Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Madūra bis Maerlant (Bd. 6, Sp. 50 bis 51)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Madūra (Madoera), Insel an der Nordostküste von Java (s. Karte »Hinterindien«), von diesem durch die in ihrem westlichen Teil nur 3 km breite und dort fast unbefahrene Madurastraße getrennt, 4470 qkm groß, ist von niedrigen Hügeln erfüllt, bewaldet, jedoch dürr und zum großen Teil nicht angebaut, enthält aber sehr reiche Salinen. Die Maduresen sind den Javanern nahe verwandt, doch von gröbern Zügen, kräftiger, ausdauernder und unternehmender, zählen daher zu den besten Soldaten der niederländisch-indischen Armee. Politisch bildet M. mit ca. 80 östlicher gelegenen Inselchen eine Residentschaft mit 5413 qkm Umfang und mit (1895) 1,624,148 Einw. (578 Europäer, 4127 Chinesen, 1524 Araber) in vier Distrikten: M., Pamekasan, Sampang und Sumenep, unter einheimischen Fürsten, die aber genau kontrolliert werden durch den niederländischen Residenten in Pamekasan (7797 Einw.); die bedeutendste Stadt ist Sumenep (18,425 Einw.), dann der Hafen Bangkalan (14,581 Einw.) an der Westküste.
 
Artikelverweis 
Madūra (Madhura), Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts (21,758 qkm mit [1901] 2,831,280 Ew.) in der britisch-ind. Präsidentschaft Madras, am Vaigaifluß und an der Südindischen Bahn, hat breite Straßen, große Plätze, ein neues Gefängnis, Hospital, eine höhere Schule, eine Zentralschule und ein Krankenhaus der amerikanischen protestantischen Mission, mehrere Kirchen, eine prächtige Apotheke der Jesuiten und (1901) 105,984 Einw., darunter 93,103 Hindu, 9122 Mohammedaner und 3750 Christen. M. war einst Hauptstadt des Königreichs Karnata (s. Meyers Karnatik), das in der Mitte des 16. Jahrh. von Mohammedanern erobert wurde. Aus seiner alten Zeit besitzt es noch eine große Pagode, die großartigen Trümmer des Königspalastes, eine wohlerhaltene prächtige Halle aus Granit und einen Tempel auf einer Insel in einem mit Granitquadern eingefaßten See.
 
Artikelverweis 
Madūrafuß (ostindisch Perical, »Dickfuß«, engl. Fungus foot of India), eine nur in Hindostan an Ein gebornen beobachtete Krankheit, die im westlichen und nordwestlichen Teil Indiens besonders in einer meist den Fuß befallenden hellen, gelblichen Form, in Bengalen hauptsächlich in einer dunkeln, vorzugsweise an den Händen auftretenden Form vorkommt. Nachdem Goodfrey in Madras (1846) zuerst die charakteristische Beschreibung des Leidens gegeben, untersuchte es Carter 1874 näher, bezeichnete es als Mycetoma und unterschied die obigen Formen. Berkeley bezeichnete einen in dem erkrankten Gewebe gefundenen Pilz als Chionyphe Carteri. Es handelt sich beim M. entweder um echte Aktinomykose oder um eine Abart derselben. Der befallene Fuß vergrößert sich und zeigt zahlreiche, in die Tiefe führende Geschwürsöffnungen, aus denen das gleich zu erwähnende Sekret heraustritt. Ebenso wird die Hand im Erkrankungsfalle verdickt und infolge Zerstörung der Handwurzel- und Mittelhandknochen verkürzt, während ihre Funktion beeinträchtigt und zuletzt aufgehoben ist; dabei sind die Knochen so weich, daß man sie schneiden kann. Im Innern findet man durch gewundene Gänge verbundene, nach außen sich öffnende Höhlen, aus denen bei der hellen Form hirsekorngroße, fischrogenähnliche, rötlichgelbe oder weiße, in eine zähe, eiweißartige Masse eingebettete Körper sich entleeren. Bei der dunkeln Form enthalten Höhlen und Gänge schwarze oder doch dunkelbraune, bald lockerer, bald fester eingebettete Gebilde, die die Größe einer kleinen Orange erreichen können, auf dem Durchschnitt ein helleres Zentrum und einen strahligen Bau zeigen. Zuerst entwickeln sich diese Fremdkörper im Fettgewebe, dringen dann aber auch in die Knochen ein, die sie zerstören. Das Leiden entsteht ohne wesentliche Schmerzhaftigkeit, indem an Hand oder Fuß ein harter Knoten sich bildet, der mit der Zeit ausbricht, und dem andre folgen. Durch Bruch der Knochen, Verdickung der Gewebe entsteht die Mißgestalt der befallenen Extremität, die nicht nur unbrauchbar wird, sondern auch ihrem Träger zur Last ist. Man hat das Leiden 15, ja 26 und 30 Jahre dauern sehen. Jede andre Behandlung als die Amputation des befallenen Gliedes erwies sich als vergeblich. Vgl. Scheube, Die Krankheiten der warmen Länder (3. Aufl., Jena 1903).
 
