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Maëstōso bis Máfia (Bd. 6, Sp. 52 bis 53)
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Artikelverweis Maëstōso (con maëstà, ital.), majestätisch.
 
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Maëstrāl (ital.), soviel wie Meyers Mistral (s. d.).
 
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Maestricht (spr. māst-), Stadt, s. Meyers Maastricht.
 
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Maëstro (ital., »Meister«), in Italien übliche Titulatur der Tonkünstler, besonders der Komponisten. M. di cappella (»Kapellmeister«), der Dirigent eines kirchlichen Sängerchors, während der Leiter eines Orchesters Direttore d'orchestra heißt. M. al cembalo, früher der am Klavier akkompagnierende Generalbaßspieler (in der Regel der Dirigent).
 
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Maesyfed, s. Meyers Radnorshire.
 
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Maeterlinck (spr. māt-), Maurice, belg. Schriftsteller, geb. 29. Aug. 1862 in Gent, studierte an der dortigen Universität die Rechte, ließ sich daselbst als Advokat nieder und lebt seit 1896 in Paris ausschließlich seiner literarischen Tätigkeit. Nach einer etwas gekünstelten Gedichtsammlung: »Serres chaudes« (1889), erschien im gleichen Jahre sein erstes Drama: »La princesse Maleine« (deutsch, Berl. 1892; 2. Aufl. 1902), worin sich seine Eigenart so stark kundgab, daß er nicht nur in Belgien, sondern auch in Paris als der Gründer einer neuen Richtung, nämlich des Mystizismus auf der Bühne, angesehen wurde. Im »Figaro« proklamierte ihn Mirbeau als zweiten Shakespeare. Maeterlincks Mystizismus besteht namentlich in der Erregung einer unbestimmten Furcht vor einer unbestimmten Gefahr, in der Verwendung von unglücklichen Vorzeichen und düstern Ahnungen. Die Nachahmung von Shakespeare ist in »Maleine« nur zu deutlich. Weit höher steht das Drama »L'Intruse« (1890; mehrfach deutsch, zuletzt von O. E. Hartleben: »Der Ungebetene«, Berl. 1898), worin eine moderne Familie angstvoll den Eindringling Tod erwartet. Das Stücktrug in Paris eine starke Bühnenwirkung davon. Die im Walde verirrten »Aveugles« (1890; deutsch, Münch. 1897, 2. Aufl. 1902), denen niemand den Weg weist, sind symbolisch gemeint. Ganz unverständlich sind »Les sept princesses« (1891), während »Pelléas et Mélisande« (1892; deutsch, Berl. 1897) ein phantastisch aufgeputztes Ehebruchsdrama mit tiefen poetischen Schönheiten darstellen, das auch als Oper Debussys (1903) in Paris dauernden Erfolg fand. Es folgte das anmutige Idyll »Aglavaine et Sélysette« (1896) und zwei Bücher moralisierender Weltbetrachtung: »Le trésor des humbles« (1896; deutsch: »Der Schatz der Armen«, Florenz 1898) und »La Sagesse et la Destinée« (1898), worin ein gemilderter Stoizismus als Bedingung des Glücksgefühls in sehr gewählter sprachlicher Form gepredigt wird. Philosophie und Zoologie verband M. in anmutigster Form in »La vie des abeilles« (1901). Von ganz neuer Seite zeigte er sich in dem historischen Drama »Monna Vanna« (1902), dessen Erfolg namentlich in Deutschland sehr groß war. Das poetische Märchendrama »Joyzelle« (1903) und das Lustspiel »Le miracle de saint Antoine« (1905) standen nicht auf gleicher Höhe. Mannigfache Studien und Betrachtungen vereinigte er in »Le temple enseveli« (1902) und »Le double jardin« (1904). Gesammelt erschien »Théâtre de M. M.« (1904, 3 Bde.). Die genannten Werke sind fast alle von F. v. Oppeln-Bronikowski (Leipz. u. Jena) ins Deutsche übersetzt. Vgl. Jacobs, M., eine kritische Studie zur Einführung in seine Werke (Leipz. 1901); Mießner, Maeterlincks Werke (Berl. 1904); A. van Bever, Maurice M. (Par. 1904).
 
