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Magalhães Lima bis Magazinfuhrpark (Bd. 6, Sp. 55 bis 56)
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Artikelverweis Magalhães Lima, Sebastião, portug. Politiker, geb. 1851, Führer der republikanischen Partei, begründete die republikanische Zeitung »Seculo« und veröffentlichte zahlreiche Parteischriften, wie: »O Socialismo na Europa«, »Federação Iberica«, »Oprimeiro de Maio«, »O Livro da Paz« (1896), »O Centenario no Estrangeiro« (1897).
 
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Magalhãessche Wolken (Kapwolken), zwei aus zahlreichen zerstreuten Sternen, Sternhaufen und Nebelflecken bestehende Lichtwolken (nubecula major und n. minor), am südlichen Himmel im Sternbilde des Schiffes Argo. Die größere wird schon von Abd er Rahmân als »weißer Ochse« erwähnt.
 
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Magalhãesstraße, nach ihrem Entdecker (1520) benannte Meeresstraße, scheidet das südamerikanische Festland vom Feuerland-Archipel und verbindet den Atlantischen mit dem Stillen Ozean. Ihre östliche Einfahrt zwischen den Kaps de las Virgenes im N., Santa Catalina und Espiritu Santo im S. liegt unter 52°28' südl. Br. und ist 22 km breit, ihr fast ebenso breiter westlicher Eingang zwischen Kap Pilar im S. und den Narborough-Inseln im N. liegt unter 52°36' südl. Br.; doch beschreibt die Straße einen nach S. gerichteten Bogen, der im Kap Froward bis 53°54' südl. Br. reicht. Bis zu diesem Punkte machen sich auch die Gezeiten beider Meere bemerkbar. Der östliche Teil der 600 km langen, 433 km breiten M. besteht aus drei seeartigen Becken, die durch Engen miteinander verbunden sind und im O. vom Feuerland und der Insel Dawson, im W. vom Festland mit der Halbinsel Brunswick begrenzt werden. Am Westufer des langen, nach S. gerichteten Teiles liegt die chilenische Ansiedelung Punta Arenas (s. d.). Von Kap Froward geht die nun schmale, 270 km lange Straße in gerader nordwestlicher Richtung zwischen den Halbinseln Brunswick und Córdoba, König William-Land und dem Königin Adelaide-Archipel einerseits und den Inseln Clarence, Santa Inés und de la Desolación anderseits zum Stillen Ozean. In beiden Teilen ist die Bildung der Ufer ganz abweichend. Die M. ist in ihrem westlichen Teil ein tiefer Fjord, zwischen steilen, mit dichten Wäldern bedeckten Bergen, im O. aber ein seichtes, breites Gewässer, mit waldlosen Grassteppen zu beiden Seiten; häufige Westwinde erschweren die Befahrung im W., doch finden sich hier gute Häfen. Im 16. Jahrh. wurde die M. als einziger bekannter Weg aus dem Atlantischen in den Stillen Ozean stark besucht, aber wegen der Schwierigkeit ihrer Durchfahrung nach der Entdeckung des bequemern Weges um das Kap Hoorn später wenig benutzt. Erst nach Einführung der Dampfschiffe wird sie wieder viel befahren. Die Ufer gehören seit 1881 zu Chile. Vgl. Kohl, Geschichte der Entdeckungsreisen und Schiffahrten zur M. (Berl 1877); Miller, The straits of Magellan (Portsmouth 1884); Jonin, Durch Südamerika, Bd. 2 (a. d. Russ., Berl. 1895); Chaigneau, Derrotero del estrecho de Magallanes i de la Tierra del Fuego (Valparaiso 1900).
 
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Magallanes (spr. -galjānes), spanische Form für Magalhães (Fernão de)
 
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Magallanes (spr. -galjānes), Territorium von Chile, umfaßt das Festland südlich von 47° südl. Br. sowie die Inseln Wellington, den Madre de Dios-Archipel, Hannover, den Königin Adelaide-Archipel, König William-Land, Ponsonbyland, Desolation, Santa Inés, Clarence, Hoste, Navarin sowie die Westhälfte von Feuerland, im ganzen 184,211 qkm mit (1901) 13,000 Einw. (0,07 auf 1 qkm), die zum großen Teil in und um Punta Arenas (s. d.) wohnen, wo allein bisher Europäer sich niedergelassen haben. In den die Ostgrenze bildenden Anden erheben sich der Vulkan Chalten oder Fitzroy zu 3344 m, Stokes zu 2354 m. Auf König William-Land erreicht Mount Burney 1770, auf Ponsonbyland Mount Ladrillero 1685, auf Feuerland Monte Sarmiento 2070, Monte Darwin 2150 m. Gletscher reichen im südlichen Teil bis zum Meere hinab, doch ist das Klima immerhin mild, wie auch die Produkte der Tier- und Pflanzenwelt erweisen. Die Waldungen bestehen nicht nur aus Nadelholz, sondern in den Niederungen auch aus immergrünen Buchen. Hauptbeschäftigung der Bewohner ist Holzfällen und Schafzucht; man baut etwas Kartoffeln, Gerste, Roggen, Hülsenfrüchte, Gemüse, Futterkräuter. Jagd und Fischfang sind einträglich. Ausgeführt werden Holz und Fische. Vgl. O. Nordenskiöld, Wissenschaftliche Ergebnisse der schwedischen Expedition nach den Magellansländern (Stockh. u. Berl. 1899 ff.); Fagalde, M.; el pais del porvenir (Bd. 1, Valparaiso 1901).
 
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Magangué (spr. -gé), Stadt mit lebhaften Märkten im Depart. Bolivar von Kolumbien, malerisch gelegen an dem schiffbaren Fluß, der 20 km unterhalb in den Westarm des Magdalenenstromes (Arm von Loba) mündet, 55 m ü. M.; M. hat das früher bedeutende Mompós ersetzt.
 
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Magasin (franz., spr. -säng), Laden, dann auch Magazin, Lager; daher Magasinage, das Lagern in einem solchen, auch soviel wie Lagergeld, Lagerzeit. Magasins généraux (Entrepôts), soviel wie Lagerhäuser, in denen Waren gegen Meyers Lagerscheine (s. d.) hinterlegt werden können. S. Magazine.
 
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Magazinbeamte, s. Magazine.
 
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Magazīne (v. arab. machsan, »Vorratshaus«), Warenlager oder größere Aufbewahrungsbehältnisse, besonders für Getreide (Getreidemagazine, Kornspeicher, Kornkeller), wurden früher unterhalten, um in Zeiten des Mißwachses der Teurung und Hungersnot vorzubeugen, dienen jetzt aber nur noch den Bedürfnissen des Handels und den lokalen Verhältnissen. Die Gebäude besitzen mehrere übereinander liegende Böden mit sorgfältig gedielten und sehr dichten Fußböden, auf die das gut gereinigte Getreide gewöhnlich direkt geschüttet und im Sommer alle zwei, im Winter alle vier Wochen umgewendet wird, damit es nicht verdirbt. Hierzu ist Raum erforderlich, und da außerdem Gänge frei bleiben müssen, das Getreide im Winter auch die Mauer nicht berühren darf, so kann man nur etwa den achten Teil des Kubikinhalts eines Getreidespeichers wirklich ausnutzen; man rechnet für 1 hl etwa 0,3 qm Bodenfläche. Die M. von Devaux enthalten etwa 10 m hohe Kasten aus sein gelochtem Eisenblech, deren jeder 250500 Ztr. Getreide faßt, und die so dicht nebeneinander aufgestellt sind, daß nur schmale Gänge dazwischen übrigbleiben. In jedem Kasten steht ein Rohr aus gleichem Material, das an der Basis mit unterirdischen Luftkanälen kommuniziert. Ist der

[Bd. 6, Sp. 56]