Artikelverweis 
Madūro (portug. und span., »reif«), s. Meyers Portwein.
 
Artikelverweis 
Madvig, Johan Nikolai, Philolog und Staatsmann, geb. 7. Aug. 1804 in Svanike auf Bornholm, gest. 12. Dez. 1886 in Kopenhagen, besuchte seit 1817 das Staatsgymnasium in Frederiksborg auf Seeland, studierte 182025 in Kopenhagen und wurde 1826 an der dortigen Universität Dozent, 1829 Professor der lateinischen Sprache und Literatur, im November 1848 Kultusminister, trat im Dezember 1851 in seine frühern Ämter als Universitätsprofessor und Unterrichtsinspektor zurück, war jedoch auch ferner im Folke- und Landsthing, mehrfach als Präsident, bis 1874 tätig und trat, erblindet, 1879 in den Ruhestand. Er ist einer der scharfsinnigsten und gründlichsten Kritiker. Auf Cicero beziehen sich: »Emendationes in Ciceronis libros de legibus et Academica« (Kopenh. 1826); »Ad Orellium epistola critica de orationum Verrinarum libris II extremis« (das. 1828), »De Asconii Pediani commentariis in Ciceronis orationes« (das. 1828), die trefflichen Ausgaben von: »De finibus bonorum et malorum« (das. 1839, 3. Aufl. 1876) und »Cato major et Laelius« (das. 1835, 2. Aufl. 1869) sowie die Rezension zwölf ausgewählter Reden (das. 1830, 6. Aufl. 1886). Für Livius lieferte er: »Emendationes Livianae« (Kopenh. 1860, 2. Aufl. 1877) und mit Ussing eine Gesamtausgabe (das. 186166, 4 Bde.; zum Teil oft wiederholt). Zahlreiche Emendationen zu verschiedenen Schriftstellern bot er in den »Adversaria critica ad scriptores graecos et latinos« (Kopenh. 187184, 3 Bde.). Son st nennen wir: »Latinsk Sproglaere til Skolebrug« (Kopenh. 1841, 8. verkürzte Aufl. 1889; deutsch, Braunschw. 1844; 3. Aufl. 1857, seitdem verkürzt); »Graesk Ordföiningslaere« (Kopenh. 1846, 2. Aufl. 1857; deutsch als »Syntax der griechischen Sprache«, 2. Aufl., Braunschw

[Bd. 6, Sp. 51]


1884); »Die Verfassung und Verwaltung des römischen Staats« (Kopenh.; zugleich deutsch, Leipz. 188182, 2 Bde.) und die Selbstbiographie: »Livserindringer« (das. 1887). Seine akademischen Gelegenheitsschriften und kleinern Arbeiten sind gesammelt in »Opuscula academica« (Kopenh. 183442, 2 Bde.; 2. Aufl. 1887) und »Kleine philologische Schriften« (Leipz. 1875). Vgl. Prantl in den Sitzungsberichten der bayrischen Akademie, 1887.
 
