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Madeyski-Poray bis Mädler (Bd. 6, Sp. 42 bis 43)
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Artikelverweis Madeyski-Poray, Stanislaus, Ritter von, österreich. Staatsmann, geb. 24. April 1841 zu Sieniawa in Galizien, trat| 1864 in den Staatsdienst, wurde nach kurzer Dienstleistung im Justizministerium 1871 Notar, habilitierte sich in Lemberg für österreichisches Zivilrecht und wurde 1886 Professor der Rechte an der Krakauer Universität. Seit 1879 Mitglied des Abgeordnetenhauses, wo er sich der liberalen Fraktion des Polenklubs anschloß, ward er nach dem Sturz des Ministeriums Taaffe 11. Nov. 1893 Unterrichtsminister im Koalitionsministerium Windischgrätz, mußte aber 19. Juni 1895 mit dem gesamten Kabinett demissionieren, als die Linke die Errichtung eines slowenischen Untergymnasiums in der deutschen Stadt Meyers Cilli (s. d.) als Verletzung des nationalen Besitzstandes erklärte und aus der Koalition austrat. Am 20. Sept. 1899 ward er zum Mitgliede des Herrenhauses ernannt. Er schrieb mehrere juristische Abhandlungen und ließ eine Schrift über »Die deutsche Staatssprache oder Österreich ein deutscher Staat« mit autonomistischer Tendenz (Wien 1884) erscheinen.
 
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Madhukabaum, s. Meyers Illipe.
 
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Madi (A-Madi), Negervolk am Nil unterhalb Dusile, um 5.° nördl. Br. und 30.° östl. L.; große, stark gebaute Leute, von hellerer Farbe als ihre Nachbarn, die Bari und Dinka, den Schuli ähnlich. Sie schlagen die vier untern Schneidezähne aus, tätowieren Stirn und Schläfe, tragen eiserne, mit Stacheln versehene Armringe, um den Hals Eberzähne, die Weiber in der Oberlippe Holzscheiben oder einen ehernen Reisen mit Perlen. Sie haben ein gutes Familienleben, Beschneidung kommt nicht vor. Die Kleidung besteht nur in schmalem Ledergürtel oder umgehängtem Fell, die Bewaffnung in Lanze, Bogen und Pfeilen (sie betreiben auch Eisentechnik). Ihre Hütten bestehen aus Flechtwerk mit glockenartigem Dach. Hauptbeschäftigung ist Rinder- und Schafzucht, man bereitet auch Butter. Merkwürdig sind ihre dolmenartigen Gräber. Die M. wurden durch Schweinfurth, Junker und Emin Pascha bekannt; nach letzterm haben sie sich von NW. zwischen die Lur und Schilluk eingeschoben.
 
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Madĭa Mol. (Ma die), Gattung der Kompositen, einjährige, blätterreiche, drüsig-zottig behaarte, sehr klebrige Kräuter mit abwechselnden, ganzrandigen, selten unten gegenständigen Blättern, sitzenden oder gestielten, an der Spitze der Äste einzelnen oder gebüschelten oder schlaff rispig angeordneten, gelbblütigen Köpfchen und länglich verkehrt-eiförmigen, zusammengedrückten Achenen ohne oder mit einem aus federig gewimperten Grannen oder Schuppen bestehenden Pappus. Zwölf nordamerikanische Arten, davon eine auch in Chile. M. sativa Mol. (Ölmadie, Madi, Melosa), 11,5 m hoch, mit verästeltem, wie die ganze Pflanze klebrigem, drüsenhaarigem Stengel, lanzettlichen, halb stengelumfassenden, ganzrandigen Blättern und kurzgestielten Köpfchen, wächst von Kalifornien bis Oregon und in Chile und wird in diesem Lande schon seit undenklichen Zeiten als Ölpflanze kultiviert. In Deutschland wurde sie 1837 zum Anbau empfohlen. Sie verträgt jedes deutsche Klima, da sie nur drei Monate im Boden bleibt, begnügt sich mit Mittelboden, gedeiht am besten auf sandigem, trocknem und sonnigem Lehmboden und leidet nicht durch Feinde. Man sät sie im Juni, rauft die Pflanzen, sobald die Körner schwarz sind, legt sie in Schwaden zum Trocknen und schüttelt die Samen aus, sobald nur die Köpfe trocken sind. Man erntet 12001500 kg vom Hektar. Für sandigen Mittelboden scheint die Madie Beachtung zu verdienen. Die völlig reisen Samen sind mäusegrau, 6,5 mm lang, fast geruchlos. Das daraus gepreßte Öl schmeckt mild, angenehm, erstarrt noch nicht bei 24° und eignet sich trefflich zu Speiseöl und zum Schmieren der Maschinen. Die Samen enthalten 2639 Proz. Öl, müssen aber vor dem Pressen gebrüht werden. Die Ölkuchen dienen als Viehfutter.
 