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Mäeutik (griech.), wörtlich soviel wie Hebammenkunst, von Sokrates (s. d.) in scherzhafter Anspielung auf das Gewerbe seiner Mutter Phänarete zur Bezeichnung seiner Methode angewandt, mittels geschickt angebrachter Frage die im Gefragten, diesem selbst unbewußt, schlummernde richtige Erkenntnis aus ihm herauszulocken, wie das im Schoß der Mutter geborgene Kind durch die Kunst der Geburtshelferin aus Tageslicht gefördert wird.
 
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Mafeking, Stadt in Britisch-Betschuanenland (Südafrika), an der Grenze von Transvaal, am Zufluß des Molopo oder Hygap (rechter Nebenfluß des Oranje), unter 25°31' südl. Br., an der Eisenbahn Kapstadt-Buluwayo, ist Sitz von protestantischen Missionen, eines britischen Kommissars und Handelszentrum; in der Nähe liegen die Malmani-Goldfelder. Der Distrikt M. hat 8404 qkm mit 11,160 Einw. (1,3 auf 1 qkm). Im Südafrikanischen Kriege wurde die englische Besatzung von M. durch die Buren abgeschnitten und erst 16. Mai 1900 entsetzt. Zwischen M. und Potschesstroom erlitt 7. März 1902 Lord Meyers Methuen (s. d.) am Taibosch-Spruit durch de la Rey eine schwere Schlappe und fiel verwundet in die Hände der Buren, die ihn bald wieder frei ließen.
 
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Maffēi, 1) Giovanni Pietro, gelehrter Jesuit, geb. 1536 in Bergamo, gest. 20. Okt. 1603 in Tivoli, ward 1563 Professor der Beredsamkeit in Genua und 1564 Sekretär der Republik, trat aber 1565 zu Rom in den Jesuitenorden ein. Er schrieb: »Das Leben des Ignatius Loyola« (Vened. 1585), »Historiarum indicarum libri XVI« (Flor. 1588; beste Ausg., Köln 1593), wozu er die meisten Materialien in Portugal gesammelt hatte, und eine nicht beendete »Geschichte des Pontifikats Gregors XIII.« (hrsg. von Coquelines, Rom 1743, 2 Bde.). Gesamtausgabe seiner Werke Bergamo 1747, 2 Bde.
   2) Scipione, ital. Dichter, geb. 1. Juni 1675 in Verona, gest. daselbst 11. Febr. 1755, studierte im Jesuitenkollegium zu Parma und begab sich 1698 nach Rom, wo er Mitglied der Arkadia wurde. 1703 und 1704 machte er in der bayrischen Armee mehrere Feldzüge im Spanischen Erbfolgekrieg mit und ließ sich dann in Verona nieder. Mit Zeno und Vallisnieri gründete er 1710 das »Giornale de' letterati d'Italia«, begab sich aber bald nach Turin, mit antiquarischen Untersuchungen beschäftigt. Die Bekanntschaft mit dem berühmten Schauspieler Riccoboni veranlaßte ihn, auf eine Hebung der tief gesunkenen italienischen Bühne hinzuarbeiten, und so schrieb er seine

[Bd. 6, Sp. 53]


berühmte Tragödie »Merope« (ausgeführt 1713, gedruckt 1714), das Lustspiel »Le Cerimonie« und veranstaltete im »Teatro italiano« (Verona 172325, 3 Bde.) eine Sammlung älterer italienischer Theaterstücke. Seit 1718 beschäftigte ihn vorzugsweise die Geschichte seiner Vaterstadt; ausgezeichnet ist sein Werk »Verona illustrata« (Verona 173132, 4 Tle.; neue Ausg. in 5 Bänden, Mail. 182527). Nach dessen Beendigung ging er jahrelang ins Ausland und ließ sich dann 1736 dauernd in seiner Vaterstadt nieder. Eine Ausgabe seiner sämtlichen Werke erschien in 21 Bänden (Vened. 1790). Vgl. Pindemonte, Elogi di letterati italiani (Flor. 1859); Giuliari, Bibliografia Maffeiana (im »Propugnatore«, 1885).
   3) Giuseppe, Literarhistoriker, geb. 27. Mai 1775 in Cles bei Trient, gest. 15. Mai 1859, studierte Theologie, erhielt 1798 die Priesterweihe, wurde 1805 Professor der italienischen Literatur in Salzburg und 1826 in München. Sein Hauptwerk ist die »Storia della letteratura italiana« (Mail. 1825, 3 Bde.; 3. Aufl., Flor. 1853, 2 Bde.).
   4) Andrea, ital. Dichter, besonders als Übersetzer berühmt, geb. 1798 in Riva am Gardasee, gest. 27. Nov. 1885 in Mailand, kam, 15 Jahre alt, nach München, wo er sich eine gründliche Kenntnis des Deutschen aneignete, und trat bereits 1818 mit einer Übersetzung von Geßners Idyllen ins Italienische hervor Später wendete er sich Schiller zu, dessen Dramen er sämtlich übersetzte (1827 ff.; Gesamtausgabe, Mail. 1844 u. ö.; Flor. 1894, 4 Bde.). Diese Übersetzung gilt für ein klassisches Werk. Auch ausgewählte lyrische Dichtungen Schillers, Goethes »Faust«, »Hermann und Dorothea«, »Iphigenie« und mehrere Romanzen übertrug M. Dann übersetzte er das »Verlorne Paradies« (Turin 1857, Flor. 1863), mehreres von Th. Moore und zahlreiche Dichtungen von Byron. Seine eignen Gedichte (Flor. 185860, 3 Bde.; Auswahl 1869), denen eine Sammlung: »Dal Benaco« (Mail. 1854) vorausgegangen war, enthalten manches Wertvolle.
 
