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Mafra bis Magalhãesstraße (Bd. 6, Sp. 54 bis 55)
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Artikelverweis Mafra, Stadt im portug. Distrikt Lissabon (Provinz Estremadura), 237 m ü. M., auf dürrer Hochebene, an der Eisenbahn Lissabon-Figueira da Foz, mit Marmorbrüchen und (1900) 4794 Einw. Oberhalb der Stadt erhebt sich der von König Johann V. 171730 erbaute Klosterpalast, ein riesiges, einförmig gebautes Viereck von 251 m Länge und 221 m Breite, mit 9 Höfen, 2500 Fenstern und 870 Gemächern. Der Palast enthält eine Bibliothek von 30,000 Bänden und dient jetzt als Kadettenschule. Er umschließt eine aus Marmor erbaute, mit Marmorstandbildern geschmückte Kuppelkirche mit zwei 68 m hohen Glockentürmen. Dabei ein Park mit Jagdgehege und Musterwirtschaft.
 
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Maftir, s. Meyers Sidra.
 
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Mâgadhî, Sprache, s. Meyers Pâli.
 
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Magadīno, Gemeinde im schweizer. Kanton Tessin, Bezirk Locarno, am Oberende des Lago Maggiore und zwar am Rande der durch die Arme des Ticino verursachten Deltasümpfe gelegen, Station der Gotthardbahn (Linie Bellinzona-Luino), 206 m ü. M., besteht aus zwei Dörfern, Ober- und Unter-M., mit (1900) 800 vorherrschend kath. Einwohnern und vor Eröffnung der Gotthardbahn Stapelplatz und Hafen für den obern Lago Maggiore.
 
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Magadis, ein der Harfe ähnliches Saiteninstrument der alten Griechen mit 20 Saiten. Im Mittelalter auch soviel wie Monochord (s. d.).
 
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Magalhães (spr. machaljāngs, span. Magallanes, engl. Magellan), 1) Fernão de, der erste Erdumsegler, um 1480 zu Saborosa in der portug. Provinz Tras os Montes geboren, gest. 27. April 1521, zeichnete sich in portugiesischen Diensten bei der Eroberung von Malakka und in Afrika aus, trat dann, von der portugiesischen Regierung zurückgesetzt, in spanische Dienste und erhielt vom Kaiser Karl V. fünf Schiffe mit etwa 280 Mann Besatzung, mit denen er 20. Sept. 1519 von San Lucar absegelte, um einen westlichen Weg nach den Molukken aufzusuchen. Nachdem er 10. Jan. 1520 die Mündung des La Plata erreicht und im Julianshafen Patagoniens fast fünf Monate überwintert hatte, entdeckte er 21. Okt. 1520 beim Vorgebirge De las Virgenes den Eingang der nach ihm benannten Straße und drang durch sie in die Südsee, die er 28. Nov. erreichte und wegen des ruhigen Wasserspiegels den »Stillen Ozean« nannte. Er durchschiffte ihn mit den drei ihm gebliebenen Schiffen (eins hatte Schiffbruch gelitten, ein andres war heimlich nach Spanien zurückgekehrt) binnen 3 Monaten und 20 Tagen und entdeckte, nahe daran, dem Mangel an Wasser und Lebensmitteln zu erliegen, 6. März 1521 die Marianen und 16. März die Philippinen, wo er den Beherrscher von Zebu zum Christentum bekehrte, aber im Kampf gegen den Beherrscher der Insel Matan fiel. Sein Geschwader ging von da nach den Molukken; aber nur eins der Schiffe, die Viktoria, kam unter Führung von Sebastian Elcano (s. d.) 6. Sept. 1522 mit 18 Personen nach Spanien zurück. Eine von einem Teilnehmer der Fahrt, dem Italiener Meyers Pigafetta (s. d.), verfaßte Beschreibung veröffentlichte Amoretti (»Primo viaggio intorno al globo«, Mail. 1800; neue Ausg., Rom 1894; franz., Par. 1801; engl., Cleveland, Ohio, 1905, 2 Bde.); einen Auszug aus dem Tagebuch eines andern Teilnehmers, des Mestre Bautista, gab Nuñez de Carvalho in den »Noticias para la historia e geographia das nações ultramarinas« (Lissab. 1831, 6 Bde.). Vgl. Bürck, Magellan, oder die erste Reise um die Erde (Leipz. 1844); Barras Arana, Vida y viajes de M. (Santiago 1864); Stanley, Magellan's first voyage round the world (Lond. 1874); Guillemard, Life of Ferdinand Magellan (das. 1890); Butterworth, The story of Magellan and the discovery of the Philippines (New York 1899).
   2) Domingo José Gonçalves, Visconde de Araguaya, brasil. Staatsmann, Philosoph und Dichter, geb. 13. Aug. 1811 in Rio de Janeiro, gest. 1882 in Rom, bereiste von 1833 ab Europa, ward 1836 der Gesandtschaft in Paris beigegeben, 1838 zum Professor der Philosophie in Rio de Janeiro ernannt, trat dann wieder in den diplomatischen Dienst als Gesandter in Turin, 1859 in Wien, 186771 in Washington. Später lebte er in Brasilien. War er in seinen romantischen »Poesias« (Rio de Janeiro 1832) noch portugiesischen Vorbildern gefolgt, so schlug er in seinen »Suspiros poeticos« (Par. 1836, 2. Aufl. 1859) die Richtung ein, auf der er in der Folge zum Haupte der nationalen Dichterschule Brasiliens wurde. Unter dem Einfluß der französischen Romantik stehen das philosophische Gedicht »Mysterios«, die erotischen Gedichte »Urania« (Wien 1862) und die »Canticos funebres«. Von seinen Dramen machten am meisten Glück: »Antonio José« (1839) und »Olgiato« (1841); von seinen Epen: »A confederação dos Tamoyos« (Rio de Janeiro 1857). Seine »Factos do espirito humano« (Par. 1858; franz. Übersetzung 1859) sind das früheste von einem Brasilier geschriebene philosophische Werk. Eine Gesamtausgabe seiner Werke erschien in 8 Bänden (Par. 186465). Vgl. Wolf, Le Brésil littéraire (Berl. 1863).
 