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Madian, Land, s. Midian.
 
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Madier de Montjau (spr. madjē d'mongschō), Noël François Alfred, franz. Politiker, geb. 1. Aug. 1814 in Nîmes, gest. 27. Mai 1892 in Chatou bei Paris, ließ sich 1838 als Advokat in Paris nieder. Radikalen politischen Anschauungen huldigend, verteidigte er politische Angeklagte und machte sich hierdurch bekannt. 1848 nahm er an der Revolution Anteil, ward 1850 in den Gesetzgebenden Körper gewählt und schloß sich der Bergpartei an. Wegen seiner Opposition gegen den Staatsstreich wurde er 1852 verhaftet und ausgewiesen, worauf er in Belgien seinen Wohnsitz nahm. Im Februar 1871 in die Nationalversammlung gewählt, ward er Mitglied der äußersten Linken, stimmte gegen die Verfassung von 1875 und bekämpfte namentlich die Ultramontanen. Seit 1876 Mitglied der Deputiertenkammer, wurde er einer der Führer der radikalen Linken. Eine Bildsäule ward ihm in Valence errichtet.
 
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Madison (spr. mäddiß'n), 1) Hauptstadt des nordamerikan. Staates Wisconsin und der Grafschaft Dane, auf einem Isthmus zwischen den Seen Mendota und Monona, Bahnknotenpunkt, hat ein Kapitol mit der Staatsbibliothek und den Sammlungen und der Bibliothek (250,000 Bände) der Wisconsin Historical Society, Post- und Gerichtsgebäude, auf einem Hügel die Universität von Wisconsin (227 Dozenten, 3151 Studierende, 86,000 Bände) mit Sternwarte (Washburn Observatory), ein norwegisches theologisches Seminar, Irrenanstalt, Waisenhaus für Soldatenkinder

[Bd. 6, Sp. 43]


und (1900) 19,164 Einw. 2) Hauptstadt der Grafschaft Jefferson im nordamerikan. Staat Indiana, in reicher Obstbaugegend am Ohio, hat Messing- und Eisengießerei, Versandschlächterei, Schiffbau, Korn- und Hobelmühlen und (1900) 7835 Einw. 3) Stadt in Iowa, s. Meyers Fort Madison.
 
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Madison (spr. mäddiß'n), James, vierter Präsident der Vereinigten Staaten, geb. 16. März 1751 in Port Conway (Virginia), gest. 28. Juni 1836 in Montpelier (ebenda), widmete sich dem Advokatenberuf und ward 1787 in den konstituierenden Konvent und bald darauf in den Kongreß gewählt. Von Jefferson 1801 zum Staatssekretär ernannt, folgte er diesem 1809 in der Präsidentschaft. Auf die wenige Tage vor seinem Amtsantritt erlassene Nonintercourse-Akte gestützt, verbot er allen Handel mit Frankreich und England, bis dieselben ihre für den Handel Amerikas nachteiligen Maßregeln aufheben würden, und erklärte endlich an England 1812 den Krieg. Die Amerikaner waren zu Lande anfangs nicht glücklich, und der Präsident hatte in der öffentlichen Meinung die Schuld davonzutragen. Gleichwohl gewann derselbe die Repräsentanten für kräftigere militärische Maßregeln, ward auch 1813 zum zweitenmal zum Präsidenten erwählt und wußte den Krieg zur See so glücklich zu führen, daß in dem Friedensschluß zu Gent 24. Dez. 1814 der Zustand vor dem Kriege wiederhergestellt wurde. Fortan ging Madisons Streben auf Heilung der den Vereinigten Staaten vom Kriege geschlagenen Wunden. Nachdem er noch die Navigationsakte unterzeichnet hatte, legte er 4. März 1817 sein Amt nieder und zog sich nach Virginia zurück. Seine Schriften (»Writings, public papers and private correspondence«) wurden zuletzt von G. Hunt herausgegeben in 89 Bänden (bisher 5 Bde., New York 1901 ff.). Vgl. Rives, Life and times of J. M. (Bost. 18661869, 3 Bde.); Gay, James M. (das. 1884); Hunt, Life of James M. (New York 1902).
 