Artikelverweis 
Maebaschi, Stadt in der japan. Provinz Kotsuka auf Nippon, auf einer Insel des Tone, mit Tokio durch Eisenbahn verbunden, Mittelpunkt der besten japanischen Seidenzucht, mit (1898) 34,495 Einw.
 
Artikelverweis 
Maecha (Ma'acha), aramäischer Stamm und Stadt, südlich vom Hermon, dem Stamme Manasse zugeteilt, aber von diesem nicht unterworfen.
 
Artikelverweis 
Maël (spr. maǟl), Pierre, eigentlich Charles Causse, franz. Romanschriftsteller, geb. 30. Sept. 1862 in Lorient, gest. 29. Dez. 1904 in Paris, erst Marineoffizier, widmete sich aber bald einer außerordentlich fruchtbaren Tätigkeit auf dem Gebiete des bessern volkstümlichen Romans. Seine maritimen Erzählungen entbehren nicht einer gewissen Kraft und Originalität. Zu erwähnen sind: »Pilleur d'épaves« (1887), »Sauveteur«, von der Akademie gekrönt (1890), die Trilogie »Mer bleue«, »Mer sauvage« und »Mer bénie« (189096), »Erreur d'amour« (1896; deutsch, Leipz. 1896), »Le sous-marin, Le Vengeur« (1902), »Petite-fille d'amiral« (1903), »Femme d'officier« (1905).
 
Artikelverweis 
Maelen (spr. mālen), Philippe Marie Guillaume van der, belg. Kartograph, geb. 23. Dez. 1795 in Brüssel, gest. daselbst 29. Mai 1869, war anfangs Kaufmann, wandte sich, 30 Jahre alt, dem Kartenzeichnen zu und gab schon 1827 einen »Atlas universel« in 400 Blättern heraus, dann 182930 einen »Atlas de l'Europe« in 165 Blättern. 1830 gründete er sein berühmtes Établissement géographique de Bruxelles, aus dem viele Karten, Atlanten, Reliefs, Globen und Bücher hervorgegangen sind, wie: »Carte de la Belgique« (1833, 43 Blatt); »Dictionnaires géographiques des provinces de la Belgique« (183138); »Carte de la Belgique« (183753, 25 Blatt), eine andre 184654, 250 Blatt; »Atlas hypsométrique de la Belgique« (1851 bis 1861, 10 Blatt) u. a.
 
Artikelverweis 
Maelor Saesneg (»Sachsenland«), s. Meyers Flintshire.
 