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Magalhães-Archipel, bei Seefahrern gebräuchliche Bezeichnung für die nördlich von den Marianen zwischen 2032° nördl. Br. und 130156° östl. L. verstreuten Inseln und Inselgruppen, 110 qkm mit 100 Einw., sämtlich auf der Peelinsel in der Boningruppe. Der Archipel zerfällt in drei Gruppen: eine

[Bd. 6, Sp. 55]


östliche mit den Inseln Weeks und Ganges, eine zentrale mit den Inseln Awogashima, King William (Bayonnaise), Volcano (s. d.), Smith, Ponasidin, San Francisco, Lot's Wife (Rica d'Oro), Bonin (s. Meyers Bonininseln), Rosario, Euphrosyne, Lindsay u. a. und eine westliche mit den Inseln Borodin o, Bishoprock und Rasa.
 
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Magalhãesländer, Bezeichnung für das südliche Südamerika: das Territorium Meyers Magallanes (s. d.) und Patagonien.
 
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Magalhães Lima, Sebastião, portug. Politiker, geb. 1851, Führer der republikanischen Partei, begründete die republikanische Zeitung »Seculo« und veröffentlichte zahlreiche Parteischriften, wie: »O Socialismo na Europa«, »Federação Iberica«, »Oprimeiro de Maio«, »O Livro da Paz« (1896), »O Centenario no Estrangeiro« (1897).
 
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Magalhãessche Wolken (Kapwolken), zwei aus zahlreichen zerstreuten Sternen, Sternhaufen und Nebelflecken bestehende Lichtwolken (nubecula major und n. minor), am südlichen Himmel im Sternbilde des Schiffes Argo. Die größere wird schon von Abd er Rahmân als »weißer Ochse« erwähnt.
 
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Magalhãesstraße, nach ihrem Entdecker (1520) benannte Meeresstraße, scheidet das südamerikanische Festland vom Feuerland-Archipel und verbindet den Atlantischen mit dem Stillen Ozean. Ihre östliche Einfahrt zwischen den Kaps de las Virgenes im N., Santa Catalina und Espiritu Santo im S. liegt unter 52°28' südl. Br. und ist 22 km breit, ihr fast ebenso breiter westlicher Eingang zwischen Kap Pilar im S. und den Narborough-Inseln im N. liegt unter 52°36' südl. Br.; doch beschreibt die Straße einen nach S. gerichteten Bogen, der im Kap Froward bis 53°54' südl. Br. reicht. Bis zu diesem Punkte machen sich auch die Gezeiten beider Meere bemerkbar. Der östliche Teil der 600 km langen, 433 km breiten M. besteht aus drei seeartigen Becken, die durch Engen miteinander verbunden sind und im O. vom Feuerland und der Insel Dawson, im W. vom Festland mit der Halbinsel Brunswick begrenzt werden. Am Westufer des langen, nach S. gerichteten Teiles liegt die chilenische Ansiedelung Punta Arenas (s. d.). Von Kap Froward geht die nun schmale, 270 km lange Straße in gerader nordwestlicher Richtung zwischen den Halbinseln Brunswick und Córdoba, König William-Land und dem Königin Adelaide-Archipel einerseits und den Inseln Clarence, Santa Inés und de la Desolación anderseits zum Stillen Ozean. In beiden Teilen ist die Bildung der Ufer ganz abweichend. Die M. ist in ihrem westlichen Teil ein tiefer Fjord, zwischen steilen, mit dichten Wäldern bedeckten Bergen, im O. aber ein seichtes, breites Gewässer, mit waldlosen Grassteppen zu beiden Seiten; häufige Westwinde erschweren die Befahrung im W., doch finden sich hier gute Häfen. Im 16. Jahrh. wurde die M. als einziger bekannter Weg aus dem Atlantischen in den Stillen Ozean stark besucht, aber wegen der Schwierigkeit ihrer Durchfahrung nach der Entdeckung des bequemern Weges um das Kap Hoorn später wenig benutzt. Erst nach Einführung der Dampfschiffe wird sie wieder viel befahren. Die Ufer gehören seit 1881 zu Chile. Vgl. Kohl, Geschichte der Entdeckungsreisen und Schiffahrten zur M. (Berl 1877); Miller, The straits of Magellan (Portsmouth 1884); Jonin, Durch Südamerika, Bd. 2 (a. d. Russ., Berl. 1895); Chaigneau, Derrotero del estrecho de Magallanes i de la Tierra del Fuego (Valparaiso 1900).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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