Kasten gefüllt und die Röhre oben mit einem Blechdeckel geschlossen, so kann die Luft in der Röhre und in den Wänden fortwährend durch das Getreide zirkulieren, und durch einen Ventilator kann der Luftzug verstärkt werden. Zur Füllung der Kasten dienen ein Paternosterwerk und eine horizontal durch das ganze Gebäude fortlaufende Schraube. Das Ablassen des Getreides wird durch Öffnen einer über dem Boden befindlichen Klappe bewirkt; das ausströmende Getreide wird durch ein endloses Band weiter getragen.
   Die Frucht- oder Getreidetürme von Sinclair, mit massiven Wänden erbaut, haben über einem untern leeren Raum einen großen, der Grundrißfläche des Turmes entsprechenden Trichter, dessen untere Öffnung mit einer leicht beweglichen Klappe versehen ist. Über dem großen Trichter sind zur Entlastung neun kleinere Trichter angebracht, und auf diesen lagert das Getreide. Durch letzteres hindurch gehen horizontale, aus zwei Brettern bestehende Rinnen, die mit der offenen Seite nach unten liegen und mit Maueröffnungen in Verbindung stehen. Unter den Rinnen bilden sich Luftkanäle, in denen lebhafte Ventilation stattfindet. Der obere Teil des Turmes bildet einen leeren Raum mit einer Winde zum Heben des Getreides. Von Zeit zu Zeit öffnet man die untere Trichterklappe und läßt etwas Getreide ausströmen, wodurch die ganze Masse in Bewegung gerät und immer neue Partien des Getreides dem Luftzug ausgesetzt werden. Das abgelassene Getreide wird wieder oben aufgegeben. Vgl. Kornhäuser.
   Seit alter Zeit bewahrt man Getreide bei völligem Abschluß der Luft in Fruchtgruben oder Silos auf. Diese werden gewöhnlich auf sandig-lehmigen Hügeln angelegt. Man gräbt eine Grube von 3,84,7 m Tiefe in Form einer Flasche und mit einem 1,21,5 m langen Hals von 0,390,74 m Durchmesser, gibt der Grube einen Durchmesser von 2,53,16 m, verbrennt darin einige Tage vor der Benutzung reichlich Stroh, kleidet sie nach der Reinigung mit frischem, reinem Stroh aus und füllt sie mit dem völlig trocknen Getreide. Zum Verschluß wird der Hals fest mit Stroh gefüllt und das Ganze mit einem 0,6320,948 m hohen Erdhügel bedeckt, den man mit Rasen belegt. Große Silos mauert man aus, verbindet sie unterirdisch miteinander und errichtet über der ganzen Reihe ein magazinartiges Gebäude, das sie vor den Einflüssen der Witterung schützt. Das Getreide schwillt in den Silos an, verliert an Trockengewicht und erhält einen dumpfigen Geruch. Einmal angebrochene Silos müssen gleich ganz entleert werden, weil das Getreide sonst sehr schnell verdirbt. Doyères benutzt deshalb luftdicht verschließbare Si los aus verzinktem Eisenblech, in die mit dem Getreide etwas gebrannter Kalk gebracht wird. Als Decke dienen Stroh, Kalk und zuletzt Spreu, die festgetreten wird. In England hat man derartige Sil os mit Luftpumpen luftleer gemacht und dadurch einen bedeutenden Grad von Trockenheit erreicht. Vgl. Luther, Konstruktion und Einrichtung der Speicher, speziell der Getreidemagazine (Braunschw. 1886).
   Im Militärwesen heißen M. die Niederlagen von Verpflegungsmitteln für die Truppen eines kriegführenden Heeres, und zwar Feldmagazine (den Truppen zunächst befindlich), Etappenmagazine in den Landetappen- und Etappenhauptorten, Ersatzmagazine in der Heimat (s. Meyers Etappe). Sie sind in modernen Feldzügen der ungeheuern Zahl der aufgebotenen Streiter wegen selbst in reichen Ländern unentbehrlich; ihre Anlage wird im Frieden durch die Mobilmachungsvorarbeiten sorgfältig vorbereitet, ebenso die Magazinbeamten für ihren Dienst ausgebildet. Besondere Magazinfuhrparke gestatten die Verschiebung der in Magazinen aufgespeicherten Lebensmittel. Die Rechte und Pflichten der Kommando- und Feldverwaltungsbehörden für die Dispositionen über die M. ist genau geregelt. Vgl. v. François, Feldverpflegungsdienst bei den höhern Kommandobehörden (Berl. 1904); »Kriegsetappenordnung vom 14. Mai 1902« (das. 1902).
 
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Magazinfeuer, früher Schießen unter Verwendung der im Magazin des Infanteriegewehrs befindlichen Patronen. Das Wegfallen des Ladegriffes gestattete für kurze, wichtige Gefechtsmomente (Kavallerieangriff, Abweisen des feindlichen Sturmes etc.) eine große Feuergeschwindigkeit. Diese ist mit den modernen Gewehren im Meyers Schnellfeuer (s. d.) ohne Magazin sofort zu leisten, da diese mit einem Ladegriff stets mehrere Patronen laden. Vgl. Handfeuerwaffen, S. 750 ff.
 
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Magazinfuhrpark, s. Magazine.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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