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Madisonsinsel, s. Nukahiwa.
 
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Madiun, niederländ. Residentschaft in der Osthälfte von Java und an dessen Südküste, ein hügeliges, wohlbewässertes Land, an dessen Ostgrenze gegen Kediri sich der Vulkan Wilis (2556 m), an dessen Westgrenze gegen Surakarta sich der Lawu (3238 m) erheben, 5286 qkm mit (1896) 1,138,565 Einw., darunter 1363 Europäer und 4456 Chinesen, die starke Fischerei (Ausfuhr von getrockneten Fischen) treiben und an den Flußläufen, namentlich am Solo, Reis, Tabak, Kaffee, Indigo, Zucker, Baumwolle, Zimt u. a. gewinnen. Auch gibt es Petroleum- und heiße Solquellen. Hauptort ist das Dorf M. am gleichnamigen Fluß und an der Bahn Surakarta-Surabaja; Hafenplatz ist Patjitan.
 
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Mädler, Johann Heinrich von, Astronom, geb. 29. Mai 1794 in Berlin, gest. 14. März 1874 in Hannover, war seit 1817 Lehrer in Berlin und studierte seit 1822 daselbst Naturwissenschaft, besonders Astronomie. 1824 veranlaßte er den Bankier Wilhelm Beer (den Bruder von Meyerbeer) zur Errichtung einer Privatsternwarte und stellte dort seine ersten astronomischen Beobachtungen über die Oberfläche des Mars an, die 1830 erschienen. Mit W. Beer zusammen zeichnete er auch die vorzügliche große Mondkarte »Mappa selenographica« (Berl. 18341836, 4 Blatt) und schrieb dazu: »Der Mond nach seinen kosmischen und individuellen Verhältnissen, oder allgemeine Selenographie« (das. 1837, 2 Bde.). 1837 lieferte er eine kleinere Generalkarte des Mondes von 31 cm Durchmesser nebst einer »Kurzgefaßten Beschreibung des Mondes« (Berl. 1838). 1836 wurde er Observator an der Sternwarte in Berlin und 1840 Professor der Astronomie und Direktor der Sternwarte in Dorpat. Hier führte er eine große Anzahl von Doppelsternmessungen aus, auch stellte er Untersuchungen über die Dimensionen des Fixsternsystems an und glaubte in den Plejaden den Zentralpunkt unsers ganzen Fixsternsystems zu erblicken. Seit 1865 lebte er in Bonn und in Hannover. Er schrieb: »Fragments sur les corps célestes du système solaire« (Par. 1840); »Populäre Astronomie, oder Wunderbau des Himmels« (Berl. 1841; 8. Aufl., Straßb. 1885); »Untersuchungen über die Fixsternsysteme« (Mitau 184748, 2 Bde.); »Die Zentralsonne« (1. u. 2. Aufl., das. 1846); »Leitfaden der mathematischen und allgemeinen physischen Geographie« (Stuttg. 1843); »Astronomische Briefe« (Mitau 184446); »Beiträge zur Fixsternkunde« (Haarl. 1855); »Die Eigenbewegung der Fixsterne« (Dorpat 1854); »Der Fixsternhimmel« (Leipz. 1858); »Über totale Sonnenfinsternisse, mit besonderer Berücksichtigung der Sonnenfinsternis vom 18. Juli 1860« (Jena 1861, Nachtrag 1862); »Reden und Abhandlungen über Gegenstände der Himmelskunde« (Berl. 1870); »Geschichte der Himmelskunde« (Braunschweig 187273, 2 Bde.).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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