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Magendarmkatarrh bis Magengegend (Bd. 6, Sp. 64 bis 66)
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Artikelverweis Magendarmkatarrh, ein gleichzeitig die Schleimhaut des Magens und des Darmes in Mitleidenschaft ziehende, besonders bei Kindern häufige katarrhalische Entzündung (s. Meyers Magenkatarrh und Meyers Brechdurchfall).
 
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Magendarmprobe (Magendarmschwimmprobe) soll die Frage entscheiden, ob ein neugebornes totes Kind gelebt hat, oder ob es tot geboren ist; in ersterm Falle schwimmt der Magen und der Darm, weil er verschluckte Luft enthält, im letzern Falle nicht. Falls die M. positiv ausfällt, kann man mit ziemlicher Sicherheit den Schluß auf Leben des Kindes ziehen, ist sie negativ, so kann das Kind schon geatmet, aber noch keine Luft verschluckt haben. Die M. soll die Meyers Lungenprobe (s. d.) ergänzen.
 
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Magendarmschnitt (Gastroenterostomie), s. Meyers Magenkrebs, S. 70.
 
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Magendie (spr. -schängdī'), François, Physiolog, geb. 15. Okt. 1783 in Bordeaux, gest. 7. Okt. 1855 in Sannois bei Paris, studierte in Paris, ward Arzt am Hôtel-Dieu und 1831 Professor am Collège de France. M. ist der Schöpfer der neuen exakten Physiologie, die sich überall auf die Naturwissenschaften stützt und in dem Experiment ihren Rückhalt zu suchen hat. Er machte zahlreiche wichtige Entdeckungen und suchte auch in der Pathologie die experimentelle Methode in Anwendung zu bringen, den Entwickelungsgang der Krankheitserscheinungen nachzuweisen. Er schrieb: »Précis élémentaire de physiologie« (Par. 1816, 2 Bde.; 4. Aufl. 1836; deutsch, 3 Aufl., Tübing. 1836, 2 Bde.); »Formulaire pour l'emploi et la préparation de plusieurs nouveaux médicaments« (1821, 9. Aufl. 1836; deutsch, 6. Aufl., Leipz. 1831); »Leçons sur les phénomènes de la vie« (183638, 4 Bde.; deutsch, Köln 1837, 2 Bde.); »Leçons sur les fonctions et les maladies du systéme nerveux« (1839, 2 Bde.; deutsch, Leipz. 1841); »Recherches philosophiques et cliniques sur le liquide cephalo-rhachidien ou cerébro-spinal« (1842; deutsch, Leipz. 1843). Vgl. Cl. Bernard, François M. (Par. 1856); Flourens, Eloge historique de M. (das. 1858).
 
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Magendusche, s. Irrigator.
 
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Magenentzündung (Gastritis) tritt in ihrer leichtesten Form, der katarrhalischen M., als Meyers Magenkatarrh (s. d.) auf. Während dieser aber nur eine Erkrankung der Schleimhaut des Magens mit vermehrter Absonderung darstellt, betreffen die schweren Formen der M. stets auch die tiefern Schichten der Magenwand. Von diesen Formen der M. unterscheidet man: 1) die durch giftige, in den Magen gelangende Substanzen, wie z. B. konzentrierte Mineralsäuren (Schwefelsäure, Salpetersäure etc.), ätzende Alkalien und manche Metallsalze, hervorgerufene M. (Gastritis toxica). Eine geringe Menge konzentrierter Mineralsäure verwandelt nur die Epithelien und die oberflächlichen Schleimhautschichten in einen weichen bräunlichen oder schwarzen Schorf, durch größere Mengen werden dagegen alle Schichten des Magens in eine schwarze, brüchige oder gallertartig erweichte Masse verwandelt, die auch breiige Konsistenz annimmt; dabei wird oft die Magenwand durchrissen, und der Mageninhalt ergießt sich in die Bauchhöhle, so daß tödliche Bauchfellentzündung erfolgt. Sofern auf diese Weise oder durch spätere Resorption des Giftes vom Darm aus (die Magenschleimhaut selbst ist wenig resorptionsfähig) nicht der Tod erfolgt, können selbst die schwersten Ätzungen und Zerstörungen der Magenwand heilen, wobei hohe Grade der Schrumpfung, Wandverdickung und Narbenbildung eintreten. Zuweilen kann auch ohne direkten Durchbruch, durch Fortleiten des Entzündungsprozesses auf das Bauchfell, tödliche Bauchfellentzündung nachfolgen. Die Diagnose ergibt sich aus der Anamnese, aus der weißen Färbung der Mundschleimhaut bei Schwefelsäurevergiftung, der gelben bei Salpetersäure, aus dem heftigen Brennen in der Magengegend

[Bd. 6, Sp. 65]


und dem meist mit blutigem Schleim vermischten Erbrechen. Bei Säuren gibt man Kreide, oder kohlensaure Magnesia in Wasser, oder kohlensaures Natron, bei Alkalien Essig, oder in Haferschleim verdünnte Schwefelsäure. 2) Die schwerste Form der M., die phlegmonöse Gastritis, stellt sich dar als starke Schwellung und Verdickung der ganzen Magenwand mit Infiltration aller Wandschichten mit trübem wässerigen oder eiterigen Exsudat. Diese seltene M. ist umschrieben oder diffus. In der Regel erscheint sie als metastatische Entzündung im Gefolge schwerer Infektionskrankheiten, wie Kindbettfieber, Typhus, Blut- oder Eitervergiftung etc., und beruht in der Regel wohl auf embolischen Prozessen. Die umschriebene phlegmonöse M. kann sich so auf einen Punkt konzentrieren, daß es zu einem Magenabszeß oder auch zu mehreren Abszessen dieser Art kommt, die, falls sie sich in den Magen öffnen, ausheilen können. Die diffuse M. ist entweder über den ganzen Magen verbreitet oder nur über einen Teil desselben. Unter der mehrfach durchlöcherten Schleimhaut liegt die serös oder eiterig infiltrierte oder ganz und gar eiterig geschmolzene Submucosa, auf welche die ebenfalls infiltrierte Muscularis folgt. Durch Übergreifen der M. auf die äußerste Schicht der Magenwand, die seröse Haut und von dieser auf die seröse Haut der Nachbarorgane können zwischen letztern und dem Magen vielfache Verwachsungen entstehen. Die Symptome dieser M. bestehen in heftigem Schmerz in der Magengegend, in Erbrechen, hohem Fieber, Kollaps, Delirien und Koma, in dem dann der Tod erfolgt. Bei Durchbruch in die Bauchhöhle treten die Anzeichen der allgemeinen Bauchfellentzündung auf. Die Behandlung ist symptomatisch. Kruppöse (diphtheritische) M. ist eine seltene Begleiterscheinung von Diphtherie, Pocken und andern Infektionskrankheiten.
 
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Magenerweichung (Gastromalacia), eine nur an Leichen vorkommende, durch Selbstverdauung der Magenwand bedingte Veränderung derselben, wobei die Schleimhaut zu gallertartigen, schmutziggrauen, leicht von der darunter liegenden Muskelschicht abstreifbaren Massen zerschmilzt.
 
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Magenerweiterung (Gastréktasis), eine abnorme Ausdehnung des Magens, ist meistens eine Folgeerscheinung andrer pathologischer Verhältnisse des Magens. Die häufigste Ursache der M. ist Verengerung des Magenpförtners, wodurch die Entleerung des Mageninhalts in den Darm erschwert wird. Solche Verengerungen werden besonders durch Geschwülste in der Pförtnergegend, also vor allem durch hier sitzenden Krebs hervorgebracht, ferner durch schrumpfende Narben von Magengeschwüren, die in dieser Gegend ihren Sitz gehabt haben. Der normalerweise dehnbare und weite Pförtner kann hierbei in ein starres, kaum für einen Bleistift durchgängiges Rohr verwandelt werden. Auch von Ätzungen (durch Säurevergiftung) und von Verletzungen herrührende Narben können dies erzielen. Seltener drücken außerhalb des Magens si sitzende Geschwülste (der Leber, der Bauchspeicheldrüse) auf den Pförtner. Zunächst wird das Hindernis durch vermehrte Anstrengung der bald hypertrophisch werdenden Magenmuskulatur überwunden, allmählich bleibt aber doch ein Teil des Mageninhalts länger liegen und dehnt den Magen aus, dazu kommt die Gärung dieser stagnierenden Reste, Gasentwickelung und hierdurch bedingte Aufblähung, die Magenwand verfällt durch die zerfetzten Reste einem chronischen Katarrh, wodurch sie weiter an Widerstandsfähigkeit einbüßt. Zuletzt ist der Magen ein schlaffer Sack, der um das Drei- bis Vierfache den Rauminhalt eines gefunden Magens übertreffen kann. M. ist auch eine Folge der Gastroptose, d. h. Magensenkung, wobei durch Erschlaffung der Aufhängebänder des Magens dieser in eine zu tiefe Lage herabsinkt, so daß der Pförtnerteil abnorm steil ansteigt, auch durch Zerrung oder Knickung schwer wegsam werden kann. Aber auch ohne mechanische Hindernisse kann M. eintreten durch Insuffizienz oder Atonie der Magenmuskulatur infolge allgemeiner Schwäche durch Blutarmut, in der Rekonvaleszenz nach schweren Krankheiten. Diese Fälle stellen gewöhnlich leichtere Grade von M. dar als die durch mechanische Hindernisse bedingten. Primäre M. kann auch durch häufige Überlastung des Magens zustande kommen bei Schlemmern und Säufern, aber auch bei armen Leuten, die sich hauptsächlich von Kartoffeln nähren müssen. Zur Erkennung der M. dient vor allem die oft sichtbare, weit den Nabel nach unten überschreitende Austreibung des Leibes bei starker Magenfüllung, die künstliche Aufblähung des Magens mit Luft (durch die Magensonde), die Ausheberung des Mageninhalts mittels der Sonde, wobei sich nach bestimmter Mahlzeit (»Probemahlzeit«) noch reichlicher Inhalt vorfindet, während der gesunde Magen erfahrungsgemäß bereits leer wäre. Die Behandlung muß die Stauung der Speisen und ihren Übergang in Gärung im Magen verhüten. Zu dem Zwecke spült man in schweren Fällen täglich, in leichtern jeden zweiten Tag den Magen mit einer 2proz. Lösung von doppeltkohlensaurem Natron zwei Stunden nach dem Frühstück mittels des Heberschlauches (s. Meyers Magenpumpe) so lange aus, bis das eingegossene Wasser klar wieder abfließt. Bei starker Gärung des Mageninhalts verwendet man zweckmäßig antiseptische Lösungen (z. B. von Salizylsäure) zu den Spülungen. Auch die Massage des Magens ist empfohlen, ebenso die Faradisation der Magenwand. Um die Ursache der M., d. h. die Verengerung am Pförtner, welche die Nahrung nicht genügend in den Darm übertreten läßt, radikal zu beseitigen, hat man die Magenresektion, also die Ausschneidung eines Stückes aus der Magenwand, oder die Resektion des Pförtners, oder auch die Verbindung des Magens mit einer Dünndarmschlinge (Gastroenterotomie, diese in sonst nicht operierbaren Fällen) empfohlen; s. auch Meyers Magenkrebs. Bei gutartigen Verengerungen ist die Pyloroplastik von Heinecke und Mikulicz angezeigt, indem man den verengerten Pförtner vom Magen bis in den Dünndarm hinein spaltet und dann die Längswände wieder zusammennäht, aber in querer Richtung, wodurch der Pförtner erweitert werden muß. Akut entsteht M. sehr selten und wohl nur bei plötzlicher Abklemmung oder Abknickung des Pförtners oder des Dünndarms.
 
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Magenfäden (Gastralfilamente), s. Akalephen.
 
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Magenfistel, ein Fistelgang, der die Magenwand und die Bauchwand durchsetzt, entsteht nach vorheriger entzündlicher Verklebung, Verwachsung zwischen Magen- und Bauchwand, durch Durchbruch eines Magengeschwürs oder eines Abszesses, oder sie bleibt nach Verletzungen zurück, oder sie wird bei Undurchgängigkeit der Speiseröhre (z. B. infolge von Krebs) künstlich angelegt (Gastrotomie), um den Kranken vor dem Hungertode zu retten. Man schließt eine nicht beabsichtigte M., indem man ihre Ränder anfrischt und durch Naht verbindet. Je nach der Lage und Größe der M. verursacht sie verschiedene Beschwerden,

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und infolge des Verlustes an Säften leidet die Ernährung beträchtlich. Bei künstlich angelegter M. läßt man daher einen Trendelenburgschen Obturator tragen, um das Ausfließen von Magensaft zu verhindern. Patienten mit M. wurden von Physiologen zum Studium des Verdauungsprozesses benutzt, so namentlich von William Beaumont, der an dem kanadischen Jäger San Martin sehr lehrreiche Beobachtungen über die Absonderung und die Wirkung des Magensaftes anstellte.
 
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Magengegend, s. Meyers Bauch.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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