Artikelverweis 
Maerlant (spr. mār-), Jacob van, der bedeutendste niederländ. Dichter des 13. Jahrh., geb. um 1235 in Bruxambacht (Westflandern), gest. in Damme zvischen 1291 und 1300, war anfangs Küster in Maerlant (jetzt ein Teil von Brielle auf der Insel Oostvoorne); später (vermutlich von 1266 an) wohnte er in Damme bei Brügge, wo er nach der Tradition das Amt eines Stadtschreibers bekleidete. Seine Jugendwerke sind Ritterromane, aus dem Lateinischen und Französischen übersetzt: »Alexanders geesten«, zwischen 1257 und 1260 übersetzt aus dem Lateinischen des Gauthier de Chastillon (hrsg. von Snellaert, Gent 186062, und J. Franck, Groning. 1882); die »Historie van den Grale« und »Merlijns Boeck«, um 1261 übersetzt aus dem Französischen des Robert de Borron (hrsg. von J. van Vloten, Leiden 1880 bis 1882); »Roman van Torec«, nach einem verloren gegangenen französischen Original, nur in einer Überarbeitung erhalten (hrsg. von J. te Winkel, Leiden 1875); die »Historie van Troyen«, um 1264 nach dem Französischen des Bénoît de Sainte-More (hrsg. von N. de Pauw und E. Gaillard, Gent 18891891). Diese zum Teil sehr umfangreichen Gedichte gehören zwar dem Stoff nach noch ganz zu dem Kreis der ritterlichen Epik, stehen aber schon unter dem Einfluß einer historischen Kritik, und das lehrhafte Element wiegt in ihnen vor. Später empfahl M. nur historisch glaubhafte biblische, geistliche oder weltliche Erzählungen und rein lehrhafte Darstellungen, von denen er selbst sehr umfängliche Muster aufstellte; er ist in dieser Schaffensperiode mit einem Thomasin von Zirklaere, einem Rutebeuf in Frankreich, einem Todi in Italien in Parallele zu stellen. Zu den Gedichten aus dieser zweiten Periode Maerlants gehören: »Heimelicheit der heimelicheden«, nach den »Secreta secretorum« des Pseudo-Aristoteles (hrsg. von Clarisse, Dordr. 1838, und von Kausler in den »Denkmälern altniederländischer Sprache und Literatur«, Tübing. 1844); »Der naturen bloeme«, eine gereimte Naturgeschichte nach dem lateinischen Werk »De natura rerum« von Thomas de Cantimpré (hrsg. von Bormans, Gent 1857, und von Verwijs, Groning. 1878); der »Rijmbijbel«, eine Bearbeitung der »Historia scolastica« von Petrus Trecensis, auch Comestor genannt (um 1150), mit der 1271 vollendeten Fortsetzung: »Die Wrake van Jherusalem«, nach Flavius Josephus (hrsg. von David, Brüssel 1858 bis 1869); »St. Franciscus Leven«, nach dem Lateinischen des Bonaventura (hrsg. von Tideman, Leiden 1848), und das umfangreichste seiner Werke: »Spiegel historiael«, 1283 begonnen, eine gereimte Übersetzung des »Speculum historiale« von Vincentius von Beauvais, von der M. aber nur ein wenig mehr als die Hälfte verfaßte. Philipp Utenbrocke hat diese Arbeit fortgesetzt, Lodewijk van Velthem aber hat sie 1316 vollendet und erweitert. Der von M. bearbeitete Teil ist herausgegeben von de Vries und Verwijs (Leid. 185763), die zweite, von Utenbroeke übersetzte Partie von denselben und Ferd. v. Hellwald (das. 1879). Die letzte, von Velthem übersetzte Partie ist nur unvollständig überliefert, seine Erweiterung gab schon Le Long (Amsterd. 1727) heraus. Außerdem schrieb M. noch verschiedene strophische Gedichte (hrsg. von Verwijs, Groning. 1880; neue Ausg. von Franck und Verdam, das. 1898), die als das weitaus poetischste und kunstreichste Erzeugnis der mittelniederländischen Dichtung bezeichnet werden dürfen. Die wichtigsten dieser strophischen Gedichte sind die drei Zwiegespräche zwischen Jacob (dem Dichter selbst) und Martijn, das am meisten poetische die »Disputacie van onser Vrouwen ende den h. Cruce«, die glutvollsten »Der Kerken clage« und sein Schwanengesang »Van den lande van Oversee«, gedichtet nach dem Verlust von St.-Jean d'Acre 1291. M. hat eine wichtige Dichterschule gestiftet, deren Mitglieder ihn den »Vater aller dietscher dichter« nannten. Vgl. Serrure, I. v. M. en zyne werken (2. Aufl., Gent 1867); J. te Winkel, »Maerlants werken beschouwd als spiegel van de 13. eeuw« (2. Aufl., das. 1892). Eine Auswahl seiner Dichtungen gab Verwey in den »Nederlandsche Dichters«, Bd. 1 (Amsterd. 1894).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer