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Maderanertal bis Madison (Bd. 6, Sp. 41 bis 42)
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Artikelverweis Maderanertal, ein 12 km langes, rechtes Seitental der Reuß im schweizer. Kanton Uri bei Amsteg (Station der Gotthardbahn), vom Kärstelenbach durchflossen, der namentlich vom Hüfi- und Brunnigletscher genährt wird. Es wird wegen seiner landschaftlichen Reize von Touristen und Kurgästen viel besucht und bietet Gelegenheit zu Bergbesteigungen (Bristenstock, Oberalpstock, Große und Kleine Windgälle etc.). Im Hintergrund liegt in 1354 m Höhe das Hotel Alpenklub. Von hier führt ein Paß über den Brunnigletscher (2736 m) nach Disentis, ein anderer nach O. über das Claridenjoch ins Linthtal. Im 17. Jahrh. fand hier Bergbau auf Eisen durch die italienische Familie Maderano statt, nach der das

[Bd. 6, Sp. 42]


Tal benannt ist. Vgl. »Uri, Land und Leute« (Altdorf 1902).
 
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Maderer, Berg, s. Meyers Silvretta.
 
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Madérna, 1) Carlo, ital. Architekt, geb. 1556 zu Bissone in der Lombardei, gest. 1629 in Rom, bildete sich in Rom bei Domenico Fontana und setzte seit 1605 den Bau der Peterskirche fort, an der er das Langhaus, die Fassade und die Vorhalle, zum Nachteil der ursprünglichen Gestaltung des Grundrisses, ausführte (s. Tafel Meyers »Architektur X«, Fig. 24). Er legte ferner die beiden Fontänen vor der Kirche an, errichtete die Fassaden der Kirchen Santa Susanna und San Giacomo degli Incurabili und erbaute die Paläste Mattei, Odescalchi, Rospigliosi und Barberini (letztern mit Bernini). Seine Paläste gehören zu den großartigsten Schöpfungen des Barockstils.
   2) Stefano, ital. Bildhauer, geb. 1571 (nach andern 1576) in Mailand, gest. 1636 in Rom, war zumeist in Rom tätig, wo er anfangs antike Bildwerke ergänzte und später Modelle zu Erzstatuen und Reliefs für römische Kirchen anfertigte. Sie schließen sich an den schwülstigen Stil Berninis an. Frei davon ist sein Hauptwerk, die liegende Marmorfigur der enthaupteten heiligen Cäcilie in der Kirche Santa Cecilia in Trastevere, die der Überlieferung nach in derselben Lage gebildet ist, in der man die Leiche der Märtyrerin gefunden hat (s. Tafel Meyers »Bildhauerkunst XI«, Fig. 6).
 
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Madēsis (Madarosis, griech.), Kahlheit, besonders der Augenlider; M. ciliaris, Verlust der Wimpern.
 
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Madeyski-Poray, Stanislaus, Ritter von, österreich. Staatsmann, geb. 24. April 1841 zu Sieniawa in Galizien, trat| 1864 in den Staatsdienst, wurde nach kurzer Dienstleistung im Justizministerium 1871 Notar, habilitierte sich in Lemberg für österreichisches Zivilrecht und wurde 1886 Professor der Rechte an der Krakauer Universität. Seit 1879 Mitglied des Abgeordnetenhauses, wo er sich der liberalen Fraktion des Polenklubs anschloß, ward er nach dem Sturz des Ministeriums Taaffe 11. Nov. 1893 Unterrichtsminister im Koalitionsministerium Windischgrätz, mußte aber 19. Juni 1895 mit dem gesamten Kabinett demissionieren, als die Linke die Errichtung eines slowenischen Untergymnasiums in der deutschen Stadt Meyers Cilli (s. d.) als Verletzung des nationalen Besitzstandes erklärte und aus der Koalition austrat. Am 20. Sept. 1899 ward er zum Mitgliede des Herrenhauses ernannt. Er schrieb mehrere juristische Abhandlungen und ließ eine Schrift über »Die deutsche Staatssprache oder Österreich ein deutscher Staat« mit autonomistischer Tendenz (Wien 1884) erscheinen.
 
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Madhukabaum, s. Meyers Illipe.
 
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Madi (A-Madi), Negervolk am Nil unterhalb Dusile, um 5.° nördl. Br. und 30.° östl. L.; große, stark gebaute Leute, von hellerer Farbe als ihre Nachbarn, die Bari und Dinka, den Schuli ähnlich. Sie schlagen die vier untern Schneidezähne aus, tätowieren Stirn und Schläfe, tragen eiserne, mit Stacheln versehene Armringe, um den Hals Eberzähne, die Weiber in der Oberlippe Holzscheiben oder einen ehernen Reisen mit Perlen. Sie haben ein gutes Familienleben, Beschneidung kommt nicht vor. Die Kleidung besteht nur in schmalem Ledergürtel oder umgehängtem Fell, die Bewaffnung in Lanze, Bogen und Pfeilen (sie betreiben auch Eisentechnik). Ihre Hütten bestehen aus Flechtwerk mit glockenartigem Dach. Hauptbeschäftigung ist Rinder- und Schafzucht, man bereitet auch Butter. Merkwürdig sind ihre dolmenartigen Gräber. Die M. wurden durch Schweinfurth, Junker und Emin Pascha bekannt; nach letzterm haben sie sich von NW. zwischen die Lur und Schilluk eingeschoben.
 