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Maffersdorf, Marktflecken in Böhmen, Bezirksh. Reichenberg, an der Neiße und der Reichenberg-Tannwalder Eisenbahn, hat bedeutende Teppich- und Deckenfabrikation, Bierbrauerei, einen Sauerbrunnen, Badeanstalt, Versorgungshaus und (1900) 6566 deutsche Einwohner.
 
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Máfia (so richtiger als Maffia), ein Geheimbund in Sizilien, wie die Meyers Camorra (s. d.) in Neapel, der die Verletzung der Gesetze förmlich organisiert hat. Die Entstehung der M. wird abgeleitet aus den »Compagnie d'armi«, welche die Regierung um 1800 zur Aufrechthaltung der öffentlichen Sicherheit aus räuberischem Gesindel bildete, als dieses in der Folge der Auflösung der sozialen Verhältnisse des alten Feudalstaates allzusehr zugenommen hatte, und die nun die errungene Stellung zu Gewalttaten und Erpressungen aller Art mißbrauchten. Das Unwesen hörte nicht auf, als Garibaldi 1860 die Compagnie d'armi auflöste, und die M. gilt in Sizilien bis heute für eine mächtige Genossenschaft, vor der sich namentlich das niedere Volk mehr fürchtet als vor den Gerichten. Die Mitglieder der einzelnen Genossenschaften, Mafiosi genannt (sie selbst nennen sich Giovani d'onore, »ehrenhafte Jünglinge«, während die mit der Ausführung der Gewalttaten Beauftragten Malandrini, »Bösewichte«, heißen), verpflichten sich, für jede Unbill selbst Abhilfe zu suchen und niemals vor Gericht Zeugnis abzulegen, und haben bei ihrer Aufnahme eine Probe ihrer Ehrenhaftigkeit und ihres Mutes durch einen Messerzweikampf abzulegen. Räubereien und Morde vermeiden sie möglichst, soweit es sich nicht um Rache an Verrätern handelt; dagegen schützen sie von der Polizei oder den Gerichten Verfolgte, unterstützen oder betreiben selbst den einträglichen Schmuggel, organisieren Streiks oder willkürliche Preiserhöhungen u. dgl. und wollen vor allem herrschen. Viele Grundbesitzer in Sizilien waren genötigt, ihrer Sicherheit halber sich unter den Schutz der M. zu stellen, Mafiosi als Feldwächter, Gärtner etc. in ihren Dienst zu nehmen; dann war man unbedingt geschützt, während man unfehlbar der Vendetta anheimfiel, wenn man einen Mafioso der Behörde verriet oder sonst schädigte. Die M. steht unter Häuptlingen, deren Befehle streng befolgt werden. Alle Versuche, welche die italienische Regierung seit 1875 gemacht hat, haben nicht vermocht, die festbegründete Macht der M. im Volke völlig zu beseitigen. Vgl. Franchetti und Sonnino, La Sicilia nel 1876 (Flor. 1877, 2 Bde.); Umilta, Camorra et M. (Neuchâtel 1878); Alongi, La M. (Palermo 1886, 2. Aufl. 1904); Cutrera, La M. ei Mafiosi (das. 1900); Calon, La M. (Madr. 1905).

 

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Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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