zu leichtverdaulicher Vollkost. Bei dieser Kostordnung ist strengste Bettruhe und in der ersten Zeit dauernde Anwendung heißer Umschläge auf die Magengegend erforderlich. Trinken von Karlsbader Wasser ist dabei zweckmäßig. Bei chronischen Fällen von M. kann manchmal auch eine ambulante Behandlung durchgeführt werden. Hierbei ist besonders die Anwendung großer Gaben von basischsalpetersaurem Wismut bewährt, das sich als schützender Niederschlag auf die Geschwürsfläche auslegt. Die heftigen Schmerzanfälle erfordern manchmal narkotische Mittel (Morphium), bei heftiger Blutung ist vollkommene Körperruhe notwendig. Stark blutende und sehr langwierige Geschwüre müssen häufig chirurgisch behandelt werden durch Resektion (Ausschneidung) des betreffenden Teiles der Magenwand. Daß man bei Perforation unter Umständen versuchen muß, den Kranken durch den Bauchschnitt zu retten, ist wohl zweifellos. Vernarbt das M. und tritt narbige Verengerung, z. B. des Pförtners, ein, so ist Magenerweiterung (s. d.) die Folge, die alsdann nur durch die dort erwähnten operativen Eingriffe beseitigt werden kann.

 

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Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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