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Madĭa Mol. (Ma die), Gattung der Kompositen, einjährige, blätterreiche, drüsig-zottig behaarte, sehr klebrige Kräuter mit abwechselnden, ganzrandigen, selten unten gegenständigen Blättern, sitzenden oder gestielten, an der Spitze der Äste einzelnen oder gebüschelten oder schlaff rispig angeordneten, gelbblütigen Köpfchen und länglich verkehrt-eiförmigen, zusammengedrückten Achenen ohne oder mit einem aus federig gewimperten Grannen oder Schuppen bestehenden Pappus. Zwölf nordamerikanische Arten, davon eine auch in Chile. M. sativa Mol. (Ölmadie, Madi, Melosa), 11,5 m hoch, mit verästeltem, wie die ganze Pflanze klebrigem, drüsenhaarigem Stengel, lanzettlichen, halb stengelumfassenden, ganzrandigen Blättern und kurzgestielten Köpfchen, wächst von Kalifornien bis Oregon und in Chile und wird in diesem Lande schon seit undenklichen Zeiten als Ölpflanze kultiviert. In Deutschland wurde sie 1837 zum Anbau empfohlen. Sie verträgt jedes deutsche Klima, da sie nur drei Monate im Boden bleibt, begnügt sich mit Mittelboden, gedeiht am besten auf sandigem, trocknem und sonnigem Lehmboden und leidet nicht durch Feinde. Man sät sie im Juni, rauft die Pflanzen, sobald die Körner schwarz sind, legt sie in Schwaden zum Trocknen und schüttelt die Samen aus, sobald nur die Köpfe trocken sind. Man erntet 12001500 kg vom Hektar. Für sandigen Mittelboden scheint die Madie Beachtung zu verdienen. Die völlig reisen Samen sind mäusegrau, 6,5 mm lang, fast geruchlos. Das daraus gepreßte Öl schmeckt mild, angenehm, erstarrt noch nicht bei 24° und eignet sich trefflich zu Speiseöl und zum Schmieren der Maschinen. Die Samen enthalten 2639 Proz. Öl, müssen aber vor dem Pressen gebrüht werden. Die Ölkuchen dienen als Viehfutter.
 
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Madian, Land, s. Midian.
 
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Madier de Montjau (spr. madjē d'mongschō), Noël François Alfred, franz. Politiker, geb. 1. Aug. 1814 in Nîmes, gest. 27. Mai 1892 in Chatou bei Paris, ließ sich 1838 als Advokat in Paris nieder. Radikalen politischen Anschauungen huldigend, verteidigte er politische Angeklagte und machte sich hierdurch bekannt. 1848 nahm er an der Revolution Anteil, ward 1850 in den Gesetzgebenden Körper gewählt und schloß sich der Bergpartei an. Wegen seiner Opposition gegen den Staatsstreich wurde er 1852 verhaftet und ausgewiesen, worauf er in Belgien seinen Wohnsitz nahm. Im Februar 1871 in die Nationalversammlung gewählt, ward er Mitglied der äußersten Linken, stimmte gegen die Verfassung von 1875 und bekämpfte namentlich die Ultramontanen. Seit 1876 Mitglied der Deputiertenkammer, wurde er einer der Führer der radikalen Linken. Eine Bildsäule ward ihm in Valence errichtet.
 
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Madison (spr. mäddiß'n), 1) Hauptstadt des nordamerikan. Staates Wisconsin und der Grafschaft Dane, auf einem Isthmus zwischen den Seen Mendota und Monona, Bahnknotenpunkt, hat ein Kapitol mit der Staatsbibliothek und den Sammlungen und der Bibliothek (250,000 Bände) der Wisconsin Historical Society, Post- und Gerichtsgebäude, auf einem Hügel die Universität von Wisconsin (227 Dozenten, 3151 Studierende, 86,000 Bände) mit Sternwarte (Washburn Observatory), ein norwegisches theologisches Seminar, Irrenanstalt, Waisenhaus für Soldatenkinder

[Bd. 6, Sp. 43]


und (1900) 19,164 Einw. 2) Hauptstadt der Grafschaft Jefferson im nordamerikan. Staat Indiana, in reicher Obstbaugegend am Ohio, hat Messing- und Eisengießerei, Versandschlächterei, Schiffbau, Korn- und Hobelmühlen und (1900) 7835 Einw. 3) Stadt in Iowa, s. Meyers Fort Madison.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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